Freitag, 17. April 2015

Nach dem Fiasko

"The Image has gone only you and I
 It means nothing to me
This means nothing to me

Oh, Vienna..."

Wer kennt diese Zeilen noch? Midge Ure sang sie 1981 und das trifft es ziemlich genau. Wobei ich mit "You and I" natürlich nicht meine geliebte Claudia meine, sondern "Die Bestzeit und ich". Es ist mir fast egal. Ich habe eine neue Seite kennengelernt, die die Niederlage als unabwendbar akzeptiert. Es war so wie es war - nachlesen könnt Ihr es bald  unter http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2015/wien.htm.
Und in dem Moment, wo es vorbei war, habe ich nicht damit gehadert. Sondern ich habe nach vorne geblickt und versucht, das Beste daraus zu machen. Ich hatte seit dem 1. Dezember hart trainiert. Ich bin oft bereits im Dunklen nach stressigem Arbeitstag mit Stirnlampe allein in den Wald und habe im Nieselregen Tempowechselläufe absolviert. Ich habe mich durch Endbeschleunigungen bei langen Läufen gequält, selbst durch zwei ungeliebte 10er-Wettkämpfe. Alles umsonst? Nein, nichts im Leben ist umsonst. Ich habe mir eine gute Form antrainiert, die mir bei meinen kommenden Aufgaben helfen wird. Und die sind gewaltig. 100 Meilen von Berlin! 
So sehe ich es. Ich habe gekämpft bis es physisch nicht mehr ging, mir dann sofort unterwegs ein neues Ziel setzen können, welches ich auch erreicht habe. Unter 3:30 h. Viele wären froh, überhaupt einmal diese Zeit laufen zu können. Ich habe gelernt, dass es immer irgendwie weiter geht. Das ist für jeden Ultra unerlässlich. Und ich habe durch meinen disziplinierten Trainingsplan eine ebensolche disziplinierte Arbeitsweise in schwierigen beruflichen Aufgaben selbstbewusst bewältigen können und werde sie weiter bewältigen. Immer einen Kilometer nach dem anderen, zwei zugleich gehen nicht.  Das alles ist weder umsonst noch vergebens. Und vielleicht habe ich auch einige Leser meines Blogs motiviert, eine Aufgabe anzugehen. 

Nein, das Laufleben ist zu schön, um Trübsal zu blasen. Wir haben danach noch einen schönen Abend mit einem Ungetüm von Wiener Schnitzel erlebt, danach noch zwei schöne und anstrengende Tage in Wien verbracht. Allein dafür war Wien die Reise wert.
Vielleicht kann ich es darum so gut akzeptieren. Und es ist ja nicht für alle Zeiten vorbei. Es gibt ja noch Frankfurt.....
Jetzt freue ich mich, endlich einmal am Seilersee den berühmten 24-Stunden-Lauf machen zu können, ich freue mich auf meine Aufgabe als BuZ beim heimischen Rhein-Ruhr-Marathon und hoffe sehr, eine Einladung zur TorTour zu erhalten. Der Mauerweglauf im August ist ein erstes goßes Ziel auf dem Weg dahin, auf ähnlich historischer Strecke. Den werde ich schaffen, denn es geht ja immer irgendwie weiter. Mental bin ich in den letzten Monaten stärker geworden. Dafür danke ich dem Laufsport, ohne den ich nicht gewusst hätte, wie ich durch die stressige Zeit gekommen wären. 
Was sind da schon 20 Minuten?

Sonntag, 5. April 2015

Die Messe ist gelesen.....

107 Laufeinheiten mit insgesamt 1153,24 Trainings- und Wettkampfkilometern. Meine Wien-Vorbereitung neigt sich dem Ende entgegen - und das wird auch höchste Zeit. Eine Vorbereitung im Winter ist nie ganz einfach, Regen im Sommer ist auch unangenehm, aber bei 3 Grad über Null hat das doch eine andere Qualität. Gut, dass ich bei solchem Wetter relatv wenige Einheiten absolvieren musste. Ich hatte Glück mit dem Wetter, denn auch eine längere Schnee- oder Frostphase war ausgeblieben. Auch war ich relativ schmerz- und verletzungsfrei durch diese Zeit gekommen, abgesehen von der Erkältung in der vorletzten Woche hatten mich auch die Bazillen in Ruhe gelassen. Das ist schon mal ein Grund, dankbar zu sein, denn genug anderen Leuten geht es nicht so gut.

Nach meinem Sturmlauf am Dienstag standen am Mittwoch relativ entspannte 40 Minuten an, die ich in knapp 4:40er Pace absolvieren konnte. Donnerstag fuhr ich dann mit Claudia zum Afterwork-Run bei Bunert Duisburg, denn unsere Ausdauerschule macht um Ostern meist zwei Wochen Pause, so auch in diesem Jahr. Und was soll man sonst am Donnerstagabend machen?

Dank des kursfreien Abends in der Ausdauerschule war das After-Work-Run bei Bunert Duisburg sehr gut besucht, ich verkniff mir das Mitlaufen mit der schnellen Truppe, da für mich zwar 70 Minuten auf dem Plan standen, ich in der Gruppe hier aber schlecht die 2 x 3 Kilometer im Marathonrenntempo einbauen konnte und blieb somit bei der 6er-Pace Gruppe, um die Einheit der 70 Minuten am Samstag am Baldeneysee nachzuholen. Unter der Führung von Riccarda Schlimnat ging unser buntes Trüppchen durch den Duisburger Wald Richtung Bissingheim, Wedau und entlang der Regattabahn zurück, mit interessanten Gesprächen einmal mit anderen Leuten als den "üblichen Verdächtigen". Eine gelungene wöchentliche Aktion von Laufsport-Bunert Duisburg. Die anschließend von Karsten angebotene Fanta/Hörnertee verschmähten wir dankend, ehe es mit Yvonne, Christian, Marco und Kim und natürlich Claudia auf den 2 Kilometer langen Heimweg zu Marco und Kim ging, wo wir uns getroffen und unsere Klamotten samt Auto deponiert hatten.

Karfreitag war dann für mich nicht nur Tanz- sondern auch Laufverbot, die Pausen im Plan sollte ich nun auch ernst nehmen.  Mann, war das langweilig....

Samstag dann die letzte ernsthafte Einheit des Trainingsplans, die 70 Minuten mit 2 x 3 Kilometern MRT in 4:30er Pace. Marc teilte die Gruppen ein, beginnend mit 7er Pace und kleiner Wendepunktstrecke, über 6er, 5:30er bis zu 4:45er Pace. Ich schloss mich den 5:30ern an, d.h. ich machte die Pace und konnte mich somit schon mal in genereller Tempodisziplin. Das klappte ganz gut, wobei Anfangs ja immer alle zu schnell loslaufen wollen. Mit netten Unterhaltungen über unsere weiteren Pläne ging es in Richtung der Brücke zu dem Ort mit den drei Tiernamen - Ku(h)-pferd-reh. Ich war etwas erstaunt, dass den alten Wortwitz keiner der Essener um mich herum kannte. Als es dann zu Hardenbergufer herunter gig, setzte ich mich ab und lief meine ersten 3 Kilometer im MRT. Das Hardenbergufer ist hier eine fast perfekte Simulation, denn guter, ebener Asphaltuntergrund ähnelt natürlich dem Hauptstreckenbelag eines jeden großen Stadtmarathons. Ich fing wie immer euphorisch zu schnell an, ließ dann aber bewusst etwas nach. 4:25 und 4:26 lautete meine Pace auf den ersten beiden Kilometern....klar zu schnell. Das sollte in Wien nicht passieren, denn es geht dort auf den ersten 18 ,6 Kilometern 44,2 Höhenmeter mit maximal 0,4% Steigung hoch. Das ist nicht besonders viel, in Hamburg hast Du das auf den ersten 5 Kilometern, aber halt latent. Und da man da fit ist, merkt man nicht, wie man die Körner verbrennt, die später fehlen, wenn man da überpaced.  Aber 4-5 Sekunden wäre deutlich überpaced. Während ich darüber nachdenke, überhole ich gerade die 6er-Pace Gruppe, die den See eine Brücke früher überquert hatte und mein GARMIN läutet wenige Meter danach das Ende des 3.Kilometers ein. 4:28, schon besser. Ich drehte und trabte meiner "Einheit" wieder entgegen, die sich offensichtlich etwas hatten anstecken lassen und mal wieder zu schnell unterwegs gewesen waren. Vorbei an der Fritten-Schmiede, wo es lecker nach ranzigem Frittierfett roch, ging es auf den zweiten Teilabschnitt des Hardenbergufers. Schon konnte ich die Villa Hügel rechts oben auf den Höhenzügen in der Sonne strahlen sehen. Dann ging es ins zweite Intervall. Ich hoffte, das Ufer bis zum Stauwehr würde ausreichen für noch einmal 3 Kilometer. 4:28 der erste, na bitte. Das ist soeben noch in der Toleranz. 4:25 dann leider wieder der zweite und es wurde klar, dass das Ufer nicht reichen würde, denn das Wehr war bedrohlich nahe. Also noch ein Stück am Wehr vorbei und dann umgedreht, meine 5:30er-Truppe kam mir entgegen, dann war der letzte Kilometer im gegenwind leider mit völlig überpaceten 4:20 erledigt. Ich fühlte mich dennoch gut und trabte ganz langsam über das Wehr und den Uferweg zurück zum Regattaturm, wo Marc mit seinet 4:45er-Truppe schin wartete und Regenerations-Drink von Dextro und Schoko-Ostereier anbot. Ein schöne und liebe Idee von Marc.

An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Lob an die Lauftreffs der Bunert-Kette. Man läuft ja sowieso, also warum das nicht koordinieren? Man lernt immer wieder neue Leute kennen und findet Trainingspartner für fast jede Einheit. Zudem gibt es meist etwas zu trinken oder gar ein T-Shirt einen Schuhtest. Natürlich dient das der Kundenbindung und letztlich dem Verkauf, aber was solls? Man kauft ja sowieso seine Ausrüstung, warum also nicht auch dort, wo man so ein Programm angeboten bekommt? Was den Service angeht: Marc Böhme von Laufsport Bunert Essen hat mir meine ON Cloudsurfer anstandslos neu bestellt und umgetauscht, als die nach kaum 100 Kilometern defekt waren. Das ist nicht selbstverständlich, ich empfinde das als tollen Service. Natürlich laufe ich auch das eine oder andere Trainingsutensil beim Discounter, es geht finanziell ja gar nicht anders. Aber Schuhe und mein Wettkampfoutfit kommt dann doch eher vom Dealer meines Vertrauens.

Ich fühlte mich irgendwie rundherum gut, denn die zwei mal drei Kilometer war ich fast wie von alleine im MRT gelaufen. Ich hatte dieses Gefühl, bremsen zu sollen und nicht, das Tempo halten zu müssen. So war es in Frankfurt im Oktober 2012, als ich meine damalige PB um fast 9 Minuten pulverisiert hatte. So war es nicht in Hamburg 2014. Irgendwie habe ich die tiefe Überzeugung, dass es in diesem Jahr gut wird.....warten wir's ab.

Dienstag, 31. März 2015

Mit Niklas durch die Heide

Kennt Ihr das? Die Generalprobe ist geglückt und man versinkt in einer gewissen Selbstzufriedenheit, man möchte am liebsten gar nichts mehr machen bis zum Tag X. So etwas in der Art überkam mich am Sonntag gemeinsam mit meinem Muskelkater in den Waden, der ein Zechen dafür war, dass mein Fahrgestell mir den Lauf am Samstag doch ein wenig übel genommen hatte. Nun ja, der Sonntag bestach bereits beim ersten Blick aus dem Fenster mit heftigen Windböen und kurzen Starkregenatacken, keine besondere Motivation also, meine 30 Minuten regenerativ zu absolvieren. Das sind dann so die Momente, wo ich mir das sonst so verachtete Laufband in meine Wohnung wünsche. Hab ich nicht, es schüttete im Laufe des Tages immer stärker und mein durch den LAuf vom Vortag belastetes Immunsystem könnte mir die kleine Seerunde mit einem fetten Erkältungsrückfall heimzahlen. Also ließ ich meine Claudia ihren Streak alleine laufen und schwang mich zur Vorberichterstattung des Länderspiel-Knallers in Georgien nach langer Zeit mal wieder auf mein Spinnig-Rad im Schlafzimmer. Mit einer Auffahrt auf den Col du Galibier - leider im Nebel - auf dem Laptop vor meinem Lenker ging es 30 Minuten lang ganz gut, das Laktat sollte auch damit und ohne Erkältungsgefahr aus meinen Waden verschwinden. Warum war ich nur schneller als der Radler im Video? Ach ja, ich hatte ja den Widerstand nicht so stramm eingestellt, sollte ja nur REG werden.
Montag morgen noch kurz ins Büro, meinen Osterurlaub einläuten und danach kurz mit meinen Mädels zum Shoppen nach Essen. Danach studierte ich den Trainingplan, den ich von Trainer Roman für die Zeit des Kurses nach der agbeschlossenen WLS erhalten hatte und stutzte mächtig. Er unterschied sich wesentlich von meinem Wien-Plan, der ja noch zwei Wochen lief. Oder war es eine Reaktion auf den ursprünglich ja nicht so geplanten schnellen HM am Samstag? Seht selbst:
Ursprungsplan diese Woche

Der neue und vom Trainer wieder verworfene Plan - den Donnerstag fand ich vor dem Marathon grenzwerteg....

Ich schrieb dann mal vorsichtshalber den Trainer an, damit hatte sich das Training für den Montag auch erledigt und ich beschloss, es am Dienstagvormittag zu absolvieren. Was macht man auch sonst im Urlaub? Leider hörte ich bereits kurz vor oder besser während des Aufwachens Niklas an den Rolläden rütteln und den Regen plätschern. Das ist nicht der Freund meiner Tochter sondern das Orkantief, welches uns gestern angedroh worden war. Schlechte Wetterprognosen stimmen ja leider meistens.  Egal, heute würde gelaufen werden, weitere Schlampereien im Trainingsplan gehen auch 13 Tage vor dem Tag X nicht! Ich dachte mich die weitgehend baumfreie Runde durch die Vierbaumer Heide aus, wohl wissend, dass diese extrem windanfällig ist, aber zumindest kann mir da unterwegs höchstens der Himmel auf den Kopf fallen. Auffällig mit Neon-Regenjacke und Cap gekleidet. Ich lief so los, dass ich den Gegenwind gleich zu Beginn genießen durfte. Über wirtschaftswege zwischen vereinzelten Gehöften vorbei stemmt ich mich mal frontal, mal seitlich gegen den Wind. Besonders seitliche Böen erwiesen sich als tückisch, vor allem, wenn sie während der Flugphase einsetzen. Teilweise lief ich mit erheblicher Seitenneigung, muss ziemlich lustig ausgesehen haben. Weniger lustig ist, dass dir die Sturmböen beim einatmen fast die Luft wegbläst. Es ist gar nicht so einfach, wenn man gegen den entstehenden Unterdruck die Luft einsaugt. An einer größeren Straße sah ich bereits von weitem die Bescherung, ein hölzernes Buswartehäuschen lag komplett aus der Verankerung gerissen auf der Straße. Von dem Häuschen hätte ich auch nicht gerammt werden wollen. Trotz gefühlt lockerem Lauf fällt die Pace niemals unter 5:15, auch wenn es einem gegen die Böen so vorkommt. Vorbei an vereinzelten höheren Bäumen linse ich schon ängstlich nach oben. Kann man es sehen, wenn sich ein dickerer Ast löst? Ich denke, dass von vorne aus dem Gegenwind kommendes "Fallgut" aufgrund der Sichtbarkeit nicht so gefährlich ist als von hinten kommendes.Denke ich jedoch über mein Lauftempo und mein Befinden nach, dann geht es mir wunderbar. Ich laufe so locker vor mich hin, wie es einem REG/GAT 1 Lauf entspricht und mein Puls befindet sich absolut im grünen Bereich. Werde ich mein großes Ziel erreichen, den Vienna City Marathon unter 3 Stunden und 10 Minuten zu finishen? Was, wenn da auch solche Verhältnisse herrschen? Dann würde der abgesagt, Du Blödmann. Und dann würde ich beim Sparkassen-Marathon am 9.Mai einen neuen Versuch starten und den Seilersee zum Abseilersee werden lassen, basta! Ich fühle mich psychisch absolut auf der Höhe und dieser wunderbare Lauf durch die tobenden Elemente bestärkt mich in einem gewissen Gefühl der unbesiegbarkeit. Kennt Ihr solche Momente? Es ist keine Arroganz, es ist eine tiefe Überzeugung, dass es in diesem Jahr klappen wird, gespeist vom uhrwerkgleichen gelaufenen Halbmarathon am Samstag und dem guten Gefühl und der guten Pace heute. Durch die Wege zwischen den frisch umgepflügten Felder, zwischen deren Furchen teilweise braunes Wasser in Sturm hin und her schwappt weht der Wind nun von schräg hinten und so wird es vorläufig bleiben. Die Pace steigt automatisch unter 5 Min/km. Aber es geht mühelos. Ich plane die weitere Runde und will durch Budberg nach Eversael laufen, immer den Radweg an der wenig befahrenen Landstraße entlang. Dort weht es richtig von hinten und ich habe richtig Spaß.

Die Flugphase verlängert sich fast um das doppelte, so fühlt es sich zumindest an, und die Pace geht auf 4:38 hinauf. In Eversael, einem einsamen Dorf im Orsoyer Rheinbogen angekommen, wird es etwas ruhiger. Am ehemaligen Dorfgasthof biege ich wieder ab in den Seitenwind. Hier hatten Claudia und ich vor 24 Jahren unsere Hochzeit gefeiert, inzwischen ist er nur noch für Veranstaltungen buchbar. Sofort merkt man den Seitenwin wieder unangenehm beim einatmen, aber zumindest bleibt es auf meiner Rund trocken. Einen Abzweig zur einer möglichen Alternativroute lasse ich aus, weil, dort doch mehr Bäume stehen, als ich erwartet hatte. Dann  eben über den Radweg der Landstraße Budberg-Orsoy zurück! Und dort habe ich nochmal richtig Spaß beim Segeln. Ich breite meine Arme in der Flugphase aus und lache mich kaputt, während der Sturm mich bis auf unter 4 Min/Km  beschleunigt, ohne dass mein Puls wesentlich ansteigt. Natürlich nur während einzelner Böen, aber das ist hier auf der baumlosen Ebene des Niederrheins echt spaßig. Witzigerweise erreiche ich genau nach den veranschlagten 80 Minuten unsere Hauseinfahrt. Ich habe Glück gehabt, nichts auf den Kopf bekommen zu haben, habe es aber auch nicht herausgefordert. Jedes Restrisiko kann man im Leben nicht vermeiden. Und meine Psyche ist stabiler denn je. ICH WERDE ES SCHAFFEN.

Sonntag, 29. März 2015

Generalprobe Wien - der Halbmarathon der Winterlaufserie


Die Woche nach dem Venloop war mal wieder geprägt von jeder Menge Stress. Ich sparte mir nach dem Venloop am Sonntag dann die 40 Minuten am Montag, weil ich der Überzeugung bin, das mich Vorsicht mit meiner Erkältung weiter bringen dürfte als der Trainingseffekt jener 40 Minuten es je könnte. Am Dienstag fiel dann wegen unserer Eigentümerversammlung auch noch das Stabi aus, aber am Mittwoch ging es auf die Piste. Die Erkältung war weiter abgeklungen, zumindest mein Husten machte sich kaum noch bemerkbar. Also raus, 60 Minuten GAT 1. Und es lief super. Tempo um die 4:41 ganz locker, es blieb trocken und ich hatte Spaß, womit ich vorher nicht unbedingt rechnen durfte. Denn langsam verliere ich den Spaß an der Marathon-Vorbereitung. Seit dem 1.Dezember ist eine lange und für mich außersportlich nicht leichte Zeit ins Land gezogen. Es reicht mir langsam, ständig mit der Uhr im Kopf und dem Plan im Nacken zu laufen. Aber davon später.
Donnerstag konnte ich erneut nicht zum Abschlusstraining der Ausdauerschule, denn die Targobank hatte mich als Teamcaptain geladen zur Auftaktveranstaltung des diesjährigen Targobank-Runs, unseres Duisburger Firmenlaufs. Stressmediziner Dr. Matthias Weniger vom Institut für Stressmedizin Rhein Ruhr (ISM) informierte "Was ist Stress und wie kann man durch Sport den Stresslevel erfolgreich senken?". 

Ein gerade sehr passendes Thema für mich und konnte hoffentlich einige Dinge aus dem guten und kurzweiligen Vortrag mitnehmen, erkannte aber auch, dass ich bereits sehr viel richtig mache. Auch zu dieser sehr gelungenen Veranstaltung in einem späteren Beitrag einmal mehr, aber was Adrenalin und Cortisol in meinem nicht mehr ganz frischen Astralkörper so veranstalten können ist nicht ganz unwichtig. Danke jedenfalls an die Targobank für diese gelungene Veranstaltung.

Die verpasste Donnerstags-Einheit absovierte ich dann am Freitag Nachmittag zumindest im Trockenen. Zuvor hatte ich die Mail vom Schleifer-Sven aus dem fernen Südafrika erhalten, dass ich Marathon-Renntempo am Samstag bei der Winterlaufserie durchaus gehen könne. Also zwei mal 1000 m in diesem Tempo eingebaut, die liefen recht locker, obgleich die Vorstellung, das 21 oder gar 42 mal am Stück zu laufen mir schon die Sorgenfalten tiefer in die Stirn furcht. Aber das ist ja immer so. Mit Startnummer vor dem Bauch sollte es am Samstag noch besser laufen, da war ich mir sicher.

Der Plan stand also, Marathonrenntempo 4:30 Min/km sollten es werden. Nicht schneller, aber auch nicht langsamer. Da im betrieb am Freitag Abend noch eine Party anstand, welche dann auch noch bis in die sehr späten Abendstunden ging und ich eine meiner Töchter noch mitten in der Nacht geplant abholen musste, war mein Erholungsschlaf vor dem Wettkampf arg perforiert. Zumindest hatte ich es bei zwei "scharfen" Gläsern Bier belassen und ansonsten alkoholfreies bevorzugt.

Der Samstag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, es fiel daher Anfangs recht schwer, den Regenprognosen für den Nachmittag Gauben zu schenken. Leider begann es pünktlich mit Verlassen des Hauses zu nieseln, es sollte nicht mehr wirklich aufhören. Nicht, dass ich jetzt Probleme hätte, im Regen zu laufen, aber der Heilung meiner Erkältung ist so etwas nicht unbedingt förderlich und für die Gemütlichkeit nachher ist es auch nicht gerade schön. Ich war mir nicht unsicher, dass ich die Pace würde 21 Kilometer laufen können, denn am Mittwoch hatte sich die befürchtete Erkältungs-Mattigkeit ja nicht eingestellt. Aber wie das Gefühl sein würde, wie die Gedanken kurz vor dem Ziel, dasselbe bald noch einmal hintendran laufen zu wollen, das war die spannende Frage. Die mein Befinden für die nächsten 14 Tage prägen würde, das war mir so etwas von klar. Aber nervös war ich deshalb nicht. Unter dem Bunert-Zelt zogen wir unsere Überzieh-Utensilien aus, dann ging es zum Warmlaufen. Etwas knapp an der Zeit trafen wir wieder am Zelt ein, wo Laufkollege Sebo auf mich wartete. Wir kennen uns, seit wir den LiDoMa 1 im Jahre 2011 gemeinsam mit Uwe und Hans im Team absolviert hatten und hatten lockeren Facebook-Kontakt gehalten, uns das eine oder andere Mal getroffen. Aber irgendwie hatte Sebo schon geschrieben, dass er sich vorstellen könnte, sich mir anzuschließen, denn auch er hatte trainingstechnisch keine so erfolgreiche Zeit hinter sich. Erfreut, einen Partner zur Tempokontrolle zu haben begaben wir uns Richtung Start, wo es dann leider ob der Schlange am Plastik-Baum sehr knapp wurde und wir erst unmittelbar vor dem Startschuss im Startfeld standen.

Zumindest bewahrte uns das davor, den ersten Kilometer zu schnell anzugehen, anfangs waren wir sogar etwas zu langsam, so dass mein Virtuel Partner auf der Garmin-Uhr schwarz unterlegt war. Aber das sollte und durfte mich nicht nervös machen. Mit 4:31 und 4:29 erreichten wir fast Punktlandungen auf den ersten Abschnitten, wobei ich mir mehrfach für Sebo ein Lasso wünschte. Er ist schon im Normalfall deutlich besser als ich. Aber er ließ sich bremsen, denn er äußerte ja Zweifel, die Distanz überhaupt in dem Tempo hin zu bekommen. Zu Beginn ist das Tempo immer etwas unruhig, denn viele gruppieren sich ja bekanntlich falsch ein und wenn man dann noch von weiter hinten kommt.... Aber auch Sebo bremste mich ab und an ein, wenn ich nach dem Überholen von Vorläufern nicht mein Tempo wieder reduzierte. Schnell waren wir am Wald und die ersten 5 Kilometer waren absolviert. Der 4:30er Zug lief wie auf Schienen. Mir ging es noch sehr gut, wäre ja auch schlecht, wenn nicht. Mit 22:27 eine fast perfekte Durchlaufzeit am 5-Kilometer-Schild. "Jetzt kommen die Hügel" Das schien Sebo nichts auszumachen, aber wir verloren her nicht wirklich Pace sondern mussten uns eher bremsen, um nicht schon da Körner zu verbrennen, die am Ende fehlen würden. Ich fand meine Performance bis dahin beruhigend, wartete aber innerlich auch irgendwie darauf, dass es anstrengend würde. Der Wald hatte zumindest den angenehmen Effekt, dass wir den Gegenwind los waren, der uns den Nieselregen immer schön vor die Frontpartie geweht und diese bereits völlig durchnässt hatte. Vor uns lief stets ein Kollegen, in weißer Hose, weißen Tubes. "Die richtige Kleidung bei dem Wettter hier im Wald" scherzte ich. "Ich habe ja eine Freundin, die macht das wieder sauber" gab er uns zurück und wir kamen in ein kurzes Gespräch, was er und wir so laufen wollten. Das deckte sich natürich, denn wenn man bereits fast ein Drittel der Strecke beieinander war. Mit "Es gibt ja OMO mit Reinweichkraft" ließen wir ihn dann doch ein Stück nach vorne ziehen. Die "Berge" hatten wir hinter uns, die Waldwege waren relativ fest. "Noch 14 Kilometer, ein Drittel haben wir gleich" sage ich. "13, der letzte zählt nicht" antwortete mir Sebo. Es ging ihm noch ganz gut, aber wir beide wissen als erfahrene Läufer, dass das erst eine Momentaufnahme ist. Die zugesagte Regenpause ließ weiter auf sich warten, aber ich beobachtete, dass wir die ersten bereits überholten. Eine Läuferin vor uns lief ein sehr konstantes Tempo, wir hielten den Abstand immer ähnlich. Der Triathlet in weiß war auch wieder da. Kilometer zehn piepste mit wieder perfekten 44:51 Min., der Motor schnurrte und gleich, Ausgangs des Waldes, würde es erst einmal leichter werden. Denn neben dem Rückenwind ist Asphalt und Pflaster immer besser zu laufen als Schotter und die Regattabahn mit ihrem schlechteren Schotter, die sich anschließt, bot zumindest noch Rückenwind und sie war ja unsere wöchentliche Trainingspiste. "Halbzeit" bemerkte Sebo, "der letzte zählt ja nicht". Ich schloss mich der Meinung an, checkte meine Systeme und vernahm die Meldung "Alles Roger" aus meiner Steuerzentrale. Kein Adreanalin- oder Cortisolschub erforderlich. Das Mädel vor uns mussten wir Ausgangs des Waldes überholen, sie schien abzubauen. Aber auf Einzelschicksale kann man leider keine Rücksicht nehmen. Unsere kleine 3er-Gruppe - den weißen Triathleten, der nunmehr von hinten schwarz gesprenkelt aussah und dessen Tubes mehr schwarz als weiß erschienen, hatten wir in unsere Kleingruppe irgendwie aufgenommen. Der erste Rückenwindkilometer war dann 4 Sekunden zu schnell, den nächste hatten wir wieder heruntergebremst. Das Lasso für Sebo brauchte ich nicht mehr, ich registrierte spätestens an der Regattabahn, dass er innerlich bereits Diskussionen mit seinem Schweinehund führte. Gut, dass ich ihn anfangs gebremst hatte. Die Regattabahn Richtung Süden. Gegenüber tauchte ein Rad mit zwei Läufern dahinter auf. "Hat Manuel Meyer mal Konkurrenz?" frage Sebo. "Sieht so aus". War aber nicht so, es waren der zweite und dritte Läufer, wie sich herausstellte. Der grobe Schotter drückt sich durch die Laufsohle, in den glatteren Spure steht nun teilweise Wasser. Aber ich teile mir schon den Rest ein. Gleich der Wasserstand hinter der Tribüne, dann noch den Parallelkanal wieder nach Norden und dann der Wald zum Abschluss. Die Kilometer 13 und 14 waren wieder fast Punktlandungen, dann ging es vor Kopf der Bahn um die Ecke und wieder auf den glatten Kameraweg in den Wind. Hier waren wir mit 4:21 etwas flott unterwegs, was aber auch noch einmal an Sebo lag. Auch er kennt die Strecke hier von früheren Starts, wenngleich natürlich nicht so gut wie ich, der hier jede Woche trainiert. Wieder mahne ich zur Besonnenheit, denn im Wald schwant mir übles, was das Geläuf anbelangt. Simone feuerte uns vom Streckenrand aus an, ihr Andreas würde hoffentlich auch in wenigen Minuten da sein. Wir überholten nur noch, so ab Kilometer 15 rächt es sich, wenn Du zu Beginn überpaced hast. DAs weiß jeder und doch passiert es so vielen. Mir ging es zunehmend besser statt schlechter, aber das kam wohl vom Kopf, denn der realisierte, dass Wien mit einem Male denkbar war. Mit dem ex-weißen Begleiter sprachen wir noch über Triathlon, ich erzählte ihm von meiner einen Langdistanz, die er auch für 2016 angepeilt hatte. Wenn quatschen noch geht, war ja alles gut. Dann bogen wir ab in den Wald rund um die Bezirkssportanlagen. Die Strecke hier hat viele Ecken und zieht sich über rund 1,5 Kilometer, die einem aber immer wesentlich länger vorkommen. Und das Geläuf wurde gleich mal weich, ubefestigt und entsprechend rutschig. Jetzt war Tempokontrolle angesagt, denn hier durfte man nicht langsamer werden. Ich zog am Tempo und übernahm die Führung unseres kleinen Zuges. Es kam mir selbst schneller vor, aber das lag am rutschigen Untergrund und den Pace-Räubern, die in jedem Wald zu warten pflegen. "Boah, was läufst Du jetzt, 4:15?" fragte mich der nun früher weiße und jetzt noch schwärzere Kollege. In dem Moment piepste mein Garmin Kilometer 18 und ich entgegenete "Genau 4:31". Auch ich musste mich  nun echt zusammenreißen, aber das schob ich auf den Grund und so war es am Ende dann auch. Kurz vor Kilometer 19 überholten wir Irek aus Mülheim, ich grüßte kurz und hoffte dann mal, dass er uns folgen konnte. Sebo schnaufte jetzt ganz ordentlich, aber er hilet sich an unseren Fersen. Er hattte sich mit seinen Zweifeln richtig eingeschätzt, aber das würde er jetzt auch mit durchziehen. Durch das Überholen und den erreichten "Rückweg" am Parallelkanal hatten wir den 19. jetzt in 4:24 absolviert. Schneller durfte es auf keinen Fall werden. Das sagte ich meinen Kollegen auch. Schnell war die Kuhle am Spielplatz und das Schild "20" erreicht."Wenn Ihr wollt, könnt Ihr jetzt Gas geben" erlaubte ich großzügig meinen Mitstreitern. Die schienen aber dankend abzulehnen, während ich innere Inventur machte, während wir die Friedrich-Alfred-Straße hinter uns brachten. Ich hätte nichts gegen Anhalten einzuwenden, könnte aber noch gut in dem Tempo weiterlaufen. jetzt noch berücksichtigend, dass das Geläuf heute schwieriger als in Wien war und das Wetter hoffentlicch ach schlechter, konnte ich sehr zufreiden sein. Jetzt zwei Wochen sinnvolles Training und ausreichend Regeneration, dann habe ich eine Chance, die 3:10 in Wien zu knacken. Mit diesem Fazit ging es ins Stadion auf die Bahn, wo wir trotz Spurtverzicht doch am Ende eine 3:54er Pace hinlegten und nebeneinander die Ziellinie überquerten - wie einst mit Sebo beim LiDoMa I. an den Gestanden des Möhnesees. Aber das war eine andere Zeit, ganz weit weg. Ganz nah dran war unsere 1:34:28 und damit strahlten wir wohl alle drei eine gewisse  Zufriedenheit aus. Wir haben, zunächst mit Sebo alleine und später zu dritt, eine tolle Teamleistung gebracht und sind super gleichmäßig gelaufen.

Nach dem Zielfoto verloren wir uns leider sofort aus den Augen, denn man musste sich sofort trockene Sachen anziehen. Jetzt eine neue Erkältung wäre fatal. Claudia hatte Yvonne aus der Ausdauerschule bei ihrem ersten HM begleitet und sie mit 2:13 gut zwei Minuten schneller als die von Claudia angepeilten 2:15 ins Ziel gebracht. 

Alles in Allem waren die  meisten mit Ihren Zeiten zufrieden. Am Ende des Tages fiel mir dann in der Ergebnisliste auf, dass ich meine Serienbestzeit von 2013 dann doch noch im einige Sekunden verbessert hatte, trotz des gebremst gelaufenen Halbmarathons und des verkorksten 10ers. Nun ja, das sollte ich mal als gutes Zeichen nehmen. 
Den Sonntags-REG-Lauf klemme ich mir dann mal wegen des Dauerregens, ich geh dann jetzt mal eine halbe Stunde auf das Spinning-Rad. Baut auch Laktat ab. 

Montag, 23. März 2015

Die Woche danach......verschnupft zum Venloop

Aus dem Trainingslager wieder da.....und irgendwie voll erkältet. Ehe jetzt das Gescherze über "Männerschnupfen" wieder losgeht, auf das ich zur Zeit relativ verschnupft reagiere: Ich ging arbeiten, ich habe keine Apothekenausstattungen von Medizin genommen, ich bin nur ziemlich angesäuert, weil mich das psychologisch zum falschen Zeitpunkt trifft. Das gehuste und geschnupfe ist auch auszuhalten zumal ich von Nebensymptomen wie Fieber und Kpfschmerzen verschont blieb.
Aber die Zeit läuft so schnell wie die Nase. Noch drei Wochen bis Wien. Einen Rückschlag kann ich nicht gebrauchen, denn dann werde ich es nicht mmehr rechtzeitig schaffen. Und ich habe keine Alternative mehr zu Wien, denn danach brauche ich die Vorbereitung auf den Ultra im August, dann ist es vorbei mt der Marathon-Bestzeit und vier Monate Vorbereitung im Winter waren für die Katz. DAs ich da nicht besonders humorig reagiere, sollte klar sein.
Nun ja, Dienstag und Mittwoch war ich zum einen auf Dienstreise, zum anderen stand ja eh nichts auf dem Trainingsplan. Am Donnerstag standen gesteigerte Intervalle über 10 x 400 m auf dem Plan. Sollte ich trainieren? Ja, ich tat es, aber mit der Absicht, nur mit dem ohnehin geplanten gebremstem Schaum zu laufen. Das gelang mir auch einigermaßen. Erstaunlicherweise geht es mir während und nach einer Laufeinheit immer irgendwie besser. Nun ja, am Freitag schniefte ich ordentlich weiter und ließ die 40 regenerativen Minuten aus, die würden mich nicht weiter bringen.
Aber ein Bestzeit-Versuch am Sonntag in Venlo, wie ich es mir als gelungene Generalprobe vorgestellt hatte? Oder auch nur die angedachte 4:20er Pace? Es gab Leute, auf deren Meinung ich etwas gebe, die reten mir, überhaupt nicht zu laufen. Und ja, ich spielte am Samstag ernsthaft mit diesem Gedanken. Die Vorstellung, krank und schlapp nach Wien zu reisen, treibt mich um.
Natürlich ist es aber auch kein gutes Gefühö, die dritte Woche vor dem Marathon eine totale Laufpause einzulegen.
Aber bei dieser Entschedung kann Dir keiner helfen und Du musst sie selbst verantworten. Also traf ich die Entscheidung, einen schönen Film zu drehen und halt unterwegs Party zu machen und Spaß zu haben.

Damit schütze ich  mich vor mir selbst, denn mit Kamera in der Hand kann ich nicht Vollgas laufen, wenn es Anfangs gut laufen sollte, ich mit den "falschen" Leuten am Start zusammaneträfe.
Claudia will mal Gas geben, wir haben also die seltene Situation, dass sie schneller laufen möchte als ich. Auch mal schön.
Wie es dann war in Venlo, gibt dann am Besten unser Video wieder:
https://www.youtube.com/watch?v=u34laGh5SSs


Fazit: Viel Spaß gehabt, mit 5:15er Pace viel schneller gelaufen, als mit 6er Pace geplant. Aber doch langsam genug, dass es uns so richtig leicht viel. Und am Ende war es dann noch ein sinnvoller langer Trainingslauf in ordentlichem Tempo. Die 40 Minuten-Einheit am Montag lasse ich dann nochmal wieder weg. Ich hoffe jetzt, dass es mir bis Mittwoch noch ein wenig besser geht und ich dann die geplante Stunde Gas geben kann. Das Kopftraining hat jedenfalls nicht gelitten, meine Laune steigt hoffentlich wieder. Samstag ist auch noch ein Halbmarathon.....

Ach ja: Meine Claudia ist mit einer hohen 1:45 eine tolle Bestzeit gelaufen, obwohl es bei Ihr zu Beginn nicht so lief. Die Bestzeit mal eben um fast zwei Minuten im HM verbessert - eine ganz tolle Leistung. Wenn sie will, dann kann sie auch schnell.....

Donnerstag, 19. März 2015

Abschluss des Trainingslagers

Glücklich und scherzend kamen wir im Bus nach dem Wettkampf in Chiclana wieder zuück im Hotel an. Da ja alle Leistungen aufgrund des Trainingslagers zu relativieren waren, die Strecke mit 11,2 Kilometern in jedem Falle bestzeitentauglich  war, waren auch alle mit den präsentierten Leistungen und der Orga des Laufes sehr zufrieden. Beim Mittagesssen gelang es uns, die verbrauchten Kalorien mühsam wieder zu zu führen, nicht ohne unsere Podestplätze Jeanette, Lisa, Jutta und Marc ausgiebig zu bejubeln, welche während der Mahlzeit nach überstandener Siegerehrung mit dem Taxi später zurück zum Hotel kamen. Schade, aber da die Busse so weit weg vom Ziel parken mussten und wir alle aus den nassen Sachen raus wollten, hatten wir keine Chance, die Ehrungen vor Ort noch zu verfolgen.

Am Nachmittag stand um 16:00 Uhr ein wenig auslaufen und Gymnastik auf dem Programm, was ich jedoch schon als ziemlich anstrengendend empfand. Vielleicht war das barfuß Laufen am Strand auch nicht so gut, denn nach der Ermüdung den Fuß an etwas völlig ungewohntes heran zu führen, dazu gibbt es wahrscheinlich passendere Momente. Egal es war herrlich, im Sonnenschein am Wasser entlang nochmal 5 Kilometer über den Sand zu laufen und danach in der Sonne etwas zu dehnen.


Der letzte Abend wurde dann nicht ganz wie er sollte, weil der DJ in der eigens für uns geöffneten Disko eher seiner selbstverliebtheit als unseren Musikwünschen nachgab, was sich auf Dauer echt als Stimungskiller erweist. Die AK W/M 35 - 60 ist nun mal eine schlechte Zielgruppe für den Remix vom Remix garniert mit endlosen Loops und für dröhnende Bässe sollten dann auch die entsprechenden Boxen in Betrieb sein. Nun ja, Jörg's Auftritt als singendes Känguru - extra in der Kinderdisko zur Freude der lieben Kleinen einstudiert, war nochmal ein Highlight des Abends.

Am Morgen noch ein letzter 8-Kilometer-Lauf durch den "Intervall-Park" und das Hinterland von Nuevo Sancti Petri zurück in einer 5:30er Pace, dann war es das mit dem Trainingslager.

Mein Fazit: Eine super Gruppe mit toller Stimmung, eine Woche lang nur blöde Sprüche, gutes Essen, tolles Wetter. Und das Trainingsproramm? Nun ja, es war fast eins zu eins dasselbe wie im letzten Jahr, wenngleich ich dieses Mal ja die Anweisung hatte, die Tempointervalle nicht ganz an die Spitze zu ziehen, was ich auch nicht getan habe. Für meinen Geschmack war es etwas zu viel ein Einheitstempo, bis auf dem gesteigerten DL am Anfang, der mir immer sehr gut gefällt. Das Programm war aber von allen Trainern variabel und abwechslungsreich zusammengestellt und auch mit Freude präsentiert, ebenso wie die drei Vorträge. Eine absolut empfehlenswerte Veranstaltung für alle Leistungsklassen, denn auch hier kam niemals irgendwelche Disharmonie auf. Insgesamt kam ich auf 145 Kilometer in 8 Tagen, wenn ich den Lauf unmittelbar vor dem Abflug zu Hause mitrechne. Ordentlich!

Am Ende war auch nicht nicht zu viel mehr in der Lage wobei ich nicht sagen kann, ob das jetzt an den täglichen Belastungen des Trainings oder eher an meiner seit Mittwoch heraufgezogenen Erkältung lag. Die hat mir leider einige Freude an der Veranstaltung genommen, zumal sie meist am Morgen und am Abend als am stärksten empfunden wurde. Den Wettkampf hätte ich gerne einen kleinen Tacken schneller versucht, aber das ging nicht. Jetzt freue ich mich erst einmal auf eine ruhige Woche, wobei die späte Landung am Montag abend und ein sofort am Dienstag folgendes zweitägiges Seminar in Münster auch gleich wieder in Stress ausarteten.

Ich hoffe jetzt, dass ich mich bis zum Venloop am Sonntag so erhole, dass ich da zumindest eine 4:20er Pace wieder laufen kann. Wie ich bisher noch vor mich hin huste wird das sonst eine ganz touristische Nummer.  Auch hier wurde mir vom absoluten PB-Versuch abgeraten, denn bis Wien sind es dann nur noch drei Wochen!

Sonntag, 15. März 2015

Trainingslager Tag 7 - Heulsusenbericht zum Trailrunning

Der 6. Tag ging nach viel zu kurzem Poolaufenthalt – wir haben hier aber auch echtes Glück mit den Temperaturen – mit der „60-Minuten Trailrunning“-Einheit weiter. Trainer Roman, seines Zeichens „gelernter“ Orientierungsläufer und jahrelang in der diesbezüglichen Nationalmannschaft aktiv, wollte uns eine kurze Einführung in seinen Sport geben. Langsam trabten wir pünktlich um 16 Uhr los, es ging natürlicch zunächst über den Berg Richtung „Savanne“. Aber nicht auf der Straße, sondern durch den Park hinter den Nachbarhotels, wo erste spontane Querfeldein-Versuche gleich mit dem ersten umgeknickten Fuß und aufgekratzten Waden in einer Sackgasse endeten. Dann ging es an den einigen Ruinen vorbei über einen  sandigen Feldweg in die geliebte „Savanne“. Hier dozierte unserv Trainr zunächst dass wir  nun die absolut einfachste Form des Orientierungslaufes absolvieren würden, ein kurzer Blick auf die Karte und er ging in gefühlter 5er Pace ab. Die Beine, ohnehin müde vom Pensum der Woche, mussten sehen, wie sie die Füße aufsetzten, immer zwischen Löchern im Boden, 

Dornengestrüpp, welches der Krone Jesu würdig gewesen wären und aufragendem Wurzelwerk in kniehohem Pampasgras. Ob das die optimale Vorbereitung für das Rennen morgen in Chiclana ist? Man weiß es nicht, aber der Mann ist ja diplomierter Sportwissenschaftler. Scheinbar war ich nicht der einzige, der die Sinnhaftigkeit dieses Tuns in Zweifel zog. Andreas blieb irgendwann stehen, auch er mit dem Fuß umgeknickt. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde: Das macht als isolierte Einheit sicher Spaß und ist mal etwas anderes, aber 4 Wochen vor dem großen Marathon und mich 120 Wochenkilometern in den Waden war das, sagen wir mal subobtimal.

 Roman hatte nach Andreas‘ umknicken ein Einsehen, er und andere aus der Gruppe  zogen es vor, die Einheit auf 45 Minuten zu verkürze und die Straße zum Hotel zurück zu nehmen. Warum ich eigentlich nicht? Nun ja, es ging dann noch einmal auf Trampelpfaden den Weg parallel zurück, den wir gerade bergan auf der Straße getrabt waren, ehe wir zum Strand abbogen und die letzten 2,5 Kilometer dort hinter der gerade zurückgewichenen Flut – natürlich gegen den Wind – auf relativ weichem Boden die 60 Minuten voll machten.





Nach dem Abendessen standen dann noch ein Vortrag vom Schleifer – Sven über die möglichen Fehler einer Wettkampf-Vorbereitung und     -durchführung auf dem Programm, der zwar viele Wahrheiten, aber nicht viel Neues brachte. Im Anschluss verteilte Marc dann die bereits gelieferten Startnummern und Teilnehmer-Shirts für den Lauf am Sonntag morgen, der Bus sollte uns um 9:00 Uhr zum Stadion nach Chiclana bringen.
Meiner Erkältung ging es am Abend gefühlt etwas besser, ich verspürte zumindest nicht den dringenden Wunsch, sofort in die Heia zu gehen und gönne mir noch ein alkoholfreies Bier an der Bar. Die Frage des Animateurs dort, der mich auf den Lauf ansprach und mit „Wie lange braucht man für 11 Kilometer – so eine halbe Stunde?“ wenig Laufkompetenz ausstrahlte, ließ mich dann selbst nochmal ins Grübeln geraten, wie schnell ich den nun laufen wollte. „Wer in Venlo nächste Woche schnell laufen will, sollte 20% langsamer als dort laufen“ hatte der Schleifer noch eben doziert. Das wäre aber nur eine 5er Pace, so touristisch hatte ich mir das Ganze dann doch nicht vorgestellt.
Den Lauf am Sonntag werde ich zu einer separaten Geschichte verarbeiten, die demnächst auf www-laufen-in-dormund.de zu lesen sein wird. Nur soviel: Ich entschied mich für mein Marathon—Renntempo und schaffte es, dies trotz meiner gefühlten Schlappheit durchzuhalten. Der Lauf war wirklich schön.

Mit dem Fazit und dem letzten Tag werde ich mich in den nächsten Tagen melden, denn morgen ruft schon wieder das kalte Deutschland.

Aber seht selbst: