Heute dann konnte ich bereits um 15:00 Uht und somit im Sonnenschein los, ich hatte meine Trailschuhe an und beschloss nach der halben Seerunde, meine Kilometer nicht auf den glatten Straßen des Binsheimer Feldes oder des Rheinufers zu machen, sonder "querwaldein" zu laufen. Das heißt zunächst einen schlammigen Trampelpfad hinauf auf die Zufahrtstraße eines Pferdehofs, dann daran vorbei wie beim 3-Halden-Lauf in den Baerler Busch. Der Weg war hier zunächst dank veiler Pferde ziemlich zertreten und "angematscht", als es dann rechts auf die gut befestigte Buchenallee hätte gehen können, bog ich links den "Berg" hinauf ab. Der Weg war durch den dichten Laubteppich kaum zu erkennen, oben angekommen war ein großer Sitzkreis aus Baumscheiben mit Feuerstelle in der Mitte um eine große Buche herum aufgebaut. Hier bin ich länger nicht mehr gewesen. Dann ging es durch einen alten, zugewachsenen Militär-Schießstand, den nur noch die alten Baerler als solchen kennen, Er wurde von den belgischen Besatzungstruppen nach dem ersten Weltkrieg 1923 angelegt, dan auf dem einen Kilometer entfernten Baerler Sportlatz eine Baracken-Kaserne errichtet worden war. Der Pfad führt zwei Erdwälle hinauf und dazwichen wieder hinunter, dann langsam ansteigend zur Zielböschung und dort wieder hinab auf den matschigen Trampelpfad, der zurück zum Hauptweg führt. Hier habe ich als Kind so manches Fahrrad beim Rallye-Fahren zu Schanden geritten. Dann bog ich wieder in den Wald auf schmale Trampelpfade ab. Mal waren sie gut zu sehen, mal durch dichte Laubschichten verborgen, so dass man raten musste, wo es weitergehen könnte. "Try" von Pink in der Live-Variante im Ohr bin ich irgend wie voll moriviert und genieße die Straheln der sinkenden Sonne, die auf dem LAub der Wege den "goldenen" Herbst in warmes Licht taucht. Stellenweise sind noch die Reste des Pfingststurms zu bewundern, ich kann mich entscheiden: Über den Stamm oder durch das Gehölz rings herum. Dann nochmal den Trampelpfad an der Bahnlinie zum Orsoyer Rheinhafen entlang, es geht herauf und wieder hinunter, leider ist der Pfad ziemlich zugewuchert, so dass mal der Storchenschritt herhalten muss. Dann wieder weg von der Bahn, mitten in den Wald. Hier verliere selbst ich kurzfristig die Orientierung, ehe ich dann doch wieder auf der Orsoyer Allee lande. Hier bin ich erstaunlich schnell und merke es noch nicht einmal. Als es dann zum Lohheider See zurück geht, steht die Sonne gerade noch über dem Horizont und zaubert eine märchenhäfte Beleuchtung auf das Wasser und an den Waldrand. So etwas kann man nicht beschreiben, man muss es erleben. Und auch meine Handy-Bilder, mit denen ich den Moment einzufangen versuche, können dieses Licht nicht wiedergeben. Es sind diese Momente, wo ich das Laufen liebe, "Roll me away" von Bob Seagar & The Silver Bullet Band im Ohr laufe ich die letzten Meter hinunter zum See und den Orsoyer "Berg" wieder hinauf und weiß nun mal wieder, dass ich das schönste Hobby habe, wenn es mich solche herrlichen Herbstmomente erleben lässt. Die spontanen Wege sind manchmal die Besten. In diesem Sinne: Keep on running!
Freitag, 28. November 2014
Auf neuen Wegen im Wald....
Nach zwei einsamen Abendeinheiten am See und auf den Hauptwegen im Wald und dem trainingsfreien Donnerstag in der Ausdauerschule wollte ich dann den freien Freitag Nachmittag mal nutzen, um noch ein paar Kilometer für das Projekt 3000 zu sammeln. Denn am Sonntag steht der Nikolauslauf in Oberhausen-Schmmachtendorf in Vollverkleidung auf dem Programm, der hat aber nur 10 Kilometer. Bereits am Mittwoch hatte mich die besondere Atmosphäre der eingebrochenen Dunkelheit auf der Orsoyer Allee, einer der beiden schnurgeraden Hauptachsen des Baerler Busches, in den Bann gezogen. Nach 3/4 der Seerunde war ich noch dorthin abgebogen und war mit Stirnlampe die glatt geschotterte Strecke gelaufen. Man ist auf den Lichtkegel der Stirnlampe fokussiert, Äste und Gestrüpp werfen seltsame Schatten und zwei Baustellenlampen, die an den Wartungspunkten einer Versorgungsleitung zwei Baulöcher in etwa einem Kilometer Abstand blinkend markieren, sind über die volle Distanz zu sehen. Man ist ziemlich alleine, auch das hat etwas.
Sonntag, 23. November 2014
August-Blumensaat-Lauf in Essen
Nun, am Sonntag kurz vor Schluss des Online-Meldeportals hatten wir uns zur Meldung entschlossen, nur wenige Stunden später wurde mir im Bett speiübel, das Abendessen ging mir des Nachts noch durch den Kopf und mein Arbeitstag war am Montag nach 1,5 Stunden krankheitsbedingt beendet. Gut, dass es mir am Dienstag bereits wieder besser ging und der Anflug des Magen-Darm-Infekts am Mittwoch endgültig ausgestanden war. Mit Training hatte es sich damit allerdings weitgehend für die Woche, eine kleine Runde am Mittwoch Abend lief erstaunlich gut durch die Nacht, einem Start sollte also doch nichts im Wege stehen.
Das Wetter war ein Traum, 12-14 Grad, die sich gegen Mittag in der Sonne deutlich wärmer anfühlten. Der Lauf war gut organisert, wir wurden 1,5 Kilometer vor dem Start auf den Parkstreifen gewiesen, von hier verkehrte der Shuttle-Bus und brachte uns schnell zum Start. Im Bus hatte ich bereits Trainingskollege Jason getroffen. Ich wollte mich ja im November nicht voll belasten, aber eine 5er Pace sollte schon relativ relaxed drin sein. Das wäre eine 1:45, ich einigte mich mit Jason, ihm als Pacemaker zu dienen. Die Startnummern gab es in der großen Sporthalle im Ort mit den drei Tieren (Ku(h)-Pferd-Reh), hier konnte man sich auch auf der Tribüne oder in den Kabinen fertig machen. Zunächst sahen wir mit Kosta und Judith den Zieleinlauf der 10-Kilometer-Läufer und eine neue PB für unseren Laufkollegen Sascha. Wie kann man nur 35 Minuten auf 10 Kilomettern laufen?
Dann hieß es bereits für uns, sich fertig zu machen. Irgendwie hatten unsere Trainer 14:00 Uhr zum Treffpunkt Aufwärmen ausgerufen, da war aber schon Start. Also liefen wir uns alleine Warm, das wird ja eh überbewertet. Dabei trafe wir dann noch Karin und Tobi und auch Jason war wieder da. Auch Karin und Tobi wollten mir zunächst in 5er Pace folgen. Ich war schon froh, eine kleine Gruppe zusammen zu haben, die mich bremsen würden, denn während es am Mittwoch in der Dunkelheit des Lohheider Sees wieder so gut lief, trug ich mich schon mit dem Gedanken, meine Ulm-Zeit noch einmal zu verbessern. Aber das wäre wohl nicht vernünftig, ich will ausgeruht ab dem 1.12, in die Wien-Vorbereitung gehen und sollte mich daher daran halten, nicht am Limit zu laufen. Das ist nunmal leichter als Pacemaker für andere.
Irgendwie wurde es hektisch, kaum standen wir im Gedränge am Start, schon ging es los. Daher zeigte sich das Feld zu beginn schlecht sortiert, was zu vielen Überholmanövern führte. Dennoch fanden Jason, Karin, Tobi und ich uns schnell zusammen. Irgendwann fragte eine weibliche Stimme von hinten noch an, was wir vorhätten und bat, dabeibleiben zu dürfen. So hatten wir schnell ein nettes Grüppchen von 5 Personen zusammen und waren auf Kurs "5er Pace". Die Strecke kennen wir ja aus vielen Trainingsläufen aus dem FF, die Sonne bot uuns immer wieder tolle Anblicke über den See, auf den Förderturm am anderen Ufer und später auf die Villa Hügel, die aus dem bunten Herbswald emporragte. Karin war zunächst etwas vor gelaufen, obwohl ich Ihr das Lasso angedroht hatte. Tobi war sinnvoller weise bei Jason und mir geblieben. Schon hatten wir die erste Wende erreicht, 4:58er PAce war dann ja fast eine Punktlandung und es ging wieder zurück zum Start. Claudia kam mir überraschend früh mit Dennis entgegen, der uns allerdings wenig später mit deutlich höherem Tempo überholte. Karin und Tobi hatten sich dann doch etwas fallen gelassen, so dass ich mit Jason und Marita, der "unterwegs zugestiegenen" Begleitung allein war. Es lief bei allen, schnell rückte der Start näher und damit der zweite Wendepunkt. Mein Kontrollblick zur Uhr ergab exakt die gleiche Pace wie im ersten Teilabschnitt. Am Getränkestand versorgten wir uns kurz mit Tee oder Wasser, dann waren wir schnell wieder beisammen. Ein weiterer Läufer hatte sich zu uns gesellt. "Wir halten uns jetzt ein wenig zurück, nach dem Wendepunkt können wir dann die Sau rauslassen" gab ich zur Parole für den nächsten Streckenabschnitt aus. Doch irgendwie wurde es damit nix. Wir waren immer einen kleinen Tacken zu schnell, aber Jason und Marita wirkten noch ganz fit und bei Jason war mir nach einigen gemeinsamen Einheiten ind der Ausdauerschule klar, dass "unter 1:50" heute nun wirklich nicht sein Ziel sein konnte. Claudia hatte ich dieses Mal nicht gesehen. So ab Kilometer 14 hörte ich auf zu bremsen, wir hielten das angezogene Tempo. Ich machte dies meinen Mitreisenden schmackhaft, indem ich kleine Streckenziele setzte und nicht mehr über Zeiten redete. Ein letztes Mal am Wendepunkt, nun waren wir bereits bei einer halben Minute weniger für den Abschnitt. Unser 4.Mann war fort, nun galt es, die Gruppe bis kurz vor Ende zusammen zu halten. Karin und Tobi kamen uns entgegen, sie waren noch gut in der Zeit und Karin ächelte noch. Auch Claudia war noch relativ dicht hinter uns.
"Ich dachte, Du wolltest ruhig laufen" rief ich Ihr zu und mir war hier schon klar, dass das eine Zeit um die 1:50 für sie werden würde. Hier im Shatten wurde es jetzt deutlich kühler, die Sonne sank nun schnell, genau wie Jasons Energiepegel. "Ich werde jetzt langsamer". "Nichts da, Du bleibst bei uns. Keine 4 Kilometer meher". Das gejammere ging weiter. "Es geht nicht mehr". "Lass mir eine Patrone gegen die Koyoten" spottete ich und spornte ihn an."Das wird ne super Bestzeit, halte mit bis Kilometer 20, dann lasse ich Dich in Ruhe". "Dafür machen wir den Mist jeden Donnerstag" griff ich weiter ind die Motivationskiste, während Marita unbeirrt neben mir Schritt hielt. Auch Ihre Bestzeit lag bisher so um die 1:49, da könnten wir jjetzt ins ziel walken, und das würde klappen. "Merkt Ihr eigentlich, dass wir nur noch überholen?" Kein Wunder, wir hatten die Pace nun schon einige Kilometer auf 4:42 erhöht. Wir hatten es fast geschafft, ich ließ den armen Jason in Ruhe. Hier konnte er nichts mehr verlieren. Marita zog noch gut mit, ich beschleunigte also weiter. "Los, da vorne die Gruppe, saugen wir uns fest" gab ich vor. Aber die gaben auch Gas. Wir zogen an Thomas, einem Kollegen der "Speed-of-light"-Aktion im letzte Jahr, vorbei und der zog mit. Meine junge Begleiterin kam nicht mehr mit, kein Wunder, denn die Pace war bei 4:24 angelangt. Ich wartete auf sie und ließ sie vorbei. 1:42:42 zeigte die Uhr, eine tolle Zeit, die wir ausschließlich auf der zweiten Hälfte herausgelaufen hatten. Mir ging es blendend, auch Jason kam kurz nach uns glücklich, aber fertig ins Ziel. Von wegen unter 1:50 - eine 1:43 ist es geworden. Dann ab auf die Brücke, nach meiner Frau Ausschau halten. Und auch Claudia kommt unter 1:50 aus der untergehenden Sonne. Dafür, dass sie ruhig laufen wollte, eine tolle Zeit. Wenn sie mit uns gelaufen wäre......aber nein, auch sie sollte sich einmal schonen. Karin und Tobi kamen gemeinsam nach 1:47 ins Ziel. Im Grunde auch alles richtig gemacht.
Fazit: Ein ganz toller Lauf auf schneller Strecke mit ganz kurzen Wegen und akzeptablem Preis-Leistungs-Verhältnis. 15 € für 21 Kilometer sind bei Mika-Timing-Zeitmessung o,k. Viele Laufkollegen getroffen und am Ende noch von Wolfgang Steeg (Catfun-Foto) und dem LC Kray mit Kaffee und Kuchen vewirtet worden - danke von hier nochmal dafür - ein schöner Samstag geht zu ende. Es muss ja nicht immer am Limit sein.
Das Wetter war ein Traum, 12-14 Grad, die sich gegen Mittag in der Sonne deutlich wärmer anfühlten. Der Lauf war gut organisert, wir wurden 1,5 Kilometer vor dem Start auf den Parkstreifen gewiesen, von hier verkehrte der Shuttle-Bus und brachte uns schnell zum Start. Im Bus hatte ich bereits Trainingskollege Jason getroffen. Ich wollte mich ja im November nicht voll belasten, aber eine 5er Pace sollte schon relativ relaxed drin sein. Das wäre eine 1:45, ich einigte mich mit Jason, ihm als Pacemaker zu dienen. Die Startnummern gab es in der großen Sporthalle im Ort mit den drei Tieren (Ku(h)-Pferd-Reh), hier konnte man sich auch auf der Tribüne oder in den Kabinen fertig machen. Zunächst sahen wir mit Kosta und Judith den Zieleinlauf der 10-Kilometer-Läufer und eine neue PB für unseren Laufkollegen Sascha. Wie kann man nur 35 Minuten auf 10 Kilomettern laufen?
Dann hieß es bereits für uns, sich fertig zu machen. Irgendwie hatten unsere Trainer 14:00 Uhr zum Treffpunkt Aufwärmen ausgerufen, da war aber schon Start. Also liefen wir uns alleine Warm, das wird ja eh überbewertet. Dabei trafe wir dann noch Karin und Tobi und auch Jason war wieder da. Auch Karin und Tobi wollten mir zunächst in 5er Pace folgen. Ich war schon froh, eine kleine Gruppe zusammen zu haben, die mich bremsen würden, denn während es am Mittwoch in der Dunkelheit des Lohheider Sees wieder so gut lief, trug ich mich schon mit dem Gedanken, meine Ulm-Zeit noch einmal zu verbessern. Aber das wäre wohl nicht vernünftig, ich will ausgeruht ab dem 1.12, in die Wien-Vorbereitung gehen und sollte mich daher daran halten, nicht am Limit zu laufen. Das ist nunmal leichter als Pacemaker für andere.
![]() |
| Foto Wolfgang Steeg Catfun |
Fazit: Ein ganz toller Lauf auf schneller Strecke mit ganz kurzen Wegen und akzeptablem Preis-Leistungs-Verhältnis. 15 € für 21 Kilometer sind bei Mika-Timing-Zeitmessung o,k. Viele Laufkollegen getroffen und am Ende noch von Wolfgang Steeg (Catfun-Foto) und dem LC Kray mit Kaffee und Kuchen vewirtet worden - danke von hier nochmal dafür - ein schöner Samstag geht zu ende. Es muss ja nicht immer am Limit sein.
Sonntag, 16. November 2014
Training und/oder Regeneration?
So jetzt habe ich mal ein paar Tage Blog-Pause gemacht. Warum? Nun ja, viel zu tun, spät zuhause, schreibe tagsüber recht viel am PC und habe abends dann echt den Kopf nur noch für ne kleine Laufrunde frei. Die finden jetzt immer häufiger im Dunkeln um meine Hausstrecke Lohheider See statt, denn ich laufe ja im Moment nur noch für mein Projekt 3000.
Projekt 3000 - nun ja, 3000 Laufkilometer sollen es in diesem Jahr werden. Das wären so 55 pro Woche und sollte zu schaffen sein, erfordert allerdings eine gewisse sportliche Disziplin. Diese Disziplin benötige ich im Moment in meinem Job auch - bei hoher Belastung. Ja, ich weiß, ich klage auf hohem Niveau, dennoch ist der Tag mit Training und Job halt voll. Aber das Training verläuft so wunderbar parallel zu meinen Zielen im Job - das Eine bereichert das andere und balanciert es zugleich aus. Was bin ich froh, dass ich laufe....
Laufen in der Dunkelheit formt auch den Charakter - ähnlich wie beim Gegenwind. Das mit dem setzen kleiner Abschnittsziele ("bis zu dem Strauch da vorne..." oder so) ist im Schein der Stirnlampe bei eingeschränkter Streckenauswahl nicht so einfach! Es ist immer der gleiche Anblick des spärlichen Lichtkegels ("Wann ist der Kilometer endlich um?"), man sieht ja nicht, wann man wo ist.
Da lobe ich mir unser Ausdauerschule by bunert-Training jeden Donnerstag. Letztes Mal gab es 2 x 4000 m GAT2/GAT3. Ich stand 25 Minuten nach dem letzten Kundenterminende umgezogen an der Regattabahn, wie immer rechht unlustig, mich zu quälen. Das hab ich immer, wenn ich gehetzt aus dem Büro komme, muss mentale Gründe haben. Also nahm ich mit 4:45er Pace vor, sollte laut letztem Laktattest für den unetren Wert GAT 2 reichen. Was wurde draus....leicht unter 4:30er Pace beendete unsere Gruppe die erste knappe Regattabahnrunde. Dann die zweite, 4:30 der erste Kilometer, schon hatte ich nur noch einen Begleiter. NAch weiteren 500 m kam Schleifer-Sven aus dem Gebüsch und walkte(!) in unserer PAce neben uns her. 4:23 zeigte die Uhr, was sollte das? Klar, schneller sollte es gehen. Jan, mein Trainingskollege, knautsche ebenfalls hörbar. "Schön locker beliben, guter Rhytmus, flacher Fußaufsatz...." - mit diesen Worten im Ohr lief sich Kilometer 3 dann schon in 4:20, als sich der Schleifer mit der Aufforderung "Jetzt dann mal GAT 3" nach hinten zum Rest der Truppe verabschiedete. "Endlich ruhiger, der kann uns mal" sagte ich zu Jan. Resultat des letzten Kilometers: 4:05! Ging fast wie von alleine. Leider mal ein Dank an den Trainer, der mich richtig eingeschätzt hat. Und Spaß hat's dann auch gemacht. Aber auch gezeigt, dass ich schon noch in gewissem Grade leistungsfähig bin.
Nun ja, soeben habe ich den Trainingsplan für Wien 2015 bekommen und bearbeitet. Ab 1.12. geht es los. Aber vorher noch ein kleiner Spaß-Halbmarathon beim August-Blumensaat-Gedächtnislauf am nächsten Samstag in Essen auf unserer Trainingsstrecke am Lago di Baldini. Eine 1:45 sollten mit gebremstem Schaum drin sein. Was August Blumensaat angeht: Der frühere deutsche Rekordhalter im Marathon soll einmal einen Marathon um seinen Küchentisch gelaufen sein - so ein Wahnsinn ist uns schließlich auch zuzutrauen.
Projekt 3000 - nun ja, 3000 Laufkilometer sollen es in diesem Jahr werden. Das wären so 55 pro Woche und sollte zu schaffen sein, erfordert allerdings eine gewisse sportliche Disziplin. Diese Disziplin benötige ich im Moment in meinem Job auch - bei hoher Belastung. Ja, ich weiß, ich klage auf hohem Niveau, dennoch ist der Tag mit Training und Job halt voll. Aber das Training verläuft so wunderbar parallel zu meinen Zielen im Job - das Eine bereichert das andere und balanciert es zugleich aus. Was bin ich froh, dass ich laufe....
Laufen in der Dunkelheit formt auch den Charakter - ähnlich wie beim Gegenwind. Das mit dem setzen kleiner Abschnittsziele ("bis zu dem Strauch da vorne..." oder so) ist im Schein der Stirnlampe bei eingeschränkter Streckenauswahl nicht so einfach! Es ist immer der gleiche Anblick des spärlichen Lichtkegels ("Wann ist der Kilometer endlich um?"), man sieht ja nicht, wann man wo ist.
Da lobe ich mir unser Ausdauerschule by bunert-Training jeden Donnerstag. Letztes Mal gab es 2 x 4000 m GAT2/GAT3. Ich stand 25 Minuten nach dem letzten Kundenterminende umgezogen an der Regattabahn, wie immer rechht unlustig, mich zu quälen. Das hab ich immer, wenn ich gehetzt aus dem Büro komme, muss mentale Gründe haben. Also nahm ich mit 4:45er Pace vor, sollte laut letztem Laktattest für den unetren Wert GAT 2 reichen. Was wurde draus....leicht unter 4:30er Pace beendete unsere Gruppe die erste knappe Regattabahnrunde. Dann die zweite, 4:30 der erste Kilometer, schon hatte ich nur noch einen Begleiter. NAch weiteren 500 m kam Schleifer-Sven aus dem Gebüsch und walkte(!) in unserer PAce neben uns her. 4:23 zeigte die Uhr, was sollte das? Klar, schneller sollte es gehen. Jan, mein Trainingskollege, knautsche ebenfalls hörbar. "Schön locker beliben, guter Rhytmus, flacher Fußaufsatz...." - mit diesen Worten im Ohr lief sich Kilometer 3 dann schon in 4:20, als sich der Schleifer mit der Aufforderung "Jetzt dann mal GAT 3" nach hinten zum Rest der Truppe verabschiedete. "Endlich ruhiger, der kann uns mal" sagte ich zu Jan. Resultat des letzten Kilometers: 4:05! Ging fast wie von alleine. Leider mal ein Dank an den Trainer, der mich richtig eingeschätzt hat. Und Spaß hat's dann auch gemacht. Aber auch gezeigt, dass ich schon noch in gewissem Grade leistungsfähig bin.
Nun ja, soeben habe ich den Trainingsplan für Wien 2015 bekommen und bearbeitet. Ab 1.12. geht es los. Aber vorher noch ein kleiner Spaß-Halbmarathon beim August-Blumensaat-Gedächtnislauf am nächsten Samstag in Essen auf unserer Trainingsstrecke am Lago di Baldini. Eine 1:45 sollten mit gebremstem Schaum drin sein. Was August Blumensaat angeht: Der frühere deutsche Rekordhalter im Marathon soll einmal einen Marathon um seinen Küchentisch gelaufen sein - so ein Wahnsinn ist uns schließlich auch zuzutrauen.
Mittwoch, 22. Oktober 2014
Traildorado - 24 Stunden rund um den Glörsee
Es war ein tolles Event. Ich möchte hier gar keinen großen Bericht über den Lauf als solchen veröffentlichen, dazu habe ich ein Video zusammengeschnitten.
Es war unser erster 24-Stunden-Lauf und ich glaube, wir haben ihn beide ganz gut gemeistert. Claudia sowieso wieder, denn sie hat mal wieder den dritten Platz erlaufen. Aber der Reihe nach. Unsere beiden Begleiterinnen aus der Ausdauerschule hatten uns verletzungs- und krankheitsbedingt schweren Herzens alleine fahren lasssen müssen. Nach schier endloser "gurkerei" durch die Kleinstädte des beginnenden Sauerlandes und einem ordentlichen Fußweg vom Parkplatz zur Jugendherberge begann dann unser Abenteuer 24-Stunden-Lauf zunächst mit "Klassenfahrtfeeling" wie vor 30 Jahren. Bettwäsche empfangen, Etagenbetten beziehen. Und natürlich das große Hallo mit allen unseren Lauffreunden und Bekannten.
Die Einführungsrunde wurde von Michel in "Safety-Car-Manier" angeführt und sollte der Streckenbesichtigung dienen, sie bot bereits einen Vorgeschmack, zeigte sich aber bei strahlendem Sonnenschein in all ihren abwechselungsreichen Facetten. Aber seht selbst:
Es war unser erster 24-Stunden-Lauf und ich glaube, wir haben ihn beide ganz gut gemeistert. Claudia sowieso wieder, denn sie hat mal wieder den dritten Platz erlaufen. Aber der Reihe nach. Unsere beiden Begleiterinnen aus der Ausdauerschule hatten uns verletzungs- und krankheitsbedingt schweren Herzens alleine fahren lasssen müssen. Nach schier endloser "gurkerei" durch die Kleinstädte des beginnenden Sauerlandes und einem ordentlichen Fußweg vom Parkplatz zur Jugendherberge begann dann unser Abenteuer 24-Stunden-Lauf zunächst mit "Klassenfahrtfeeling" wie vor 30 Jahren. Bettwäsche empfangen, Etagenbetten beziehen. Und natürlich das große Hallo mit allen unseren Lauffreunden und Bekannten.
Die Einführungsrunde wurde von Michel in "Safety-Car-Manier" angeführt und sollte der Streckenbesichtigung dienen, sie bot bereits einen Vorgeschmack, zeigte sich aber bei strahlendem Sonnenschein in all ihren abwechselungsreichen Facetten. Aber seht selbst:
Montag, 6. Oktober 2014
Ruhetage...
....müssen auch mal sein. Zeit, den mit Claudia am Tag der deutschen Einheit gefassten Beschluss Revue passsieren zu lassen, uns an den Berliner Mauerweglauf zu wagen. Nun ja, Claudias Überlegung ist ja folgerichtig. Am Seilersee im April mal Erfahrung mit über 100 Kilometern im Rahmen des 24h-Laufs machen, im August dann mal die 100 Meilen angehen und Pfingsten 2016 dann die TorTour als vorläufige Krönung unserer beginnenden Ultra-Karriere. Aber das ist ja nicht so einfach eine Aufzählung von irgendwelchen Laufveranstaltungen, das ist ein Heranführen unserer Körper an eine absolute Belastungsgrenze.
Lauffreundin Heike hat sich spontan zum Fahrrradsupport bereit erklärt, allein das wäre ja schon eine enorme Leistung. Aber wir wollen es zu Fuß schaffen. Und möglichst in 24 Stunden.
Warum? Nun, der Mauerweglauf ist für mich eine "logische Strecke". Er führt den ehemaligen Grenzpostenweg entlang und umrundet das ehemalige West-Berlin. Ich habe West-Berlin noch zwei Mal als Tourist, einmal 1980 mit meinen Eltern und dann 1986 mit meiner Fußballmannschaft noch eingezäunt kennenlernen dürfen. Wir hatten seinerzeit ein Freundschafsspiel gegen den BSC Rehberge auf einem Spielfeld direkt neben der Mauer ausgetragen, beobachtet von den Posten eines Wachturms, die unerreichbar in 30 Meter Enfernung wie die Relikte einer fremden Zeit erschienen. Ich kenne die DDR noch aus Verwandtenbesuchen und das unbeschreibliche Gefühl der ständigen Überwachung, dem man sich als Westbesuch dort ausgesetzt sah. Das ganze umgeben von Menschen, die sich ansonsten nicht von mir 16jährigem Gymnasiasten unterschieden, und für die meine Welt doch so unerreichbar war. Darum ist dieser Lauf, der zum Jahrestag des Mauerbaus daran erinnerte, dass ein Teil unserer Landsleute damals in einer Art großem Gefängnis lebte, für mich eine ganz tolle Sache.
Auch Berlin hat sich enorm verändert, von der exotischen Exklave und vom Mekka der Spione aus aller Welt zur internationalen Metropole, mit allen ihren positiven und negativen Seiten. Hier sind wir 2007 und 2008 unseren ersten großen Stadtmarathon gelaufen, haben das Flair der Metropole kennen- und schätzen gelernt. Und die Fortschritte seit jenem unvergessenen Pokalfinale 2001, als meine Schalker gegen "Eisern Union" den DFB-Pokal wenige Tage nach der "4-Minuten-Meisterschaft" holten.
Dort durfte ich mit meiner großen Tochter im Stadion das Spiel verfolgen, in den Tagen zuvor hatten wir das erste Mal seit der Wiedervereinigung die Veränderungen bestaunt. Nun also über den Mauerweg die legendären 100 Meilen - das sind immerhin 161 Kilometer. Können wir das? Nun ja, mit Blick auf andere, die das schon absolviert haben, sagt sich leicht "Wenn der/die das kann.....". Aber alleine die Tatsache, 100 km gelaufen zu sein qualifiziert nun einmal nicht autoatisch dazu, noch mal eben 61 Kilometer weiter zu laufen. Dazu bedarf es einiger Erfahrung, die wir teilweise ja schin erworben haben und erwerben werden.
Ob das reicht, ist wie bei jedem Marathon auch dann letzlich ein wenig Glückssache. Ich weiß, dass auch eine 7er Pace verdammt hart werden kann. Diese DEmut ahbe ich am Samstag in Meppen mal wieder erfahren. Und das Einsamkeit und Dunkelheit eine enorme Disziplin erfordern werden.
Aber ich weiß auch, dass wir es schaffen können. Und das ist beim Rundkurs leichter, als bei den vielen kurzen Runden etwa am Seilersee. Ich werde mit Claudia gemeinsam loslaufen, solange es im Bereich der 24h-Planung bleibt. Wenn die gefährdet werden sollte, wird aber auch jeder von uns alleine vor- bzw. weiterlaufen. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen. Wenn wir den schaffen sollten, können wir uns über alles weitere Gedanken machen. Über die Ruhr in ihrem genazen schönen Verlauf etwa, auch so ein "logischer Kurs". Aber so weit ist es noch nicht.
Zunächst werde ich am Samstag/Sonntag beim Traildorado schauen, was so geht. Wenn ich im finsteren Wald allein meine Runde ziehe, die Verlockung des gebuchten Bettes in jeder Runde vor Augen, aber auch die wertvollen Erfahrungen mit möglichen Probelmlösungen. Unter diesem Aspekt will ich diese Läufe sehen. Denn mein Wille ist verdammt stark. Wir sind nach den Belastungen der letzten Wochen im Moment ziemlich "durch", das kann sehr gut eine Belastung simulieren, die wir uns nicht erst am Samstag erlaufen müssen. Heike wird auch dabei sein und schon einmal Ultra-Luft schnuppern, auf sie kommt als Motivatorin eine ganz wichtige Aufgabe zu.
Wenn sich noch jemand als mein Begleiter berufen fühlt und den Trip nach Berlin am 14./15./16.8. machen möchte - das Rad kann ich transportieren. Ansonsten wird es auch mit Heike alleine gehen.
Ich freue mich auf den Kampf, auf die Leiden, auf die Euphorie, vielleicht auch auf die Erfahrung, an meine Grenzen gestoßen zu sein. Und auf den Moment, wenn ich Claudia im Ziel in meine Arme nehmen darf. Das Ziel 2015 ist gesetzt - und es besteht nicht nur aus wenigen Sekunden schneller im Marathon gewesen zu sein. Die Welt hat mehr zu bieten - testen wir es an!
Lauffreundin Heike hat sich spontan zum Fahrrradsupport bereit erklärt, allein das wäre ja schon eine enorme Leistung. Aber wir wollen es zu Fuß schaffen. Und möglichst in 24 Stunden.
Warum? Nun, der Mauerweglauf ist für mich eine "logische Strecke". Er führt den ehemaligen Grenzpostenweg entlang und umrundet das ehemalige West-Berlin. Ich habe West-Berlin noch zwei Mal als Tourist, einmal 1980 mit meinen Eltern und dann 1986 mit meiner Fußballmannschaft noch eingezäunt kennenlernen dürfen. Wir hatten seinerzeit ein Freundschafsspiel gegen den BSC Rehberge auf einem Spielfeld direkt neben der Mauer ausgetragen, beobachtet von den Posten eines Wachturms, die unerreichbar in 30 Meter Enfernung wie die Relikte einer fremden Zeit erschienen. Ich kenne die DDR noch aus Verwandtenbesuchen und das unbeschreibliche Gefühl der ständigen Überwachung, dem man sich als Westbesuch dort ausgesetzt sah. Das ganze umgeben von Menschen, die sich ansonsten nicht von mir 16jährigem Gymnasiasten unterschieden, und für die meine Welt doch so unerreichbar war. Darum ist dieser Lauf, der zum Jahrestag des Mauerbaus daran erinnerte, dass ein Teil unserer Landsleute damals in einer Art großem Gefängnis lebte, für mich eine ganz tolle Sache.
Auch Berlin hat sich enorm verändert, von der exotischen Exklave und vom Mekka der Spione aus aller Welt zur internationalen Metropole, mit allen ihren positiven und negativen Seiten. Hier sind wir 2007 und 2008 unseren ersten großen Stadtmarathon gelaufen, haben das Flair der Metropole kennen- und schätzen gelernt. Und die Fortschritte seit jenem unvergessenen Pokalfinale 2001, als meine Schalker gegen "Eisern Union" den DFB-Pokal wenige Tage nach der "4-Minuten-Meisterschaft" holten.
Dort durfte ich mit meiner großen Tochter im Stadion das Spiel verfolgen, in den Tagen zuvor hatten wir das erste Mal seit der Wiedervereinigung die Veränderungen bestaunt. Nun also über den Mauerweg die legendären 100 Meilen - das sind immerhin 161 Kilometer. Können wir das? Nun ja, mit Blick auf andere, die das schon absolviert haben, sagt sich leicht "Wenn der/die das kann.....". Aber alleine die Tatsache, 100 km gelaufen zu sein qualifiziert nun einmal nicht autoatisch dazu, noch mal eben 61 Kilometer weiter zu laufen. Dazu bedarf es einiger Erfahrung, die wir teilweise ja schin erworben haben und erwerben werden.Ob das reicht, ist wie bei jedem Marathon auch dann letzlich ein wenig Glückssache. Ich weiß, dass auch eine 7er Pace verdammt hart werden kann. Diese DEmut ahbe ich am Samstag in Meppen mal wieder erfahren. Und das Einsamkeit und Dunkelheit eine enorme Disziplin erfordern werden.
Aber ich weiß auch, dass wir es schaffen können. Und das ist beim Rundkurs leichter, als bei den vielen kurzen Runden etwa am Seilersee. Ich werde mit Claudia gemeinsam loslaufen, solange es im Bereich der 24h-Planung bleibt. Wenn die gefährdet werden sollte, wird aber auch jeder von uns alleine vor- bzw. weiterlaufen. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen. Wenn wir den schaffen sollten, können wir uns über alles weitere Gedanken machen. Über die Ruhr in ihrem genazen schönen Verlauf etwa, auch so ein "logischer Kurs". Aber so weit ist es noch nicht.
Zunächst werde ich am Samstag/Sonntag beim Traildorado schauen, was so geht. Wenn ich im finsteren Wald allein meine Runde ziehe, die Verlockung des gebuchten Bettes in jeder Runde vor Augen, aber auch die wertvollen Erfahrungen mit möglichen Probelmlösungen. Unter diesem Aspekt will ich diese Läufe sehen. Denn mein Wille ist verdammt stark. Wir sind nach den Belastungen der letzten Wochen im Moment ziemlich "durch", das kann sehr gut eine Belastung simulieren, die wir uns nicht erst am Samstag erlaufen müssen. Heike wird auch dabei sein und schon einmal Ultra-Luft schnuppern, auf sie kommt als Motivatorin eine ganz wichtige Aufgabe zu.
Wenn sich noch jemand als mein Begleiter berufen fühlt und den Trip nach Berlin am 14./15./16.8. machen möchte - das Rad kann ich transportieren. Ansonsten wird es auch mit Heike alleine gehen.
Ich freue mich auf den Kampf, auf die Leiden, auf die Euphorie, vielleicht auch auf die Erfahrung, an meine Grenzen gestoßen zu sein. Und auf den Moment, wenn ich Claudia im Ziel in meine Arme nehmen darf. Das Ziel 2015 ist gesetzt - und es besteht nicht nur aus wenigen Sekunden schneller im Marathon gewesen zu sein. Die Welt hat mehr zu bieten - testen wir es an!
Sonntag, 5. Oktober 2014
6h-Lauf Münster goes Trail in Meppen - weiter an die Belastungsgrenze
Nachdem ich in Ulm am vergangenen Sonntag die letzte "Leistung" in diesem Jahr abgrufen hatte, sollte nun in Meppen der Laufgenuss im Vordergrund stehen. Na ja, nicht ganz. Ein wenig hatte ich ja schon mit den 60 Kilometern geliebäugelt, zumindest 50 km mussten es aber sein. Der des Ultra-Laufens unkundige Leser wird sich fragen, wo er denn da den Laufgenuss findet. Nun, ohne Pace-Druck mit vielen bekannten und unbekannten Läufern zu sprechen, die Strecke und die Gegend zu genießen und einfach aufhören oder Pause machen zu können, wann man möchte (das ist bei einem kleinen Rudkurs naturgemäß leichter als bei einer Start-Ziel-Strecke) hat etwas entspannendes für mich.
Die Frage war halt, was mein im September recht strapazierter Körper noch alles würde klaglos hinnnehmen. Mit unserer bewährten LiDoMa-Biel-Fahrgemeinschaft Dennis und Svenja ging es recht fix am Samstag nach Meppen, wo in der Stadiongaststätte des legendären SV Meppen bereits ein leckeres Frühstück mit Blick auf den Rasen auf uns wartete.
Wir waren etwas übermüdet, da die Rückkehr uunserer Tochter von ihrer Abi-Fahrt nach London sich von Freitag abend 20 Uhr auf Samstag morgen 1:30 Uhr verzögert hatte. 3 3/4 Stunden Schlaf nenne ich als Vorbereitung jetzt auch mal suboptimal, selbst für einen Frühaufsteher wie mich.
Bei strahlendem Sonnenschein schickte Christian, der alles perfekt organisert hatte, uns stilecht mit Startschuß auf die 6-stündigen Seeumrundungen. Zunächst bergab über den Sandstrand, dann leicht bergan in den Wald über eine wurzelige, aber schattige Strecke. Später dann wieder ein kleiner Anstieg im Sand, Gefälle im Sand, ein kurzer steilerer Anstieg von 3 m Strecke, dann auf Fahrspuren zurück durch die Zählanlage zum Start am kleinen DLRG-Posten, w auch die Toiletten untergebracht waren. Insgesamt 1633m pro Runde. Ich bemühte mich zu Beginn, eine 6er Pace einzuhalten. Die Strecke erschien für einen Trail recht einfach. Aber es hätte mir schon eine Warnung sein können, dass es zu Beginn eben nicht automatisch schneler ging.
Kurz: Ich musste mich nicht bremsen, um die 6er Pace einzuhalten. Ich lief zunächst mal mit Claudia, mal mit dem einen oder anderen Läufer, bis man sich am V-Punkt wieder aus den Augen verlor. Aber es wurde schnell schwerer. Schon nach einer Stunde merkte ich, dass meine Salomon City-Trail für den harten Boden hier die falsche Schuhwahl waren. Da war ich auch bereits einmal über eine Wurzel gestolpert, die im Spiel der Sonnenstrahlen mit den Schatten der Blätter, welches auf den Waldboder harte Kontraste projizierte, eine gefährlich schwer zu sehendes Dauerproblem darstellen sollte. Das tat nicht weh, da ich mich ja gut abrollen kann, erhöht aber dennoch die Verletzungsgefahr. Ich beschloss, langsamer zu laufen und wechselte nach zwei Stunden auch die Schuhe in ein bessergedämpftes Model. War aber auch eine gute Ausrede, denn es fiel mir zunehmend schwerer. Kaum noch ein Kilometer unter 6er Pace, eher darüber. Aber egal, das war eben so. Nach drei Stunden nahm ich das erste Gel, wollte dies nun stündlich wiederholen. Auch der Durst wurde stärke, so dass ich un jede Runde einen Schluck Wasser oder Iso zu mir nahm. Das kostete Pace, denn ich wollte und konnte es nicht mehr aufholen. Bei 4 Stunden wurde es wirklich hart. Von 60 Kilometern war schon lange keine Rede mehr, es ging erst mal um den Marathon und dan um die 50-Kilometer-Marke. Das war eine gute Simulation für einen langen Ultra, wie geh ich mit dieser Situation um, wenn die Beine einfach nicht emhr wollen? Das mit dem Marathon-Ziel vor Augen klappte gut, ich versprach mir, danach zur "Belohnung" eine Gehpause. Dabei kam mir in den Sinn, dass es auch eine gute Erfahrung sei, auszuloten, nach welcher Gehpause ich wieder ganz gut weiterlaufen kann. Die letzte Kilometer bis zum Marathon zogen sich wie Kaugummi, teilweise schaute ich schon nach 200 m auf meine Uhr und wunderte mich, dass immer noch kein Kilometer geschafft war.
Dann war es endlich so weit. Ich begann, stramm zu marschieren. Und meine Muskulatur beruihigte sich schnell wieder. Ein eines Marschtempo von unter 9 Minuten auf den Kilometer bekam ich hin, noch knapp 1 1/2 Stunden für das Mindestziel von 50 Kilometern....das sollte funktionieren. Und es ging tatsächlich wieder besser. Ich entschied mich dann bei 5:30 h tatsächlich dazu, die letzte halbe Stunde wieder zu laufen. Und es ging wieder deutlich besser. Zwar war die Pace mit über 7 Minuten elendig, jedoch besserte se sich mit zunehmendem Lauf wieder langsam. Schön, wenn man auch mit einer 6:55 schon glücklich ist.
Eines wurde mir gestern klar: Die hundert Meilen im nächsten Jahr laufen sich nicht von alleine, nur weill man schon einmal 100 Kilometer gelaufen ist. Und Phasen wie gestern wollen überwunden werden. Aber mit dem Rezept von gestern denke ich, kann ich mich ein ganzes Stück weiter retten. Ob es dann reichen wird und wie es dann mit der Ernährung und im Dunklen wird....das werden weitere Trainings-Experimente zeigen. Ab nächste Woche beim Traildorado 24h-Lauf geht es weiter!
Nachdem der Schuss, der das Ende der 6 Stunden markierte - natürlich an der entferntesten Ecke des Rundkurses - waren es immerhin noch über 53 Kilometer. Ich bin zufrieden. Vor alle aber wegen der gemachten Erfahrung, dass auch meine Kraft endlich ist und ich ich dennoch mental aus schwierigen Situationen befreien konnte. Und das ist ja auch etwas!
Die Frage war halt, was mein im September recht strapazierter Körper noch alles würde klaglos hinnnehmen. Mit unserer bewährten LiDoMa-Biel-Fahrgemeinschaft Dennis und Svenja ging es recht fix am Samstag nach Meppen, wo in der Stadiongaststätte des legendären SV Meppen bereits ein leckeres Frühstück mit Blick auf den Rasen auf uns wartete.
Wir waren etwas übermüdet, da die Rückkehr uunserer Tochter von ihrer Abi-Fahrt nach London sich von Freitag abend 20 Uhr auf Samstag morgen 1:30 Uhr verzögert hatte. 3 3/4 Stunden Schlaf nenne ich als Vorbereitung jetzt auch mal suboptimal, selbst für einen Frühaufsteher wie mich.
Bei strahlendem Sonnenschein schickte Christian, der alles perfekt organisert hatte, uns stilecht mit Startschuß auf die 6-stündigen Seeumrundungen. Zunächst bergab über den Sandstrand, dann leicht bergan in den Wald über eine wurzelige, aber schattige Strecke. Später dann wieder ein kleiner Anstieg im Sand, Gefälle im Sand, ein kurzer steilerer Anstieg von 3 m Strecke, dann auf Fahrspuren zurück durch die Zählanlage zum Start am kleinen DLRG-Posten, w auch die Toiletten untergebracht waren. Insgesamt 1633m pro Runde. Ich bemühte mich zu Beginn, eine 6er Pace einzuhalten. Die Strecke erschien für einen Trail recht einfach. Aber es hätte mir schon eine Warnung sein können, dass es zu Beginn eben nicht automatisch schneler ging.
Kurz: Ich musste mich nicht bremsen, um die 6er Pace einzuhalten. Ich lief zunächst mal mit Claudia, mal mit dem einen oder anderen Läufer, bis man sich am V-Punkt wieder aus den Augen verlor. Aber es wurde schnell schwerer. Schon nach einer Stunde merkte ich, dass meine Salomon City-Trail für den harten Boden hier die falsche Schuhwahl waren. Da war ich auch bereits einmal über eine Wurzel gestolpert, die im Spiel der Sonnenstrahlen mit den Schatten der Blätter, welches auf den Waldboder harte Kontraste projizierte, eine gefährlich schwer zu sehendes Dauerproblem darstellen sollte. Das tat nicht weh, da ich mich ja gut abrollen kann, erhöht aber dennoch die Verletzungsgefahr. Ich beschloss, langsamer zu laufen und wechselte nach zwei Stunden auch die Schuhe in ein bessergedämpftes Model. War aber auch eine gute Ausrede, denn es fiel mir zunehmend schwerer. Kaum noch ein Kilometer unter 6er Pace, eher darüber. Aber egal, das war eben so. Nach drei Stunden nahm ich das erste Gel, wollte dies nun stündlich wiederholen. Auch der Durst wurde stärke, so dass ich un jede Runde einen Schluck Wasser oder Iso zu mir nahm. Das kostete Pace, denn ich wollte und konnte es nicht mehr aufholen. Bei 4 Stunden wurde es wirklich hart. Von 60 Kilometern war schon lange keine Rede mehr, es ging erst mal um den Marathon und dan um die 50-Kilometer-Marke. Das war eine gute Simulation für einen langen Ultra, wie geh ich mit dieser Situation um, wenn die Beine einfach nicht emhr wollen? Das mit dem Marathon-Ziel vor Augen klappte gut, ich versprach mir, danach zur "Belohnung" eine Gehpause. Dabei kam mir in den Sinn, dass es auch eine gute Erfahrung sei, auszuloten, nach welcher Gehpause ich wieder ganz gut weiterlaufen kann. Die letzte Kilometer bis zum Marathon zogen sich wie Kaugummi, teilweise schaute ich schon nach 200 m auf meine Uhr und wunderte mich, dass immer noch kein Kilometer geschafft war.
Dann war es endlich so weit. Ich begann, stramm zu marschieren. Und meine Muskulatur beruihigte sich schnell wieder. Ein eines Marschtempo von unter 9 Minuten auf den Kilometer bekam ich hin, noch knapp 1 1/2 Stunden für das Mindestziel von 50 Kilometern....das sollte funktionieren. Und es ging tatsächlich wieder besser. Ich entschied mich dann bei 5:30 h tatsächlich dazu, die letzte halbe Stunde wieder zu laufen. Und es ging wieder deutlich besser. Zwar war die Pace mit über 7 Minuten elendig, jedoch besserte se sich mit zunehmendem Lauf wieder langsam. Schön, wenn man auch mit einer 6:55 schon glücklich ist.
Eines wurde mir gestern klar: Die hundert Meilen im nächsten Jahr laufen sich nicht von alleine, nur weill man schon einmal 100 Kilometer gelaufen ist. Und Phasen wie gestern wollen überwunden werden. Aber mit dem Rezept von gestern denke ich, kann ich mich ein ganzes Stück weiter retten. Ob es dann reichen wird und wie es dann mit der Ernährung und im Dunklen wird....das werden weitere Trainings-Experimente zeigen. Ab nächste Woche beim Traildorado 24h-Lauf geht es weiter!
Nachdem der Schuss, der das Ende der 6 Stunden markierte - natürlich an der entferntesten Ecke des Rundkurses - waren es immerhin noch über 53 Kilometer. Ich bin zufrieden. Vor alle aber wegen der gemachten Erfahrung, dass auch meine Kraft endlich ist und ich ich dennoch mental aus schwierigen Situationen befreien konnte. Und das ist ja auch etwas!
Freitag, 3. Oktober 2014
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.....Sparkassen-Marathon 2014
Nach dem Erkältungs-Marathon im Soester Mais habe ich die Woche nichts getan. Nur einmal Stabi-Training. Sonst nichts. Keinen Schritt gelaufen bis zum Donnerstag Abend im Training. Hier standen nur gut 6 Kilometer mit 2 x 1000 m im Wettkampftempo auf dem Plan, und schon beim Warmlaufen fiel mir jede Bewegung nicht unbedingt leicht. Die zwei mal 1000 m liefen dann ganz gut, aber dieses Tempo 21 Mal hintereinander zu laufen, entzog sich hier noch meiner Vorstellungskraft. Nun, zumindest hatte mein Schnupfen etwas nachgelassen, der Husten war locker geworden und reizte nur noch selten. Sonst verspürte ich eine Symptome, also wollte ich meinen Plan beibehalten, und den Halbmarathon unter 1:35 anzugehen.Samstag ging es nach Ulm, Hotel bezogen und für sehr gut befunden,Startunterlagen geholt, Pasta-Party und dann noch ein Absacker-Bier in der Piano-Bar des Hotels, dann war der Tag des Sparkassen-Einstein-Halbmarathons gekommen.
Während Claudia mit Lauffreundin Yvy und Henning gemeinsam "chillig" laufen wollte, reihte ich mich weiter vorne ein. Ein Pläuschchen mit Klaus von der Sparkasse Essen, den ich auch vom "Speed of light-Projekt" kannte, mehrfache Startverzögerung wegen eines Autounfalls auf der Strecke, dann ging es endlich los. Die ersten Kilometer liefen leicht bergab auf breiter Straße ganz gut, die Pace kurz unter 4:30 lief sich quasi "von alleine". Dann ging es über die Donau nach Bayern, dort durch weite Felder zurück Richtung Ulm. Hier musste bereits ich ein wenig auf mein Tempo achten, es "lief" nicht mehr von alleine. Aber es waren auch schon 5 Kilometer um. Ich beschloss, bei Kilometer 7 die nächste Bestandsaufnehme zu machen. Eine Gruppe wie in Köln hatte ich nicht gefunden, ich bewegte mich genau zwischen den 1:30er BUZ für den HM und den 3:45er BUZ für die Volldistanz. Mal überholte ich, mal wurde ich überholt. Dann der erste Ort -Pfuhl. Einige Zuschauer an den Streckenrändern und der Verpflegungsstand. Am ersten hatte ich nur Wasser genommen, mit knapp unter 15 Grad und Bewölkung brauche ich nicht viel Wasser. Ich nahm mein Gel, diesmal nur Paste und kippte im Stehen einen Becher Wasser hinterher, dann nahm ich ganz leicht wieder Tempo auf. Hatte 6-8 Sekunden gekostet, die war ich ganz locker im Plan. Würde ich das Tempo halten? Ich wartet förmlich auf die Vorboten des Einbruchs. Aber da kam nichts. Also weiter, ein Drittel lag hinter mir, jetzt würden die stimmungsvollen Stadtabschnitte kommen. Warum also nicht sich bei der Hälfte der Strecke, das wäre Kilometer 10,6, sich neue Gedanken machen und bis dahin durchziehen? Gesagt, gelaufen. Die Strecke durch Neu-Ulm und die Ulmer Altstadt, unterbrochen von Partien entlang der Donauuferwege, liefen sich vor den vielen Zuschauern weiter fast von alleine. Ich musste kaum Mühe aufwenden, das Tempo beizubehalten. Es gefiel mir hier wirklich gut. Trotz des Hochnebels, der zwar für angenehme Temperaturen sorgte, den Blick auf das Ulmer Münster und sogar die oberen Etagen unseres Hotels verbarg. Überall an der Strecke hatten sich Bands aufgebaut und spielten die gängigen Rockhits, wobei sie auch immer mal eine Textabwandlung für uns Läufer übrig hatten. Ich ahbe jetzt überhaupt kein Motivationsproblem und das Halten des Tempos klappt sehr gut. Nur meine nicht gabz abgeklungene Erkältung hält mich davon ab, weiter Tempo aufzunehmen. Ich registriere auch, dass ich Leute einhole, die ich zu Beginn schon einmal gesehen hatte. Über einen Fußgängersteg überqure ich das letzte Mal die Donau und wechsele wieder von Bayern nach Baden-Württemberg. Ein Stück noch entlang der Donau, vorbei an Festungsanlagen des 18. und 19, Jahrhunderts, dann durch ein Stück Altstadt über sehr grobes Kopfsteinpflaster, bergauf auf der Fußgängerzone Richtung Münsterplatz. Ich fühle mich super, einen richtigen Endspurt verkneife ich mir eingedenk meiner Erkältung. Dann bin ich im Ziel. Die Arme hoch, ein lautes "Ja, ja". Dieser kurze Moment , festgehalten auf einem schönen Foto, war der Moment, an dem ich die quasi beendete Saison in meinem Kopfkino abspulte.
Bestzeitentechnisch war es sicher nicht mein stärkstes Laufjahr.....aber es war reich an schönen und traurigen Erfahrungen, die manchmal mehr zählen als einige Sekunden auf einer Uhr. Und reich an vielen Zeiten, die angesichst des Gesamtprogramms dann für mich doch wieder respektabel waren. Für die 1:34:54, die ich jetzt erreicht hatte, hatte ich mir zwischen 2009 und 2011 im Halbmarathon die Hacken abgerannt. Und nun laufe ich die mal eben so nach zwei Marathonläufen und einem Ultra in den drei Wochen zuvor. Das ist es, was auch für mich zählt. Ich habe meine Gesamtbelastungsgrenze noch nicht kennengelernt.......aber das wird irgendwann wohl auch mal kommen. Ich hatte Spaß, mir ging es zunehmend besser und ich weiß nun, dass ich in Wien diese Tempo auf der Volldistanz werde gehen können - nach einer konzentrierten Vorbereitung natürlich.
Ach ja, alleine die perfekte Nachzielverpflegung in Ulm war das Startgeld wert...... Frisches Popcorn, Seebacher Nusszeugs aller Art, Cola, Iso, Sinalco in 0,5 l - Flaschen, Obst, Rosinenstütchen.....ganz mein Geschmack. Na ja gut, auf dem Rückweg gab's dann noch den "Döner danach".... So ganz gesund muss es ja nicht sein. Nochmal ach ja - Claudia ist mit Yvy und Henning dann mal in gut 1:54 ins Ziel gekommen - sie hatten ebenso viel Spaß. Und nach dem Programm im September war die Zeit ja eh nicht mehr wichtig. Die "Party" danach in der Messehalle erreichte diesmal leider nicht ganz das Niveau der Vorjahre, einmal, weil Sonntags abends immer viele, die keinen Montag frei genommen haben, zeitig nach Hause fahren, andererseits aber auch, weil die Akkustik einer Messehalle mit der - sagen wir ausbaufähigen - Stimmer der Sängerin eine krächzend-teuflische Sympiose einging. Kurz, es nervte. Aber nur zum Feiern waren wir ja auch nicht in die Heimat von Deutschlands berühmtesten Knacki gereist.......
Abonnieren
Posts (Atom)










