Montag, 26. Mai 2014

Riesenbecker Sixdays - "Prolog" Riesenbeck - Ibbenbüren

Da sind wir. Pünktlich gegen halb elf am Samstag morgen beziehen wir unser Ferienhaus „Schneewittchen“ – leider ohne die sieben Zwerge, aber dafür schreit auch keiner „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen“ oder gar „Wer hat in meinem Bettchen geschlafen“. Obwohl…..da sitzt noch jemand im Wohnzimmer, auf gepackten Taschen. Es ist Birgit aus Neuss, die wir hier schon die letzten zwei Male als Nachbarin und Sixdays-Läuferin kennengelernt hatten. Sie ist Freitag schon angereist und sollte mangels Hotelzimmer eine Nacht im noch freien Ferienhaus verbringen, ehe sie nun für den Rest der Woche auf’s gebuchte Hotelzimmer wechselt. Zur Erleichterung der Hotelinhaberin trinken wir dann erst nochmal gemeinsam Kaffee und quatschen übers Laufen, da konnten sie in Ruhe noch das Zimmer fertigmachen. So ist das hier halt immer, bei unserer nun schon vierten Teilnahme, man kennt immer mehr Leute.
Halb eins fahren wir dann zusammen zum Ziel nach Ibbenbüren, die Transferbusse warten schon und wir steigen in den zweiten ein. Michael Brinkmann, Organisator des Laufes wie auch des Münster-Marathons, kommt wie immer in jeden Bus und hält heute ein extrem kurzes Briefing ab.
Erneut warnt er „die Herren unter uns“ vor dem „wilde“ verklappen von Dünnsäure in der Botanik, des sei it 35 € Ordnungsgeld belegt und das Ordnungsamt der Gemeinde sei mit verstärktem Personal vor Ort. Es stünden ja die Schultoiletten am Start zur Verfügung. Ok, für Frauen wäre das dann mit der otanik also kein Problem, denke ich mir schmunzelnd, während der Bus sich in Bewegung setzt.
Angekommen in Riesenbeck sehen wir gleich meinen (Groß-)Cousin Andre. Der hat uns mit seiner Teilnahme 2006 hier angefixt und 2008 mitgenommen, seitdem sind wir hier gemeinsam am Start. Leider hat er in den letzten zwei Jahren mit gesundheitlichen und zeitlichen Problemen zu kämpfen gehabt, er wusste bis vor kurzem noch nicht, ob er den Start hinbekommen würde. Aber jetzt ist er doch da, mit Frau Anna als Support und seinen beiden Kindern. Es beginnen die üblichen Vorbereitungen, man trifft den einen oder anderen Läufer. Auch Stefan ist wieder da und spricht uns an. Diesmal nicht für Eintrachht Frankfurt Triathlon sondern Wohnortbedingt für Hannover 96 Triathlon am Start. Er war beim letzten Mal dann mal gleich zum ersten Mal am Start und ziemlich vorne dabei gewesen.
Auch die Startmusik ist hier Kult und immer aus dem gleichen begrenzten Repertoire. „I will Survive“, „Wahnsinn“ und die Trommeln des Safri-Duos dürfen einfach nicht fehlen. Kurz vor dem Start sehe ich dann endlich Birgit und Dieter, die ich aus der Ausdauerschule „mitgebracht“ habe und die(Birgit) ich bei den Frauen auch mit vorne sehe. Wir besprechen, eine 4:30 bis 4:40er Pace anzugehen, wobei ich weiß, dass Birgit schneller sein wird als ich. Für mich ist das hier drei Wochen nach dem Hamburg-Marathon ein Überraschungspaket, ich will mal mit 4:30er Pace angehen, glaube aber jett schon nicht, das durchhalten zu können. Los geht es, leicht bergab auf die Hauptstraße, ein Stück durch Riesenbeck und dann raus auf die Feldwege. Habe heute meine Adizero Boost an, die schnellen Schuhe mit wenig Dämpfung. Das verleitet mich dann offensichtlich dazu, den ersten Kilometer dann mal gleich mit 4:02 rauszuhauen. „Du bist irre“ sagt mir mein Alter Ego und fordert mich auf, zu bremsen. Die Sonne scheint, es ist etwas über 20 Grad, aber windig. Was für die Erfrischung gut ist, ist für die Beine bekanntlich schlecht, denn im ersten Teil auf den Feldern bläst der Wind von vorne bzw. schräg vorne. Über 4:24 auf dem zweiten und 4:26 auf de dritten Kilometer habe ich es dann endlich geschafft, so halbwegs auf die Pace abzubremsen, die ich angehen wollte. Birgit kommt herangelaufen, wir unterhalten uns kurz. „Ich denke, so 4:30 – 4:40?“ fragt sie mich. „Ich bremse gerade darauf runter“ melde ich zurück. Dann lasse ich sie laufen. Denn mir fallen die 4:33 jetzt schon schwer, nach nicht ganz fünf Kilometern. Also beschließe ich vernünftig zzu sein und stelle meine  virtuellen Tempomacher an meiner Uhr auf das neue Soll von 4:40/Kilometer. Das hilft meinem Kopf. Um mich herum einige bekannte Gesichter aus den letzten Jahren, hier gibt es einige, die laufen alle zwei Jahre exakt den gleichen Stiefel herunter, immer dasselbe Tempo, immer dieselbe Platzierung. Leider bildet sich bei mir mal wieder keine Gruppe, ich bin die Gruppe. Der Weg verliert den Asphalt und wird sandig, es geht Richtung Doofmund-Ems-Kanal. Über ein Stück Wiese führen meine Schuhe mich die Böschung hinauf, dann auf den schlecht geschotterten Fahrspuren den Kanal-Wirtschaftsweg entlang. Hier kommt der Wind endgültig von vorne. Mit Kilometer 9 verfehle ich dann hier gleich mall schon die 4:40er Vorgabe, aber es ist mir erstaunlicherweise egal. Hamburg fordert seinen Tribut, das merke ich schon hier. Und so viele, wie am Start schon deutlich schneller abgingen zeigten mir, dass das Niveau mal wieder gestiegen statt gesunken zu sein scheint. Die paar Meter hoch zur Kanalbrücke bewältige ich schnell, dann geht es von dort wieder hnunter und noch 5 Kilometer flach weiter. Aber ich sehe schon den Kamm des Teuto, über den wir gleich einmal hinüber nach Ibbenbüren müssen. Ich trinke mein Dextro flüssig so nach 11 Kiometern, danach geht es mir schnell wieder etwas besser. Placebo oder echte Wirkung ist mir relativ egal. Der Weg ist aber hier dann wieder nicht mehr asphaltiert und erstaunlicherweise modderig. Da sind meine Adizero jetzt nur bedingt geeignet. Also wieder mal „nur“ 4:42er Pace. Dieter, Birgits Begleiter, kommt von hinten vorbei. Auch er ist vor zwei Wochen wie Birgit in Bödefeld Ultra gelaufen, hat es sich aber besser eingeteilt. Er geht vorbei, ich sage ihm, er soll mal laufen. Ich würde an den morgigen Tag denken und es nun etwas ruhiger angehen lassen. Aber es wird gar nicht ruhiger, im Gegenteil. Kaum habe ich Asphalt unter den Sohlen werde ich wieder schneller. 4:34 und 4:40, ehe es dann rechts ab durch einen Fachwerk-Bauernhof auf den langsamen Anstieg zum Teuto geht. Es ist ein Feldweg, ziemlich zugewachsen. Die Fahrspuren Sandig, die Mitte buckelig mit Gras bewachsen. Ich werde langsamer. Jetzt kommen bereits einige einheimische „Bergziegen“ vorbei. Sollen sie, abgerechnet wird im Ziel. Ein Stand, an dem Schwämme gereicht werden, die man am Anstieg gut nutzen kann, hilft weiter. Es wird steiler. Es wird schattig, ich bin im Teutoburger Wald. Cousin Andre schließt zu mir auf. Für ihn freut es kich, aber für meinen Anspruch eigentlich zu wenig? Ich sage noch „komm dann mal mit“ und weiter geht es. Mein strammer Gehschritt berauf ist offensichtlich noch bekannt, ein anderer Läufer spricht mich beim Überholen an. „Du kommst doch gleich eh wieder von hinten, wenn wir oben sind“. „I hope so“ denke ich und wuchte meine 85 kg Schritt für Schritt höher in den Wald. Andre bleibt hinter mir. Oben angekommen, bin ich tatsächlich schnell wieder im Tempo. Auch hier ist es teilweise matschig, aber schnell verlassen wir wieder den Hermannsweg und „stürzen“ uns talwärts. Ich lasse laufen und gebe richtig Gas. Leider ist der Weg hier mit dicken, spitzen Steinen bewehrt, die noch von ein paar Wurzeln unterstützt werden. Der Läufer vor mir kann gerade noch ein Umknicken vermeiden. „Da wären die Sixdays fast schon vorbei gewesen“ rufe ich ihm im Vorbeirasen zu und von hinten  gibt er mir Recht, während ich beim vierten Mal darauf vertraue, dass meine Füsse den weg schon wieder finden würden. Und das tun sie. Ich hatte bergab bis auf 3:12 beschleunigen können, das macht Mut und gibt wieder Schwung. Und jetzt überhole ich mal wieder richtig. Es wird flacher, ich biege auf die Groner Allee ein, die mich gerade ins Zentrum und zum Ziel führen soll. Gruppe u Gruppe laufe ich ab, selbst auf der Katastophen-Kopfsteinplaster-Buckelpiste Groner Alle schaffe ich es, unter 4:30 zu bleiben. Dann die letzte Hauptstraße bis zur Fußgängerzone. Es kann nicht mehr weit sein. Dieter sehe ich so fünfzig meter vor mir, verkneife mir aber den Sprint, ihn einzuholen. Es ist ein Etappenrennen. Dann stelle ich fest, dass das Ziel noch garnicht das Ziel ist. Es geht nochmal rechts ab und leicht heran durch die Fußgängerzone, vorbei an Eis schleckenden Einkäufern. Aber auch vielen Zuschauern. Dann habe ich es geschafft. Michel Brinkmann sagt mich von seiner Bühne aus an.
„Thomas Kühnen aus Duisburg, zum vierten Mal dabei.“. Der Mann ist wie immer bestens vorbereitet, die BSG Sparkasse verkneift er sich, aber die Volksbank ist ja auch Etappensponsor. 1:28:18, gut vier Minuten langsamer als vor zwei Jahren. Aber auch 3 – 400 Meter mehr gelaufen. Ich freue mich. Andre kommt kurz nach mir rein, ich habe im noch fast 1,5 Minuten auf den letzte 3 Kilometern abnehmen können. Dann beginnt das Warten auf Claudia. Sie kommt, kurz nachdem Tanja von Jogmap Ruhr im Ziel ist und mir sagte, dass sie gleich eintreffen müsse. Knapp unter 1:43 ist auch für Claudia eine gute Zeit.




So, der Rest folgt morgen, denn ich muss mich schon wieder fertig machen. Die „Königsetappe“ nach Tecklenburg wartet. Ich bin gespannt.

Mehr Fotos gibt es hier:
http://www.riesenbecker-erlebnislaeufer.de/riesenbecker-sixdays-2014/fotos/1-etappe-riesenbecker-sixdays/

Donnerstag, 22. Mai 2014

Bergsprints und Sixdays-Fieber

Das letzte Training ist gelaufen, ein Spagat aus Regeneration und Erholung ist vollbracht. Das hoffe ich zumindest. Es standen 8 "lange Bergsprints" auf dem Programm. Das ich die nur 30 Stunden vor dem Start der Riesenbecker Sixdays nicht "sprinten" würde, war mir klar und wurde mir sogar von Schleifer-Sven bestätigt. Dennoch wollte ich gerne endlich das Gefühl des Bergauflaufes wieder mal aufnehmen, das hatte ich schon länger nicht gemacht.

Der schwülwarme Tag kühlte dankenswerterweise in den zwei Stunden vor dem Training in Form eines Riesengewitters über Duisburg deutlich ab. Meine neu bestellten Salomon X-Scream Citytrail waren gegen 17:00 Uhr bei einem der beiden Dealer meines Vertrauens angekommen und konnten neben den Dextro-Regenerationsdrink-Pulvern für die kommende Woche abgeholt werden. Neongelb blinkte es also an meinen Füßen. Die Überlegung, in Claudias langsamere Gruppe zu wechseln, verwarf ich wie immer und zog also mit Schleifer-Sven und den anderen gaskranken den Kaiserberg hinauf. Nach einem kurzen Einlaufen und er obligatorisschen Dehngymnastik ging es los. Es fällt ja schwer, sein Tempo zu drosseln, wenn die gewohnten Begleiter vorne wegziehen. Aber Birgit blieb zunächst auch bei mir, sie kommt ja mit zu den Sixdays und hat vor zwei Wochen in Bödefeld noch einen Bergultra gelaufen.

Ich habe versucht, die Strecke so zu laufen, dass ich noch länger und weiter laufen könnte, wenn ich oben war. Auf einer Distanz von rund 410 Metern waren so ca. 33 Höhenmeter zu überwinden, was in etwa den gängigen Steigungen an de ersten beiden Tagen der Sixdays entspricht. Mit einer knappen 6er Pace war ich dann am Ende durchaus zufrieden, wenn ich das am WE auch auf einem 1-Kilometer Steigungsabschnitt halte, wäre das toll. Auch wenn mir der alte Läuferwitz "Du hast gerade eine Schnecke zertreten - konntest Du nicht sehen, die kam von hinten" nicht aus dem Kopf wollte. Birgit wurde dann allmählich schneller, ich blieb in meinem Tempo. Nicht, ohne meine Claudia in der uns entgegekommenden Gruppe einmal kräftig anzuraunzen, weil sie mir zu weit an der Spitze des Feldes lief. Auch sie sollte sich nicht völlig verausgaben, denn unter ihren Möglichkeiten muss sie die Sixdays auch nicht laufen. Am Ende bin ich wieder, froh, dass es vorbei ist, aber ich laufe schnell wieder locker. Das Gefühl wollte ich haben!

Mit vielen guten Wünschen verabschieden wir uns am Ende vo unseren Trainern und Lauffreunden, nicht, ohne bereits den "Sub-4-h-Zug" für den Rhein-Ruhr-Marathon am Sonntag nach den Sixdays zusammengestellt zu haben. Holger will es schaffen, Trainerin Sabine und mein New-York-Kumpan Werner wollen auch mitkommen. Zu viert wird es in jedem Fall lustig, zumindest für Sabine, Werner und mich.....

Ach ja, unsere geplanten Sixdays-Begleiter haben dann gestern Abend noch kurzfristig abgesagt. Wir hatten es die letzten Wochen bereits geahnt.....Dafür kommt mein Großcousin Andre doch wieder mit, was nicht sicher war, denn er war gesundheitlich anngeschlagen und wuusste vor ein paar Wochen noch nicht, ob er es hinbekommt. Er hatte uuns mit seinem Start 2006, als wir noch zusammen Fußball spielten, für diese Vernstaltung begeistert. Wie schrieb er mir so schön auf meine Anfrage: Erste SMS "Ich hänge meine Laufschuhe an den Nagel...." 2.SMS: "Und morgen nehme ich sie ab, packe sie ein und fahre nach Riesenbeck! Na klar starte ich, und wenn ich da auf einem Bein durch die Gegend hüpfe....."
Zieleinläufe Claudia und ich Sixdays Schlußetappe 2012

In diesem Sinne....auf zum letzten halben Arbeitstag, dann wird gepackt und dann geht es in eine Woche Laufsport intensiv! Ihr werdet davon lesen können.

Dienstag, 20. Mai 2014

Gebremste Intervalle und Trail-Schuhtest

Regeneration heißt ja eigentlich Pause. Nun ist das damit ja für uns Läufer so eine Sache, zumal ich ja auch gerade gefallen daran gefunden habe, mit dem Rennrad ins Büro zu fahren. Das hält ja auch fit. Vielleicht aber auch das Gegenteil? Zumindest habe ich zuhause das Gefühl, bereits zwei Mal ne halbe Stunde Sport gemacht zu haben. Und Kraft in den Obercshenkeln ist für die Hügeligen Sixdays ja auch nicht sooo verkehrt.

Nun ja, Läuferisch hatte ich die Woche nur zwei Einheiten auf dem Plan. Zunächst am Donnerstag wieder das gemeinsame Training mit der Ausdauerschule. Eine Pyramide in GAT 3 mit 2/6/9/6/2 Minuten mit einer Minute Trabpause dazwischen steht auf dem Plan. Recht anstrengend. Ich bleibe doch bei Schleifer-Sven in der "schnellen" Gruppe. Aber ich will nicht absolut Vollgas geben. Sven bestärkt mich, es nach Gefühl angehen zu lassen. Gut gesagt, wenn alle Anderen abziehen.....

Es geht los, es ist frisch, aber nicht kalt. Wir laufen mal wieder die 10er-Runde um die 6-Seen-Platte. Die ersten zwei Minuten gehen in 4:21er Pace ganz gut, aber es waren ja auch nur zwei Minuten, die schnell um sind. Die folgenden 6 Minuten sind dann schon eine andere Nummer. Das gleiche Tempo fällt mir schon schwerer und ich muss ein wenig beißen. Aber andere sind auch nicht viel schneller. Dann, nach natürlich viel zu kurzer Pause, die 9 Minuten. Junge, Junge, kaum vorstellbar, dass ich in Hamburg beim Marathon abschnittsweise genauso schnell gelaufen bin. Wieder 4:20er Pace. werner und Knut gehen vorbei, ich bin jetzt ziemlich hinten. Sven läuft noch ein wenig bei mir und korrigiert Kleinigkeiten an meiner Haltung, nötigt mich aber nicht zum schnelleren Laufen. Endlich sind auch die 9 Minuten um, als vorletzter drehe ich um und laufe dem letzten entgegen, wie es verabredet ist. Und wieder geht es ab, aber das Tempo habe ich jetzt drin. Das ist teilweise Sixdays-Renntempo, datum empfinde ich diese Einheit durchaus als wertvoll und ziehe das durch. Die zwei Minuten werden dann endgültig zu schnell, 4:04er Pace geht hier nochmal. War jetzt auch egal.

Freitag und Samstag dann mal wieder mit dem Rad zur Arbeit - ja, leider auch Samstag, denn ich habe ein Seminar.

Sonntag dann die letzte "anständige" Einheit vor Riesenbeck. 15 km GAT 1 stand auf dem Plan, ich wollte so 20 km durchaus mal flott laufen. Laufsport Bunert hatte zum Schuhtest geladen und Adidas, Puma, Mizuno, Salomon und ON boten ihre aktuellen Modelle zu kostenlosen Ausprobieren an. Ich schätze das, denn auf 15 Kilometern weiß man, ob der Schh für einen etwas taugt oder nicht. Ich entschied mich für ein Salomon-Modell, welches den Kompromiss zwischen Geländeprofil und flachem Starßenlaufschuh für Strecken mit wechselnden Untergründen , wie sie mich z.B bei den Sixdays, aber auch in Davos erwarten werden. Ich ließ mich also zur Teilnahme an der schnellen Gruppe überreden, neben Karsten Kruck war hier auch noch Björn Tertünte mit am Start. 5er Pace sollte es sein, und das ging dann auch sofort damit los. Irgendwie war ich dann doch wieder ziemlich vorne, scheinbar treibt mich mein Ehrgeiz immer dahin. Aber meine Mitläufer werden es gemerkt haben, ich war nicht so gesprächig wie sonst, denn ich hatte schon etwas zu kauen an dem Tempo. Zudem nahm ich jede Matschpfütze mit, denn die Trailschuhe sollten ja ihren Zweck erfüllen. Das taten sie auch ganz gut. So ab Kilometer 7, als der schlechteste und zerfurchteste Wegabschntt wartete, musste ich dann wirklich beißen. Und die Kollegen wurden schneller. Als ich dann einmal meinen Schuhriemen neu sortieren musste, war ich dann hintendran. Zwar lief Karsten mich noch netterweise wieder ran, aber für mich war klar, dass ich nun Tempo rausnehmen würde. So sah es zumindest aus. Ein weiterer Kollege, der auch in Hamburg gelaufen war, blieb bei mir. Dennoch waren wir noch dran. Erst als die Uhr mir für Kilometer 10 die 4:48 anzeigte, bremste ich uuns wirklich aus. Wenn schon nicht langsamer als 5er Pace, dann zumindest nicht schneller. Werner biss sich an den anderen fest, obwohl er sich ja auch in Hamburg verausgabt hatte. Aber der muss ja auch nicht in 6 Tagen schon wieder ran.
Am Ende waren wir beide dann froh, dass wir die Runde hinter uns hatten und ich beschloss, die 6er Runde in der deutlich langsameren Gruppe auszulaufen. Die Schuhe waren gut, wie mir auch Karsten unterwegs bestätigt hatte. Die konnte ich tragen und der Preis stimmte auch. Die kamen in die engere Auswahl.

Das leichtere Paar, welches ich dann noch auf der 6er Runde testete, war mir zu unbequem und auch zu wenig "Trail". Letztlich eine gute Sache, so ein echter Praxisschuhtest. Die 6 Kilometer haben wir dann mit Schleifer-Sven und Sigrid als Betreuung in knapp unter 5:50er Pace gemütlich vollendet. Aber auch das kam mir nun anstrengender vor, als es meiner Meinung nach gedurft hätte. Das leckere alkoholfreie Weizen, ebenso gestiftet von Laufsport Bunert Duisburg, half mir neben dem Salomon-Klappstuhl bei der Regeneration. Danke Karsten Kruck & Team, war mal wieder eine schöne Sache.

Sei's drum, ich muss auch mal die Füße stillhalten. Und so verordne ich mir für Montag die letzte "Fahrradtour" zur Arbeit, Donnerstag werden die Bergintervalle gemütlich absolviert. Und Samstag geht es dann los. 18,5 Kilometer von Riesenbeck nach Ibbenbüren, einmal über den Teuto......soll ich mich freuen oder zweifeln?

Ich muss da nichts mehr beweisen, drei Wochen nach einem Marathon an der absoluten Leistungsgrenze wäre es normal, die Zeit von vor zwei Jahren nicht hin zu bekommen. Aber ich bin es gewohnt, in Fortschritten zu denken. Hab ja noch ein paar Tage Zeit.....

Dienstag, 13. Mai 2014

Mit Musik geht alles besser Teil 2

Die Anzahl der Zugriffe genügt, ich mach mal weiter:

Whitney Houston - One moment in time "I broke my heart for every gain
To taste the sweet, I face the pain
I rise and fall, yet through it all this much remains

I want one moment in time
When I'm more than I thought I could be
When all of my dreams are a heart beat away
And the answers are all up to me"

Der Zielsong überhaupt für mich. Er verbindet das "Momentum" - jenen genialen kurzen Moment des Erfolges, der sich "für die Ewigkeit"  in den Kopf einbrennt. Gleichzeitig motiviert er dazu, diesen Moment im Ziel zu erreichen. Auch nach 25 Jahren immer noch Gänsehaut.....jederzeit.

Marc Knopfler (Dire Straits) - Going home - Theme from Local Hero

Eien der schönesten instrumentalen Stücke, das ich kenne. Langsam ansteigendes Tempo, ideal zum Einstimmen auf einen Wettkampf oder einen besonderen Streckenabschnitt. Könnte ich den ganzen LAuf durch hören.

One Republic - Marchin' on  "There's so many wars we fought
There's so many things we're not
But with what we have, I promise you that
We're marchin on"
Egal was passiert, ich werde "weiter marschieren". Ein Lied mit einem guten Beat zum Weitermachen. Einfach weitermachen. 

Bruce Springsteen & The E-Street Band - Thunderroad "With a chance to make it good somehow
Hey what else can we do now
Except roll down the window
And let the wind blow back your hair
Well the night's busting open
These two lanes will take us anywhere"
Hochemotionaler Song, der sich darum dreht, sich einfach mal auf etwas einzulassen und es einfach zu tun. Auszubrechen aus dem Trott. So ziemlich mein Mantra für alle möglichen sportlichen Verrücktheiten, die ich schon gemacht habe. Vom ersten Marathon ohne richtige Vorbereitung über die ersten Riesenbecker ixdays, die 100 km von Biel oder zuletzt der Ironman. Macht etwas aus Eurem Leben, dann wird es auch  irgendwie gut werden. Dazu der Boss im Ohr.....

Vamilla Ninja - Tough enough "So keep on kicking, the bomb is ticking
Don't stop, don't be a runaway, go for the fire
Baby, are you tough enough?"
Tolle Rock-Rythmen aus Estland (oder war es Lettland - auch egal). Dazu die Feststellung, dass man hart genug für den Durchgang ist. Ein Versprechen, herausgeschrien an wen auch immer. Im Zweifel an den eigenen Schweinehund!

Robbie Williams - Let me entertain you "He may be good he may be outta sight
But he can't be here so come around tonight
Here is the place where the feeling grows
You gotta get high before you taste the lows
So come on "
Der Show-Act vom Entertainer himself. Auch wir wollen ja unterhalten. Uns selbst, die Zuschauer. Der Song treibt unheimlich nach vorne. Nur an die Highlights denken, sich von nichts herunterzehen lassen. Jetzt ist der Moment!

Pink - Try "Where there is desire
There is gonna be a flame
Where there is a flame
Someone's bound to get burned
But just because it burns
Doesn't mean you're gonna die
You've gotta get up and try, and try, and try"
War eigentlich mein "Soundtrack" zur Düsseldorf-Vorbereitung im letzten Jahr. Aber er gemahnt mich immer noch, dass man auch nach Misserfolgen niemals aufgibt und es immer wieder und wieder versucht. Für mich das beste Stück von Pink - mit Abstand! Das Feuer wird immer lodern, auch sich dabei mal jemand die Finger verbrennt. 

Foreigner - That was yesterday "But that was yesterday
I had the world in my hands
But it's not the end of my world
It's just a slight change of plans
That was yesterday
But today life goes on
No more hiding in yesterday
'Cause yesterday's gone"
Für mich aus persönlichen Gründen seit 1985 immer noch ein ganz emotionsgeladener Song. Ruft auf, nicht länger über vergangenes nachzukarten sondern neu zu beginnen, auch wenn man Dinge noch so bereut. Du kannst es sowieso nicht mehr ändern, also weiter mit Blick nach vorne. Ich bin übrigens immer noch mit der Frau verheiratet!

Linkin Park - Shadow of the day "And the shadow of the day,
Will embrace the world in gray,
And the sun will set for you. "
Irgendwann wird für Dich immer die Sonne aufgehen, egal, wie grau alles um Dich herum ist. Den Glauben gilt es, niemals zu verlieren. Und wer kennt nicht diese Läufe, wo es nach einem brutalen Tief dann doch wieder lief?

Kelly Clarkson - Stronger "What doesn't kill you makes a fighter
Footsteps even lighter
Doesn't mean I'm over cause you're gone"
Ja, was Dich nicht tötet, härtet ab und macht Dich zum Kämpfer. Bei dem Rythmus wird es Dir unterwegs eingetrichtert. Schritt für Schritt. Und das hilft mir. Und wenns nur dazu ist, mich für's nächste MAl stärker zu machen.

Bon Jovi - It's my life "It's my life
And it's now or never
I ain't gonna live forever "
Carpe Diem - oder auch "Nutze den Moment", wer weiß, ob er wiederkehrt? Es ist Mein Leben, jetzt oder nie. Dazu der tolle Rock von Bon Jovi. In diesem Sinne vorwärts.

Robbie Williams - My way  "But through it all when there was doubt
I ate it up and spit it out
I faced it all
And I stood tall
And did it my way"
Für das gute Gefühl, im Rückblick das Meiste richtig gemacht zu haben. Auf meine eigene Weise. Wenn die Zweifel kommen baut es mich auf. Geile Stimmung im Live-Mitschnitt!

Teil 3 folgt!






Sonntag, 11. Mai 2014

Mit Musik geht's manchmal besser....

Im Moment gibt es ja über Training nicht all zu viel zu berichten. Ich regeneriere so vor mich hin, angesichts der Verkehrssituation in Duisburg mit der Sperrung der A59 fahre ich mal mit dem Rad zur Arbeit, allerdings lockerer als im vergangenen Jahr in der Triathlon-Vorbereitung. Laufen steht die nächsten zwei Wochen rect wenig auf dem Plan. Donnerstag 16 x 300 Meter , sollte GAT 2 werden, wurde jedoch 3:50-3:55er Pace im Dauerregen. Zu schnell und mein Oberschenkel rächt sich gerade mit Dauermuskelkater. Am heutigen Sonntag dann ein gutes Stündchen mit Claudia locker durch den Wald. Wieder im Regen. Nächster Lauf erst wieder am Donnerstag im Training mit der Ausdauerschule, die Riesenbecker Sixdays wollen mich ausgeruht erleben.

Also schreibe ich mal über Musik und Laufen. Jetzt bitte nicht wieder die Puristen, die von fehlendem Naturerlebnis und Gefahr, weil man nix mehr hört. Ich habe die Musik meist nur in EINEM Ohr und stets so leise, dass ich mich unterhalten kann und die Umgebungsgeräusche mitbekomme. 

Im letzten Jahr bin ich fast gänzlich ohne Musik gelaufen. Beim Ironman war das verboten und daran hieß es sich zu gewöhnen. Frankfurt war in 2012 "mit" gelaufen. Düsseldorf 2013 "ohne". Jetzt halt in Hamburg wieder mit. Hier mal eine Auswahl meiner Stücke, und was ich daran schätze:

(fast alles Live-Mitschnitte, wegen der Assoziation zum Jubel des Marathon-Publikums!)

A-ha - Food of the mountain "Build a home by the foot of the mountain
We could stay there and never come back"
Guter Beat zum Laufen, der Traum vom Haus am Fuße des Berges und der ewigen Ruhe dort. Lässt ein wenig träumen, ich assoziiere es mit dem Fuße des Berges, an dem ich stehe und hinauf will.

Silbermond - Zeit für Optimistem "So wie es jetzt ist kann es nicht bleiben
Der Zeitpunkt ist nicht schlecht grad' gut genug
Zeichen gibt 's genug wir brauchen Wunder
Und wir zwei wär'n für den Anfang schon ganz gut"
Beschleunigende Beats zu Beginn eines Wettkampfes, schafft halt Optimismus.

Billy Joel - The Entertainer "I am the entertainer
And I've had to pay my price
The things I did not know at first
I learned by doin' twice"
Ja, ich bin hier auch zur Unterhaltung des Publikums da. Auch wenn ich alle Probleme dieser Welt habe - Show must go on. Die Leute kommen, um mich zu sehen. Glücklich, leidend, kämpfend, auch weinend, wenn es nicht anders geht. Das wollen wir ihnen bieten! Und dafür die Stimmung mitnehmen!

Bob Seger & The Silver Bulllet Band: Roll me away "We rolled across the high plains
Deep into the mountains
Felt so good to me
Finally feelin' free"
Westcoast Sound der 80er, lässt von endlosen Highways unter den Füßen träumen. Der Sound von endloser Sehnsucht und weitem Horizont.....

Asia - Heat of the moment "It was the heat of the moment
Telling me what your heart meant"

Erinnerungen an große Momente bei klaren Rock-Rythmen. Mitreißend....aber auch warnend.

Eminem - Without me "I said, "This looks like a job for me"
So everybody, just follow me
'Cause we need a little, controversy
'Cause it feels so empty, without me "
Ein bißchen aggro darf es auch mal sein. Pusht mich unheimlich. Guter Laufrhytmus, wie ich finde.

Dick Brave & The Backbeats "Take good care of my baby"

Herzschmerz-text ohen Bedeutung, aber toller Rythmus, der gute Laune macht.

Sunrise Avenue - Hollywood Hills "I take part of you with me now
And you won't get it back
And a part of me will stay here,
You can keep it forever, dear"

Kämpfersong von sound her  für mich - war nett hier bei Euch, aber ich muss weiter, immer weiter!

 Bushido - Der Endgegner "Junge, sie schreien, hey, ich bin der Endgegner
Und sie schreien, hey hey, denn mich kennt jeder"

Typ und voller Text extrem daneben. Aber wenn's hart wird, schreit er Dich an und macht Dich aggressiv.

Gossip - Heavy cross "It's a cruel cruel world  To face on your own  A heavy cross To carry along
The lights are on But everyone's gone And it's cruel "

Auch hier mal wieder ein Sound zum kämpfen und durchbeißen. Tolle Stimme, mitreißende Performance.

Kate Bush - Running up that hill "And if I only could, I'd make a deal with God 
And I'd get Him to swap our places
Be running up that road, be running up that hill
Be running up that building
Say if I only could, oh"

Nicht nur, wenn's bergauf geht. Den "deal with god" hab ich auch schon versucht. Hat öfters geholfen. Das Stakkato der Beats treibt Dich den Hügel hinauf. Und diese Stimme......

Jackson Browne - Lawyers in love "I can't keep up with what's been going down
I think my heart must just be slowing down"

Auch hier mal ein relativ belangloser Text, aber bester Ami-Rock. Gibt mir Leichtigkeit auf der Piste....

Die Toten Hosen - Tage wie diese "Durch das Gedränge der Menschenmenge bahnen wir uns den altbekannten Weg"

Das Lied für's Ziel oder vor dem Start. Mahnt die Flüchtigkeit und den Wert des Momentes!

Anastacia - One day in your life "And, baby, I'm stronger than before
You've gotta lay it on the line
Maybe one day in your life"
Große Stimme, eine große Aussage zum Wert des einen Tages, der es mal wieder werden soll. Dazu im Kopfkino die TV-Bilder aus Salt Lake City 2002 von den Olympischen Winterspielen....kommt immer noch gut.

The Alarm - 68 Guns "It is the flag that we fly so high
For every day they'll try and drag us down
(Drag us down and down)
I cry with anger I have done no crime
No
(Yeah, yeaoh) "

Einfach gute Rock-Musik aus den 80ern.

Christina Aguilera - Fighter "'Cause it 
Makes me that much stronger
Makes me work a little bit harder
Makes me that much wiser
So thanks for making me a fighter"

Wen das nicht vorwärts treibt? Ich weiß es nicht. Aus jeder Erfahrung lernt man wieder neu, aber wem sage ich das?

Cutting Crew - I just died in your arms tonight "But now it's over, the moment has gone
I followed my hands not my head, I know I was wrong "

Für den Moment, wenn es verzockt ist und trotzdem schön war. Woran hat's mal wieder gelegen? Bisschen Sentimentalität unterwegs tut auch mal gut bei dem ganzen Kämpferkram.

Les Miserables Crew - Do you hear the people sing? "Will you give all you can give so that our banner may advance?
Some will fall and some will live
Will you stand up and take your chance?"
Das bestinszenierte Musical mit Botschaft, was ich gesehen habe, dann auch noch bei uns in Duisburg. Man braucht aber die gewaltigen Bilder des aufstehenden Volkes, um in dem Song aufzugehen. Für mich das Aufbegehren gegen die Schwäche und das Symbol, Rückgrat zu zeigen.

Kelly Clarkson - My life would suck without you "'Cause we belong together now, yeah
Forever united here somehow, yeah
You got a piece of me and honestly
My life would suck without you "
Liebeserklärung für mich interpretiert an den Laufsport. Was wäre mein Leben ohne?

Wenns genug Leute interessiert, schreib ich die Tage über den Rest der Playlist. Wenn nicht, dann eben nicht. Auch egal...   :P






 




 











Freitag, 9. Mai 2014

Hamburg - Sezierung eines Ergebnisse

Hamburg ist Geschichte! Was für eine...... , ja was eigentlich für eine? Eine Erfolgsgeschichte, so wie es gelaufen ist( http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2014/hh.htm ) - aber auch für Training und Planung vorher?

Analysieren wir einmal sachlich und emotionslos:

Das Ursprungsziel "Unter 3", das ich mir im tiefsten Grunde meines Herzens eh nicht zugetraut hatte, habe ich ja schon recht früh durch ein "so nah wie möglich heran" ausgetauscht.
Ich habe Anfang Dezember mit einem gaanz langsam aufbauenden Trainingsplan angefangen, bis Anfang März ging es gefühlt aufwärts, der Laktattest Ende Februar hatte dies bestätigt.Und auch meine 10er PB bei der ASV-Winterlaufserie, wenngleich es nur zwei Sekunden waren.
 Aber dann ging es gefühlt nicht mehr vorwärts. Behinderte mich im tollen Trainingslager in Andalusien noch Schmerzen im Sprunggelenk, so verhinderte ein leichter Infekt einen ernsthaften Start beim geplanten Test in Venlo Ende März.
Meinen Trainingsplan habe ich weitgehend eingehalten, lediglich einen "illegalen Longjogg" zusätzlich eingeplegt. Und dennoch habe ich mein Mindestziel, die neue PB, nicht erreichen können.
Jawohl, nicht erreichen KÖNNEN! Obwohl die Bedingungen optimal waren (bis auf die Höhenmeter vielleicht) und ich im NACHHINEIN sehr glücklich mit meinem Ergebnis bin. Top 1000 bei den Männern kann ja sooo schlecht nicht gewesen sein.

Aus den Gesprächen mit Karsten Kruck, Jörg Bunert und Freddy aus der Bunert-Truppe , habe ich mitgenommen, dass ich vielleiht mehr 10-Kilometer-Wettkämpfe oder halt Bahntraining einpfelegen müsste. Aus den Facebook-Unterhaltungen mit Leuten, die nach anderen Plänen als denen der Ausdauerschule by Bunert trainiert haben, habe ich entnommen, dass die fast alle wesentlich höhere Umfänge als ich trainiert und teilweise auch in höheren Intensitäten trainiert haben. Fakt ist aber auch, dass drei von denen, die eher Richtung "Greif-Plänen" trainiert haben, Ihre Zielzeiten in Hamburg auch aus unterschiedlichen Gründen nicht annähernd erreicht haben und auch nicht viel schneller waren als ich. Mit deutlich höherem Zeitaufwand.

Also sind die Bunert-Pläne von meinen Trainern Roman Schulte-Zurhausen und Sven Schulz-Bargmann doch nicht die schlechtesten. Vielleicht noch ein wenig zu  modifizieren, aber an die Absprachen mit den Trainern möchte ich mich dann doch weiter halten. Aber sie scheinen mich aktuell ans Limit geführt zu haben. Das wird zu diskutieren sein, denn die "unter 3:10" habe ich ja jetzt erst recht nicht aufgegeben.

Claudia dagegen hat sich zwar auch weitgehend an die Trainingspläne gehalten, aber halt noch den einen oder anderen Marathon eingeschoben, den sie jedoch deutlich langsamer angegangen ist. Dennoch hat sie sich um fast eine Minute verbessert, auf einem mit 100 zusätzlichen Höhenmetern anspruchsvolleren Kurs. Ich hatte diese Marathonläufe ausgelassen.Dafür war sie natürlich nicht alleine unterwegs, sondern mit Trainingskollegin Heike und dem Trainer Sven als Pacemaker. Vielleicht hätte ich es ja mit Pacemaker auch schaffen können? Ich weiß es nicht, denn ich hatte noch nie einen.
Entweder war für mich der Verzicht auf die schönen zusätzlichen Marathonveranstaltungen also unnötig, oder es lag wirklich am Pacemaker? Gut, gestern beim ersten Training hat Schleifer-Sven auch verkündet, das Potenzial meiner lieben Claudia läge bei 3:30, wenn sie vernünftig trainieren würde (heißt, die zusätzlichen Marathonläufe weglassen!).Das spräche eher dafür, dass das Potenzial von Claudia halt höher liegt und meines annähernd erreicht ist.

Ich werde mich weiter damit beschäftigen, aber viel mehr Zeit bzw. Wochenkilometer will ich nicht investieren. Und ich will auch nicht den Spaß am Laufen der Jagd nach vielleicht wenigen Minuten unterordnen. Das mit dem Bahntraining scheidet daher aus, das mit den mehr 10er-Wettkämpfen hingegen kann ich mir durchaus vorstellen. Und ich werde mir eine schnellere Strecke aussuchen.

Mal psychisch betrachtet ist es merkwürdig, dass ich seit dem Trainingslager mental immer schlechter drauf war. Mir fehlte mein grenzenloser Optimismus, das hat sich dann auch im Rennen bewahrheitet. Auch da wurde ich die negativen Gedanken nicht los. Das gab es 2012 in Frankfurt nicht. Daran muss ich arbeiten. Erfolg zu visualisieren, erscheint mir sehr wichtig. Die Musik war schon mal gut und wichtig (jetzt komme bitte keiner und schreibe was von gefährlich und verboten, ich hab sie so leise dass ich alles höre!). In Hamburg kam bei mir wohl das Negativerlebnis 2011( http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2011/hamburg2.htm ) voll durch. Immer wieder diese Erinnerungen an den Streckenabschnitten. Dazu den nagenden Ärger aus Düsseldorf 2013 ( http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2013/ddorf_tk.htm ), wo ich kurz vor dem Ende eine Chance verpasst hatte. Daran muss ich arbeiten, aber der Erfolg von Hamburg wird dazu eine andere Basis legen. Wie heißt es so schön? "Laufen ist zu 80% Kopfsache, der Rest ist dann mental"

Taktisch betrachtet war Hamburg auf den ersten Blick "voll daneben" Ein positiver Split von 5 Minuten in beiden Hälften zeugt zunächst mal nicht von guter Renneinteilung. Andererseits wäre eine 3:07 durchaus im Bereich dessen gewesen, was ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Fest steht, dass die erste Hälfte für diesen Tag zu schnell war. Ob zwei Minuten langsamer dann knapp zur PB gereicht hätten? Ich denke nicht. Aber: Etwas mehr Tempodisziplin zu Beginn kann demnächst nix schaden. Der Negativ-Split wird ja allgemein als das Maß aller Dinge gesehen.

Mal sehen, jetzt wird erst mal regeneriert und dann geht's zu den Riesenbecker Sixdays. Ich freu mich drauf!


Donnerstag, 1. Mai 2014

Tag der (getanen) Arbeit

1. Mai 2014. Noch drei Tage bis zum Tag X - dem Haspa-Marathon in Hamburg. Seit Dezember habe ich darauf trainiert, habe mich Spiroergonometrie und Laktattest unterzogen, bin nach Andalusien in eine harte Woche Trainingslager geflogen und habe alle Wettkämpfe dem Ziel untergeordnet. Welchem Ziel eigentlich?

Im Spätherbst hatte ich mal die 3-Stunden-Marke ausgerufen, dann sollte es "so nah wie möglich daran" sein. Nach dem Trainingslager und dem verkorksten Venloop wäre ich mit einer Bestzeit unter 3:10 zufrieden. Kurz gesagt, ich wäre stolz, es zu schaffen. Und enttäuscht, wenn es nicht hinhaut. Denn nach den Plänen unserer Ausdauerschule, die ich nur moderat nach oben korrigiert habe, bin ich bestens vorbereitet.

Ich bin auch ausgeruht. Aber mental war ich einfach schon mal überzeugter. Das liegt unter anderem ja daran, dass alle, die ich über Facebook und persönlich kenne uund die ähnliches vor haben, mehr und schneller trainiert haben. Aber Schleifer-Sven ist von seinem Plan überzeugt. Also bin ich es auch. Und wenn es nicht klappt, wird es keine Schuldzuweisungen geben. Ich hätte ja auch mhr fordern können. Hab ich aber nicht. Also werde ich damit leben - und dennoch beim nächsten Mal einiges anders machen wollen. Zum Beispiel, mehr Wettkampfhärte bei HM oder 10ern einzuholen. Das werde ich auch tun, wenn es klappt, wovon ich im Grunde immer noch überzeugt bin.

Der Plan ist abgearbeitet, das Tapering erledigt. Ausgeruht wird sich noch ein wenig. Jetzt kann ich nichts mehr tun. Nur noch konzentriert die Ausrüstung zusammenstellen. Werde 5 Flüssiggels von Dextro trinken, angefangen bei Kilometer 8, dann alle 8 Kilometer eines. Und meine Uhr auf Runden von 1010 m einstellen, wie in Düsseldorf getestet. Nach dem Test-Staffellauf in Düsseldorf am Sonntag( http://www.laufen-in-dortmund.de/stories/2014/ddorf_tk.htm) bin ich ganz zufrieden. Montag dann mal ein Ruhetag, Dienstag standen die zur Kurseröffnung in der Ausdauerschule üblichen "Laufspiele" auf dem Plan, die habe ich mir dann mal geschennkt - Verletzungsgefahr ist zu groß. Dafür bin ich dann ja die knapp 14  km zur Arbeit mit dem Rennrad gefahren. Morgens leider im Dauerregen pladdernass geworden, auf der Rückfahrt und am Mittwoch ging es dann. Heute ist dann der Tag der Arbeit, der 1.Mai. Da bin ich noch einmal die 6-Kilometer-Runde ruhig um den Lohheider See, habe dabei 2 x 1000 m im Marathon-Renntempo versucht. Das erste Mal war zu schnell, und prompt fiel es mir wieder nicht ganz so leicht. Da sind sie wieder, die tödlichen 5-10 Sekunden zu schnell. Hoffentlich kriege ich das in Hamburg raus! Die zweiten 1000 gingen dann ganz gut, ich muss mich da rein laufen. Das hat Sonntag auch super geklappt. Fazit: Ich darf nicht zu schnell anfangen, das ist die größte Gefahr!

Claudia hat heute noch einmal 10 km in 6er Pace gemacht. Mal sehen, wie es ihr am Sonntag geht. Aber sie hat Glück. Denn Trainer Schleifer-Sven hat angekündigt, sie und Heike als Pacemaker begleiten zu wollen.

So, und nun geht es ans Packen der Sachen, denn am Samstag geht es früh Richtung Hamburg. Abends treffen wir uns mit 23 Ausdauerschülern beim Italiener zur privaten Pasta-Party und hoffentlich am Sonntag Abend zum gemeinsamen Feiern. Denn die meisten bleiben bis Montag in der Hansestadt.

Allen, die meine Blog bis hierher verfolgt haben herzlichen Dank für Euer Interesse. Wenn nur die Hälfte von Euch uns die Daumen drückt, kann der 4.5. ein großer Tag werden....