Nach dem Rhein-Ruhr Marathon wollte ich es den Juni ruhig angehen lassen, um im Juli langsam wieder ins Tempotraining für den Frankfurt-Marathon einzusteigen. Aber erstens kommt es anders,zweitens als man denkt. Blieb der Juni tatsächlich relativ ruhig, ging der Juli ungeplant weiter. Der Bericht zum Kölnpfad ist hier zu lesen http://laufen-in-dortmund.de/spontan-zum-koelnpfad-10-x11/ , das Ding war alleine schon eine Wahnsinnstat, wie auch die benötigte Zeit von gut 17 Stunden für 115 gelaufene Kilometer zeigte. Die Woche danach hatten wir uns irgendwann im Juni noch spontan für den Hillymanjaro, einem Ultra-Forschungsprojekt von Michele Ufer entschieden. Die Höhenmeter sollten einen Vorgeschmack auf den Allgäu-Panorama-Ultra im August geben. Hier ging es darum, im Rahmen eines 6h-Trail-Laufs unterwegs Fragebögen zum Befinden auszufüllen. Hier ging es mir sogar wieder relativ gut, auch wenn nach dem Kölnfpfad nur eine Woche verstrichen war. Ich schaffte 47 Kilometer mit über 1000 Höhenmetern in gut 5 1/2 Stunden, da nur ganze Runden gewertet wurden, schenkte ich mir den Versuch, die letzte noch unter einer halbe Stunde zu schaffen. Einleichter Anflug von Vernunft. Mein Anfang Juli begonnenes Training nach Trainingsplan lief eigentlich ganz gut an, wenn ich auch noch lange nicht bei den Zeiten war, wo ich hin wollte. Es begann, sogar wieder Spaß zu machen.
Dennoch fühle ich mich immer total leer. Im Job bin ich seit fast eineinhalb Jahren ständig so belastet, wie früher nur in kurzen Phasen. Das Laufen brauche ich, um davon dann abschalten zu können und dies gelingt mir auch. Mein Körper scheint dies aber nun als Stress zu empfinden. Dazu kommen natürlich völlig unbefriedigende Zeiten im Training. Beispielhaft sei die Pyramide 500-1500-2000-1500-500 an der Regattabahn genannt. Eine 4er Pace war mir nicht möglich, auch nur über 500 m zu laufen. 1500 und 2000 fielen mir mit 4:20 schon schwer. Danach und währenddessen bin ich entsprechend gefrustet, während mein Verstand mir sagt, dass dies normal sein muss.
Dann kam der Sternlauf Münster.https://youtu.be/6nkizF0afoo
Der sollte unser letztes Warmlaufen vor den 70 aplinen Kilometern 14 Tage später werden. Ich ging - anders als beim Kölnpfad - gut gelaunt und in der Erwartung eines ruhigen, entspannten Laufes an die Sache heran. Es kam leider völlig anders. Bereits nach zwei Etappen wurde es in Ahlen anstrengend, in den weiten Feldern bis Drensteinfurt fast unerträglich. Bleierne Müdigkeit im Kopf, weniger in den Beinen machte mir zu schaffen.
Auch das Bewusstsein, dass ich das Tempotraining im Juli quasi gerade wieder kaputt laufe, trug nicht gerade zu meinem Wohlbefinden bei. Ich erinnere mich recht genau an eine Passage zwischen Ahlen und Drensteinfurth, wo mein Garmin auf 36 Kilometer sprang und es nicht voran gehen wollte. "Nur noch ein Marathon" kam es mir in den Sinn. Ich bekam auch meine beruflichen Problemstellungen hier nicht mehr aus dem Kopf, eine Woche vor meinem dreiwöchigen Jahresurlaub gab es eine Menge Probleme, die noch zu lösen waren. Gerade das wollte ich nicht beim Laufen. Und mit einem Male kam mir diese Distanz noch unendlich weit vor. Am Etappenort Albersloh war ich kurz davor, nach knapp 52 Kilometern in den Begleitbully zu steigen. Aber - wäre ich vernünftig, würde ich keine Ultras laufen. Es ging weiter. Auf der folgenden Etappe kam ich fast nicht mehr mit. Schwere Beine, das Tempo gefühlt immer langsamer ließ ich mich nur noch von Mitläufer Arno unterhalten. Gut, dass der viel auf mich einredete und viel zu berichten hatte, das lenkte ab. Dank seiner Hilfe schaffte ich es, deutlich hinter Claudia, der es wieder überraschend gut ging, das vorletzte Etappenziel zu erreichen. Ab da ging es geringfügig besser, aber gut wäre echt gelogen. Mir war klar, dass ich so im Allgäu 14 Tage später nicht die Berge hinauf kommen würde und das nun 14 Tage Pause anstehen müssen. Da traf es sich gut, dass ich sowieso keinen Abend vor 18 Uhr aus dem Büro kam.
Beim Training der Ausdauerschule am folgenden Donnerstag lief ich nur hinterher. Schleifer-Sven bestärkte mich darin, nun wirklich Pause zu machen und den August weitgehend zur Regeneration zu nutzen. Da ich drei Wochen Urlaub habe, sollte dies hoffentlich gelingen. Ich soll dann im September nur noch wenig lange Läufe machen und vorwiegend am Tempo arbeiten. Grundlage hätte ich mehr als genug. An eine Bestzeit in Frankfurt mag ich nicht mehr denken, zu unwahrscheinlich erscheint es mir, noch auf Tempo zu kommen.
Es ist im Moment eine gefährliche Mischung aus beruflicher und sportlicher Belastung. Ich brauche das Laufen dringender denn je, um zu entspannen. Habe aber Ansprüche an mich, die ich derzeit - auch rational nachvollziehbar - nicht erfüllen kann. Sportliche Bestleistungen werde ich in diesem Jahr nicht mehr erreichen können. Ein Jahr ohne PB - das schmerzt. Aber ich habe mir mit der TorTour einen Traum in einer sehr guten Zeit erfüllt. Ist das nichts? Ich hatte Verletzungsprobleme zu Beginn des Jahres, die fast alles in Frage gestellt hätten, was ich geplant hatte. Und meine Leistungen sind immer noch in einem Bereich, um den mich manche beneiden würden. Das muss ich mir immer bewusst machen. Ich werde aus diesem Dauertief heraus kommen. Irgendwann.
Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Allgäu-Panorama-Ultra am Wochenende. Und danach auf den "Kärnten läuft" Halbmarathon am Wörthersee. Was ich da laufen werde, weiß ich wirklich noch nicht. Im Moment bin ich leer. Völlig.
Donnerstag, 11. August 2016
Operation gelungen - Patient tot.....Rhein-Ruhr-Marathon
Die erste echte Herausfoderung nach der TorTour wartete am Sonntag mit dem Rhein-Ruhr-Marathon auf mich. Warum ein Marathon noch immer eine Herausforderung ist? Nun ja, ich hatte die Ehre, wieder als Brems- und Zugläufer "nominiert" worden zu sein. Das ist mir zum Einen eine Ehre, wenn ich Marathonis durch meine "Heimatstadt" führen darf, obwohl ich ja nicht dort wohne und eher eine Art Hassliebe zur "Stadt Montan" lebe. Zum Anderen aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn auch von der Qualität der Brems- und Zugläufer(BuZ) hängt die Qualität der Gesamtveranstaltung zu einem kleinen Teil ab.
Die Temperaturen waren sehr warm und schwül vorhergesagt, es würde also durchaus anstrengend werden und ich war bereits im Vorfeld überzeugt, dass Mein BuZ-Kollege Dennis und ich bei weitem nicht so viele Läufer und Läuferinnen würden ins Ziel bringen können wie im Vorjahr. Da war es zwar auch sonnig, aber zunächst noch kühl und wurde erst ab der zweiten Hälfte richtig warm.
Bereits am Samstag auf der Messe, wo wir unsere Startunterlagen und das BuZ-Shirt abholten, diskutierten wir, dass es bei schwülen 28 Grad unverantwortlich wäre, andere Mitläufer in irgendeiner Form zu motivieren oder anzustacheln, "dran" zu bleiben. Man kennt die Leute in der Regel nicht oder nur flüchtig, ich möchte nicht, dass jemand dann umkippt. Jeder Läufer hat eine Gesundheitserklärung mit der Anmeldung abgegeben und sollte volljährig sein. Ob er auch weiß, was schwüle Hitze mit ihm machen kann, kann ich am Ende nicht beurteilen.
Am Sonntag fanden wir uns in aller Frühe bei "Chefin" Christel Valdés ein, sie bittet uns um 7:45 schon ins Stadion zum Gruppenbild mit Gasballons. Leider - oder Gott sei Dank? - ist es noch sehr nebelig und diesig, aber das würde sich wohl schnell legen. So ein Heim-Marathon hat ja auch zur Folge, dass man nicht nur jeden 3.Starter kennt, sondern nur jeden 4. nicht. Also gibt es ein häufiges "Hallo" , man kommt meist keine 3 Meter weit. Irgendwann scheinen alle begrüßt zu sein, ich sitze noch ein wenig mit Birgit, Dennis und Svenja auf einer Bierzelt-Garnitur mit unseren Schildern "3:45" und "5:00", dannn begeben wir uns Richtung Startfeld. Wir starten ein wenig später, denn wegen der Absage des Santander-Marathon in Mönchengladbach am Vortag gab es eine Menge Nachmelder, die nun hier ihr Können unter Beweis stellen wollten. Am Start treffe ich Cousin Andre, der mich auf den "letzten" 115 km der TorTour begleitet hatte. Er war zwischendurch gesundheitlich ein wenig angeschlagen, will aber dennoch ohne große Ambitionen starten. Dann geht es los. Duisburg ist für mich immer irgendwie besonders, obwohl ich zu dieser Stadt eher eine Hassliebe entwickelt habe. Aber irgendwie ist es wohl auch Heimat. Die Gruppe findet sich langsam, ist aber bereits kleiner als vor einem Jahr. Ich setze auf den bewölkten Himmel und möchte etwas schneller laufen, solange dies so ist. Damit hatten wir im letzten Jahre gute Erfahrungen gemacht. Leider reißt bereits am "Oberbayern" auf der Koloniestraße nach eineinhalb Kilometern der Himmel auf und das gelbe Ding kommt durch. Sofort wird es gefühlt 5 Grad wärmer und ich nehme umgehen das leicht erhöhte Tempo heraus. Bereits am Stadttheater kündige ich den ersten Wasserstand an nd empfehle meinen Mitläufern dringend, diesen auch zu nutzen. Oft wenig trinken, auch nicht nur Wasser sondern vor allem auch Iso, wid die Devise des Tages sein. Ich stelle mir immer einen vollen Becher umgedreht auf die Schirmmütze und warte, bis die Flüssigkeit Mütze und Haare durchdrungen hat. Das kühlt und hält eine Weile vor. Bei Kilometer 7 beigen wir in den Hafenbereich ein. "Ein Sechstel haben wir schon!". Mit diesen Tricks will ich den Läufern die Strecke klein reden. In Meiderich sind es schon ein Viertel, hier stehen auch bereits die ersten Anwohner mit Gartenduschen. Der Veranstalter hatte hierzu auf Facebook aufgerufen und dem wird offensichtlich Folge geleistet. Ich erzähle ortsunkundigen Mitläufern ein wenig über den Ortsteil Meiderich und zeige die Heimat des MSV an der Westender Straße. Der MSV-Fanclub gegenüber zeigt sich über meinen Ruf "nie mehr zweite Liga" hingegen wenig erfreut, aber ein wenig Spaß muss ja auch sein. Meine Begleiter halten sich gut, aber hier, kurz vor Ruhrourt, sind es ja auch erst 14 Kilometer.
"Ein Drittel haben wir schon" motiviere ich weiter. Dann geht es über den Rhein. Unseren kleinen Zeitvorsprung lassen wir bewusst an der Rheinbrückenrampe, dann geht es nach Alt-Homberg hineien, wo traditionell eine tolle Stimmung auf der Augustastr. herrscht. Wir lassen uns ein wenig hinreißen, Mitpacer Dennis bremst mich ein wenig. dafür wird es in der flimmernden Hitze kurz vor dem Halbmarathon am Huntsman-Chemiewerk (früher bekannt als Sachtleben) wieder warm. Die Gruppe wird kleiner, erste fallen zurück, was ich aber nicht ändern kann und möchte. Am Halbmarathon am Rheinufer direkt unter der maroden A40-Brücje stehen unsere Kollegen aus der Ausdauerschule, die auf den Staffelwechsel warten. Knapp unter 1:52 h, wir sind gut in der Zeit und haben die Reserven, die wir in der drückenden Schwüle noch brauchen werden, denn die Trinkpausen werden länger. Auf dem Deich Richtung Rheinhausen steht die Lauft beinahe unerträglich. Als wir dort die Brückenrampe der Brücke der Solidarität erreichen, die im Vergleich zu Ruhrort aber sehr moderat ansteigt und dazu im Schatten hoher Bäume liegt. Die Gruppe ist auf maximal 10 Personen geschrumpft. Die Brücke empfängt uns mit Sonne und flimmerndem Asphalt, dann geht es hinein nach Hochfeld. Mir geht es recht gut, ich kann Wärme aber auch gut haben. Cousin Andre haben wir am Rheinhauser Markt überholt, er steigt vernünftigerweise aus. Vernünftig, nach der Vorbelastung hier nichts zu zwingen. Auf der rechten Rheinseite angekommen haben wir fast die 28 Kilometer, die endlos scheinenden Düsseldorfer Straße liegt vor uns. "So, 28 Kilometer geschafft, die Hitze flimmert, der Asphalt glüht, es geht stur geradeaus. Das ist Marathon. Jerzt fängt es erst an!" Erwähne ich zu den letzten "Mohikanern" meiner 3:45er Gruppe, es mögen noch 5 oder 6 sein. Hier habe ich schon Mühe, diese kleine Gruppe noch zusammen zu halten. Baut die gute Stimmung im Duisburger Süden rund um den Buchholzer Markt bei Kilometer 32 dann noch einmal auf und trägt uns durch die vielen Zuschauer, ist danach endgültig Schluss. Die beiden fiesen Anstiege über die A 59 und unter der Bahnstrecke nach Düsseldorf hindurch sprengt die Gruppe endgültig. Wir haben aber keinen Zeitpuffer mehr, um noch Tempo heraus zu nehmen. Unser Job ist es, zur Orientierung das Tempo für 3:45 h zu laufen. Wer es nicht mehr schafft, schafft es nicht. Wir müssen auch an die denken, die ursprünglich schneller laufen wollten und für die wir jetzt ein Rettungsanker sind, wenn wir an ihnen vorbei laufen und sie sich an uns hängen. Auch für mich wird es anstrengend, aber ich habe keine Angst mehr vor nur noch 6 Kilometern. Vorbei an der Unfallklinik geht es durch die letzte Partyzone an der Neidenburger Straße, wo der Moderator bereits in der Ansage meine Mitläufer vermisst. Ich bin tatsächlich mit Dennis fast alleine unterwegs. Dann der Kalkweg, die letzten 3 Kilometer geradeaus. Vor dem Stadion nehme ich noch eine Läuferin mit, die bleibt hinter dem Bogen vor dem Arena-Tunnel stehen und denkt, sie sein da. Ihr Gesicht, als ich Ihr sage es geht noch ins Stadion, war schon sehenswert. Aber es wird eng mit den 3:45.
Wir sprinten gemeinsam und erreichen die Ziellinie tatsächlich in 3:44:59 h. Punktlandung würde ich sagen. Auch für meine Mitläuferin des letzten Kilometers hat es wohl netto noch für unter 3:45 gereicht. So habe ich meinen Job erfüllt und am Ende noch jemanden ins Ziel bekommen, auch wenn die Gruppe mich unterwegs verlassen musste. Es ist aber wohl jeder von uns heil im Ziel angekommen, und das sollte wohl bei diesen Bedingungen die Hauptsache sein. Job done....oder Operation gelungen - Patient tot. Wie man so schön sagt. Man kann es halt bei diesem Wetter nicht zwingen, besser einmal 5 Minuten langsamer als unterwegs zu kollabieren.
Das Erdinger-Alkoholfrei schmeckt gut, steht aber schon etwas zu lange in der Sonne. So greife ich zum frisch gezapften König Pils, das hier auch kostenlos gereicht wird. Allerdings fühle ich mich nach den 0,2 l in der prallen Sonne, als hätte ich 5-6 davon gekippt. Dann kommt Claudia, knapp über 4 Stunden. Auch das ist nach der TorTour, wo sie sich ja noch wesentlich mehr "leer" gelaufen hatte als ich, eine sehr gute Leistung bei diesem Wetter.
Fazit: Ich konnte die Leistung kurz nach dem Ultra abrufen, mit 3:30 wäre es aber ehr eng und ungesund anstrengend geworden. Man sollte eben nur das laufen, was man sicher und locker laufen kann.
Wenn ich im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfte, würde mich das freuen. Wenn man dann für Claudia auch ein Plätzchen im Brems- und Zugläuferfeld findet, noch wesentlich mehr.
Jetzt war erst einmal Pause geplant. Was draus wurde, lest ihr im nächsten Blog.
Die Temperaturen waren sehr warm und schwül vorhergesagt, es würde also durchaus anstrengend werden und ich war bereits im Vorfeld überzeugt, dass Mein BuZ-Kollege Dennis und ich bei weitem nicht so viele Läufer und Läuferinnen würden ins Ziel bringen können wie im Vorjahr. Da war es zwar auch sonnig, aber zunächst noch kühl und wurde erst ab der zweiten Hälfte richtig warm.
Bereits am Samstag auf der Messe, wo wir unsere Startunterlagen und das BuZ-Shirt abholten, diskutierten wir, dass es bei schwülen 28 Grad unverantwortlich wäre, andere Mitläufer in irgendeiner Form zu motivieren oder anzustacheln, "dran" zu bleiben. Man kennt die Leute in der Regel nicht oder nur flüchtig, ich möchte nicht, dass jemand dann umkippt. Jeder Läufer hat eine Gesundheitserklärung mit der Anmeldung abgegeben und sollte volljährig sein. Ob er auch weiß, was schwüle Hitze mit ihm machen kann, kann ich am Ende nicht beurteilen.
Am Sonntag fanden wir uns in aller Frühe bei "Chefin" Christel Valdés ein, sie bittet uns um 7:45 schon ins Stadion zum Gruppenbild mit Gasballons. Leider - oder Gott sei Dank? - ist es noch sehr nebelig und diesig, aber das würde sich wohl schnell legen. So ein Heim-Marathon hat ja auch zur Folge, dass man nicht nur jeden 3.Starter kennt, sondern nur jeden 4. nicht. Also gibt es ein häufiges "Hallo" , man kommt meist keine 3 Meter weit. Irgendwann scheinen alle begrüßt zu sein, ich sitze noch ein wenig mit Birgit, Dennis und Svenja auf einer Bierzelt-Garnitur mit unseren Schildern "3:45" und "5:00", dannn begeben wir uns Richtung Startfeld. Wir starten ein wenig später, denn wegen der Absage des Santander-Marathon in Mönchengladbach am Vortag gab es eine Menge Nachmelder, die nun hier ihr Können unter Beweis stellen wollten. Am Start treffe ich Cousin Andre, der mich auf den "letzten" 115 km der TorTour begleitet hatte. Er war zwischendurch gesundheitlich ein wenig angeschlagen, will aber dennoch ohne große Ambitionen starten. Dann geht es los. Duisburg ist für mich immer irgendwie besonders, obwohl ich zu dieser Stadt eher eine Hassliebe entwickelt habe. Aber irgendwie ist es wohl auch Heimat. Die Gruppe findet sich langsam, ist aber bereits kleiner als vor einem Jahr. Ich setze auf den bewölkten Himmel und möchte etwas schneller laufen, solange dies so ist. Damit hatten wir im letzten Jahre gute Erfahrungen gemacht. Leider reißt bereits am "Oberbayern" auf der Koloniestraße nach eineinhalb Kilometern der Himmel auf und das gelbe Ding kommt durch. Sofort wird es gefühlt 5 Grad wärmer und ich nehme umgehen das leicht erhöhte Tempo heraus. Bereits am Stadttheater kündige ich den ersten Wasserstand an nd empfehle meinen Mitläufern dringend, diesen auch zu nutzen. Oft wenig trinken, auch nicht nur Wasser sondern vor allem auch Iso, wid die Devise des Tages sein. Ich stelle mir immer einen vollen Becher umgedreht auf die Schirmmütze und warte, bis die Flüssigkeit Mütze und Haare durchdrungen hat. Das kühlt und hält eine Weile vor. Bei Kilometer 7 beigen wir in den Hafenbereich ein. "Ein Sechstel haben wir schon!". Mit diesen Tricks will ich den Läufern die Strecke klein reden. In Meiderich sind es schon ein Viertel, hier stehen auch bereits die ersten Anwohner mit Gartenduschen. Der Veranstalter hatte hierzu auf Facebook aufgerufen und dem wird offensichtlich Folge geleistet. Ich erzähle ortsunkundigen Mitläufern ein wenig über den Ortsteil Meiderich und zeige die Heimat des MSV an der Westender Straße. Der MSV-Fanclub gegenüber zeigt sich über meinen Ruf "nie mehr zweite Liga" hingegen wenig erfreut, aber ein wenig Spaß muss ja auch sein. Meine Begleiter halten sich gut, aber hier, kurz vor Ruhrourt, sind es ja auch erst 14 Kilometer.
Wir sprinten gemeinsam und erreichen die Ziellinie tatsächlich in 3:44:59 h. Punktlandung würde ich sagen. Auch für meine Mitläuferin des letzten Kilometers hat es wohl netto noch für unter 3:45 gereicht. So habe ich meinen Job erfüllt und am Ende noch jemanden ins Ziel bekommen, auch wenn die Gruppe mich unterwegs verlassen musste. Es ist aber wohl jeder von uns heil im Ziel angekommen, und das sollte wohl bei diesen Bedingungen die Hauptsache sein. Job done....oder Operation gelungen - Patient tot. Wie man so schön sagt. Man kann es halt bei diesem Wetter nicht zwingen, besser einmal 5 Minuten langsamer als unterwegs zu kollabieren.
Das Erdinger-Alkoholfrei schmeckt gut, steht aber schon etwas zu lange in der Sonne. So greife ich zum frisch gezapften König Pils, das hier auch kostenlos gereicht wird. Allerdings fühle ich mich nach den 0,2 l in der prallen Sonne, als hätte ich 5-6 davon gekippt. Dann kommt Claudia, knapp über 4 Stunden. Auch das ist nach der TorTour, wo sie sich ja noch wesentlich mehr "leer" gelaufen hatte als ich, eine sehr gute Leistung bei diesem Wetter.
Fazit: Ich konnte die Leistung kurz nach dem Ultra abrufen, mit 3:30 wäre es aber ehr eng und ungesund anstrengend geworden. Man sollte eben nur das laufen, was man sicher und locker laufen kann.
Wenn ich im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfte, würde mich das freuen. Wenn man dann für Claudia auch ein Plätzchen im Brems- und Zugläuferfeld findet, noch wesentlich mehr.
Jetzt war erst einmal Pause geplant. Was draus wurde, lest ihr im nächsten Blog.
Samstag, 4. Juni 2016
Wiederanlaufen - beim Atatürk-Lauf und beim ELE-Triathlon
Zwei lauflose Wochen waren schon recht lang, aber man muss dem Körper ja wirklich mal Ruhe gönnen. Mit Blick auf mein nach der TorTour angeschwollenenes rechtes Fußgelenk war sowieso Quarkpackung und Kühlung eher als Laufsport angesagt, so fiel es mir auch nicht schwer, meinen Job als Brems- Zugläufer für die 1:45 beim Vivawest-Halbmarathon Laufkollegen Mark zu übergeben, der den Job hervorragend gemacht hat. Ich nutzte den Tag, da Claudia es ja mit zwei Stunden als BuZlerin versuchen wollte, um mein Rennrad eine Woche vor dem Triathlon in Gladbeck das erste Mal in diesem Jahr auszuführen und entlang der Strecke ein paar Bilder zu schießen. Caudia verpackte es noch nicht so gut, Ihr Magen war noch nicht wieder ganz von der TTdR erholt und zwang sie am Ende zu unschönen Pausen. Gut, dass 3 BuZ eingeteilt waren, Claudia kümmerte sich dann um die nach hinten abgefallenen und brachte die zumindest sicher ins Ziel.
Radfahren tat meinem Fußgelenk nichts, also wollte ich eigentlich am Dienstag oder Mittwoch ein wenig mit dem Rennrad trainieren. Der Bewegungsdrang war wieder da. Ich fühle mich halt irgendwie nicht wohl wenn ich nach Feierabend nur auf der Couch sitze.
Im Laufe der zweiten Woche ging ja auch die Schwellung am Bein zurück, der Schmerz hatte faast völlig aufgehört. Nur bei alsoWir entschieden uns also, am Samstag mal am Atatürk-Lauf des Ayyo-Teams Essen teilzunehmen. Claudia war bereits im Vorjahr dabei, ich nur als Zuschauer. Aber wir waren beide von der liebevoll organisierten Veranstaltung angetan, von dem türkischen Urlaubsflair und den leckeren türkischen Speisen. Die 5-Kilometer-Strecke sollte reichen.
Claudia war froh, dass unsere Freunde Marco und Kim sich doch noch kurzfristig zur Teilnahme entschieden hatten, denn sie wollte ruhig laufen. Das ging mit Kim für sie ganz gut, sonst weiß man ja wie das läuft. Ich wollte zügig, aber nicht Vollgas laufen. So 4:30 Minuten auf den Kilometer sollten es aber schon sein, ich traf vor Ort Sven Block von TuSEM. Mit Sven hatte ich schon den einen oder anderen Lauf absolviert. Wir einigten uns auf eine 4:30er Pace, denn auch Sven brauchte eine Bremse, mir fällt das zu zweit auch leichter.
So standen wir dann an der Startlinie. Los ging es, die Strecke führt zunächst einmal direkt bergauf auf den Emscherdeich, das Gewässer wird dann sogleich überquert. Dann geht es direkt über den Rhein-Herne-Kanal und hinab an den Uferweg. Die Strecke ist wunderschön, das wetter leider recht schwül. Sven und ich müssen zunächst das überholt werden aushalten, gemeinsam gelingt das ganz gut. Wir sind nur wenig zu schnell, aber nach einem Kilometer fühle ich mich noch sehr gut. Beim zweiten Kilometer kommt schon kaum noch jemand an uns vorbei, wir fangen langsam an, Leute zu überholen. Schon ist die geschwungene Rote Brücke des Nordsternparks in Sicht, da ist ungefähr Halbzeit. Auf der Brücke steht Claudia Steeg und schießt schöne Fotos von Sven und mir,
wie wir im Gleichschritt die zweite Hälfte angehen. Einen Läufer sammeln wir kurz dahinter ein, auch er muss seinem Tempo offensichtlich Tribut zollen. Wir sind zwar deutlich schneller als die angepeilten 4:30, aber bei mir klappt es noch gut. Werde der Oberschenkel noch mein Fuß machen Probleme. Dennoch bremse ich immer ein wenig herunter, denn noch sind es zwei Kilometer. Das liebe ich am 5er, der ist schon fast wieder vorbei, wenn man so richtig im Rennen ist. Irgendwann taucht Marco vor uns auf, wir kommen auch ihm schnell näher. Als wir schon den Weg vom Deich hinunter auf die Sportanlage sehen, gehen wir an ihm vorbei. Er macht keine Anstalten, mit zu kommen. Bergab halte ich mich wegen meines Oberschenkels noch ein wenig zurück, dann geht es in den Endspurt. Mit einer 21:19 komme ich kurz vor Sven ins Ziel. Ein tolles Ergebnis, bedenkt man, dass ich seit Februar aus dem Tempotraining raus bin und die 230 Kilometer erst zwei Wochen her sind.
Claudia kommt mit einer jungen Läuferin vom Ayyo-Team ins Ziel, die sich wohl etwas übernommen hatte und die Unterstützung brauchte, Kim kommt kurz dahinter ins Ziel. Die Hitze und Schwüle hat einigen zu schaffen gemacht.
Wir lassen den Nachmittag mit leckeren türkischen Speisen und Getränken, die hier zu zivilen Preisen und liebevoll zubereitet angeboten werden, ausklingen, während wir uns den 10-Kilometer-Hauptlauf ansehen.
Eine tolle kleine Veranstaltung mit vielen Freunden und bekannten, die zum Besuch unbedingt zu empfehlen ist.
Sonntag dann unser "Triathlon des Jahres", zumindest meiner, denn einen anderen habe ich noch nicht gemeldet. Im letzten Jahr hatten wir dem massiven Werben unseres Ausdauerschulenkollegen Udo nachgegeben und dort mit Marco und Kim teilgenommen, die Veranstaltung hattte uns sofort wegen der tollen Rahmenbedingungen und guten Organisation überzeugt. Traithlon ohne Radtraining und schon ganz ohne
Schwimmvorbereitung, das musste dann halt mal "aus dem Stand" gehen. Wunderdinge erwartete ich ohnehin nicht. Für den Tag waren Gewitter angesagt und bereits auf der Hinfahrt zog es sich bedrohlich zu. Claudia hatte sich nicht von einem Start überzeugen lassen, ihr war der Abstand zur TTdR und zum Rhein-Ruhr-Marathon zu gering und die Trainingszeit auf dem Rad und beim Schwimmen auch zu knapp. Im Nachhinein eine richtige Entscheidung, denn Rad gefahren sind wir ein mal und geschwommen bisher gar nicht. Also nächstes Jahr.
Als wir im Stadion ankommen und unsere Startunterlagen geholt haben, regnet es erst einmal, hört aber dann wieder auf. Beim Triathlon geht es gewohnheitsgemäß sehr reglementiert zu, bereits das Einchecken der Fahrräder erfolgt nach strengem Ritual. Startnummer muss am Band dabei sein, der Helm zunächst geschlossen auf dem Kopf sitzen, dann abgenommen und dem Kampfrichter zur nspektion gegeben werden. Aufkleber werden an Helm und Startnummer kontrolliert, das Rad auf verbotene technische Bestandteile gefilzt. Dann darf man sich einen Platz suchen und das Rad abstellen. Ich bereite alles für die Wechsel vor, die Laufschuhe nach hinten, mit den Sohlen nach oben, denn es könnte ja wieder regnen.
Den Helm und die Radbrille zusammen mit der Startnummer an den Lenker gehängt, den Rest in den Rucksack und einen Regenschutz darüber. Auf die zwei Sekunden kommt es mir heute nicht an. Dann verlasse ich die Zone wieder ,bereits im Einteiler mit Flip-Flops an den Füßen und meinen Kompresssions-Tubes an den Waden. Als wir dann zur Wettkampfbesprechung ans Schwimmbecken wollen, werde ich angehalten. Die Tubes sind neuerdings verboten, ich muss sie ausziehen. So ein Schwachsinn! Im letzten Jahr durfte man sie noch tragen. Jedes Jahr müssen die neue Regeln erfinden und diese vor allem bis zur Volksdistanz anwenden. Das kann einem diesen schönen Sport echt verleiden. Was sollen diese Dinger stören? welchen Vorteil soll ich mir damit im Wasser verschaffen? Ich lese es am Abend nach und man kann es tatsächlich aus den Regeln ableiten. Da ich aber nicht über Regeln diskutiere, ziehe ich sie ohne großes Lamentieren aus und gebe sie Claudia, die heute als Fotografin dabei ist.
Ich schaffe es noch, drei Züge einzuschwimmen, dann geht es schon los. Wir haben uns mit den 8 oder 9 Schwimmern nach voraussichtlichen Zeiten sortiert, so dass wir recht gut los schwimmen können, ohne uns ins Gehege zu geraten. Ich beginne zu schnell, merke das aber schon am Ende der ersten Bahn und nehme etwas Tempo raus. Marco gewinnt Abstand, auch wenn er recht schnell von Kraul- auf Bruststil umgestellt hat.
Zumindest für das Tempo scheint sich sein häufigeres Schwimmtraining dann doch auszuzahlen. Ich ziehe Bahn um Bahn in meinem gleichmäßigen Tempo, Marco hat am Ende eine gute halbe Bahn Vorsprung und ist schon aus dem Wasser, als ich mich dem Ende nähere. Beim Schwimmen tat überraschen mein Fuß wieder weh, weil ich ihn da wohl extrem Überstrecke. Hoffentlich würde ich das nicht später beim Laufen merken. Aus dem Becken ziehe ich schnell meine Flip-Flops wieder an, denn ich möchte mir auf dem steinigen Schotterweg in die Wechselzone im Stadion nichts in die Fußsohle laufen. Denn in einer Woche bin ich Brems- Zugläufer beim Rhein-Ruhr-Marathon. Das Laufen in den Dingern klappt sehr gut, beim Abstoppen auf dem nassen Stadionrasen der Wechselzone rutsche ich allerdings aus und setze mich auf den Hosenboden. Egal, ich wollte eh an meine Tasche. Schnell den Helm aufgesetzt, die Brille auf und die Radschuhe gegriffen, dann trabe ich mit dem Rad Richtung Aufgang zur Straße.
Dort oben habe ich zunächst erst mal Probleme, die Radschuhe an zu bekommen. Das kostet etwas Zeit, aber dann sitze ich endlich auf meinem Rennrad und trete in die Pedale. Die Straße ist vom regen noch ziemlich nass und so gehe ich die erste Kurve noch verhalten an. Durch die vielen Startzeiten sind auch Radfahrer aus vorherigen Starts auf der Strecke, die schon ein gutes Tempo fahren. Ich hänge mich gleich an eine Gruppe dran und wir umrunden das erste von 4 Malen den Schloßpark Wittringen und das Stadiongelände. Meine Garmin zeigt mir 3:06 Minuten für den ersten Kilometer. Das kann nicht sein, das wären weniger als 20 km/h. Der ist wohl im Multisport-Modus noch auf Meilen statt Kilometer eingestellt, so war es im letzten Jahr auch, wie mir in diesem Moment einfiel. Also nicht mehr auf das Ding sehen, einfach mal fahren. Es ist sehr windig und so bin ich froh, an der Gruppe dran zu hängen. Bis ich ein Motorrad und eine Trillerpfeife von hinten höre. Kampfrichter, die das Windschattenfahren unterbinden. Ich lasse schnell Abstand, das Motorrad fährt an mir vorbei und ermahnt die Fahrer vor mir. Schnell löst sich die Gruppe auf, ich muss daher leider erst einmal langsamer werden, um die 10-Meter-Windschattenbox nicht wieder zu zu fahren. Denn das blöde Motorrad ist immer noch da. Marco ist nicht zu sehen, er war auch schon aus der Wechselzone und hat seinen Schwimmvorsprung gut genutzt.
Die Radstrecke ist heute leider recht windanfällig, besonders ärgerlich ist, dass auf der Rückseite des Schloßparks, wo eine breite Straße leicht und lange ansteigt und man gut fahren könnte, der Wind direkt von vorne bläst. DEnnoch habe ich auch hier meinen Rhytmus gefunden. Meine Bewunderung hat ein MTB-Fahrer, der an jeder kleinen Steigung oder auf der schlechten Wegstrecke an der Durchfahrt des Schloßparks an mir vorbei geht, ehe ich ihn auf längeren Geraden wieder übergolen kann. Aber der fährt wahrscheinlich auch jede Woche drei Mal zum Tetraeder hoch. Warten wir mal das Laufen ab. Die vierte Runde fahre ich etwas verhaltener, denn es gilt, Kraft für das Laufen zu sparen. Als ich vom Rad steige und es hinunter ins Stadion schiebe, fällt mir das Laufen doch noch etwas schwer. Das würde etwas geben. Rad abstellen, Helm ab geht mit einer gewissen Routine, schnell noch die Laufkappe auf und die Schuhe mit dem Autogramm von Norman Stadler drauf und schon bin ich auf der Tartanbahn unterwegs. Die Strecke verläuft bis in die halbe Stadionkurve, denn folgt eine Wende und zurück geht es, am Wasserversorgungspunkt vorbei die Zielgerade entgegengesetzt entlang, bis es an der anderen Kurve aus dem Stadion in den Schloßpark geht.
Ich laufe einfach nach Gefühl los und will mich überraschen lassen, was geht. Der Park ist sehr schattig und durch den alten Baumbestand recht dunkel. Im Sonnenschein des letzten Jahres war das eine Wohltat, in diesem Jahr ist es egal, denn bewölkt ist es immer noch. Und schwül. Schnell sammle ich Läufer um Läufer ein, das ist gut für den Kopf. Denn nicht bei allen Triathleten ist Laufen die stärkste Disziplin. Bei mir ist es heute die einzige, wo ich halbwegs im Training bin. Ohne etwas zu erzwingen lasse ich es laufen, die Strecke ist wirklich schön und kurzweilig und schnell laufe ich bereits zum ersten Mal wieder in das Stadion. Das ist auch recht schön für die Zuschauer,
es werden zwei Runden gelaufen und man kann die Läufer und die Abstände immer wieder mal checken. Als ich auf die Bahn laufe, kommt mir Marco entgegen Da ist er, aber wohl schon zu weit weg. das sind gut 350 Meter, auf nicht ganz 2,5 Kilometern eine Aufgabe, die nur mit deutlich höherer Pace zu lösen ist. Immer wieder kann ich Läufer überholen, an mir geht kein einziger vorbei. Auch deutlich langsamere sind dabei, manche gehen. Die müssen wohl aus dem Start vor dem unseren sein. An der letzten Biegung im Park sehe ich Marco vor mir, er kommt langsam näher. Kriege ich ihn doch noch? Aber mein Ehrgeiz diesbezüglich hält sich in Grenzen. So ganz ans Limit will ich hier nicht gehen, gesten war es anstrengend und nächste Woche steht ein Marathon auf dem Plan. Heute ist da wirklich nur Spaß. Und die Erleichterung, dass mein Fuß erneut nicht mehr schmerzt. Er ist noch etwas dick gewesen, aber seit dem Schwimmen spüre ich nichts mehr. An der letzten gerade vor dem Abzweig zurück ins Stadion dreht Marco mich um. Er sieh mich und zieht sichtbar an. Ich lasse ihn gewähren. 150 Meter Vosrprung auf 800 Metern sind schwer zu ersprinten und dann würde ich mit ungewissem Ausgang genau das machen, was ich vermeiden wollte. Ans absolute Limit gehen, Ich genieße die Tartan-Bahn, die Anfeuerungen meiner Lauffreunde im Stadion und die Freude, die jeder Zieleinlauf so mit sich bringt. Kurz nach Marco bin ich im Ziel angekommen,
wir beglückwünschen uns freuen uns gemeinsam über das schöne Rennen. 1:20 h habe ich gebraucht, das sind rund 90 Sekunden mehr als im Vorjahr. Geht doch. Vor allem die Pace beim Laufen mit 4:26 freut mich, 4:30 hatte ich mir zum Ziel gesetzt und diese auch gut unterschritten. Meine Form ist also nicht in der Ruhr versunken.
Kim kommt etwas später, auch sie sieht zufrieden aus.
Mit Pommes und Currywurts endet stilecht dieser Ruhrgebietstriathlon, den ich jedem, auch und gerade Anfänger, wärmstens empfehlen kann. Toll organisiert, schöne Strecken, zuschauerfreundliche kurze Wege. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
Radfahren tat meinem Fußgelenk nichts, also wollte ich eigentlich am Dienstag oder Mittwoch ein wenig mit dem Rennrad trainieren. Der Bewegungsdrang war wieder da. Ich fühle mich halt irgendwie nicht wohl wenn ich nach Feierabend nur auf der Couch sitze.
Im Laufe der zweiten Woche ging ja auch die Schwellung am Bein zurück, der Schmerz hatte faast völlig aufgehört. Nur bei alsoWir entschieden uns also, am Samstag mal am Atatürk-Lauf des Ayyo-Teams Essen teilzunehmen. Claudia war bereits im Vorjahr dabei, ich nur als Zuschauer. Aber wir waren beide von der liebevoll organisierten Veranstaltung angetan, von dem türkischen Urlaubsflair und den leckeren türkischen Speisen. Die 5-Kilometer-Strecke sollte reichen.
Claudia war froh, dass unsere Freunde Marco und Kim sich doch noch kurzfristig zur Teilnahme entschieden hatten, denn sie wollte ruhig laufen. Das ging mit Kim für sie ganz gut, sonst weiß man ja wie das läuft. Ich wollte zügig, aber nicht Vollgas laufen. So 4:30 Minuten auf den Kilometer sollten es aber schon sein, ich traf vor Ort Sven Block von TuSEM. Mit Sven hatte ich schon den einen oder anderen Lauf absolviert. Wir einigten uns auf eine 4:30er Pace, denn auch Sven brauchte eine Bremse, mir fällt das zu zweit auch leichter.
So standen wir dann an der Startlinie. Los ging es, die Strecke führt zunächst einmal direkt bergauf auf den Emscherdeich, das Gewässer wird dann sogleich überquert. Dann geht es direkt über den Rhein-Herne-Kanal und hinab an den Uferweg. Die Strecke ist wunderschön, das wetter leider recht schwül. Sven und ich müssen zunächst das überholt werden aushalten, gemeinsam gelingt das ganz gut. Wir sind nur wenig zu schnell, aber nach einem Kilometer fühle ich mich noch sehr gut. Beim zweiten Kilometer kommt schon kaum noch jemand an uns vorbei, wir fangen langsam an, Leute zu überholen. Schon ist die geschwungene Rote Brücke des Nordsternparks in Sicht, da ist ungefähr Halbzeit. Auf der Brücke steht Claudia Steeg und schießt schöne Fotos von Sven und mir,
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| Foto www.catfun.de |
Claudia kommt mit einer jungen Läuferin vom Ayyo-Team ins Ziel, die sich wohl etwas übernommen hatte und die Unterstützung brauchte, Kim kommt kurz dahinter ins Ziel. Die Hitze und Schwüle hat einigen zu schaffen gemacht.
Wir lassen den Nachmittag mit leckeren türkischen Speisen und Getränken, die hier zu zivilen Preisen und liebevoll zubereitet angeboten werden, ausklingen, während wir uns den 10-Kilometer-Hauptlauf ansehen.
Eine tolle kleine Veranstaltung mit vielen Freunden und bekannten, die zum Besuch unbedingt zu empfehlen ist.
Sonntag dann unser "Triathlon des Jahres", zumindest meiner, denn einen anderen habe ich noch nicht gemeldet. Im letzten Jahr hatten wir dem massiven Werben unseres Ausdauerschulenkollegen Udo nachgegeben und dort mit Marco und Kim teilgenommen, die Veranstaltung hattte uns sofort wegen der tollen Rahmenbedingungen und guten Organisation überzeugt. Traithlon ohne Radtraining und schon ganz ohne
Schwimmvorbereitung, das musste dann halt mal "aus dem Stand" gehen. Wunderdinge erwartete ich ohnehin nicht. Für den Tag waren Gewitter angesagt und bereits auf der Hinfahrt zog es sich bedrohlich zu. Claudia hatte sich nicht von einem Start überzeugen lassen, ihr war der Abstand zur TTdR und zum Rhein-Ruhr-Marathon zu gering und die Trainingszeit auf dem Rad und beim Schwimmen auch zu knapp. Im Nachhinein eine richtige Entscheidung, denn Rad gefahren sind wir ein mal und geschwommen bisher gar nicht. Also nächstes Jahr.
Als wir im Stadion ankommen und unsere Startunterlagen geholt haben, regnet es erst einmal, hört aber dann wieder auf. Beim Triathlon geht es gewohnheitsgemäß sehr reglementiert zu, bereits das Einchecken der Fahrräder erfolgt nach strengem Ritual. Startnummer muss am Band dabei sein, der Helm zunächst geschlossen auf dem Kopf sitzen, dann abgenommen und dem Kampfrichter zur nspektion gegeben werden. Aufkleber werden an Helm und Startnummer kontrolliert, das Rad auf verbotene technische Bestandteile gefilzt. Dann darf man sich einen Platz suchen und das Rad abstellen. Ich bereite alles für die Wechsel vor, die Laufschuhe nach hinten, mit den Sohlen nach oben, denn es könnte ja wieder regnen.
| Foto Thomas Saurusajtis |
Ich schaffe es noch, drei Züge einzuschwimmen, dann geht es schon los. Wir haben uns mit den 8 oder 9 Schwimmern nach voraussichtlichen Zeiten sortiert, so dass wir recht gut los schwimmen können, ohne uns ins Gehege zu geraten. Ich beginne zu schnell, merke das aber schon am Ende der ersten Bahn und nehme etwas Tempo raus. Marco gewinnt Abstand, auch wenn er recht schnell von Kraul- auf Bruststil umgestellt hat.
| Foto Thomas Saurusajtis |
| Foto Thomas Saurusajtis |
| Foto Thomas Saurusajtis |
Ich laufe einfach nach Gefühl los und will mich überraschen lassen, was geht. Der Park ist sehr schattig und durch den alten Baumbestand recht dunkel. Im Sonnenschein des letzten Jahres war das eine Wohltat, in diesem Jahr ist es egal, denn bewölkt ist es immer noch. Und schwül. Schnell sammle ich Läufer um Läufer ein, das ist gut für den Kopf. Denn nicht bei allen Triathleten ist Laufen die stärkste Disziplin. Bei mir ist es heute die einzige, wo ich halbwegs im Training bin. Ohne etwas zu erzwingen lasse ich es laufen, die Strecke ist wirklich schön und kurzweilig und schnell laufe ich bereits zum ersten Mal wieder in das Stadion. Das ist auch recht schön für die Zuschauer,
| Foto Thomas Saurusajtis |
| Foto Thomas Saurusajtis |
Kim kommt etwas später, auch sie sieht zufrieden aus.
Mit Pommes und Currywurts endet stilecht dieser Ruhrgebietstriathlon, den ich jedem, auch und gerade Anfänger, wärmstens empfehlen kann. Toll organisiert, schöne Strecken, zuschauerfreundliche kurze Wege. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
Freitag, 13. Mai 2016
Tor Tour de Ruhr - der Spaß kann beginnen
Nun, langsam wird es doch kribbelig. Kribbelig aber eher für den ganzen Orga-Aufwand. Die Crew ist zwar bereits sehr selbstständig, aber als gelernte Führungskraft (hüstel hüstel) hat man ja immer das Verlangen, sich um alles selbst zu kümmern, obwohl die Delegation ja erfahrungsgemäß gut funktioniert und ich auch weiß, dass ich mich auf mein Team verlassen kann. Trotzdem ist das Kontrollverlangen ja immer irgendwie da.
Nun, lassen wir mal die Kirche im Dorf. Wir haben ein tolles Team, auch wenn die liebe Anja jetzt leider OP-bedingt ausgefallen ist, konnten wir sofort umdisponieren. Weil wir eben so viele Lauffreunde haben, die sich für uns das Wochenende oder wesentliche Teile davon um die Ohren hauen wollen.
Die letzten Einkäufe sind erledigt, mit den Fressalien kommen wir durch, auch wenn es keinen anderen VP gäbe. Campingkocher, Wassertank für eine mobile Versorgung "out of the Bus" sind besorgt. So steht der Zubereitung von Heißgetränken in der Nacht auch nichts entgegen. Die Crew im Bus könnte ja auch frieren. Die werden versuchen, alle 10 km einen mobilen VP einzurichten und vor allem die Welt über den Stand der Dinge auf dem laufenden halten. Es gibt eine Facebook-Gruppe, der sich jeder interessierte gerne anschließen kann.
https://www.facebook.com/groups/1016471211723129/
Wir müssen nur noch laufen. Und komischerweise mache ich mir darüber die wenigsten Gedanken und ich glaube, dass meine Claudia dies auch nicht tut. Wir wissen beide, dass wir hundert Meilen bei schwierigen Bedingungen laufen können. Und wir wissen auch, dass wir beide 100 km bei Eiseskälte in der Nacht zu Ende bringen können. Was nach den 100 kommt, kann sowieso keiner kalkulieren. Ich schätze meinen Geist so stark ein, dass ich viele Schwierigkeiten mentaler Art werde überwinden können. Mein Großcousin André hat mich am Mittwoch gefragt, was er denn in der Nacht als Begleitläufer tun solle, er sei ja nicht so redselig, wie ich es manchmal bin. André, Du musst gar nichts tun. Du musst einfach nur dabei sein. Alleine ein neuer Laufbegleiter hilft, man kann auch schweigend lange Strecken nebeneinander her laufen. Allein, dass sich jemand meine Flüche und Klagen anhört, gibt einem ein gutes Gefühl. Die Koordination VP macht der Radbegleiter. Es wird gut tun, einen ebenfalls erfahrenen Läufer an seiner Seite zu haben. Ich werde mit Claudia zusammen starten, aber unsere Wege werden sich unterwegs trennen. Wenn nicht automatisch, dann herbeigeführt. Denn ich halte das, was im Laufe des Rennens passieren wird, nicht mit ihr aus. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen, denn einer wird immer irgendein Problem haben. Mit Problemen musst Du auf dieser Distanz alleine klar kommen, dann kann man sich wenig helfen.
"Die Crew bring Euch da durch" - in diesem Satz steckt viel wahres. Was allein Henning an - vielleicht auch unbewusster - Aufbauarbeit während des Mauerweglaufes für mich und Yvy dort für Claudia getan hat, kann man nicht überbewerten. Umso mehr ziehe ich den Hut vor denen, die das wirklich mit vielleicht nur einem Radfahrer durchziehen. Aber der Lauf ist für mich keine Durchschlageübung, sondern ein sportliches Event und beim Sport ist Betreuung nichts anrüchiges. Ich bin mehr der gesellige Typ und ich denke, dass diese Team-Event für uns alle ein Gewinn sein wird. Gestern beim Training spürte ich natürlich auch die Anspannung von Holger, Werner, den beiden Michaels. Halt, bei einem Michael. Beim anderen....ich weiß nicht. Aber dafür ist er Gold wert, sein schräger allgegenwärtiger Humor, seine teilweise absurden Späße werden uns am Sonntag früh auf andere Gedanken bringen.
Allein für diese tolle Crew wird man nicht aufgeben, wenn es irgendwie möglich ist. Man kann den Lauf durchaus auch in strammem Marsch fortsetzen, wenn es sein muss. Wir werden die nötige Achtsamkeit hoffentlich nicht verlieren.
Vorbereitet haben wir uns, so wie wir es für richtig hielten. Grundkonzept hohe Grundgeschwindigkeit halten, einige Belastungsspitzen im Marathon- und Ultrabereich setzen und einen 100er in die Nacht. Dann nochmal sechs Tage regelmäßige Belastung, jetzt Ruhe. Das ist mein Weg. Wenn der nicht zum Ziel führt, führt er mich woanders hin, aber es ist meiner. Ich habe es geschafft, keinen anderen Ultra-Plänen hinterher zu laufen, sondern die Pläne der Ausdauerschule by Bunert nach bestem Wissen und Gewissen modifiziert. Ich denke, Claudia geht es ähnlich.
Mein Wunsch ist es, meine Claudia an der Ruhrmündung in die Arme nehmen zu können und uns gegenseitig gratulieren zu dürfen. Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung, das ist uns wohl bewusst. Aber man kann ja zielstrebig drauf hin arbeiten.
In diesem Sinne.....
Nun, lassen wir mal die Kirche im Dorf. Wir haben ein tolles Team, auch wenn die liebe Anja jetzt leider OP-bedingt ausgefallen ist, konnten wir sofort umdisponieren. Weil wir eben so viele Lauffreunde haben, die sich für uns das Wochenende oder wesentliche Teile davon um die Ohren hauen wollen.
Die letzten Einkäufe sind erledigt, mit den Fressalien kommen wir durch, auch wenn es keinen anderen VP gäbe. Campingkocher, Wassertank für eine mobile Versorgung "out of the Bus" sind besorgt. So steht der Zubereitung von Heißgetränken in der Nacht auch nichts entgegen. Die Crew im Bus könnte ja auch frieren. Die werden versuchen, alle 10 km einen mobilen VP einzurichten und vor allem die Welt über den Stand der Dinge auf dem laufenden halten. Es gibt eine Facebook-Gruppe, der sich jeder interessierte gerne anschließen kann.
https://www.facebook.com/groups/1016471211723129/
Wir müssen nur noch laufen. Und komischerweise mache ich mir darüber die wenigsten Gedanken und ich glaube, dass meine Claudia dies auch nicht tut. Wir wissen beide, dass wir hundert Meilen bei schwierigen Bedingungen laufen können. Und wir wissen auch, dass wir beide 100 km bei Eiseskälte in der Nacht zu Ende bringen können. Was nach den 100 kommt, kann sowieso keiner kalkulieren. Ich schätze meinen Geist so stark ein, dass ich viele Schwierigkeiten mentaler Art werde überwinden können. Mein Großcousin André hat mich am Mittwoch gefragt, was er denn in der Nacht als Begleitläufer tun solle, er sei ja nicht so redselig, wie ich es manchmal bin. André, Du musst gar nichts tun. Du musst einfach nur dabei sein. Alleine ein neuer Laufbegleiter hilft, man kann auch schweigend lange Strecken nebeneinander her laufen. Allein, dass sich jemand meine Flüche und Klagen anhört, gibt einem ein gutes Gefühl. Die Koordination VP macht der Radbegleiter. Es wird gut tun, einen ebenfalls erfahrenen Läufer an seiner Seite zu haben. Ich werde mit Claudia zusammen starten, aber unsere Wege werden sich unterwegs trennen. Wenn nicht automatisch, dann herbeigeführt. Denn ich halte das, was im Laufe des Rennens passieren wird, nicht mit ihr aus. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen, denn einer wird immer irgendein Problem haben. Mit Problemen musst Du auf dieser Distanz alleine klar kommen, dann kann man sich wenig helfen.
"Die Crew bring Euch da durch" - in diesem Satz steckt viel wahres. Was allein Henning an - vielleicht auch unbewusster - Aufbauarbeit während des Mauerweglaufes für mich und Yvy dort für Claudia getan hat, kann man nicht überbewerten. Umso mehr ziehe ich den Hut vor denen, die das wirklich mit vielleicht nur einem Radfahrer durchziehen. Aber der Lauf ist für mich keine Durchschlageübung, sondern ein sportliches Event und beim Sport ist Betreuung nichts anrüchiges. Ich bin mehr der gesellige Typ und ich denke, dass diese Team-Event für uns alle ein Gewinn sein wird. Gestern beim Training spürte ich natürlich auch die Anspannung von Holger, Werner, den beiden Michaels. Halt, bei einem Michael. Beim anderen....ich weiß nicht. Aber dafür ist er Gold wert, sein schräger allgegenwärtiger Humor, seine teilweise absurden Späße werden uns am Sonntag früh auf andere Gedanken bringen.
Allein für diese tolle Crew wird man nicht aufgeben, wenn es irgendwie möglich ist. Man kann den Lauf durchaus auch in strammem Marsch fortsetzen, wenn es sein muss. Wir werden die nötige Achtsamkeit hoffentlich nicht verlieren.
Vorbereitet haben wir uns, so wie wir es für richtig hielten. Grundkonzept hohe Grundgeschwindigkeit halten, einige Belastungsspitzen im Marathon- und Ultrabereich setzen und einen 100er in die Nacht. Dann nochmal sechs Tage regelmäßige Belastung, jetzt Ruhe. Das ist mein Weg. Wenn der nicht zum Ziel führt, führt er mich woanders hin, aber es ist meiner. Ich habe es geschafft, keinen anderen Ultra-Plänen hinterher zu laufen, sondern die Pläne der Ausdauerschule by Bunert nach bestem Wissen und Gewissen modifiziert. Ich denke, Claudia geht es ähnlich.
Mein Wunsch ist es, meine Claudia an der Ruhrmündung in die Arme nehmen zu können und uns gegenseitig gratulieren zu dürfen. Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung, das ist uns wohl bewusst. Aber man kann ja zielstrebig drauf hin arbeiten.
In diesem Sinne.....
Dienstag, 10. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays part IV - der Countdown nähert sich dem Ende
Ich bin wieder zu Hause. Eine tolle Urlaubswoche, in der sich eigentlich mal wieder alles ums Laufen drehte, ist schon wieder vorbei und bis zum Pfingstwochenende sind es nur noch wenig Tage.
Ich habe heute früh und heute nachmittag nach dem Auspacken das Video vom Vorabend zusammen geschnitten und dabei auch den Tag noch einmal optisch vor Augen geführt bekommen. Unsere Freunde Marco und Kim haben die Sixdays auch erfolgreich beenden können, im Grunde hatten wir daran beide nicht gezweifelt. Es waren andere Sixdays, für mich wirklich wunderschöne Läufe, in denen ich endlich einmal losgelöst von allen Wettkampfgedanken und Pace-Rechnerei den Lauf und seine wunderbare Landschaft genießen durfte. Unser scheinbar doch ganz brauchbarer Trainingszustand erlaube es uns, einen schönen Filmbericht über die Veranstaltung zu machen, wie es ihn wohl bisher noch nicht gab.
Auch Marco und Kim hat die Woche gefallen. Gerade Kim ist hier wirklich über sich hinausgewachsen und hat mit dem Finish eine Leistung gebracht, die ihr einige Leute nicht zugetraut hätten. meine Claudia hat sie mit viel Erfahrung und guter Unterhaltung durch die meiner Frau ja bereits bestens bekannten Etappen geführt. Mit Marco war das für mich aufgrund der ähnlicheren Leistungsstärken einfacher. Mir haben die vielen guten Gespräche unterwegs mit vielen mir bisher unbekannten Läufern gut getan, vielleicht konnte ich auch einigen Mut machen, sich Dinge zuzutrauen. Denn Laufsport ist nicht immer nur der Kampf bis zur völligen Erschöpfung. Ich habe versucht, für mich einzuüben, "den Moment zu laufen". Nicht immer an das Ziel und den Weg dahin zu denken, sondern einfach einmal das auf mich wirken zu lassen, was gerade um mich herum ist. Das ist für mich das Geheimnis des Ultra-Laufens.
Wenn ich nun ein Fazit des Trainings nach meiner Verletzung im Februar/März ziehen darf:
"Nur" gut 1350 km bis Mitte Mai, hört sich nicht viel an, aber da ich fast 3 Wochen verletzt ausgefallen bin, noch recht ordentlich, aber halt nicht überzogen.
Ich bin gut wieder rein gekommen, auch wenn ich auf wirklich schnelle Einheiten verzichten musste. Ich habe mit mit dem Two Oceans über 56 km, mit dem Trainingslauf "Rund um Rheinberg" über die selbe Distanz und den 100 km, davon knapp die Hälfte des Nachts, am Seilersee so gut es ging vorbereitet. Den letzten Test bei den oben beschriebenen Risenbecker Sixdays mit 6 x ca. 20 hügeligen Kilometern konnte ich locker und mit einigen Reserven absolvieren. Und dabei hatte ich soviel Spaß, wie noch nie bei diesen Sixdays.
Nun geht es einige Tage an die Crew-Planung. Es müssen die Fahrten abgestimmt, die Verpflegung besorgt (ohne Mampf kein Kampf), kurzfristig umdisponiert werden. Aber das alles läuft sich ganz gut an. Freitag habe ich dann frei, wie der Name schon sagt. Und davor im Büro so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit habe, nervös zu sein.
Es könnte der Lauf meines Lebens werden.....oder auch nicht. Wer kann das wissen?
Ich habe heute früh und heute nachmittag nach dem Auspacken das Video vom Vorabend zusammen geschnitten und dabei auch den Tag noch einmal optisch vor Augen geführt bekommen. Unsere Freunde Marco und Kim haben die Sixdays auch erfolgreich beenden können, im Grunde hatten wir daran beide nicht gezweifelt. Es waren andere Sixdays, für mich wirklich wunderschöne Läufe, in denen ich endlich einmal losgelöst von allen Wettkampfgedanken und Pace-Rechnerei den Lauf und seine wunderbare Landschaft genießen durfte. Unser scheinbar doch ganz brauchbarer Trainingszustand erlaube es uns, einen schönen Filmbericht über die Veranstaltung zu machen, wie es ihn wohl bisher noch nicht gab.
Auch Marco und Kim hat die Woche gefallen. Gerade Kim ist hier wirklich über sich hinausgewachsen und hat mit dem Finish eine Leistung gebracht, die ihr einige Leute nicht zugetraut hätten. meine Claudia hat sie mit viel Erfahrung und guter Unterhaltung durch die meiner Frau ja bereits bestens bekannten Etappen geführt. Mit Marco war das für mich aufgrund der ähnlicheren Leistungsstärken einfacher. Mir haben die vielen guten Gespräche unterwegs mit vielen mir bisher unbekannten Läufern gut getan, vielleicht konnte ich auch einigen Mut machen, sich Dinge zuzutrauen. Denn Laufsport ist nicht immer nur der Kampf bis zur völligen Erschöpfung. Ich habe versucht, für mich einzuüben, "den Moment zu laufen". Nicht immer an das Ziel und den Weg dahin zu denken, sondern einfach einmal das auf mich wirken zu lassen, was gerade um mich herum ist. Das ist für mich das Geheimnis des Ultra-Laufens.
Wenn ich nun ein Fazit des Trainings nach meiner Verletzung im Februar/März ziehen darf:
"Nur" gut 1350 km bis Mitte Mai, hört sich nicht viel an, aber da ich fast 3 Wochen verletzt ausgefallen bin, noch recht ordentlich, aber halt nicht überzogen.
Ich bin gut wieder rein gekommen, auch wenn ich auf wirklich schnelle Einheiten verzichten musste. Ich habe mit mit dem Two Oceans über 56 km, mit dem Trainingslauf "Rund um Rheinberg" über die selbe Distanz und den 100 km, davon knapp die Hälfte des Nachts, am Seilersee so gut es ging vorbereitet. Den letzten Test bei den oben beschriebenen Risenbecker Sixdays mit 6 x ca. 20 hügeligen Kilometern konnte ich locker und mit einigen Reserven absolvieren. Und dabei hatte ich soviel Spaß, wie noch nie bei diesen Sixdays.
Nun geht es einige Tage an die Crew-Planung. Es müssen die Fahrten abgestimmt, die Verpflegung besorgt (ohne Mampf kein Kampf), kurzfristig umdisponiert werden. Aber das alles läuft sich ganz gut an. Freitag habe ich dann frei, wie der Name schon sagt. Und davor im Büro so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit habe, nervös zu sein.
Es könnte der Lauf meines Lebens werden.....oder auch nicht. Wer kann das wissen?
Mittwoch, 4. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays part III - Stunde der Wahrheit
Der Mettingen Montag war vorüber, die "Etappe der Wahrheit" von Mettingen nach Ibbenbüren-Dickenberg stand an. Für mich war es in all den vergangenen Jahren keine schöne Wahrheit. Bereits beim ersten Mal musste ich kämpfen nach einer Euphorie am Montag, die mich scheinbar fliegend ins Ziel getragen hatte. Aber auch in meinem besten Jahr 2012 hatte ich hier zu kämpfen und hatte hier den Grundstein für meine damalige Top 100 Platzierung gelegt. Und 2014 war es sowieso eine ganz besondere Etappe durch den strömenden Regen, den, wie ich damals schrieb, "kein Hollywood-Regisseur weggelassen haben würde". Ich werde diesen Tag, diesen Start damals nicht vergessen.
Auch in diesem Jahr bei herrlichem Wetter steht Karine nochmals im Mittelpunkt vor der Kirche in Mettingen. Einmal noch in der strahlenden Sonne stehen , in der mir in diesen Minten nicht der kalte Wind eine Gänsehaut verschaffte. Ich kann dast den Regen des Vorjahres spüren. Die französischen Freunde Karines stehen unweit von mir fast an der selben Stelle wie zwei Jahre zuvor. Aus den Lautsprechern klingt Andreas' Gabaliers "Amoi seg ma uns wieder" und ich blicke zur Staute des hl. St. Michael, dessen dunkle Kulisse sich vor mir im Gegenlicht hart vor dem blauen Himmel abzeichnet. Ich habe die Mütze abgenommen und glaube in diesen Momenten, dass uns hier aus dem tiefen Blau mit seinen weißen Wolken jemand zusieht und dabei ist. Eine Frau, die ich nie gekannt und nur kurz gesehen hatte, und die hier doch so omnipräsent erscheint.
Damit ist das Thema durch, nicht vergessen, aber im Sinne von "Das Leben geht weiter" für mich verarbeitet. Kommen wir zurück zum Laufen. Die Etappe hat ihre Tücken und entsprechend verhalten gehen Marco und ich das Ganze an. Marco hat leichte Knieprobleme wie so jhäufig, wenn er viel durch hügeliges Gelände läuft. Mir geht es blendend, das Beste für mich ist hier wirklich, dass ich keine Zeit habe, mir wirklich über die TorTour de Ruhr Gedanken zu machen. Dieser Lauf nimmt mich im Moment noch völlig ein. Nicht kräftemäßig, ich habe keine Spur von Muskelkater und auch sonst keine Beschwerden, aber mental. Ich laufe hier naturgemäß weiter hinten im Feld und habe die Luft, mich zu unterhalten. Dabei lerne ich viele interessante Leute kennen und respektieren, die ich sonst nie gesehen habe. Denn die alle um mich herum kämpfen sich hier durch, mit viel Herz und Engagement. Sie alle sind stolz auf das, was sie hier bisher leisten oder geleistet haben und das sollen sie auch sein. Denn hier in diesem Lauf ist jeder ein Sieger, der jetzt hier noch im Rennen sein darf.
Ich habe jetzt schon fast Angst, dass ich angesichts der Flut der Highlights in diesem Frühjahr das Ding zu Pfingsten zu leicht nehme. Es sind nur noch 10 Tage bis zu jenen 230 Kilometern von der Ruhrquelle in Winterberg zur Mündung in Duisburg-Ruhrort. Eine Wahnsinnstat, die Claudias und meine Vorhaben seit nunmehr zwei Jahren beeinflussen, die wir da vor haben und nun bereits in wenigen Tagen umsetzen wollen. Wir sind damit nicht alleine, auch hier bei den Sixdays finden sich mit HaWe und Tanja mindestens zwei Teilnehmer. Wir nutzen das hier als Training, ohne damit die Veranstaltung abqualifizieren zu wollen. Und es ist sehr gutes Training, hier in der vorletzten Woche täglich noch einmal Runden von 17-23 Kilometern drehen zu können. Ich werde die vielen netten Gespräche mit den anderen Teilnehmern und die unvergleichlichen Eindrücke dieser Frühlingslandschaft - das Wetter meint es in diesem Jahr besonders gut mit uns - mit an die Ruhr nehmen.
Der Zieleinlauf der 4. Etappe war mir noch nie so leicht gefallen wie an diesem Tage. Frank Sommerkamp wartete wieder auf uns auf seiner "Haus- und Hofstrecke" um die Dickenberger Halde. Ich zog ein wenig an, denn aufgrund meiner frühen Starts in Mettingen und Ibbenbüren ist Marco etwas vor mir in der Ergebnisliste. Die Nettozeiten....aber das ist ja im Grunde völlig egal. Ich bin in diesem Jahr richtig entspannt bei dieser Veranstaltung. Fast denke ich mit Schrecken daran, dass ich mich ab Spätsommer ja wieder auf einen schnellen Marathon vorbereiten möchte. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.
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| Zieleinlauf 2014 |
Auch in diesem Jahr bei herrlichem Wetter steht Karine nochmals im Mittelpunkt vor der Kirche in Mettingen. Einmal noch in der strahlenden Sonne stehen , in der mir in diesen Minten nicht der kalte Wind eine Gänsehaut verschaffte. Ich kann dast den Regen des Vorjahres spüren. Die französischen Freunde Karines stehen unweit von mir fast an der selben Stelle wie zwei Jahre zuvor. Aus den Lautsprechern klingt Andreas' Gabaliers "Amoi seg ma uns wieder" und ich blicke zur Staute des hl. St. Michael, dessen dunkle Kulisse sich vor mir im Gegenlicht hart vor dem blauen Himmel abzeichnet. Ich habe die Mütze abgenommen und glaube in diesen Momenten, dass uns hier aus dem tiefen Blau mit seinen weißen Wolken jemand zusieht und dabei ist. Eine Frau, die ich nie gekannt und nur kurz gesehen hatte, und die hier doch so omnipräsent erscheint.
Damit ist das Thema durch, nicht vergessen, aber im Sinne von "Das Leben geht weiter" für mich verarbeitet. Kommen wir zurück zum Laufen. Die Etappe hat ihre Tücken und entsprechend verhalten gehen Marco und ich das Ganze an. Marco hat leichte Knieprobleme wie so jhäufig, wenn er viel durch hügeliges Gelände läuft. Mir geht es blendend, das Beste für mich ist hier wirklich, dass ich keine Zeit habe, mir wirklich über die TorTour de Ruhr Gedanken zu machen. Dieser Lauf nimmt mich im Moment noch völlig ein. Nicht kräftemäßig, ich habe keine Spur von Muskelkater und auch sonst keine Beschwerden, aber mental. Ich laufe hier naturgemäß weiter hinten im Feld und habe die Luft, mich zu unterhalten. Dabei lerne ich viele interessante Leute kennen und respektieren, die ich sonst nie gesehen habe. Denn die alle um mich herum kämpfen sich hier durch, mit viel Herz und Engagement. Sie alle sind stolz auf das, was sie hier bisher leisten oder geleistet haben und das sollen sie auch sein. Denn hier in diesem Lauf ist jeder ein Sieger, der jetzt hier noch im Rennen sein darf.
Ich habe jetzt schon fast Angst, dass ich angesichts der Flut der Highlights in diesem Frühjahr das Ding zu Pfingsten zu leicht nehme. Es sind nur noch 10 Tage bis zu jenen 230 Kilometern von der Ruhrquelle in Winterberg zur Mündung in Duisburg-Ruhrort. Eine Wahnsinnstat, die Claudias und meine Vorhaben seit nunmehr zwei Jahren beeinflussen, die wir da vor haben und nun bereits in wenigen Tagen umsetzen wollen. Wir sind damit nicht alleine, auch hier bei den Sixdays finden sich mit HaWe und Tanja mindestens zwei Teilnehmer. Wir nutzen das hier als Training, ohne damit die Veranstaltung abqualifizieren zu wollen. Und es ist sehr gutes Training, hier in der vorletzten Woche täglich noch einmal Runden von 17-23 Kilometern drehen zu können. Ich werde die vielen netten Gespräche mit den anderen Teilnehmern und die unvergleichlichen Eindrücke dieser Frühlingslandschaft - das Wetter meint es in diesem Jahr besonders gut mit uns - mit an die Ruhr nehmen.
Der Zieleinlauf der 4. Etappe war mir noch nie so leicht gefallen wie an diesem Tage. Frank Sommerkamp wartete wieder auf uns auf seiner "Haus- und Hofstrecke" um die Dickenberger Halde. Ich zog ein wenig an, denn aufgrund meiner frühen Starts in Mettingen und Ibbenbüren ist Marco etwas vor mir in der Ergebnisliste. Die Nettozeiten....aber das ist ja im Grunde völlig egal. Ich bin in diesem Jahr richtig entspannt bei dieser Veranstaltung. Fast denke ich mit Schrecken daran, dass ich mich ab Spätsommer ja wieder auf einen schnellen Marathon vorbereiten möchte. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.
Montag, 2. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays Part II - Gedanken zum Mettinger Montag
Das Glück kann ein ein Arschloch sein. Vor zwei Jahren, bei ebenfalls herrlichem Wetter, hatten wir die Riesenbecker Sixdays -Etappe 3 noch genossen, ich hatte mich damit abgefunden, dass es nicht so laufen konnte wie 2012 und mich mit den Resultaten angefreundet. Da kam die Nachricht vom Tode einer Läuferin, vom Tode von Karine. ( http://laufen-in-dortmund.blogspot.de/2014/05/riesenbecker-sixdays-etappe-der.html ) Und dazu kam der Regen. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, es Regnete vor dem Start dieser anderen Etappe in Mettingen 2014. Niemals werde ich die Minuten vergessen, in denen wir vor der Kirche in Mettingen am Dienstag standen und in denen Zeiten und Strecke so unwichtig waren, wie nur irgendetwas. Dazu gibt es das eine Foto, auf dem meine Claudia mit ihrem unnachahmlichen Lächeln am Bahnübergang das ganze Glück diese Sports zu genießen schien, dahinter Karine läuft, die bereits wenige Zeit später nicht mehr unter uns weilen sollte. Ich verzichte bewusst darauf, diese Foto hier zu veröffentlichen.
Daran muss ich auch denken als wir mit Marco und Kim in Mettingen - wieder bei herrlichem Wetter - auf dem Kirchplatz, wo gerade das Ziel aufgebaut wurde, eintreffen. In diesem Moment leben wir das Glück der absolvierten Kilometer, freuen uns auf den Lauf. Und morgen kann die Welt eine andere sein. Für Dich, für mich, für jeden von uns.
Der Lauf am gestrigen Tage berauschte mich einfach. Endlich war es mit 18 Grad für die Jahreszeit angemessen warm. Die Abendsonne malt die Fassaden der alten Gebäude in Tecklenburg besonders leuchtend, sie bietet uns beim Weg hinab nach Ledde durch den Forst ein magisches Licht, wenn ihre sichtbaren Lichtstrahlen schräg zwischen den Bäumen auf den Boden ein Muster aus Licht und Schatten projizieren.
Auch lässt sie die Rapsfelder, zwischen denen wir wieder Höhe gewinnen, intensiv duften und leuchten. Genau so muss es vor zwei Jahren gewesen sein.
Als wir im Wald an jener Stelle vorbeikommen, an der Karine Ihre Rennen beenden musste, halte ich kurz inne und bleibe stehen. Kurze Gedanken an die Flüchtigkeit des Glückes, aber auch das intensive Erleben dieses Ortes, an dem so viele ahnungslos vorüber laufen. Vor uns läuft ein Läufer der Gallopins de Guyenne. Er läuft weiter und wird wissen, warum. Mir kommt das Zitat von Herrmann Hesse in den Kopf, welches vor zwei Jahren auf der Homepage der Sixdays zur Unterlegung der Worte, die zur Fortsetzung der Veranstaltung aufriefen, Verwendung fand:
"Jeder Mensch aber ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig."
Dann bin ich auch mental wieder im Rennen. Denn das Rennen, das Leben ging weiter seit 2014. Und das ist gut so. Auch wenn es manchmal scheint, als seinen wir der Nabel dieser Welt - wirklich eine andere würde sie ohne uns nicht sein.
Jeder von uns ist unendlich wichtig, hat unendlich wichtige Dinge zu tun und zu berichten. Aber die Sonne scheint genauso auf diese Welt wie vor zwei Jahren, die Läuferschlange
bewegt sich genau so durch die hügelige Landschaft. Nichts scheint sich verändert zu haben. Und was haben wir alles in den letzten zwei Jahren getan? Was haben wir erlebt, gesehen, gefühlt?
Und so ist es gut.
Der Mettinger Montag empfängt uns mit aller Euphorie, als wir am Autohaus die Holtkamp-Siedlung nach der letzten Steigung verlassen. Wir laufen berauscht, wir werden schneller, wir lassen andere Läufer hinter uns. Nicht wegen irgendwelcher Ergebnislisten, sondern weil uns im Moment danach ist. Wir können beide schneller laufen, als wir es hier tun und ich hoffe immer, dass die anderen es nicht als Beleidigung empfinden, wenn sie ihre Höchstleistung in dem Moment vollbrigen, in dem ich sie zum dritten Male scheinbar leicht und locker überhole. Marco wird immer schneller. Ich horche intensiv in meinen angeschlagenen Oberschenkel hinein, aber da scheint alles in Ordnung. Wir fliegen scheinbar an den Läufern vor uns vorbei, erreichen Mettingen und hören den Lärm des Zielkorridors. "Glaubst Du nicht, dass 3:38er Pace etwas schnell ist?" rufe ich Marco zu. "Nö" ruft er beschleunigend zurück. Im Vollsprint geht es durch Zuschauer und Cheerleader ins Ziel. Das ist wieder der Laufwettkampf, das Rennen um Zeiten und Resultate. Das war der Moment, in dem Du meinst, dass alle Augen auf Dich gerichtet sind und das Glück kübelweise über Dir ausgeschüttet wird.
Es kann vergänglich sein - aber dieser Moment gehört Dir. Darum laufe ich. Und darum leben wir.
Solange wir dürfen.
Daran muss ich auch denken als wir mit Marco und Kim in Mettingen - wieder bei herrlichem Wetter - auf dem Kirchplatz, wo gerade das Ziel aufgebaut wurde, eintreffen. In diesem Moment leben wir das Glück der absolvierten Kilometer, freuen uns auf den Lauf. Und morgen kann die Welt eine andere sein. Für Dich, für mich, für jeden von uns.
Der Lauf am gestrigen Tage berauschte mich einfach. Endlich war es mit 18 Grad für die Jahreszeit angemessen warm. Die Abendsonne malt die Fassaden der alten Gebäude in Tecklenburg besonders leuchtend, sie bietet uns beim Weg hinab nach Ledde durch den Forst ein magisches Licht, wenn ihre sichtbaren Lichtstrahlen schräg zwischen den Bäumen auf den Boden ein Muster aus Licht und Schatten projizieren.
Auch lässt sie die Rapsfelder, zwischen denen wir wieder Höhe gewinnen, intensiv duften und leuchten. Genau so muss es vor zwei Jahren gewesen sein.
Als wir im Wald an jener Stelle vorbeikommen, an der Karine Ihre Rennen beenden musste, halte ich kurz inne und bleibe stehen. Kurze Gedanken an die Flüchtigkeit des Glückes, aber auch das intensive Erleben dieses Ortes, an dem so viele ahnungslos vorüber laufen. Vor uns läuft ein Läufer der Gallopins de Guyenne. Er läuft weiter und wird wissen, warum. Mir kommt das Zitat von Herrmann Hesse in den Kopf, welches vor zwei Jahren auf der Homepage der Sixdays zur Unterlegung der Worte, die zur Fortsetzung der Veranstaltung aufriefen, Verwendung fand:
"Jeder Mensch aber ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig."
Dann bin ich auch mental wieder im Rennen. Denn das Rennen, das Leben ging weiter seit 2014. Und das ist gut so. Auch wenn es manchmal scheint, als seinen wir der Nabel dieser Welt - wirklich eine andere würde sie ohne uns nicht sein.
Jeder von uns ist unendlich wichtig, hat unendlich wichtige Dinge zu tun und zu berichten. Aber die Sonne scheint genauso auf diese Welt wie vor zwei Jahren, die Läuferschlange
bewegt sich genau so durch die hügelige Landschaft. Nichts scheint sich verändert zu haben. Und was haben wir alles in den letzten zwei Jahren getan? Was haben wir erlebt, gesehen, gefühlt?
Und so ist es gut.
Der Mettinger Montag empfängt uns mit aller Euphorie, als wir am Autohaus die Holtkamp-Siedlung nach der letzten Steigung verlassen. Wir laufen berauscht, wir werden schneller, wir lassen andere Läufer hinter uns. Nicht wegen irgendwelcher Ergebnislisten, sondern weil uns im Moment danach ist. Wir können beide schneller laufen, als wir es hier tun und ich hoffe immer, dass die anderen es nicht als Beleidigung empfinden, wenn sie ihre Höchstleistung in dem Moment vollbrigen, in dem ich sie zum dritten Male scheinbar leicht und locker überhole. Marco wird immer schneller. Ich horche intensiv in meinen angeschlagenen Oberschenkel hinein, aber da scheint alles in Ordnung. Wir fliegen scheinbar an den Läufern vor uns vorbei, erreichen Mettingen und hören den Lärm des Zielkorridors. "Glaubst Du nicht, dass 3:38er Pace etwas schnell ist?" rufe ich Marco zu. "Nö" ruft er beschleunigend zurück. Im Vollsprint geht es durch Zuschauer und Cheerleader ins Ziel. Das ist wieder der Laufwettkampf, das Rennen um Zeiten und Resultate. Das war der Moment, in dem Du meinst, dass alle Augen auf Dich gerichtet sind und das Glück kübelweise über Dir ausgeschüttet wird.
Es kann vergänglich sein - aber dieser Moment gehört Dir. Darum laufe ich. Und darum leben wir.
Solange wir dürfen.
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