Sonntag, 26. Juli 2015

Aktivurlaub in Flandern - Zukunft und Vergangenheit

Ich bin wieder zu Hause. Zurück aus Belgien, von zwei Wochen Entspannung und Sport. Meine sportlichen Pläne wurden sogar übererfüllt. Ein schöner Strand-Wettkampf (nachzulesen unter http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2015/knokke.htm ), zwei schöne lange Läufe durch das Hinterland und der Küstenultra - für mich eine selbstverständlich abzulaufende Route. Die gesamte Küste unseres kleinen Nachbarlandes von der französischen bis an die niederländische Grenze. Dazwischen schöne Radtouren - dank Claudias neuem Rennrad schmolzen Entfernungen zusammen und erschlossen sich Einblicke, die dem Läufer aufgrund der Geschwindigkeit und dem Autofahrer erst recht nicht zugänglich sind.
Ob es eine Radtour entlang der Küste mit kurzer Pause am Strand, eine Tour nach Brügge mit Stadtbesichtigung zu Fuß und anschließender Weiterfahrt entlang der Kanäle nach Damme oder die für mich ebenfalls bewegende, aber auch landschftlich sehr schöne Tour entlang des "Ypernbogens" auf der Friedensroute waren, alle Touren waren trotz des allzeit präsenten Windes sehr schön, forderten aber zugleich auch die Beine. Das ergänzt das Ultra-Training sehr gut, denn man kann ja nicht jeden Woche einen Marathon laufen, ohne am Tag X, der ja unweigerlich näher rückt, durch zu sein. Das Radfahren bietet da willkommene Ergänzung.

Was gefällt mir an Belgien? Die Belgier haben es verstanden, in den letzten 100 Jahren fast ihre gesamte Küste - bis auf wenige Kilometer Naturreservate im Westhoek bei De Panne, kurz vor Oostduinkerke und Het Zwin an der niederländischen Grenze - zu verbauen. Und das nicht etwa schön....nein, scheinbar jeder Belgier schien ein Appartement mit Meerblick haben zu wollen, eine Bausünde der 50er bis 80er Jahre reiht sich aneinander, in keinster Weise aufeinander abgestimmt. Bis zu 12 Etagen türmen sich auf, hässliche Fassaden, ganz vereinzelt noch ein Bau aus der "belle Epoque" mit Fachwerkelementen und verzierten Giebeln. Später, ab den 90ern, baut man wieder angepasster, aber zu spät ist zu spät. Dennoch entstand so eine schier endlose Strandpromenade, zwei Straßen breit, oft für Fußgänger und Radfahrer getrennt und für Autos gesperrt. Direkt daran der Strand, der bei Ebbe Kilometer breit zu sein scheint. Und direkt hinter den in der Regel nur zwei bis 3 Straßenzüge breiten Badeorten ein endloses flaches Polderland, über das der Blick bis zum Horizont schweifen kann und Lauf- bzw. Radstrecken sich im endlosen zu verlieren scheinen. Durchsetzt mit Landmarken in Form von trutzigen Kirchtürmen und zuweilen auch dem Belfried eines der schönen kleinen Landstädtchen wie Veurne, Diksmuide oder Sluis mit dem einzigen Turm dieser Art in den Niederlanden. Ausrücken eines im Hochmittelalter durch den Tuchhandel mit England reich gewordenen Stadtbürgertums. Auch damals endete der Horizont nicht an der wechselhaften Küstenlinie.
Hier verschwimmen Grenzen. Grenzen zwischen Land und Meer, Grenzen zwischen Staaten. Flandern hat seine Ausläufer noch in Nordfrankreich, in den Niederlanden, wo die Grenze scheinbar willkürlich durch das Polderland entlang der Westerschelde im Zuge der vielen Kriege zwischen Spaniern, Niederländern. Franzosen und Österreichern gezogen zu sein scheint. Eine Sprachgrenze wie im Süden gen Frankreich gibt es hier nicht.
Diese Unendlichkeit der Landschaft, die in nur wenigen Abschnitten der Niederlande, wo wir Deutschen ja viel lieber Urlaub machen, noch ähnlich geblieben ist. Denn die Niederlande sind wesentlich dichter besiedelt als Belgien, 405 Einwohnern pro km² stehen nur 364 in Belgien gegenüber, von denen sich aber unverhältnismäßig viele im Großraum Brüssel konzentrieren. Man trifft hier auf relativ wenige deutsche Urlauber, auch die deutsche Sprache ist weniger verbreitet als in den Niederlanden.
Aber es wird hier an vielen Stellen deutlich, dass sich hier ein Schnittpunkt der Kulturen gebildet hat. Die Seehäfen von Zeebrugge und Oostende lassen mit Silhouetten gewaltiger Containerschiffe ebenso wie die Einfahrt der Westerschelde, von Knokkes Stränden gut sichtbar, eine Ahnung vom Welthandel als Quelle unseres heutigen Wohlstandes aufkommen. Französisch ist häufig anzutreffen, denn Knokke-Het Zoute ist das Mekka der "Haute-Volee" Belgiens. Hinter den Bausünden mit Appartements für den "Plebs" reichen sich Villen aus allen Epochen des letzten und vorletzten Jahrhunderts in der früheren Dünenlandschaft vor dem Naturschutzgebiet "Het Zwin". Autos der oberen Preisklasse befahren die elegant geplasterten Verbindungsstraßen mit Blumengeschmückten Grünstreifen zu den Bürgersteigen. Läden der europäischen Exklusivmarken reihen sich aneinander.

Auch Englisch ist hier häufiger anzutreffen, als in den Niederlanden. Viele Briten fahren mit den Fähren nach Oostende und Zeebrugge, um Urlaub hier auf dem Kontinent zu verbringen. Meist fahren sie nicht weiter.

Dann Brügge, ein Weltkulutrerbe mit seiner malerischen Altstadt. Wir haben eine Radtour dorthin unternommen, an einem Samstag. Die Straßen in Brügge waren voll mit Touristen aus aller Welt, vielfach aus Asien. Die mittelalterlichen Bauwerke, nur von wenigen modernen Bauwerken ergänzt, bilden ein fast einzigarteiges bauliches Ensemle.
Ein Segen für die Stadt, dass der Meeresarm "Zwin" bereits im 14. und 15. Jahrhundert versandete und die Verbindung zum Meer verloren ging. Die dadurch verarmte Stadt konnte sich einen Abriss der alten Architektur, insbesondere im 19. Jahrhundert, schlichtweg nicht leisten. Den Rückweg nahmen wir entlang eines alten Kanals, für heutige Binnenschiffe bei weitem zu schmal, den man grub, um die Verbindung zu halten. Im Niederländischen Sluis endete der Versuch, denn mit dem Fall dieser Stadt an den nördlichen Nachbarn während des 80-jährigen Freiheitskampfes der Niederlande gegen die Spanier machte ihn nutzlos.

Was das alles mit Laufen zu tun hat? Nun, Endlosigkeit und Weite, internationale Atmosphäre und Weltoffenheit sind für mich sehr wohl Attribute, die zu Laufveranstaltungen passen.

Ab Nieuwpoort, dem Hauptfischereihafen Belgiens an der Mündung des Flüsschens Ijzer, erreicht einen die jüngere Geschichte. Als Belgien dem Deutschen Reich 1914 den freien Durchmarsch nach Frankreich zu Beginn des Ersten Weltkrieges verweigerte, wehrte sich die kleine belgische Armee durchaus erfolgreich gegen unsere Truppen. Nach dem Rückzug in die Festung Antwerpen, die jedoch mangels britischer Unterstützung im Oktober 1914 geräumt werden musste, zog sich der Rest der Armee, etwa 80.000 Mann unter dem jungen König Albert I., zurück und bauten hier eine letzte Verteidigungslinie auf. Als nach der Niederlage des Deutschen Reiches an der Marne vor Paris ein "Wettlauf zum Meer" begann, um Frankreich von den Kanalhäfen und seinem britischen Verbündeten abzuschneiden, wurde die kleine belgische Armee mit einem Male wichtig für die ganze Westfront, denn nur sie konnte hier noch die deutschen Truppen aufhalten. Man tat etwas, was bereits die Niederländer 350 Jahre zuvor getan hatten: Man setzte das Land unter Wasser. Die Polder zwischen Nieuwpoort und Duksmuide, das "Ijzertal", wobei wir hier von 1 - 2 Metern Höhenunterschied sprechen, wurden an geflutet, indem die Schleusen hier bei Flut geöffnet und bei Ebbe geschlossen wurden. Der Übergang über die Ijzer, der unseren Truppen bereits gelungen war, konnte nicht gehalten werden, die Front verfestigte sich hier für 4 Jahre.
 Belgien jedoch behielt ein kleines Stück seines Territoriums und seine Armee, das Land von Nieuwpoort über Diksmuide bis Ypern an die französische Grenze. Das Albertmonument an den Ijzerschleusen, an dem wir an unserem ersten langen Lauf entlang kamen erzählt von diesen Tagen vor nun 101 Jahren. Mich beindrucken solche Monumente, auch wenn Krieg etwas schreckliches ist: Hier hat ein Volk und ein Land unter Einsatz vieler Menschenleben seine Existenz gerettet. Denn auch bei einem Alliierten Sie gibt es nicht wenige Historiker, die Belgien an Frankreich angegliedert gesehen hätten, wäre es vollständig besetzt worden und hätte König Albert sich aus Antwerpen auf die mögliche Flucht nach London gemacht, wie es auch als Alternative angedacht worden war.
Es ist nicht nur ein Denkmal, es ist ein nationales Monument, das mir Respekt einflößt.

An diesem Tage liefen wir entlang eines weiteren Kanals Veurne-Nieuwpoort durch strömenden Regen. Über 10 Kilometer fast schnurgerade, ein Kanal, ungeeignet für heutige Binnenschiffe und gegraben unter Napoleon I., der aufgrund der bitischen Blockade der Kanalhäfen Calais und Dünkirchen letzteres mit Antwerpen verbinden wollte. Wieder Krieg, nur noch 100 Jahre zuvor in diesem Land. Alles mit der Hand gegraben, der prasselnde Dauerregen, der uns an diesem Tage auf dem Wege über Veurne ins schon fast französische De Panne begleitete behindert die Sicht an die Küstenlinie . Den Weg ins Zentrum von Veurne mit seinem Renaissance-Rathaus "Spanischer Pavillion" sparen wir uns durchnässt, wie wir sind. Es war der Hauptort des unbesetzten Belgiens im Weltkrieg, den man damals noch nicht als den ersten bezeichnen musste.
Über plattes Land, dass mich fast an den Niederrhein und die teilweise gemeinsame Geschichte erinnert - auch Rheinberg und Orsoy waren im 16. Jahrhundert in den 80-jährigen Krieg zwischen Spaniern und Niederländern verwickelt und welches hier wieder eine Verbindung schafft, erreichen wir den Bahnhof von De Panne. Hier beginnt - oder endet - die Kusttram, die längeste Straßenbahnlinie der Welt, die uns zurück zu unserem Auto nach Middelkerke bringen wird.
Diese Tram bringt uns auch in einer 2 1/2 stündigen Fahrt zurück nach De Panne, als wir unseren "Küstenultra" laufen wollen. Wieder beginnt es in De Panne zu regnen, als wir die letzten Bausünden hinter uns gelassen und den letzten Betonweg am Ende des Strandes erreicht haben. Nur Schemenhaft ist der Hafen von Dünkirchen in etwa 5 km Entfernung auszumachen. Und wieder bin ich bei der Geschichte, jetzt allerdings im zweiten Weltkrieg im Jahre 1940. An diesen Stränden drängten sich das britische Expeditionskorps und die Reste der französischen Armee, eingeschlossen von den Truppen der Wehrmacht nach dem Durchbruch durch die Ardennen im Mai und der panikartigen Auflösung der französischen Front. Hier warteten hundertausende Wehrpflichtiger Männer wie Du und ich darauf, entweder von deutschen Fliegern oder Artilleriegeschossen getötet oder mit irgendeinem schwimmenden Gefährt - Großbritannien hatte alles über den Kanal geschickt, was schwimmen konnte - die rettende britische Insel zu erreichen. Auch mein Großvater stand in der Armee, die den Kessel bildete und die den Angriff aber unterließ und die Truppen damit entkommen konnten. Wir starten entlang dieser Küste, entlang der Promenaden der Seebäder De Panne, St.Idesbald, Koksijde und Oostduinkerke bis Nieuwpoort. Dort setzen wir mit einer Fähre über den Hafen, um nicht erneut zum Albert-Monument im Bogen zurück zu müssen, wo die Ijzerschleusen die Überquerungsmöglichkeit per Pedes bieten. Dann geht es weiter, vorbei an Bunkerresten aus dem Stellungskrieg 1914/18 Richtung Westende und Middelkerke. Oostende kommt in Sicht.Zuvor noch die Bunkeranlagen des Atlantikwalls in Raversijde, erbaut im ersten und zweiten Weltkrieg von unseren Truppen,um den Hafen von Oostende vor allierten Landungsversuchen zu schützen. Die Kanonen des zum Freilichtmuseums verwandelten Terrains ragen über die Küstenstraße. Daneben die Tram und die weite Sicht auf den Hafen und das Häusermeer von Oostende.
 Hier reichen die Dünen bis an die Straße, dann folgt die Tram und dann die Promenade, die den hier kurzen Strand begrenzt. Es ist steigende Flut, viel ist hier nicht vom Strand übrig. Dann erreichen wir Oostende. Im 19. Jahrhundert eines der angesagtesten Seebäder Europas und auch heute bin ich überrascht, welch angenehme Atmosphäre die lange Seepromenade, aus der direkt die Fußgängerzonen in die City abzweigen, bietet. König Leopold II. hat hier aus seiner Privatschatulle den Kursaal mit langen Arkaden an der Promenade bauen lassen. Damals wandelten die Damen gerne im Schatten, denn braune Haut galt als Stigma der arbeitenden Bevölkerung, die sich diesen Luxus hier nicht leisten konnte. Leopold konnte sich diesen Luxus sehr wohl leisten, denn Ende des 19. Jahrhunderts war er als Alleineigentümer des Kongo-Freistaates einer der reichsten Männer der Welt. Basierend auf einer unmenschlichen Ausbeutung der kongolesischen Bevölkerung, die selbst zu dieser Zeit ihres Gleichen suchte und die erst 1908 damit beendet wurde, dass der König aufgrund schlechter Presse gezwungen wurde, seine "Gelddruckmaschine" Kongo als Kolonie seinem Staate zu verkaufen. Wie viele der dunkelhäutigen Belgier, die uns auch ab und an entgegen kommen, mögen Vorfahren unter seinen Opfern gehabt haben? Der Kongo hat diese Kolonialherrschaft bis heute nicht verarbeitet. Vorbei am Denkmal dieses umstrittenen Königs erreichen wir das Spielcasino wie in fast jedem Badeort, ein riesiger Kursaal direkt am Starnd runden das Bild des großen Seebades ab, ehe wir den Hafen erreichen, wo uns erneut eine Fähre hinüber bringt und wir über die Schleuse, die zu den deutschen U-Boot-Bunkern des ersten Weltkriegs führte. Das Fort Napoleon - die Festungsanlage aus früheren Jahrhunderten sehen wir hinter den Dünen nicht - geht es auf die endlos lange Promenade Richtung Bredene und De Haan, später müssen wir an den Sand wechseln, denn der befestigte Weg endet. Irgendwann tauchen dann am Horizont die Kräne von Zeebrugge auf. Hinter Zeebrugge beginnt dann sofort Heist, der erste Orstteil von Knokke. Dass danach noch Duinbergen, Knokke-Albertstrand und Het Zoute und dann dass NSG Het Zwin folgen, verdrängt der Ultrau-Läufer ja gerne. Claudia schein ziemlich durch zu sein, sie interessiert sich nicht so für die geschichtlichen Zusammenhänge und die historischen Dimensionen der Landschaft. Vielleicht ist es deshalb für sie schwieriger, weil die Ablenkung fehlt? Irgendwann kommen wir an. Die belgische Küste ist durchlaufen. Wir blicken in den "Zwin", der Mündung jener verlandeten Meeresbucht, die einst Brügges Aufstieg und Niedergang begründete. Die hier im Zwin wurde 1340 der hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich eröffnet - mit der völligen Vernichtung der französischen Flotte. Der Krieg endete 1453 mit dem Verlust von Calais als letztem kontinentalen Vorposten der englischen Krone. Schon wieder bedeutende Weichenstellung für Mitteleuropa!
Het Zwin - einstiger verlandeter Meeresarm und Grenze B/NL

Ich kehre noch einmal zurück zu den Ereignissen des "groote Oorlog", wie der erste Weltkrieg im gesamten Westeuropäischen Bewusstsein heute noch als "der große Krieg" bezeichnet wird. Denn wir fahren nach Ieper/Ypres. Nicht weit von der flämisch-wallonischen Sprachgrenze gelegen, trafen sich hier im Oktober 1914 die von der Marne nach Norden rückenden britischen und französischen Truppen und die Belgier nach bei Nieuwpoort und Diksmuide gestopptem Rückzug aus Antwerpen. Ihnen gegenüber frische, unerfahrene deutsche Truppen, frisch aus den Universitäten und Schulen, von den Werkbänken geholt und im August und September eilig ausgebildet. Bei Ypern trafen sie aufeinander. Hier beginnt das "Heuvelland", eine sanfte Ansammlung von Hügeln, die sich nach Osten Richtung flämische Ardennen und nach Südwesten Richtung des Ballungsraumes Lille-Roubaix erstreckt. Eine liebliche Landschaft, abwechslungsreicher als das flache Polderfeld im Hinterland der Küste. Interessant mit dem Rad zu befahren. Die Hügel hatten auch strategische Bedeutung in jenem Oktober 1914. Rings um Ypern verlaufen ihre Ausläufer, teilweise nur wenige Meter höher als das Umland, aber in der Ebene verschafft das ungeahnte Aussichten. In der Mitte dieses Hügelbogens die alte flämische Tuchhändlerstadt. In deren Mitte die Lakenhal, die Tuchhallen, in denen Tuche für ganz Europa im 13. Jahrhundert gehandelt wurden. Der Belfried inmitten der Tuchhallen sieht aus wieder der kleine Bruder des Londoner Big Ben, dessen architektonisches Vorbild er war. Es war der größte gotische Profanbau des Mittelalters, der hier im Oktober und November 1914 den Granaten unserer deutschen Artillerie zum Opfer fiel. Alles in Yprn ist neu aufgebaut, in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Denn 1918 stand hier kaum noch ein Stein auf dem anderen. Wir verlassen das Städtchen mit den Rädern entlang der sternförmigen Befestigungsanlagen des 16. Jahrhunderts, denn bereits damals verlief in der Nähe die Grenze der habsburgerischen spanischen Niederlande zum Frankreich der Bourbonenkönige, entsprechende Kriege und Feldzüge gingen immer wieder über das Land. Wir biegen ab und fahren entlang eines alten, teilweise verlandeten Kanls bis wir auf die ersten Soldatenfriedhöfe treffen. Hier beginnt das Hügelland und damit die Hinterlassenschafte des Krieges. Soldatenfriedhöfe in beeindruckender, parkartig angelegter Form, zumeist mit einer Art Tempel oder einem Denkmal ausgestattet.
Parkähnlich angelegte, gepflegte Kriegsgräber. Allein die Zahl erschreckt
Doch diese Orte beherbergen das Grauen. Namen auf den Grabsteinen personifizieren die, deren Überreste mehr oder weniger vollständig hier begraben sind. Zerrissen von Artilleriegeschossen, durchsiebt von MG-Munition, vom Schrapnell oder mit weggeschossenen Gesichtern. Nachdem sie zuvor wochenlang in mit Regenwasser vollgelaufenen Gräben , mit klammen Klamotten am Leib, die niemals richtig trocken wurden, die Stellung gehalten hatten. Sie kamen aus Australien und Neuseeland. Ihre Vorfahren waren als kleine Diebe dorthin deportiert worden, sie hatten diese Länder mit aufgebaut. Un wurden nun zum sterben zurück nach Europa verschifft. Zusammen mit Südafrikanern. Deren Vorfahren wanderten im 17. Jhdt, aus den heutigen Niederlanden dorthin aus. Nun waren sie wieder in den Niederlanden - den südlichen, in Belgien. Inder, Iren, Gurkhas aus dem Himalaya. Kanadier, teils mit französischen Namen. Sie alle ruhen hier, sie alle halfen mit, als das alte Europa sich selbst vernichtete. Beeindruckend hier die vielen Gedenkkränze und Blumen, frisch von Engländern, vor allem aber Australiern und Neuseeländern hier hinterlegt.
Wir fahren weiter, aber den berüchtigten Hill 60 bei Zonnebeke , der komplett mehrfach in die Luft gesprengt wurde. Australische Bergleute unterminierten hier unsere deutschen Stellungen und jagten die Hügelkuppe in die Luft. Mit allem, was darauf verschanzt war. Die Deutschen revanchierten sich später auf die gleiche Weise. Weiter geht. es mit dem Rad. Ein Landsitz wurde zum interaktiven Museum umfunktioniert, Passchendaele. Der Ort wurde 1917 in der 3. Ypernschlacht zwischen Kanadiwen und Deutschen pulverisiert. Wir gehen durch den wunderschönen Park des Anwesend, fahren dann weiter durch den Ort und die abwechselungsreiche Hügellandschaft. Immer wieder tauchen die Türme von Ypern auf und zeigen mir, welchen Wert der Besitz dieser Anhöhen vor 100 Jahren hatte. Das Fahren der leichten Anstiege und der sanften Abfahrten macht Spaß, auch wenn die Gegend hier nun flacher wird, als wir uns Langemarck nähern. Ein Verkehrsschild, welches die grausige Erinnerung an die Schlachtfelder gesammelt wiedergibt, erregt meine Aufmerksamkeit.
Diese Radroute, schön zu fahren, endlose Aussichten bietend und einmal um die historische Stadt führend, ist für mich eine Stätte der Begegnung. Der Lebenden mit den Toten. Der heutigen Zeit mit der vor einhundert Jahren. Wir sind groß geworden in einem grenzenlosen Europa, die Kriege der Welt finden woanders statt. Aber hier sind sie immer gegenwärtig.Endlos wie der Horizont hinter Langemarck, dem nächsten Ort. Hier stürmten die schnell ausgebildeten unerfahrenen deutschen Freiwilligen im Oktober 1914 vor die Gewehre der Berufssoldaten des britischen Empire. Und fielen ebenfalls zu tausenden, darunter auch der Sohn der Bildhauerin Käthe Kollwitz. Auch der erste Gaseinsatz jährte sich im April zum 100. Mal. Der deutsche Soldatenfriedhof wirkt schlicht, ungepflegt und wie ein mahnender Kontrast zu denen des ehemaligen Empire. Dass man den Unterlegenen Angreifern kurz nach dem Krieg nicht gestatten würde, Heldendenkmäler zu errichten wie den Alliierten leuchtet ein. Was aber den Unterschied ausmacht: Hier legt kein Deutscher mehr eine Blume oder einen Kranz ab. Drei bis vier Generationen haben diese Ereignisse nicht mehr erreicht, sie sind für viele so fern wie Waterloo oder gar die Schlacht im Teutoburger Wald. In der westeuropäischen Welt wird dieses Krieges viel mehr und anders gedacht.
Deutscher Friedhof bei Langemarck
Das sehen wir auch am Ziel unserer Rundfahrt, in Ypern selbst. Dort steht das Menentor, von weitem wirkt es vor der kleinstädtischen Kulisse überdimensioniert.

Menentor mit Blick auf die Tuchhallen - auch Zieleinlauf des Flanders Fields Marathon 
Es wurde an Stelle des zerstörten Tores der alten Befestigugsanlagen errichtet, durch das die britischen Truppen zum Einsatz an die Front marschiert waren. Hier sind die Namen aller Soldaten des British Empire eingemeißelt, deren Leichen nicht gefunden werden konnten. Wände voll mit über 54.000 Namen und das sind nicht alle, alle ab dem 15.August 1917 bis 1918 vermissten sind am Tyne Cot Memorial in Passendale, den wir auch besucht hatten, an einer Gedenkwand eingraviert. Allein dieser Anblick stimmt nachdenklich, wenn man auch hier die weltweite Herkunft der Toten beachtet. An jedem Abend wird hier der Last Post, der britische Zapfenstreich geblasen. Den wollte ich mir in den 90ern immer schon einmal ansehen, was sich damals mit kleinen Kindern aber angesichts der Uhrzeit als unmöglich erwies. Heute warten wir diese Uhrzeit im eher stillen Ypern ab und erwarten so 30- 50 Zuschauer. Als wir uns gegen halb acht dem Bogen vom Marktplatz aus nähern, glauben wir kaum, welche Menschenmengen wir dort sehen. Viele englischsprachige Besucher, das Tor und das Umfeld ist voll.
Es wird die Geschichte eines vermissten Offiziers auf Englisch erzählt, ein Schicksal erhält hier Kontur. Dann werden Krenze und Blumen niedergelegt. Rote Mohnblüten, "Poppies", nach einem Gedicht "In Flanders Fields" des kanadische  Dichters Col. John McCrae, der hier kämpfte und fiel.
Es ist trotz der Menschenmenge im Gewölbe totenstill. 100 Jahre nach den Ereignissen wird hier täglich Menschen gedacht, die drei oder vier Generationen vor uns sterben mussten, weil die Regierungen Krieg als legitime Fortführung der Politik ansahen. Aber auch deutsche Soldaten starben hier. Und mit Blick auf den ungepflegten deutschen Friedhof denke ich schon daran, wie wir mit dem Gedenken umgehen. Denn im Gegensatz zum zweiten Weltkrieg, wo Hitler als Agressor Europa mutwillig mit Krieg überzog, trägt das deutsche Reich 1914 nach Meinung vieler rennomierter Historiker nicht mehr oder weniger Schuld an den Ereignissen, als Frankreich, Großbritannien, Österreich-Ungarn und Russland. Es ist gut, dass wir einander heute in Europa mit anderen Augen betrachten. Für mich ist jeder europäische Nachbar kein Fremder, sondern ein Landsmann in einem vereinigten Europa. Ich bemühe mich, seine Sprache zu verstehen oder mich sonstwie mit ihm/ihr zu verständigen, wie zuletzt auch im Startfeld des Strandlaufs in Knokke. Ich versuche, beim Einkaufen mich in Landessprache zu bedanken und zu grüßen. und die Symbole des Nachbarn zu respektieren. Dass die Geister der Vergangenheit aber schnell zu wecken sind, haben wir in den 90er Jahren auf dem Balkan gesehen oder sehen wir aktuell in der Ukraine. Daran sollten wir denken, ehe wir aufhören, miteinander zu reden.
Für mich war diese Radtour über gut 50 Kilometer eine Mahnung. Daran, wie jede blühende Landschaft in eine Hölle und wieder zurück verwandelt werden kann.
Demnächst laufen wir den Mauerweglauf. Auch entlang einer Hölle, wenngleich einer ganz anders gearteten. Einer Gefängnismauer, an der auch gestorben wurde. Aber das wird eine ganz andere Nummer. In jeder Beziehung.

Wer sich für die Gegend interessiert: Es gibt alljährlich im September den "Flanders Fields Marathon" von Nieuwpoort nach Ypern entlang der gesamten Frontlinie an der Ijzer, Zieleinlauf durch das Menentor vor die Tuchhallen auf dem Markt von Ypern. Ich bin ihn selbst noch nicht gelaufen, werde es aber unbedingt einmal erledigen. Wer mehr wissen möchte:

http://www.marathons.be/en/page/145_181/course.html

Laufen und nachdenken - hier schließt es sich einmal nicht aus. 

Freitag, 17. Juli 2015

Er ist wieder da!

So, da bin ich mal wieder. Nach dem Triathlon in Gladbeck gab es ja mehrere Faktoren, die mich vom Schreiben abgehalten hatte. Stress bei der Arbeit, Geburtstage meiner lieben Tochter - hier war es sogar der 18. - und meiner Claudia und jedes Wochenende mit einem Marathon ließen irgendwie keine Langeweile aufkommen. Und regelmäßges Training kam irgendwie auch nicht zustande.

Aber mal der Reihe nach.


Am ersten Juni-Wochenende stand zunächst der Rhein-Ruhr-Marathon mit unserem Job als Brems- und Zugläufer an. Das Wetter versprach warm zu werden, so gingen BuZ-Kollege Dennis John und ich das ganze ein klein wenig flotter an, da es auf er zweiten Hälfte erstens verdammt viel sonniger würde und man dort einfach mehr Zeit an den Versorgungsständen lassen sollte. Es war das erste Mal das Claudia und ich offziell als BuZler unterwegs sein dürften. Christel Valdez vom Orga-Team hatte das möglich gemacht. Man hat da ja schon eine gewisse Verantwortung und wenn wir diesen Job machen, wollen wir ihn auch gründlich machen. Also stattete ich uns mit gedruckten Armbänndern aus, die die Zeit jeden Kilometer anzeigten, denn Garmin-Messungen sind für diese Aufgabe zu ungenau. Wir starteten also etwas unter der nötigen 5:21er Pace, bewegten uns meist um die 5:18 um an den Kilometern mit Versorgungspunkten dann mal 5:24 zu brauchen um den Mitläufern, die sich in relativ großer Zahl um uns herum scharten, Gelegenheit zum Trinken zu geben.
Zur Hälfte in Homberg angekommen waren wir mit 1:51 gut 90 Sekunden vor der Zeit, aber das war ja geplant. Wie erwartet wurde es ab der langen Brückenrampe zur Brücke der Solidarität zwschen Rheinhausen und DU-Hochfeld zäher. Wir sammelten unseren Lauffreund Michael Gietmann ein, der uns aber nicht folgte. Und Marco, der unserer Gruppe ebenfalls bis hier, ungefähr km 25, gefolgt war, war plötzlich weg. Dafür bekamen wir "Besuch" von einem Läufer ohne Startnummer, offensichtlich der Vater einer der Läuferinnen, die mit uns die 3:45 angehen wollten. Die Dame lief ihren ersten Marathon und hielt sich bis hierhin ganz gut. Ihr Vater lief nun ständig vor unserer Gruppe her und versuchte, sie zum schnelleren Laufen zu bewegen. Immer so 5-10 Meter vor, sich ständig umdrehend und seine Tochter anfeuernd. "Wenn Du gescheit bist bleibst Du bei uns, der Marathon fängt jetzt erst richtig an" warnte ich sie und sie war so vernünftig, auf uns zu hören, während Ihr Vater immer von unter 3:40 sprach . Ich sah mich veranlasst, ihm einen kleinen Wink zu geben, dass das, was er der tut, erstens verboten ist und zweitens zur DQF seiner Tochter führen könne, wenn er nicht aufhöre, die Gruppe mit seiner Unruhe wuschig zu machen. Das wirkte, den fortan blieb er mit seiner Tochter meist hinter uns und war ruhig.
Ab 30 wurde es verdammt warm, die Sonne brannte und Schatten war rar. Ich motivierte zum Trinken, zum Weiterlaufen. Dennoch wurde die Gruppe naturgemäß kleiner. Ich einigte ich mit Dennis, dass ich nun versuche, zurückbleibende Läufer noch in der Zeit zu halten, während Dennis mit Vereinskollege Ralf, der uns dankenswerterweise inoffiziell unterstützte, das Tempo hielt. Es gelang mir, den einen oder anderen noch wieder auf die Beine zu bekommen, bis wir auf dem Kalkweg die letzten 2,5 Kilometer einläuteten. Hier blieben Dennis und ich dann an jeder Kilometermarke bis zur Sollzeit stehen und sammelten diejenigen ein, die noch eine Chance hatten, die 3:45 zu unterbieten. Das Mädchen mit ihrem Vater war gelichmäßg weiter gelaufen und mit einer knappe 3:44 ins Ziel ihres ersten Marathons gekommen, der Vater war vor dem Stadion wieder ausgestiegen. Kurz vor dem Stadion kämpfte ich noch mit einem älteren Läufer und einem jüngeren Triathleten. De Triathleten verlor ich, mit dem älteren Läufer kam ich nach Endspurt im Stadion des MSV Duisburg 15 Sekunden vor den 3:45 ins Ziel. Job Done, ich fühlte mich sehr gut. Das Mädchen kam irgendwann und bedankte sich, dass ich sie gebremst hatte. Sie war am Ende ganz schön fertig und hätte eine Tempoverschärfung nicht "überlebt". Dann das Warten auf Claudia, sie kam bereits mit Begleiter Dirk vom LC Duisburg in einer Zeit von 4:13 ins Ziel. Da war keiner mehr, den man hätte ziehen können und die, die es geschafft hatte, waren schon vorher "drin". In einer netten Runde mit Yvy, Henning, Marco, Kim und Claudia beendeten wir den netten Tag auf dem Rasen der Arena in der prallen Sonne.

Am folgenden Wochenende stand unsere "Kegeltour" zum Ahrathon auf dem Programm, in großer Gruppe von fast 25 Leuten ging es wieder nach Ahrweiler, um am Samstag den Marathon mit reichlich Spätburgunder an den Verpflegungsständen . Erst einmal trafen wir uns am Freitag direkt gegenüber unserer historschen Unterkunft in einer Weinwirtschaft, wo nach und nach alle unsere Lauffreunde eintrudelten. Außer Caudia und mir liefen alle "nur" den Halbmarathon, den sie dann in 3 Stunden un 33 Minuten auch finishten. Da die Halbmarathonis aber erst 2 Minuten nach uns starteten, bekamen wir unsere Freunde so unterwegs nicht zu Gesicht. Zudem regnete ist kurz nach dem Start und als es nach etwa 5 Kilometern den ersten Wein gab, regnete es bereits in Strömen.

Aber es lief sehr gut, auch den Spätburgunder und die leckeren Verpflegungshäppchen vertrug ich recht gut. In der zweiten Runde wurde das Wetter langsam besser, der Regen ließ nach, hörte später auf und machte der Sonne Platz. Die Luft würde dadurch natürlich recht feucht-schwül. Claudia vermisste das "ausschwitzen" des Alkohols in der ersten feuchten Runde und verzichtete in der zweiten dann auf Alkohol, wa sfür mich zur Folge hatte, dass ich noch mehr bekam. Dennoch fielen mir die lezten flachen Kilometer wesentlich leichter als im Vorjahr. In Ahrweiler motvierte ich einen pausierenden Musiker am V-Stand, für mich aufzuspielen. "Nur wenn Du mitsingst". Und völlig enthemmt trällerte ich dann mal den Klassiker "Lemon Tree" zur Gitarrenbegleitung. Über die Qualität meiner Sanngeskünste mag der geneigte Leser an dieser Stelle selbst urteilen, ich finde es desaströs. Aber Spaß gehört ja dazu. Dann noch die lange Gerade an der Ahr bis Bad Neuenahr und zurück durch den Kurpark zum Ziel. Mit 4:51 hatten wir unsere Ahrathon-Bestzeit um 3 Minuten gegenüber dem Vorjahr verbessert. Den Promillewert bei mir wohl aber auch....

Nach einigen Gläschen Wein im Ziel ging es zurück nach Ahrweiler, ehe wir uns am Abend erneut auf den Fußmarsch nach Bad Neuenahr zum Wein & Rock machten. Nach ein paar Schlückchen da hatte ich dann aber wirklich vom Alkohol genug, Leider war die Band in diesem Jahr nicht so gut wie im letzten Jahr, was am Ende ein wenig auf die Stimmung schlug. So entschlossen sich die meisten, mit uns den gut 5 Kilometer langen Rückweg wieder zu Fuß zurück zu legen. Das nüchterte aus.

Die folgende Woche war geprägt von privaten Verpflichtungen. Der 18. Geburtstag meiner "Kleinen" samt Party für all Ihre Freunde und Freundinnen, Familienfeier, Abi-Verleihung und Abi-Ball. Dennoch schafften wir es, zumindest am Samstag noch einen kleinen 21 km -Trainingslauf einzuschieben.

Den Mittwoch darauf waren wir schon wieder im Einsatz, der Essener Firmenlauf stand an. Seit meinem Start mit der Sparkasse im Vorjahr extrem ungeliebt, da mit 5,1 km recht kurz und auch noch gefühlt stetig bergauf. Ich startete mit Marco, Claudia mit Kim, wobei sie natürlich den leichteren Job hatte. Die arme Kim musste wieder alles geben, während Claudia neben ihr her traben konnte. Mit Marco hatte ich da mehr "Probleme". Ich vermied den Fehler ds Vorjahres, mich auf den ersten 800 metern, die steiler bergan führen, gleich mal kaputt zu rennen und wir gingen das mal verhaltener an. Nach etwa 1 1/2 Kilometern löste sich Marco ein wenig nach vorne, mehr als 20 Meter kam er jedoch nicht weg auf der Rüttenscheider Straße. Ein kurzer Schluck Wasser an Marc's Laden, gereicht von Laufkollegin Steffi, die hier mit half. Die Hälfte war geschafft. Bergab zur Gruga-Halle hatte ich Marco wieder eingeholt, dann ging es in die Gruga. Dort dann der gefürchtete letzte Anstieg. Und schlagartig war mein Kampfgeist weg. Während Marco voll motiviert den Berg hochzog, nahm ich die sich ergebende Temporeduktion widerstandslos hin und kam dann auch verdient einige Sekunden hinter Marco ins Ziel auf der großen Grugawiese. Ich war mit meiner Zeit von 22:04 durchaus zufrieden, wesentlich besser als im Vorjahr. Claudia kam mit Kim natürlich wieder in einer neuen PB rein, ich verpasste sie mal wieder. Mit einem leckeren Bier auf den Sitzkissen von RWE klang ein schöner Laufabend aus.


Am letzten Juni-Wochenende ging es dann mit Marco, Kim und Yvy zum Hasetal-Marathon nach Löningen. Der hatte uns im letzten Jahr so gut gefallen, dass wir gleich noch ein paar Leute mitgebracht hatte. Kaum im Emsland ausgestiegen, trafen wir auf Joerg und Silke vom TUSEM Essen, die hier auf Vereinsfahrt weilten. In der Umkleidekabine war alles voll LC Duisburg, auch Vereinsfahrt. Claudia, Yvy, Marco und Kim wollten den HM, das heißt auch her die erste Runde, denn es werden zwei Runden für den Marathon gelaufen, gemeinsam in Kims Tempo absolvieren, Yvy würde dann mit Claudia auf die zweite Runde gehen. Was sollte ich machen? Ich hatte eigentlich Lust auf ein etwas flotteres Tempo. Und glücklicherweise trafen wir Michael, jenen Läufer, den wir im letzten Jahr hier bei seinem ersten Marathon ab Kilometer 8 begleitet und am Ende unter 4 Stunden gezogen hatte. Heute wollte er seinen zweiten Marathon laufen, möglichst unter 3:45. Das traf sich gut. Schnell einigten wir uns, wieder zusammen zu laufen, hatte ja im Vorjahr so gut geklappt.
Es ist durchaus interessant, mit Leuten zu laufen, deren Trainingszustand man nicht einschätzen kann, aber wie Michael mir so berichtete, sollte er nach meiner Einschätzung dazu in der Lage sein.
Also ging es los mit einer Pace so um die 5:20, welche wir natürlich in der Euphorie der ersten Kilometer (aale so zwischen 5:04 und 5:10) erheblich unterschritten. Aber Michael machte einen gefestigten Eindruck, die Stimmung war gut und das Wetter warm. Die Sonne schien, so dasss uns die 18-20 Grad erheblich wärmer vorkamen. Die Stimmung an den Stimmungspunkten in jedem Dorf, durch das die Strecke führte, war gut und wir hatten einiges zu erzählen. Den HM passierten wir in der Fußgängerzone von Löningen unter 1:48 h, also etwas zu schnell. Wir nahmen uns daaher vor, jetzt aber wirklich Tempo herauszunehmen. Das gelang aber erst ab Kilometer 29, als die elend lange Landstraße in der prallen Abendsonne begann und kein Ende nahm. Das ist hier wirklich eine Geduldsprobe, und Michael hatte nun langsam zu kämpfen. Wir gabelten hier noch einen Läufer auf, auch ein Ultra, der im vergangenen Jahr den Mauerweglauf absolviert hatte. Wieder gab es etwas zu erzählen, er schien aber auch langsam kämpfen zu müssen. Auch ich hatte jetzt langsam die Nase voll, der dritte Marathon im Monat machte sich schon doch langsam auch bei mir bemerkbar. Endlich waren wir wieder an der Hase, wo uns leider auch ein schöner Gegenwind auf die letzten 4 Kilometer empfing. Michael ging jetzt an jedem

Verpflegungsstand, aber das war kein Problem. Wir waren ganz locker in der Zielzeit und das sagte ich ihm auch stets. Einen Kilometer vor dem Ziel hatte ich defnitiv keine Lust mehr, ich musste jetzt "laufen lassen". Die beiden würden es auch ohne mich locker unter 3:45 schaffen und so war es dann auch. Ich kam in eiiner 3:41er Zeit herein, Michael und unser Ultra in 3:42. Gut gelaunt gab es ein Alkoholfreies, ich gönnte mir ebenfalls eine Massage meiner Waden, denn die gab es hier ohne Wartezeiten. Dann irgendwann kamen auch Claudia und Yvy, sie hatten erst Kim zur - Bestzeit, was auch sonst - gezogen und waren dann etwas schneller geworden. 4:19 lautete ihr Ergebnis, und as reichte tatsächlich erneut zu Platz 1 und 2 der W45! Platz eins ging diesmal allerdigs an Yvy, die wohl Sekundenbruchteile vor Claudia die Ziellinie überquert hatte.
Hier gab es wieder die nette Party auf dem Marktplatz, diesmal mit total guter Musik und guter Stimmung der vielen LC'ler um uns herum. Die fuhren um zwei mit dem Bus wieder nach Duisburg, wir verabschiedeten uns gegen halb eins und machten uns auf die zweistündige Rückfahrt. Allen waren sich einig: Löningen war die Reise allemal wert.
Damit hatten wir jetzt im Juni 3 Marathonläufe bestritten, ich davon 2 unter 3:45, was ja durchaus ein flotteres Tempo ist und einen unter verschärften Bedingungen - will sagen Alkoholeinfluss und 900 Höhenmeter. Mal sehen, was der Juli bringen würde.

Vor allem erst mal Urlaub. Zwei Wochen in Belgien, natürlich auch dort mit einigen geplanten Laufkilometern. Denn Berlin rückt näher.....

Dienstag, 9. Juni 2015

Beckenrookie in Gladbeck

Triathlon - seit meiner Langdistanz 2013 in Köln hatte ich keinen mehr gemacht. Dabei komme ich eigentlich von dieser Sportart, denn ich habe seit 1994 ein wenig Volkstriathlon betrieben, ehe das 2000 eischlief und ich ab 2003 mit dem Laufen begonnen hatte.
Die Vestische Kampfbahn oder einfach "Stadion Gladbeck"
Es fehlte ein wenig der Freundeskreis dazu, denn alleine ist langweilig. Auch für Claudia, die bisher ja keinen Triathlonsport betreibt.
Im letzte Jahr dann fingen einige Freunde aus der Ausdauerschule damit an, wir gingen mal mit ihnen schwimmen, in diesem Jahr machten wir dann mal RTF-Touren mit dem Rad mit. Und meldeten uns mit Marco, Kim, Anja und mir zum Triathlon in Gladbeck an. Udo aus unserer Trainingsgruppe hatte als Mitorganisator immer wieder Reklame dafür gelaufen. Wir trafen frühzeitg in Gladbeck ein, bereits die Parkplatz-Einweisung klappte reibungslos. Dann fanden wir schnell ins "Vestische Stadion", das mich mit seiner denkmalgeschützten Schönheit wirklich beeindruckte. Auf dem Rasen war neben der Wechselzone und dem Zielbereich eine kleine Messe aufgebaut, wo auch Webinero mit Carola vertreten war. Die Anmeldung erfolgte gleich nebenan im Freibad, ebenfalls ein architektonisches Kleinod aus den 30er Jahren, das mit seiner Tribüne neben dem 50-Meter-Becken ein wenig an das Olympiabad in Berlin erinnert, welches ebenfalls um diese Zeit gebaut worden war.
Schwimmen im Becken - für mich trotz meiner 21 Jahre Triathlon-Erfahrung etwas ganz Neues.
Das löste man hier recht elegant, jeder Schwimmer bekam eine andersfarbige Latex-Badehaube und vor jeder Bahn stand ein Helfer mit Klemmbrett, auf dem sauber die Bahnen notiert wurden.
Rad-Check-In, treffen mit Anja, Kim und Marco, die mit mir starten würden, schon war es Zeit, sich umzuziehen und auf den Start um 11 Uhr vorzubereiten. Ich wollte etwas neues probieren und befestige meine Radschuhe gleich an den Click-Pedalen, um dann sofort hereinschlüpfen zu können, denn zum Laufen mit den Dingern erschien mir die Distanz von locker 300 Metern bis hinaus aus dem Stadion dann mal recht weit.
Wettkampfbesprechung mit Udo auf dem Startblock
Auf ging es zum Becken, wo Udo mit der Wettkampfbesrpechung wartete. Irgendwie ist das ja immer ein wenig aufregend, ob man sich denn so alle Sachen richtig zurecht gelegt hat. Ich schwimme mich eine Bahn ein und bin nach fast einem Jahr Schwimmabstinenz mit meiner Wasserlage ganz zufrieden, dann versammeln wir uns schon am Anfang der Bahn mit insgesamt 8 Schwimmerinnen und Schwimmern. Anja und Marco sind auch bei mir dabei, dafür hatte Udo gesorgt. Kim nicht, die wollte auf Bahn 1 Schwimmen - der Leiter beim Ausstieg wegen.
Zwei Frauen fragten unsere Schwimmzeiten ab und sortierten die Startreihenfolge, die schienen das im Becken schon häufiger gemacht zu haben. Fand ich sehr vernünftig, auch wenn ich mich wider erwarten an Position 2 einreihen musste. Aber da ich nur einmal überholt wurde, war das wohl nicht so falsch. Besser hier vernünftig nacheiander, als Chaos beim Positionskampf, der bringt über den ganzen Wettkampf sowieso nichts. Dann ging es los. Ich fand schnell meinen
"Streckenschlag" und brachte Bahn für Bahn hinter mich. Völlig ohne Hektik, denn hier kannst Du wenig Zeit gewinnen und viel Kraft verlieren. Vor den letzten zwei Bahnen wurde als Signal von den Kampfrichterinnen mit den Klemmbrettern eine Schwimmnudel ins Wasser gehalten, so war man sicher, beim nächsten Mal raus zu müssen. Ich schwang mich als dritter der Bahn aus dem Wasser, etwas über 11 Minuten hatte ich gebraucht, damit war ich voll im Plan. Fast hätte ich die Badehaube vergessen, dann lief ich barfuß durch den Tunnel ins Stadion. Am Rad klappte der Wechsel ganz gut. Helm auf und Riemen schließen, vorher natürlich Schwimmbrille ab, Socken an, Radbrille auf und mit dem Rad an der Hand weiter zum gegenüberliegenden Stadionausgang. Hier ist Radfahren noch verboten, erst geht es die Rampe zur Straße hoch. Auf Socken. Dann der große Moment. In den einen am Pedal befindlichen Schuh kam ich gut rein, in den anderen daann irgendwie gar nicht. Also wieder ausklicken, Schuh abrödeln, anziehen, Rad wieder aufnehmen, losfahren. Hat mich gefühlt eine Minute gekostet. Marco war in der Zeit an mir vorbei, ich fuhr ihm hinterher.
Bereits nach einem kurzen Stück ging es 90 Grad rechts Richtung Schloß Wittringen. Leicht bergauf in den Schloßpark auf grottenschlecht geflicktem Asphalt. am Ende eine etwas stärkere Steigung in einer Kurve, dann wieder rechts ab durch ein Gewerbegebiet. Hier konnte man Gas machen, Marco hatte ich wieder überholt. Mein Garmin  zeigte beim Radfahren die Runden irgendwie in Meilen an, also achtete ich nicht weiter auf diesen Tacho sondern trat in die Pedale, was ging. Ab und an kamen ein paar professioneller aussehende Trithlethen an mir vorbeigerauscht, ansonsten hielt ich mich scheinbar gut im Feld. Ich fuhr zumeist mit dem Oberkörper auf dem Aufsatz liegend, das spart am Ende doch Kraft.
Nur in den engen Kurven duch das Wohngebiet zurück um Stadion hielt ich lieber eine Hand an der Bremse und somit am klassischen Rennlenker.Schnell gingen Runden eins und zwei von vieren um, in der dritten kam Marco dann gegen Ende an mir vorbei und gab Gas. Lass ihn mal, denke ich mir und nehme für die letzte Runde schon etwas Tempo raus. Noch einmal den Anstieg mit der schlechten Straße, dann die lange Gerade durch das Gewerbegebiet. mein Gel ist mir beim aufnehmen vom Lenker heruntergefallen, das heißt es geht ohne Stärkung auf die Laufstrecke. Auch egal. Es sind hier an der Radstrecke aufgrund der kurzen Wege sogar einige Zuschauer, die uns gut anfeuern. Dann ist es geschafft, ich halte wieder regelgerecht an der Stopp-Linie. Im Sauseschritt, diesmal mit den Radscguhen an den Füßen, geht es die Rampe hinab zum Stadiontunnel. Ab zur Laufstrecke. Marco hatte am Ende gut 400 m Vorsprung und hockt schon an seinem Rad, ich hänge meines daneben, löse den Helmriemen und tausche Helm gegen Kappe. Schnell die Schuhe an, während Marco schon loszieht. Dann auf meine Paradedisziplin, das Laufen. Es geht zunächst über den Rasen auf die Tartanbahn, dort eine Schleife und vorbei am Verpflegungsstand. Kein Gefühl, wie auf Eiern zu laufen, wie es für die ersten Meter beim Triathlon so typisch war. Es geht gut. Ich schütte mit nur Wasser über die Kappe, denn getrunken hatte ich auf dem Rad und in der Wechselzone. Ich würde trotz der Wärme nicht dehydrieren.
Dann ab aus dem Stadion in den Schloßpark. Zunächst bergauf, ich mache langsam un beschließe, hier nur nach Gefühl zu laufen und keine Pace zu zwingen. Marco sehe ich schon vor mir. Den kriege ich, da bin ich mir sicher. Ich lasse laufen und bin froh, als meine Uhr wieder nach einem Kilometer Laut gibt und mir eine Pace von 4:19 anzeigt. Darauf lässt sich aufbauen. Es kommt einem immer so langsam vor, da der Kopf noch das Tempo vom Rad gespeichert hat. Darauf darf man nicht hereinfallen.Die Schattenrunde durch den herrlich alten Parl schein sich dem Ende entgegen zu neigen, es geht rechts ab, in der Ferne kann ich schon wieder den Abzweig ins Stadion sehen.Hier knallt der Lorenz ganz schön auf die Birne. Kim  kommt mir aus dem Stadion entgegen, sie ist dann wohl gerade vom Rad. Wo ist Anja? Durch den Tunnel auf die Tartanbahn, einmal die Gerade bis zur Kurve, eine 180 Grad Kehre und wieder zurück. Es richt irgendwie nach Gummi in der flimmernden Mittagshitze hier im weiten Oval. Ich bin froh, als ich wieder im Wald bin. Nach dem Anstieg gebe ich Gas. Jetzt ist es egal, noch knapp 2 Kilometer, die kriege ich immer hin. Obwohl ich ich ja nicht ganz kaputtrennen will, denn ich habe ja eine Aufgabe beim Marathon, da sollte ich mich nicht völlig "abschießen". Marco hatte ich längst auf der ersten Runde stehen gelassen, er hat wohl auf dem Rad zuviel Körner verschossen. Dann schon der Tunnel, ich überhole eine, dann noch einen und ziehe auf der Bahn den Sprint an. Mit Entsetzen sehe ich, dass es nicht sofort links ins Ziel geht, wie ich angenommen hatte, sondern noch gut 100 Meter bis zum Scheitelpunkt der Kurve.Dann 180 Grad auf den Rasen, endlich zum Ziel. Der gerade überholte macht keine Anstalten mehr, ich bin im Ziel. 20:35 Min für 4,8 Kilometer ist das einzige, was mich an Zeiten heute wirklich interessiert.
Thomas, "Rookie" Anja, Kim und Marco im Ziel
Und damit bin ich sehr zufrieden. Marco kommt knapp zwei Minuten hinter mir ins Ziel und sieht recht fertig aus. Dann kommt Anja zu ihrem ersten Triathlon-Finish. Auf der Laufstrecke hatte sie Kim noch eingeholt, auf der Radstrecke hatte sie technische Probleme. Dann komplettiert auch Kim unser Team, auch sie schaut recht zufrieden aus. Für uns alle war das hier ein großer Spaß, mit irgendwelchen Zeitambitionen kann man zu Besuch in einer anderen Sportart ja auch nicht wirklich kommen.
Nach einer ausgiebigen Dusche in den bestens in Schuss gehaltenen Räumen des alten Freibades leigen wir bei Carola am Messestand in der Sonne und genießen den Nachmittag. Eis vom Eiswagen, Wurst vom Grill.....ein schönes Finishershirt. was will man mehr an einem schönen Sportfeiertag.

Bei Carola gab es dann für Marco und Kim noch ein wenig Compresssport-Ausstattung günstig zu erwerben. Wer auch Bearf hat, schaut bitte unter
http://www.webinero.de.

Triathlon ist ein schöner Sport, wenn man ihn nicht so ernst nimmt wie diejenegen, die ihn ausschließlich betreiben.


Montag, 1. Juni 2015

Flotter Dreier am Wochenende

Nein, nicht was Ihr jetzt bei Lesen der Überschrift wieder denkt - wir haben ein wenig trainiert. Aber der Reihe nach. Am Mittwoch nach dem Vivawest musste ich mir nach Feierabend einfach mal die Füße vertreten und lief eine 9,5 Kilometer-Runde um den Lohheider See und durch den Wald. Allein und recht flott, aber die 5er Pace ging ganz gut. Was am Folgetag beim Bunert-Training nicht unbedingt galt. Es ging ähnlich flott mit Schleifer-Sven durch die Botanik, über Trampelpfade und Pferdespuren. Warum, der Schotterweg verlief doch parallel? Kurz gesagt, es fiel mir schwer, erneut im Gelände die 5:15er Pace zu halten und ich sehnte das Ende der 12,5 Kilometer-Runde im Gebiet der Sechs-Seen-Platte herbei. Irgendwie war ich an dem Abend nicht mehr fürs schnelle Laufen empfänglich. 
Dann lockte das schöne Pfingstwochenende und wollte verplant werden. Meine Claudia hatte sich in den Kopf gesetzt, 100 Kilometer + x an den drei Tagen in Summe zu laufen. Da kam die Einladung von Frank Pachura zur 7. Auflage des RuWel, des "Rund-um-Welver"-Marathons auf der dortigen fest ausgeschilderten Route ganz recht. Freudig sagten wir zu, am Samstag morgen die Runde mal wieder unter die Schuhe zu nehmen. Sonntag lud ich uns dann mal bei Lauffamilie Gietmann in Weeze ein, bei Michael und Lukas stand eh der letzte "Lange" vor dem Rhein-Ruhr-Marathon an und die Gegend wollten wir uns ohnehin einmal wieder ansehen. Das hatten wir schn lange mal auf FB angepeilt, nun war es halt so weit. Und Montag wollten wir dann die "7-Brücken-Challenge" in Köln testen, bei der es alle 7 Kölner Rheinbrücken zu überqueren gilt und wo am Ende rund 30 Kilometer zusammenkommen sollen.

Beim RuWel trafen wir wieder auf die üblichen Verdächtigen. Günther und Arno, mit dem ich bereits am Seilersee ein gutes Stück zusammen gelaufen war.Roland kam fast direkt von der Nachtschicht. Daniela, die sich nach längerer Verletzung wieder langsam heranarbeitet. Insgesamt starteten wir um 10 mit 10 Läufern auf die Runde. Wir wollten nur eine 6:30er Pace laufen und so galt es gleich zu bremsen, das Wochenende würde intensiv genug werden. Frank warnte uns vor, er sei sehr langsam und würde mit 7 kg Gepäck laufen, um sich auf ein noch nicht konkretisiertes Abenteuer vorzubereiten. Günther, Arno und andere waren schnell nach vorne weg. Wir blieben dahinter. Die Sonne meinte es gut mit uns, es war zwar ringsherum bewölkt, aber immer da, wo wir liefen, knallte die Sonne. Irgendwann gesellte sich Arno zu uns, der wegen eines Steins im Schuh den Anschluss nach vorne verloren hatte. Mit netten Gesprächen ging es über den welligen Kurs durch die schattenarme Soester Börde. Marie, Franks "kleine Tochter", hatte den mobilen Verpflegungsstand aufgebaut. Dort trafen wir wieder auf das Führungstrio, die aber dann sofort das Weite suchten. Wir versorgen uns ein wenig und trabten dann weiter "über die Dörfer".
So ab 25 Kilometer wurde es zäh. Arno legte eine Picknickpause ein, wir liefen zu dritt weiter. So bei 32 km wollte Daniela dann Ihre Gehpause. Wir waren zu zweit. Und liefen gleich wieder schneller. Es waren nur noch Günther und Roland vor uns, die wir am Verpflegungsstand 2 bei Kilometer 37 wieder trafen. Gemeinsam wollten wir den Rest laufen, aber plötzlich war Roland weg. Genau wie die Sonne,aber das war jetzt auch egal. Gut einen Kilometer vor dem Ziel blieb dann auch Günther stehen. Und so kamen wir beide dann gemeinsam am Ende doch als erste an der Ziellinie vor der Bördehalle in Welver an, wo Lena, Franks ältere Tochter, bereits mit dem Verpflegungsauto auf uns wartete. In der Reihenfolge des Überholens trudelten alle ein, Daniela vollendete ihren 70. Marathon. Denn der RuWel ist in meiner Zählung ein "offizieller", es gibt eine vermessene Strecke von 42,195 km, mindestens drei Starter und am Ende eine Urkunde. Danke Frank dafür und für die schönen Urkunden. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, aufgrund der vielen kleinen "Wellen" aber nicht ganz einfach. Auf Frank konnten wir nicht mehr warten, der finishte mit seinem Sturmgepäck erst nach weit über 5 Stunden. Immerhin....
Sonntag dann fuhren wir Richtung Weeze. Nicht, um mit Ryan Air in den Urlaub zu fliegen, sondern um den zweiten Lauf des Dreiers gemeinsam mit Familie Gietmann zu absolvieren. Michael hatte immer wieder schöne Fotos von seinen langen Läufen gepostet und wir waren uns schon länger einig, dass wir da einmal laufen wollten. Und nun war es soweit. Judith Gietmann begleitete uns mit dem Fahrrad. Es ging über Felder und durch den Wald über die Grenze in das wunderschöne Naturschautzgebiet rund um das "Reindersmeer". Bei unseren Nachbar ist es ja umgekehrt, wenn die "Meer" sagen meinen die "See" und wenn die von "Zee" reden, meinen die das Meer. Na ja, so sind sie halt. Leicht wellig ging es über sandige Böden der Maasduinen und durch den Nadelwald, der mich irgendwie schon an Ameland erinnerte, wo wir ja im Dezember wieder laufen wollen.
Das Reindersmeer in den Niederlanden


Nadelwald in den Maasduinen

Dann entlang des "Meer" zurück über die Grenze am 24/7 geöffneten Supermarkt vorbei (nein, wir haben keinen Vanillevla und keinen Kaffee geshoppt) ging es dann zum Airport Weeze. Zwei einsame Maschinen der dort ansässigen irischen Billig-Airlaine standen dort herum und verbreiteten einen Hauch von Reisefieber, die Sandgruben daneben erinnerten mich eher an den Strongman-Run, der hier früher einmal stattfand.
Weeze International Airport
Lukas blieb plötzlich mit seiner Mutter zurück, er hatte das Testgel wohl nicht vertragen. Zumindest wusste er jetzt, was er beim Rhein-Ruhr-Marathon nicht zu sich nehmen sollte. Später kam er aber wieder in einem irrwitzen Tempo hinterher gesprintet, der kurzzeitige Ausfall hatte also keine Auswirkungen gehabt. Ganz wichtig beim letzten "Langen" vor dem großen ersten Marathon. Auch mir reichte es dann nach 30 Kilometern bei strahlendem Sonnenschein dann mal und ich war ganz froh, als wir wieder angekommen waren. Mit einen leckeren alkoholfreien Weizen endete dieser Lauf dann auf der Gietmannschen Terasse. Danke für die Bewirtung und die nette Führung sowie die interessanten Strategiegespräche mit Blick auf den Marathon. Die werden hier aber nicht verraten.

Der Pfingstmontag begann leider mit Regen. Man kann ja nicht immer Glück mit dem Wetterhaben. Yvy wollte uns auf dem langen Lauf über die sieben Kölner Rheinbrücken begleiten, sie bereitet sich auf den Swissalpine K78 vor, den sie ja im letzten Jahr verletzt verpassen musste. Bereits auf der Autobahn pladderten die Regentropfen an die Frontscheibe. Das konnte heiter werden. Vielleicht sollten wir nur unter den Brücken her laufen? Startpunkt war für uns die Mülheimer Brücke, die nördlichste der "glorreichen Sieben", wo auch immer der Lauftreff der "Runner's-High"-FB-Gruppe startet. Der Vorteil an dieser Route ist ja, dass man immer nur am Fluß entlang muss und sich fast nicht verlaufen kann. Auf der Brücke schlug uns sofort dichter Regen ins Gesicht, der aber schnell nachließ.
Claudia und Yvy das erste Mal auf der Mühllheimer Brücke
Es handelt sich bei der Mülheimer Brücke um eine Hängebrücke mitorthotropem Fahrbahnträger. Das bedeutet, dass die Fahrbahnplatten aus von unten versteiften Metallplatten besteht. Die Brücke wurde 1951 nach Wiederaufbau eröffnet, bis 1927 gab es hier eine "Schwimmbrücke" auf Pontons, die mehrfach täglich für den Schiffsverkehr geöffnet werden musste. Dann ging es auf einem Streckenabschnitt, den ich noch gut von der Triathlon-Laufstrecke aus 2013 kannte, Richtung Niederländer Ufer und Innenstadt. Hier, unter einer dichten Allee, merkten wir kaum etwas vom Regen und schnell war die Zoobrücke mit der darüberlaufenden Seilbahn erreicht. Eine Wendeltreppe führte uns hinauf, dann ging es wieder Richtung "schääl Sick", die "falsche" rechte Rheinseite. Dieser Ansicht schließe ich mich als linker Niederrheiner ja gerne an... 

Auf der Zoobrücke

Die Zoobrücke wurde erst 1966 eröffnet und ist eine unscheinbare Stahlkonstruktion ohne Pylone, dafür aber die weltweit am weitesten gespannte Kastenträgerbrücke. Sie ist die verkehrsreichste Rheinbrücke noch vor der Rodenkirchener Autobahnbrücke. Heute war nicht viel auf ihr los und wir erreichten den Rheinpark. Eine wunderschöne Anlage mit Skaterbahnen, Spielplätzen und einer Miniatureisenbahn. Es handelt sich hier um das ehemalige Gelände der Bundesgartenschau 1957. Die Seilbahn stammt ebenfalls aus dieser Zeit und wurde wegen des Neubaus der Zoobrücke versetzt. Hier gab es gute, breit asphaltierte Laufwege bis zum Tanzbrunnen, auch diesen Streckenabschnitt kannte ich als Teil der Marathonstrecke beim CTW. Schon hatten wir die nahe Rampe zur Hohenzollernbrücke erreicht. Der Regen machte gerade Pause, als wir die Rampe zur wichtigen Eisenbahnverbindung hinaufliefen. Die Hohenzollernbrücke ersetzt seit 1907 die Vorgängerbrücke und ist einer der wichtigsten Eisenbahnquerungen über den Rhein. Der Blick wandert auf das Hinterteil einer Reiterstatue am nordwestlichen Brückenaufgang. 
Hohenzollernbrücke Nordseite Richtung Westen

Es ist die Bronzeskulptur von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, jenem Monarchen, unter dem die Dombrücke als Vorgängerbau errichtet worden war. So'n Blick auf einen Pferdepopo hat jedenfalls auch etwas, selbst wenn er aus grünspanbeschichteter Bronze besteht. Tausende von Schlössern hängen an den Geländern, auf der Nordseite allerdings noch nicht ganz so viele. Über die Treppe geht es hinab zur Uferpromenade. Ein Flohmarkt ist hier Richtung Konrad-Adenauer-Ufer aufgebaut der wohltuenderweise einmal echten Trödel statt vorderasiatischer Neuware anbietet. Wir wenden uns gen Süden, die Altstadt zur Rechten.
Die Wendeltreppe hinauf zu Deutzer Brücke kenne ich auch bestens, musste ich si doch im Rahmen meiner Langdistanz 2013 drei Mal erklimmen. Die Deutzer Brücke steht an der Stelle der ersten Rheinbrücke, die die Römer bereits vor 2000 Jahren als Holzkonstruktion errichtet hatten und dürfte somit eine der ältesten Brückenstandorte am Rhein sein. Später, im 19.Jahrundert, gab es hier ebenfalls eine Schiffbrücke zwischen dem Heumarkt und der Deutzer Freiheit, ehe 1913 dann die erste Deutzer Hängebrücke eröffnet werden konnte. Diese Brücke brach im Frühjahr 1945 während der provisorischen Reperatur von Bombenschäden zusammen, die Zahl der Toten konnte aufgrund der Kriegswirren nicht ermittelt werden. Die Brücke, die wir nun belaufen, wurde als alse Stahlkastenträgerbrücke ohne Pylone 1947 errichtet und 1976-80 um eine zweite Betonkonstruktion verbreitert. Es handelt sich also eigentlich um zwei Brücken nebeneinander. Wir laufen aber zunächst "auf Stahl", wie es sich für uns "Ruhrgebietsläufer" ja auch gehört. Über ein Baustellenprovisorium (Das war doch 2013 schon da, werden die denn nie fertig?) geht es hinunter ans rechte Ufer und weiter gen Norden über breite Asphaltflächen direkt am Rande des Stroms.
Im Hintergrund die Deutzer Brücke auf der "Schäl Sick"
Die Strecke bietet eine Wunderschöne Aussicht auf die Rheinfront Kölns. Dann mal wieder eine Treppe hinauf, die Severinsbrücke. Wir laufen auf den mächtigen, A-förmigen Pylon der Brücke zu, an dem die Seile des Konstrukts aufgehängt sind. Die Brücke war der erste komplette Neubau nach dem Krieg, auch diese wurde Anfang der 60er Jahre eröffnet, als das Auto und mit ihm der Individualverkehr seinen Siegeszug begann. Die Seilverspannte Balkenbrücke hat übrigens einen Zwilling mit der Oktoberbrücke im russischen Tscherepowez. Rechts sehen wir in alten Lagergebäuden das Deutsche Sport- und Olympiamuseum, wo es unter anderem das Kaffeeservice zu sehen gibt, dass unserer Frauenfußballerinnen 1989 als Siegprämie für den ersten EM-Titel erhielten.
Die Severinsbrücke, links der Rheinaufhafen
Wieder über eine Treppe geht es hinunter, nun zunächst in die falsche >Richtung bis zur kleinen Brücke am Schokoladenmuseum, die uns am Zollturm auf die Rheinauhalbinsel mit dem gleichnamigen stillgelegen Hafen führt. Ursprünglich eine Insel, wurde diese im 19. Jahrhundert an der Südseite mit dem Ufer durch Aufschüttung verbunden. Vorbei an den architektonisch anspruchsvollen Kranhäusern, die wie Umgedrehte "L"s über das Ufer ragen, laufen wir durch den Regen Richtung Südbrücke. Die Runde ist richtig kurzweilig, es gibt immer Neues zu sehen. Dann die Südbrücke. Eine Eisenbahnbrücke, 1910 fertiggestellt um die Hohenzollernbrücke zu entlasten - auch für einen raschen Aufmarsch der Armee gegen Frankreich im Falle eines Krieges. So kam es ja dann im Jahr 1914 dann auch. Ihre Stahkfachwerkbögen und die im gotischen Stil gehaltener Brückentürme stehen unter Denkmalschutz.
Südbrücke
In einem dieser Denkmäler kreiseln wir dann wieder am rechten Ufer hinunter, um auf dem Rheindeich Richtung des letzten Bauwerkes und der Halbzeit unserer Runde zu laufen. Es geht über den Rheindeich, der hier von einer Allee aus alten Bäumen bewachsen ist, die uns auch vor dem immer noch nieselnden Regen schützen. Links liegen die Gärten einiger Häuser, über deren Immobilienpreise wir wild spekulieren. Billig wohnt sich es da mit Blick auf den Rhein sicher nicht. Auch hier schützt uns ein dichtes Laubdach vor dem immer noch währenden Regen, der aber langsam nur noch vor sich hin nieselt.
Am Ende der Allee hätten wir fast den Abzweig zur Rodenkirchener Brücke verpasst. Hier führt die A4 über den Rhein, es handelt sich um eine erdverankerte Kabelhängebrücke, die 1994 um eine Einheit erweitert wurde, so dass seither 3 Seile über die beiden Doppelportalpylone gespannt sind.
Der Doppelpylon der Rodenkirchener
Autobahnbrücke
1940 wurde die Brücke als erste Rheinquerung einer Autobahn im Deutschen Reich eröffnet.
In den neunziger Jahren wurde in einem einzigartigen Verfahren eine zweite Bahn danebengesetzt. Yvy und ich machen ein paar Fotos, dann haben wir den Endpunkt der Strecke hinter und und es geht jeweils an der anderen Uferseite zurück. Am Oberländer Ufer geht es hinab die Uferböschung auf den Leinpfad, da sitzt doch glatt Eli auf der Bank. Sie schien auch laufend unterwegs zu sein und sortierte gerade ihren Trinkrucksack.
Auch sie absolviert ihren letzten Langen Lauf vor dem Rhein-Ruhr-Marathon. Wir laufen ein Stück nordwärts gemeinsam, ehe die Südbrücke uns das zweite Mal zur Rheinquerung einlädt. Der Regen hat endgültig aufgehört, aber es ist diesig und so ist der Dom nur schemenhaft durch die diesige Atmmosphäre zu sehen. Aber der ganze Lauf ist wunderschön. Mich fasziniert die unterschiedlichen Technik des Brückenbaus, die unterschiedlichen Perspektiven der Bauwerke aus Läufersicht machen die Sache Interessant. Vor der Südbrücke trennen wir uns wieder von Eli, die auf der linken Seite bleiben möchte und laufen wieder über die alte Eisenbahnbrücke. Die Brückentürme auf der Westseite sind gesperrt und mit Bauzäunen gesichert, ein  eher trauriges Bild.

Was von der Burganlage am Brückenkopf
übrig blieb
Auf historischen Aufnahmen sieht man hier die Imitation einer kompletten Burganlage, die jedoch den Bomben des letzten Weltkrieges zum Opfer gefallen ist. Rechtsrheinisch setzt sich die Allee auf dem Deich Richtung Norden fort, bis die Deutzer Drehbrücke uns über die alte Hafeneinfahrt des Deutzer Rheinhafens führt. Wieder eine faszinierende Technik des Brückenbaus, eine unterschenklig ausbalancierte Stahlbrückenkonstruktion. Unter einem Steuerhaus auf den Bögen der Brücke überqueren wir die Hafeneinfahrt,
Deutzer Drehbrücke
die Brücke konnte hydraulisch gehoben und dann elektrisch über einem Pfeiler gedreht werden, so dass die Hafeneinfahrt für Schiffe bei jedem Wasserstand passierbar wurde. Wir haben nun den Halbmarathon locker erledigt, als wir wieder über die Severinsbrücke die Seite wechseln. Wieder eine Wendeltreppe und vorbei an der zweiten Drehbrücke zum Rheinauhafen vor dem Schokoladenmuseum, die wir auf dem Hinweg überlaufen hatten, geht es auf der Rheinuferpromedade Richtung Deutzer Brücke. Wieder auf den Spuren des Marathon beim CTW erklimme ich ein zweites Mal die Wendeltreppe, auf der anderen Seite müssen wir um den Landschaftsverband herum laufen, da am Ufer eine Treppenanlage im Bau ist. Über die linke Rampe geht es wieder über die Hohenzollernbrücke, diesmal auf die Seite mit den vielen Liebesschlössern.
Der Klassiker - Hohenzollernbrücke mit Dom
Irgendwo da hängt auch eines meiner Tochter, aber das ist ein anderes Thema. ;) . An der Promenade am Konrad-Adenauer-Ufer ist ein Trödelmarkt im Gange, also laufen wir stadtwärts der Hochwasserschutzmauer, bis uns die Zoobrücke wieder ein letztes und 12. Mal über den Rhein bringt. Dort geht es dann über die Haalbinsel, die den Mülheimer Hafen vom Hauptstrom trennt, hier zelten noch die Teilnehmer irgendeines Pfingstfestivals im Rheinpark bzw. bauen gerade ihre nassen Zelte ab. Auch schön. Dann nocheinmal die steile Rampe der schmucklosen Betonbogenbrücke, die Fußgänger von hier über die Hafeneinfahrt ans Ufer führt. Nach einem langen Lauf und ca. 27 Kilometern bis hierher tut  das den Waden noch einmal richtig gut. Dann ist die Mühlheimer Brücke als Ausgangspunkz unserer 7-Brückenrunde erreicht. Gut 28 Kilometer standen auf dem Tacho, die sich bei vollständiger Nutzung der Brückenrampen anstelle der vielen Treppen sicherlich noch ausweiten ließe. Unter der Brücke trafen wir noch auf ein Läuferpärchen aus der FB Gruppe "Runner's High". Ob das die nach uns ausgeschickten Abfangjäger waren? Wenn ja, haben sie uns erst im Ziel abgefangen.....

Start und Ende - unter der Mühlheimer Brücke
Eine tolle Runde, man sollte sie erstens empfehlen und zweitens bei besserem Wetter wiederholen!