Sonntag, 21. September 2014

Mit Erkältung im Mais

Die Woche nach dem Köln-Marathon betsand nur aus zwei Trainingseinheiten. Dienstag Stabi-Training, wo Vertretung Nils mal rcihtig Gas gab und bei einigen Muskelkater verursachte. An diesem Abend machte sich bei mir das erste Kratzen im Hals bemerkbar. Das wurde am Mittwoch nicht besser und am Donnerstag begann dann die Nase zu laufen. Das Training am Donnerstag - auf dem Programm standen 10 x 400 m, absolvierte ich schon nur noch mit sehr gebremstem Schaum. Freitag hatte ich dann so richtig schön "den Kopf zu", das ganze garniert mit einem leichten Husten.
Was sollte ich jetzt beim Lidoma machen? Ich hatte mich sehr auf diesen außerordentlichem Marathon durch ein Maislabyrinth gefreut, außerdem hatte ich bisher bei allen 5 Lidoma-Veranstaltungen teilgenommen. Andererseits hatte ich mich in den letzten Wochen schon extrem bealstet. 6-Stunden-Lauf, Essener Firmenlauf, dann ein relativ zügiger Marathon in Köln. Braucht mein Körper eine Pause? Die Antwort ist ja, also wollte ich sie ihm geben. Das hieß aber nicht "nicht laufen", sondern extrem kontrolliert und ruhig laufen.
Ich habe entschieden, zu starten, es ganz ruhig angehen zu lassen und aufzuhören, wenn es mich in irgeneiner Form Herz-Kreislauftechnisch anzustrengen beginnt. Das ist ein schmaler Grat, aber ich traute mir zu, ihn zu begehen.
Also fuhren wir am Samstag mittag mit gefülltem Auto (Kim, Marco Yvy, Claudia und ich stelten die vier Bunert-Starter, dazu Kim als "Support") einmal quer durch das Ruhrgebiet - vom Niederrhein in die Soester Börde. Das Heimspiel unserer Knappen bescherte uns auf der A2 einen schönen Stau. Angekommen und den knappen Parkraum gut genutzt gab es erst mal das große Hallo. Ich hoffe, ich habe kenen meiner Lauffreunde und -bekannten vergessen, denn es ist immer wieder ein "coming home". Auch wenn ich diese Mal jeden gearnt habe, mir zu nahe zu kommen. Denn auf den Job als Bazillenschleuder hätte ich gerne verzichtet.
Der Gemüsehof Eickhoff zeigt sich in gemütlichem Ambiente, die bereits aufgestellte Uhr und der Ziel-/Zählkanal lässt auf die gewohnt professionelle Abwicklung schießen. Dazu verspricht Hans mit seinem Kamera-Kran ein professionelle Viedeo-Dokumentation. Während ich noch ein wenig gelbe Bröckchen abhuste, machen wir uns fertig und legen die Wettkampfbekleidung an. Trail-Schuhe waren wärmstems angeraten, von zunächst untergezogenen T-Shirt trennte ich mich angesichts der doch vorhandenen Schwüle wieder. Dann ging es los. ImGänsemarsch über eine leicht löchrige Wiese in das gefürchtete Mais-Labyrinth. Frank hatte bei Androhung des lebenslangen Ausschlusses von allen Lidoma-Veranstaltungen verboten, die Flatterbänder an den Abzweigungen zu entfernen. Denn anders als Theseus in Konossos spulten wir nicht den Faden der Ariadne hinter uns ab uns in so einem geschlossenen Gänsemarsch wie in dieser ersten Runde würden wir uns wohl später nicht mehr durch das potenzielle Popcorn bewegen. Auch die vielen Kurven in diesem ersten Streckenabschnitt versprachen neben ungenauer Garmin-Anzeigen eine erhebliche Temporeduktion. Sollte mir recht sein. Nach einem knappen Kilometer "Blinde Kuh", denn die Orientierung ging durch die häufigen Richtungswechsel völlig verloren, ging es kurz über eine Wiese hinaus, dann wieder über eine lange Gerade mit einer kurzen Doppelkurve durch den Mais endgültig auf den zweiten Streckenabschnitt.
Dieser führte uns über Feldwege und verleitete dann endlich einmal zu schnelleren Laufen. Zurück durch die Mais-Gerade (Oh, da kommst später dann Gegenverkehr!) geht es wieder über die Wiese durch ein kleines Wäldchen in eine "Zählscheife" über den Parkplatz zu Ziel und Verpflegungspunkt, dann wieder über die Wiese in die nächste Runde. Über die üppige ausstattung des Verplegungssatndes brauche ich hier nichts zu sagen, das Foto spricht mal wieder für sich.
Dickes Lob an Frank und Marion. Das "Geläuf" im Maislabyrinth war zunächst fest, wurde aber von Runde zu Runde klebriger und weicher. Irgendwie war schon unheimlich, Stimmen zu hören, aber niemenden zu sehen und ständig um 90-Grad-Kurven zu laufen. Aber der Axtmörder wollte irgendwie nicht auftauchen, wenn gleich mir das "REDRUM" aus dem King-Klassiker "Shining" so manches Mal durch den Kopf ging. Die erste Hälfte der insgesamt 11 Runden lief ich weitgehend mit Bewes und Birgit. Dabei konnte ich beobchten, dass Claudia sich von Yvy und Marco abgesetzt hatte und plötzlich Tempo machte.
Was hatte sie vor? Lockte der Maiskolben-Pokal? Ich drehte Runde um Runde, garniert mit interessaneten, mal mehr, mal weniger philosophschen Gesprächen und gönnte mir ein paar Fruchtgummi nach jeder Runde. Die Zeit ist mir hier völlig egal, ich achte daruf, meinen Puls niedrig zu halten und lasse auch mal Leute laufen, wenn sie mir zu schnell werden. Auf der anderen Seite halte ich mich aber auch nicht länger als nötig am Verpflegungstisch auf.Mein Kopf ist relativ frei geworden, die Nase sitzt icht so zu und husten muss ich auch kaum.  Irgendwann bin ich alleine, ab und an gesellt sich Marco noch einmal dazu. Drei Runden vor dem Ende greifen wir uns die Stirnlampen, denn es wird arg dämmrig. Der Boden ist nun im Mais extrem rutschig geworden. Mein Puls steigt an, ich laufe langsamer und baue nun auch Gehpausen ein. Wann immer der Puls den oberstenWert des regenerativen Bereiches erreicht, gehe ich, bis er wieder 10 Schläge abgesunken ist. Klar, das fällt mir schwer, aber wenn ich hier schon gegen jede Vernunft starte, will ich jegliches Risiko miniieren. Im Leben würde ich ja auch nicht alles leicht anstrengende wie z.B. Treppensteigen sein lassen, weil ich ein wenig erkältet bin. Im stockfinstern hat das Maislbyrinth eine nochmal eigenere Atmosphäre. Es ist wirklich gruselig. Das liegt wohl weniger am Mais an sich, als an meiner frühpubertären sozialisation durch diverse Horrorfilme im Zeitaktel von Batamax uund Video 2000. Claudia kommt mir noch einmal entgegen, sieht aber nicht mehr so frisch aus.
Sie wird heute schenller sein als ich, aber das ist mir heute dann mal wirklich egal. In der letzten Runde nehme ich dann nochmal meine Screem-Maske mit auf die Runde, aber die Läufer, af die ich im auseinandergezogenen FEld noch treffe, sind nicht mehr allzu schreckhaft. Egal, ich habe Spaß. Und mit diesem Spaß beende ich das Ganze dann auch deutlich unter 5 Stunden. Bei diesem Geläuf und nach den Vorbelastungen für mich ein vernünftiges Ergebnis. Der Spaß und die Unterhaltung stad heute mal im Vordergrund. Claudia konnte den zwischenzeitlichen 2. Platz nicht halten, wird aber klar dritte Läuferin und nimmt damit einen der liebevoll gestalteten Kunstwerke "Plastik-Maiskoolben auf Naturholz mit nach Hause.
Das wird langsam zur Gewohnheit. Ich hätte heute, selbst ohne Erkältung, nichts mit der Platzvergabe zu tun gehabt.
Yvy hat es dann auch tatsächlich geschafft und dabei auch Reiner zu seinem ersten Marathon nach "Knie" begeleitet. Marco war das erste Mal vor mir im Ziel, er ist mit Dennis die letzten Kilometer nur so dahingebrettert. Und Kim war uns allen mit Marion gemeinsam eine strenge Protokollführerin, der keine verzählte Runde entgangen ist.

Es war eine rundum gelungene, einzigarteige Veranstaltung. Hierfür meinen Dank an Frank (welch Reim), Marion und all die anderen Helfer, die das mal wieder möglich gemacht haben. Ich werde jetzt die Woche so ziemlich gar nichts machen. In der Hoffnung, mich bis zum Wochenende auszukurieren, denn dann geht es nach Ulm zum Sparkassen-Marathon. Und da will ich auf der Halbdistanz mal sehen, was noch so geht.....

Samstag, 13. September 2014

Countdown to Cologne 4 - Laktattest und Essener Firmenlauf

Zwei Tage nach dem Empathy-Run gönnte ich meinem alten Kadaver mal ein wenig Ruhe. Das gestaltet sich dann zunächst so, dass ich Mintags abends auf der Couch recht schnell beim Fernsehen einschlafe. Dienstag entfiellt das, denn da rief zumindest das Stabi-Training. Und da war es aus mit der Ruhe. Denn statt Roman leitete es an diesem Tage Schleifer-Sven, der hatte dann auhc mal eben "Crossfit-Training" ausgerufen. Und das heißt bei ihm, alle Stationen eines Zirkels 40 Sekunden, dann 20 Sekunden Wechselzeit als Pause. Nette Dinge wie beidbeinige Sprünge auf drei gestapelte Stepp-Bretter, Kniehebeläufe auf weicher Matte, seitliches Springen auf getsapelte Stepp-Bretter, Skkippigs auf der Stelle und weitere Gemeinheiten. Zum Lachen blieb da kaum Zeit und Luft. Ziemlich geschafft fiel ich danach zu Hause recht bald in einen gesunden Tiefschlaf. Mittwoch um 10 Uhr mirgends dann Laktattest im Studio auf dem Laufband. Zum "Warmlaufen" stellte der Schleifer dann gleich mal eine 5:10er Pace ein. Gerade vom Schreibtisch vielleicht nicht der optimale Einstieg, dachte ich mir. Nach gelaufenen 4,5 Kilometern bis hoch zur 3:30er Pace und mehrfachem Piekser ins Ohrläppchen war ich alle und schwenkte die weiße Fahne. 500 m auslaufen, dann zurück an die Arbeit. Und nach Feierabend sammeltenn sich die Kollegen - oder besser die Kolleginnen - zum Essener Firmenlauf. Unsere Sparkassen-BSG fuhr diesmal gemeinam mit unserem VW-Bus. Als ich den übernahm, trat mein linker Fuß vor dem Anlassen erst mal ins Leere. Automatik! Das letzte Automatik-Fahrzeug, welches ich gefahren war, war der Flakpanzer Gebhard bei der Firma Y-Reisen im Jahre 1988 gewesen, aber gut, man stellt sich ja der Herausforderung. Eine ungewollte Bremsmanöver später hatte ich mich dran gewöhnt, es ging Richtung Essener Gruga. Nach mehrfachen Nachfragen, ob das für KFZ bis 2 Meter Höhe zugelassene Parkhaus auch unseren Bus unbeschädigt lassen würde, traute ich mich hineien. Es passte natürlich locker. Das Parkhaus befand sich im Zielbereich am Gruga-Bad, von dort ging es mit Shuttle-Bussen zum Start an der Huyssenallee. Alles recht gut organisiert. Wir waren mit insgesamt 8 Läufern, eine Kollegin hatte noch kurzfristig abgesagt. Esther, meine schnelle Begleiterin vom Targobank-Run, würde wieder rech flott laufen, Bettina war zum ersten Mal für uns am Start. Silke und Claudia, Annette sowie meine Tochter Tanita mit ihrem Freund Tobi komplettierten das Feld. Meine Tochter war scho recht erkältet, respekt, dass sie nicht zurückgezogen hat. Aber sie ist som vernünftig, dass ich keine Angst habe, dass ihr der Start schden könnte. Wenn sie probleme hätte, würde sie aussteigen, das war klar.

Watmlaufen wird ja bekanntlich überbewertet, vor lauter Begrüßen von Bekannten und Freunden im Startbereich kamen wir eh zu nix. Überraschen war hier, dass nieman am Start nach vorne wollte. So fand ich mich mit Esther und Claudia in der dritten Reihe wieder. Egal, ich wollte mal eine 4:10er PAce angehen und mal sehen, wie weit ichdamit käme. Ein Blick nach vorne bereitete mir allerdings unbehangen. Denn auf den ersten 1,2 Kilometern ging es 20 Meter nach oben, das ist nicht viel, aber halt stetig ansteigend. Da rennt man sich leicht kaputt. Startschuss, ich laufe los. Esther läuft vorweg, aber die hat auch heute noch keinen Laktattest und keine 61 Kilometer am Sonntag davor gemacht. Meine Oberschenkel brennen schon nach wenigen Metern. Schönen Gruß von den beidbeinigen Sprüngen am Vorabend! Ich überpace und laufe unter 4er Pace auf den ersten 5oo Metern. Mit richtig dicken Beinen beschließe ich, dass es das schon mal gewesen war. Es hat keinen Sinn. Ich laufe links an den Rand, um niemanden zu behindern und nehme gewaltig Tempo raus. Das hilft recht schnell. Ich laufe nur noch nach Gefühl weiter und werde automatisch wieder schneller, als nach weiteren 700 Metern die Steigung erst mal zuende ist. Hier auf der Rüttenscheider Straße ist ganz gut was los, viele Zuschauer feuern uns an. Kilomter 1 und zwei bleiben dann so um die 4:35, wenn's das heute ist, dann ist das eben so. Köln ist wichtiger am kommenden Sonntag. In den Straßencafes und auf den gehwegen wird fleißig geklatscht, dann kommt schon der Getränkestand vor Marc Böhmes Laufsport Bunert Essen in Sicht. Anja steht da und verteilt Wasserbecher. Ich habe Anja lange nicht mehr gesehen, halte kurz an und drücke sie, dann geht es mit einem kleinen Schluck Wasser weiter. Irgendwie läuft es wieder, die Oberschenkel brennen nicht mehr so. Schon geht es wieder unter 4:30. Von ganz alleine. Das das hier jetzt erst mal mein Marathon-Renntempo in Hamburg war - besser nicht drüber nachdenken. Es geht um eine Ecke und hinunter. Bald sind wir schon an der Gruga-Halle. 4:04 bergab. Es geht doch. Und immer mehr werden wieder eingesammelt. "Ha, jetzt kommt der Langstreckler" grinse ich innerlich, obwaohl das ja für einen 5er keine Pace ist, was ich hier zusammenlaufe. Esther ist lange außer Sichtweite. Dann sind wir im Gruga-Park. Schön ist es. Hier war ich zuletzt mit dem Kindergarten, muss irgendwann so 1972 gewesen sein. Es geht aber hoch. Das Ziel ist zu sehen. Ich bin froh,, wenn ich da bin. Kilometer 5 geht mit Bergauf-Passage in 4:23, dann nochmal alles geben. Tempo, überholen, überholen. Einige gehen bergauf. Nimmt das denn kein Ende? Endlich geht es auf eine Wiese, dann sehe ich das Ziel. Vor mir ein Commerzbank-Läufer. Die Konkurrenz hole ich mir! Endspurt, 280 Meter in 3:48er Pace, das war's. Erledigt. Firmenlauf Nr.2. Ich auch. Ich lasse mir die Medaille umhängen, dann kommt auch schon Claudia. sie ist auch ziemlich fertig. Hatte überhaupt keine Lust und wäre lieber nach Essen gelaufen anstatt diese Kurzstrecke, aber sie hat auch gekämpft.Dann das Warten. Die Kolleginnen sind alle da, nur Tanita und Tobi fehlen noch. Es sind schon 45 Minuten, ich begine, ir Sorgen zu machen. Dann klingelt mein Handy, die beiden haben uns verpasst, sind längst im Ziel und bereits am Auto.
So hatten wir es ursprünglich verabredet, uns dann aber doch alle auf der Zielwiese getroffen. Zu Trinken gibt es leider erst ziemlich weit weg etwas, für jeden eine Flasche buntes Zuckerwasser, markiert auf der Startnumer, danit man ja keine zweite nimmt. Nichts zu essen, kein Obst, keine Schokoriegel, kein Gebäck. Nach einem Arbeitstag und einem Lauf etwas dünn, wie ich finde. Startgeld so um die 17 € für einen 5er, da sollte so etwas drin sein. Geht beim Targobank-Run bei uns in Duisburg doch auch für 16,50 €.



Mein Fazit: Ein eine schwerige Strecke, auch wegen der Anstiege zu Beginn und am Ende. Und dies gerade für unrfahrene Läufer. Und wenn es wirklich mal regnen sollte, wprde sich der Zielbereich in gepflegten Morast verwandeln. Aber auch für die große Zahl von Läufern gut organisiert, guter Transport Start/ziel und gute Erreichbarkeit über die A52. Es hat gefallen, aber halt nicht vom Hocker gerissen. Die Party klemmen wir uns, denn es wird schnell kühl und auf der Wiese treiben Mücken ihr Unwesen.
Für mich war es ein Tempodauerlauf, für einen echten Wettkamf war es dann doch alles etwas viiel in den letzten Tagen. Das Training am Donnerstag schenke ich mir, jetzt wird sich erholt. Noch drei volle Tage bis zum Köln-Marathon!

Freitag, 12. September 2014

Countdwn to Cologne 3 - 6-Stunden-Lauf "Empathy-Run"

Heimspiel in Rheinberg. Aber nicht beim traditionellen Laufspektakel über 5 oder 10 km, sonder beim nun schon fast ebenso traditionellen 3. Empathy-Run. Davor jedoch hatten die Götter oder besser gesagt die Cheftrainer das alldonnerstägliche Training an der 6-Seen-Platte angesetzt.  Vier Minuten GAT 2 am Stück, Schleifer-Sven sagte, der Fokus solle auf LAufstil, nicht auf Tempo liegen. Das heißt Kniehub, große Schritte, Blick gen Horizont. Mein Herzfrequenz ist schnell GAT 3, obwohl ich einige vorlaufen lasse. Egal, das kann ja heiter werden. 8 Minuten gehen um, ich laufe so um die 4:30er Pace. Dann folgen zwei Minuten Pause. Die nächste Runde, ich will langsamer laufen und mehr auf den Laufstil achten, schon läuft Schleifer-Sven neben mir her. Korrigiert hier, korrigiert da. "Wie soll ich große Schritte machen, wenn mein Puls schon am Anschlag ist? Dann werde ich automatisch schneller" meckere ich. "Nein, das geht auch langsamer" behauptet der Sportwissenschaftler, der muss es ja wissen. Prompt wird es eine 4:22er Pace und ich bin schon ziemlich alle. Liegt es am langen Donnerstag? Vom Büro direkt auf die Piste ist nie so toll, aber nicht zu ändern. Die nächsten Beiden gehen dann auch irgendwie um und das letzte macht sogar wieder Spaß, jetzt halte ich mich etwa an die 4:30er Pace, aber auch dabei laufe ich wieder locker in GAT 3-Frequenz. Es fällt ja immer schwer, sich zu so etwas zu motivieren, wenn am Sonntag ein 6-Stunden-Lauf ansteht, den man ja locker angehen will.

Einen 6h-Lauf bin ich noch nie gelaufen, bei den ersten beiden Veranstaltungen lief nur Claudia, ich war jedes Mal in Sachen Triathlon unterwegs. Ich hatte mir fest vorgenommen, 6 Stunden durchzulaufen, also war maximaal eine 6er Pance angesagt. Ich wollte mich ja nict vor Köln kaputt laufen. Viele bekannte und neue Gesichter versammelten sich in unserem Stadtpark, über 100 Starter wollten die knapp 1500m lange und kurzweilige Runde unter die Hufe nehmen. Darunter "Prominenz" wie der "Hexer", seines Zeichens Organisator diverser legendärer Ultra-Läufe. Der hatte gerade die "GBDU"-Shirts auch an uns verschickt, dieweihten wir dann gleich mal ein. Oder Peter Kaminsky, zweimaliger Tortour-Sieger. Aber auch Dennis und Svenja aus Essen waren wieder dabei, Mit ein wenig Verspätung ging es los. Ich startete dann mal gleich vorne, na ja, fast vorne.( https://www.youtube.com/watch?v=KOL_LDbbX8Q) Denn Geburtstagskind Timo und Denni rasten mit 4er Pace gleich mal los, als wäre es ein 6-Minuten und kein 6-Stunden-Lauf. Ich laufe erst mal mit Sarah vom Runnerspoint und Klaus los, den ich von FB schon länger kenne. Es ist recht unterhaltsam und wir laufen zu schnell. Immer so um die 5:40. Geht das gut? Erst mal ja. Klaus hat ziemlich viel zu erzählen und die Stunden vergehen 1, 2, 3, schon nähern wir uns unaufhaltsam der Marathon-Marke. Mein Kadaver funktioniert. Organisator Marcus Buchholz sagt an, dass ich in der nächsten Runde den Marathon vol mache. Klaus lasse ich nun laufen, der will sich nicht mehr bremsen lassen.
Haben wir nun den Marathon in ca. 4 Stunden vollendet, bremse ich nun konsequent auf 6er Pace. Langsam wird es anstrengend. Egal, wie langsam ich werde. Der Boden der Wege besteht aus Verbundpflaster, das ist so ziemlich der härteste Belag, den man sich vorstellen kann.  Meine Adidas Energy Boost, die ich der guten Dämpfung halber extra vorrausschauend angezogen hatte, beginnen zu "schwimmen". Hätte ich doch mal ein paaar Ersatzschihe mitgenommen. Egal, es muss weiter gehen. Ich laufe Runde um Runde. Jede zweite Runde ein Stopp am richhaltigen Verpflegungsstand, aber langsam wird es wieder besser. Meine Zeiten pro Kilometer steigern sich. Leider auch die Wärme. War es zunchächst wechselnd bewölkt, strahlt die Sonne jetzt pausenlos. Endlich sind die 5 Stunden um, die letzte Stunde läuft. Und viele gehen. Immer wieder. Ich nicht. Ich zwinge mich zum Laufen. Ist das vernünftig mit Blick auf Köln? Ist mir jetzt egal, ich will mich auch als Ultra etablieren, da müssen jetzt 60 Kilometer her. noch 9, die sollten zu schaffen sein. Andre, mein Groß-Cousin, geht jetzt auch. Ich überhole, er  läuft wieder an und läuft ein Stück mit. Hat er mehr oder weniger Runden? Egal, ich weiß es nicht.
 Das schöne hier ist ja, das ,man immer wieder Läufer trifft und niemals letzter ist. Jetzt geht Andre wieder vor. Vor dem Start steht seine Familie und feuert uns an. Dann hält Andre am Verpflegungsstand, ich laufe schenller wieder an. Es läuft jetzt echt wieder bei mir.5:46er Pace. Peter Kaminsky überholt mich. Hat der noch ein Tempo!
"Hey Thomas" höre ich Sarah von hinten rufen. Schnell ist sie bei mir. Sie fragt, wieviele Runden ich hätte, ich kann aber nur die Kilometer geben. Ihre Uhr ist mal kurz aus gewesen, aber sie müsste so viel wie ich haben. Respekt! Die Dame ist bisher noch keinen Marathon gelaufen . Aber sie ist mir zu schnell. Obwohl ich bei 5:33 bin! Egal, keinen Blödsinn machen, ich lasse Sarah laufen. Ein Blick auf meine Uhr, die 60 km habe ich, noch gut eine Runde. Die habe ich fast geschafft, würde ich sie ganz schaffen. Endspurt. Noch 200 Meter, noch 20 Sekunden. Das hat keinen zweck. Ich breche ab und trabe langsam aus. Jetzt keine Zerrung mehr riskieren, weil man genau die Runde schaffen will. Die HUpe ertönt, ich schreibe meine Nr. über den Strich auf den Boden. Dafür haben wir Kreide bekommen vor der letzten Runde. Und das Stückwird nun mit dem Messrad erfasst.
Irgendwie sind wir alle froh, dass es nun um ist. Die 5. Stunde habe ich echt als übel empfunden, danach ging es erstaunlicherweise wieder gut. Das Familienduell mit Andre habe ich dann noch mit gut 150 m gewonnen. Und Sarah hat die Frauenkonkurrenz düpiert und gewonnen. Meine Claudia hat immerhin nich mit über 54 Kilometern den 3. Platz und einen tollen handgemachachten Stahlpokal abgeräumt. Bei mir war es dann Platz 10. Irgend wie ungerecht, oder? ;)

Ich hoffe jetzt mal nicht, dass ich mich damit für Köln abgeschossen habe. Jetzt erst mal Pause bis Mittwoch, dann Laktattest und Essener Firmenlauf. Mal sehen.....

Montag, 1. September 2014

Countdown to Cologne 2

Einigermaßen fit fühlten wir uns am Samstag Abend. "Morgen Duisburg oder alleine hier laufen?" fragte ich Claudia auf der Couch. "Duisburg" - wir waren uns schnell einig. Ich hatte zwar nichts auf dem Plan stehen, Claudia dagegen 70 Min. Und das geht sowieso nicht, ich muss noch ein paar Kilometer machen. Aber nicht so schnell wie Samstag, da waren wir uns einig.
Mir ist das mit den 10 Uhr Starts immer ganz recht, dann kommt man wenigstens früh aus dem Bett. Halb neun reicht für mich definitiv am Wochenende, sonst ist der ganze Tag kaputt. Claudia sieht das manchmal etwas anders....
Werner, Hendrik und Michael wollten schon um 9 Uhr eine Runde vor laufen, ansonsten würden wir weitere Begleiter treffen. Trainer Roman und Sven waren auch angesagt, außerdem kommen über Laufsport Bunert auch immer wieder ein paar neue Leute. Würde wie immer interessant werden.
Am Strandbad Wedau stand bereits ein Nike-Wohnmobil, innen perfekt als Showroom ausgestattet, für den Schuh-Test bereit. Da ich gegen diesen Sportartikelhersteller aber eine unerklärliche Aversion habe, verzichtete ich dieses Mal darauf. Die Tempogruppen werden ausgerufen, 5er Pace kenn ich schon von gestern und muss heute nicht sein, 5:30 reicht mir für den aktiven Laktatabbau. Claudia nimmt die 6er Gruppe, ich ziehe mit Trainer Roman los. Wir beschließen, wieder die markierte 15-Kilometer Runde durch den Wald zu geben. Der soll schließlich am 1.9. wieder freigegeben werden und wir haben den 31.8. In den noch fehlenden 14 Stunden werden am Sonntag wohl keine Gefahrstellen des Pfingststurmes mehr beseitigt werden. Unser Tempo ist gleich wieder etwas höher als geplant, aber das war ja klar. Daher bin ich gleich froh, nicht mit Karsten Kruck und der 5er Gruppe mitgelaufen zu sein. Die überholen uns nach ca. 1,5 Kilometern und gleich fällt es uns wieder schwer, die laufen zu lassen. Denn gleich wird unsere Pace höher.
Meine Beine fühlen sich zwar nach dem Longjogg vom Vortag etwas schwerer als sonst an, aber das bessert sich von Kilometer zu Kilometer. Köln wird in 4:58er Pace gehen!


Grundsätzlich bin ich aber froh, die Runde mitgenommen zu haben. Ich habe ein Ultra-Programm vor, da muss ich mal ein paar Kilometer machen.

Am Ende der Runde wartet neben Dextro-Drink auch ein Erdinger-Alkoholfrei auf uns, während Werner, Hendrik und Roman sich noch entschließen, aus dem 30er einen 36er zu macchen und die 6-Kilometer-Runde noch dran zu hängen. Für mich reicht es heute.

Am Montag kommen die Startunterlagen für Köln via E-Mail. Ein Bekannter bittet uns, diese für ihn mit zu bringen, wenn wir am 13. dann mal nach Köln zur Messe fahren werden. Gleich verabreden wir dann auch eine Fahrgemeinschaft für den Sonntag, denn er will auch so um die 3:45 - 4:00 laufen, das passt ja grundsätzlich mit Claudia und mir. Länger als eine halbe Stunde sollte ich dann im Ziel nicht warten müssen......

LAngsam freue ich mich wieder auf einen Marathon, der ein gewisses Ziel hat, aber dennoch nicht "auf der letzten Rille" gelaufen werden muss. Hoffe ich......

Sonntag, 31. August 2014

Countdown to Cologne

Am Wochenende standen schwere Entscheidungen an. Langer Lauf der Ausdauerschule mit Laufsport Bunert Duisburg am Sonntag oder mit Laufsport Bunert Essen am Baldeneysee? Schuhtests inklusive. Da in Duisburg die Strecke noch unklar war entschieden wir uns zunächst für Essen. Bei Claudia standen 25 km auf dem Plan, bei mir nur 18, aber daran wollte ich mich nicht halten. Ich muss Strecke machen. Und ich wollte wissen, was ich aktuell auf der längeren Distanz so drauf habe, um dann für Köln eine Plan fassen zu können. Ich mag diese organisierten langen Läufe am Wocheende. Die Strecken sind gut und bekannt und für jeden von uns beiden findet sich eine Tempogruppe. Dazu ein netter Suhtest, diesmal waren Nike und Pearl Izumi am Start. Nike mag ich grundsätzlich als Marke nicht, was nicht an den netten Leuten am Stand liegt. Also nochmal die N² von PI getestet, hatte ich vor eiigen Wochen in Duisburg auf Waldboden s chon einmal gemacht. Flacher, schneller Allrounder mit mäßiger Dämpfung. Aber super zu laufen, wie ich finde. Marc Böhme bot am Samstag als schnelle Gruppe die 5er Pace mit zwei kleinen Runden a 14 km an. Claudia machte sich mit Schleifer-Sven in 5:30-6er Pace auf die große 18er Runde. Wir waren ein nettes Trüppchen. Zusammen mit Silke, die ich als Leaderin beim "Speed-of-light"-Projekt kennengelernt hatte und Jörg gingen wir ein gutes Tempo an. Einlaufen schon in 5:15, dann trotz Wehrquerung 4:49. Zarte Bremsversuche blieben vergebens, aber es lief. Nette Gespräche ließen Kilometer um Kilometer am eigentlich recht eintönigen Hardenbergufer vorübergehen. Der feine Sprühregen war sogar ein wenig erfrischend, es machte einfach Spaß. Ich hatte am Donnerstag beim Auslaufen Trainer Schleifer-Sven gefragt, ob ich in Köln beim Marathon eine 3:30 laufen könne, ohne mich kaputt zu laufen. Und Sven hatte das für gut erreichbar gehalten. Jetzt ist Sven immer mit einem guten Optimismus gesegnet, denn ich will ja eine Woche vorher beim Empathy-Run in Rheinberg 6 Stunden lang laufen. Aber heute fühlte sich die Pace unter 5 so gut an, dass ich es auch für immer realistischer hielt.
Mit Marc, Silke und Jörg unterhielt ich mich ein wenig über unser Pensum und eventuell daraus resultierende Verletzungen. Ich kann dazu nur sagen, bis auf die Schmerzen im Sprunggelenk, die mich im März mal für zwei Wochen geplagt hatten, hatte ich vom Laufen noch nie eine Blessur. Ich stellte mal kühn  die These auf, dass Leute, die im Wettkampf immer nur Vollgas kennen und ebenfalls eine hohe Taktung an kürzeren Wettkämpfen haben, ebenso viel oder wenig verletzungsgefährdet sind. So richtig widersprach mir niemand.
Ich gehe ja jetzt nicht hin und laufe in Köln auf unter 3:15, wo meine Bestzeit um die 3:11 liegt. Das traue ich mir im Moment nicht zu. Aber 20 Minuten langsamer....das schafft Claudia auch locker in ihren vielen Marathonläufen in diesem Jahr.
Schon waren wir wieder an der alten Eisenbahnbrücke und überquerten den See ein zweites Mal. Das ging richtig schnell um heute. Silke hatte sich verabschiedet und lief eine kürzere Strecke. Dann hatten wir die erste Runde geschafft. Kurz etwas Dextro getrunken und die Pearl Izumi wieder gegen die eigenen Energy Boost getausch, dazu ein trockenes T-Shirt an, dann ging es weiter. Diesmal liefen wir anders herum, damit es nicht langweilig würde. Allerdings hatte sich unsere Gruppe auf 4 Personen verkleinert, für den Rest war Schluss. Auch zu viert bleib es unterhaltsam. Auch wenn der Regen mal etwas stärker wurde, dann mal wieder ganz aufhörte. Zumindest warmer Regen.
Jetzt war es für mich fast endgültig klar. In Köln werde ich die sub 3:30 versuchen. Das habe ich immer behauptet, immer schaffen zu lönnen. Jetzt sollen den Worten einmal Taten folgen. Dann lieber beim 6h-Lauf ganz langsam und locker laufen. Schnell hatten wir die Brücke wieder erreicht, das immer endlos erscheinende Hardenbergufer wartete  erneut auf uns. Als endlich die Villa Hügel über der anderen Seeseite auftauchte war es fast geschfft, auch wenn der Regen nochmal stärker wurde. Wir hatten tatsächlich eine Pace con 4:52 geschafft, für 28,5 km kein schlechtes Resultat. Etwas langsamer, die fehlenden 14 km würden in Köln wohl funktionieren.
Damit stand es für mich fest. Eine alte Rechnung mit Köln wird beglichen!
2009 fand der Sparkassen-Marathon im Rahmen des Köln-Marathons statt. Ich hatte im Juni in Duisburg erstmalig die 3:30 knapp unterboten und wollte dies in Köln drei Monate später wiederholen. Irgendwo nach KM 30 in Niehl oder Nippes traf mich der Hammermann, ich fühlte mich saumäßig, wurde langsamer. Da ich meine GARMIN Forerunner 305 damals neu hatte, hatte ich 42,195 Km als Vorgabe mit der Zielzeit eingestellt. Und als ich im Ziel dann auf die Uhr sah, zeigte diese dann auch irgendeine 3:28er Zeit an meinem Handgelenk und feierte zunächst die neue PB auf der Sparkassen-Party in der KölnArena.  Später abends beim Urkundendruck stellte sich dann heraus, dass es nur eine 3:31:30 h geworden war. Was war geschehen? Nun, GARMIN hört auf, die Zeit zu messen, wenn die Strecke abgelaufen ist. Und für GARMIN war schon irgendwo auf der Deutzer Brücke Schluss!
zu früh gefeiert - Party KölnMarathon 2009

Diese Scharte würde ich dann mal gerne auswetzen, wenn ich schon "zufällig" in Köln nochmal starte. Und diesmal wird nicht auf der Deutzer Brücke schon Schluß sein, den die wird nur auf den ersten Kilometern einmal überlaufen!

Freitag, 29. August 2014

Dauerregen und Schleifer-Einheit

Was trainiere ich hier eigentlich? Dienstag Tempowechsellauf 60 Minuten, 5 Minuten GAT 1/2 im Wechsel. Da ich wenig Zeit habe, mache ich dann mal wieder die Not zur Tugend und laufe von meinem Büro in der Duisburger City nach Hause. Das sind etwa 14,5 Kilometer, weitgehend im Grünen zu laufen. Denn man kann über Duisburg denken, was man möchte. Grün gibt es da genug. Oder Wasser. An dem kann man auch fast endlos vorbei laufen, was ja auch nicht das schlechteste ist. Leider meinte es das Wasser am Dienstag besonders gut mit mir, denn es kam schon den ganzen Tag von oben. Dauereregen ohne Ende, nur in der Intensität ein wenig variabel. Meine Kollegen musterten mich schon mit arg mitleidigen Blicken, als ich umgezogen das Büro verließ. Aber wenn man dann drußen ist, ist man schnell nass und dann ist sowieso alles egal. Nach kurzem Einlafen entlang des kleinen Parks an der alten Stadtmauer Richrung Innenhaafen legte ich los. An der Ruhr entlang ging es die ersten schnellen 5 Minuten, dann über das letzte Wehr vor der Mündung. 4:29er Pace sagte die erste Runde, ganz ordentlich. Dann über die Dauerbaustelle Karl-Lehr-Brückenzug, marode wie so vieles in unserer Republik, vorbei an der Stelle meines Radunfalls vor zwei Jahren, schon war die Pause wieder vorbei. Es geht ein kurzes Stück durch den Hafenstadtteil Ruhrort, hinter der alten Schifferbörse durch die neu benannte "Horst-Schimanski-Gasse" zur Hafenpromenade. 4:29er Pace. Geht doch! Dann unter der Ruhrorter Friedrich-Ebert-Brücke(Läufern des Rhein-Ruhr-Marathon als erste Rheinüberquerung bestens bekannt)  hindurch, über Treppen auf dieselbe hinauf. Schon wieder vorbei, die Pause. Aber nach dem Treppenanstieg geht es schon wieder los. Vorbei an den historischen Brückentürmen, die wieder saniert sind  und als Büroräume genutzt werden, die Steigung bis zur Flußmitte, dann wieder Gefälle. Unter mir zeht ein riesiges Containerschiff durch. Den regen merke ich schon nicht mehr. Am Ende der Brücke wieder Pause, aber hier reichte es nur zur 4:38er Pace. Es geht hinunter zum Rheinufer, über die alte Stahl-Holz-Hubbrücke auf die Strecke des HTV-Rheinuferlaufs. Aus dem Rheinpreußenhafen unter mir hat man letztens noch den Torso eines ermordeten Rockers gezogen. Ich erinnere mich, hier einmal Ende der 80er auf dem Rückweg vom Kino mit meiner damlaigen Freundin und heutigen Frau einen Schimanski-Dreh gesehen zu haben. Wir hielten damals an und sahen, wie man eine Wasserleiche aus dem Rhein zog und Thanner und Schimmi daneben standen. War spannender als der Film damals. Erst gut 2 Kilometer auf dem Rheindamm, dann hinunter über den nun frisch geteerten Weg auf Höhe des Stroms. Die Tempophasen fallen mir nun, nach gut 8 Kilometern, etwas schwerer, aber egal. Ich will ja nach Hause. Endlich rückt das Brückenduo aus Eisenbahn- und Autobahnbrücke näher, mein Heimatdorf Baerl. Vom Rheinufer geht es zum Ort hinauf, dann Richtung Sportplatz hinauf.4:33er Pace. Gut, ging ja bergauf. Aber wie soll ich das in Ulm Ende SEptember 21,1 Kilometer am Stück laufen? Egal, ich bin am Eingang des Baerler Busches. Die Nebenwege direkt zum Lohheider See kann ich vergessen, da heißt es "Land unter" nach dem Dauerregen. Also etwas weiter über Buchen- und  Orsoyer Alle. Hier waren wir vor zwei Tagen noch beim Drei-Halden-Lauf in entgegengesetzter Richtung gelaufen. Dann bin ich am Lohheider See, habe das letzte Tempostück nochmal in 4:23er Pace bezwungen und trabe locker, nass und zufrieden nach Hause. 1:13 h für etwas mehr als 15 Kilometer stellen mich zufrieden, der Regen war dann gar nicht mal so schlimm.

Diese Einheit machte mir Spaß, eine schöne Strecke, die sicher nicht jeder Weg nach Hause zu beiten hat.

Donnerstag stand dann schlimmeres auf dem Plan. 2/1/2/1/2/1/2/1 mit 1 Min TP stand da in dünnen Buchstaben. Als erfahrener Bunertoni weiß ich aber, was das bedeutet. 2 Minuten Vollgas, 1 Minute Vollgas im Wechsel. Die eine Minute Trabpause ist soooo schnell um. Wir trabten von der 6-Seen-Platte zur Regattabahn, dort nahmen wir nach dem Dehnen dann Tempo auf. Es ist unheimlich schwer einzuschätzen, was man so zwei Minuten durchhalten kann. Sascha ging gleich ab wie die Feuerwehr, aber der läuft eine andere Liga. Ich bemühte mich, mich hinter der nächsten Gruppe zu halten. Eigentlich wollte ich  mich gar nicht bemühen. Denn was sollte ich im Moment damit? Im September möchte ich einen Ultra, zwei Marathonläufe nicht am Limmit und einen Halbmarathon, den aber so schnell wie möglich, laufen. Betsenfalls dafür wäre das hier gut. Die ersten zwei Minuten sind um. 3:32er Pace, das ist definitiv nicht mein Tempo. Kaum zu Atem gekommen, zählt Trainer Sven schon wieder an. Eien Minute ist schnell um. 3:28er Pace, ich bin zufrieden. Irgendwie versuche ich, es uninteressant zu finden, wer mich da überholen will, aber so ganz gelingt mir das nicht. Schon wieder zwei Minuten. Los geht es. Leider läuft jetzt Schleifer-Sven neben mir. Ich sehe auf die Uhr. erst 41 Sekunden. "Brauch ich gerade nicht für mein herbstprogramm, Sven" prese ich hervor. "Bleib dran, lauf! Ist schadet trotzdem nichts, wenn Du es kannst" Er versteht es, zu motivieren. Denn ich bleibe dran. 3:39er Pace. Man kann das nicht immer vergleichen, weil manchmal Brücken über den Parallelkanal dabei sind, die Tempo kosten. Los geht es wieder. 1 Minute. Ich will nicht mehr, aber egal, die Minute ist schnell um. 3:54er Pace ist jetzt nicht so der Burner, lag bestimmt an den Kurven. Aber ander waren auch nicht mehr schneller und jetzt ist wenigstens Halbzeit. Kaumzuende gedacht, ist die Minute wieder rum und Schleifer-Sven bitten zu zwei Minuten Vollgas. Es wird immer schwerer. Aber ich ziehe. Warum mache ich den Mist hier? Ich sehe auf die Uhr. Erst 41 Sekunden, das kann nicht wahr sein. Besser nicht mehr gucken. Am Ende steht jedoch wieder eine 3:37er Pace. So langsam gehen wir alle auf dem Zahnfleisch, nur Sascha scheint leichtfüßig weit vor uns her zu traben. Jetzt nur eine Minute, die geht schnell um. Noch eine Serie! Ob Claudia sich genauso quälen lässt? Ich nehme mir immer vor, es ruhiger angehen zu lassen, dann ziehe ich es doch dorch, frage mich warum und bin gleichzeitig froh, es erledigt zu haben. Diese Einheit ist nur Qual für mich. Die letzten zwei Minuten. Nur nicht auf die Uhr sehen! Ich halte mich gut in der Gruppe, ander werden auch nicht schneller. Aber jetzt tut es richtig weh. Peter, Thomas und Hendrik laufen direkt vor mir. Mark neben mir. "Ich kann nicht mehr" jammere ich und will langsamer werden Es gelingt aber nicht wirklich, die Gruppe it nur einen Meter vor mir. Ich bleibe doch wieder dran. Oder die wurden auch langsamer. Egal, der Trainer ruft zur Pause.Nur noch eine Minute Tempo, dann ist es wirklich geschafft! Das wir eben nur noch eine 3:54er Pace erreicht hatten, ist mir jetzt auch völlig egal. Die letzte Minute leiten Schleifer-Sven mit der Aufforderung ein, "doch jetzt mal die Handbremse zu lösen". Der Spruch hat eigentlich einen rieigen Bart, aber ohne würde etwas fehlen. Ich zwinge mich wieder ins Tempo und kämpfe noch eine 3:38er Pace raus. Nach der Minute hätte ich mich aber sofort rechts aufs Gras werfen können. Einzig der Gedanke an mögliche Hinterlassenschaften von Vierbeinern hindert mich daran. Wir traben zurück zum Parkplatz an der 6-Seen-Platte und ich bin mir mit Mark einig, dass wir das alleine niemals bis zum Ende durchgezogen hätten. Und obwohl ich es im Moment nicht brauche, diese Laufen bis an die Kotzgrenze, zeigt sich mir doch immer wieder, dass es mich physisch und psychhisch auf einem Level hält, der dem anderer überlegen ist. Ich bin froh, in so einer tollen Truppe zu laufen. Und auch das motiviert mich, diese Einheiten auch immer wieder anzugehen und durchzuziehen.

Mal sehen, was es mir im September nützen wird......

Montag, 25. August 2014

ALS Ice Bucket Challenge und der Drei-Halden-Lauf

Ja, ich weiß. Es ist der Tag, wo die Challenge nach einer guten Woche beginnt, den meisten auf den Gesit zu gehen. Darum möchte ich das mal aus meiner Sicht schildern. Ich habe das auch erst nur am Rande aus den Medien mitbekommen und für Blödsinn gehalten. Bis zum Samstag morgen. Ich habe seit Jahren keine Zeitung mehr abonniert, stattdessen lese ich morgens beim Frühstück via Laptop die News aus aller Welt. Und Claudia eröffnete mir :"Du bist nominiert" Und tatsächlich, aus dem sauerländischen Marsberg grüßte mich Laufkollege Manfred. Nun, durch das Lauf-As, als das er mich fälschlicherweise bezeichnete geschmeichelt war meine Entscheidung klar. Ich mach's! Aber warum mache ich es? Nun, beim 10 Kilometer Lauf mit meiner Claudia durch den Baerler Busch blieb Zeit, über Sinn und Unsinn meines Tuns nachzudenken, während die kaltgestellten Eiswürfelbereiter die benötigte Zeit zur Produktion der kleinen kalten Dinger hoffentlich nutzen würden.
Die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist mir bekannt, seit der damalige Wolfsburger Fußballprofi Krzysztof Nowak Anfang des Jahrtausends daran erkrankte und wenig später daran starb. Ich hatte auch im Kopf, das aufgrund des seltenen Vorkommens dieser Krankheit es sich für die Pharma-Forscher nicht rechnet, jahrelang diese Krankheit zu erforschen. Was das für die wenigen Betroffenen bedeutet, kann jeder bei Wikipedia nachlesen, den es interessiert. Würde ich unter normalen Umständen Geld hierfür spenden, wenn mich jemand dazu auffordert? Nein, ganz sicher nicht. Man kann  nicht für alles spenden, warum dann ausgerechnet dafür?
Ich hatte in diesem Jahr für Carine gespendet, die während der Riesenbecker Sixdays verstorbene Läuferin, damit Ihre Angehörigen nicht noch durch Überführungskosten belastet werden sollten. Es kam bei den Sixdays wohl auch eine ordentliche Summe zusammen. Ich habe auch Ende des Jahres für die Katastrophenopfer auf den Philippinen gespendet. Aber dies auch nur, weil Jörg Bunert kurzfristig einen Spendenlauf in Duisburg initiiert hatte, dem hunderte Läufer mit Ihren Spenden zu einem großen Erfolg verhalfen. Nun also ALS. Gut, manche mögen es Geltungssucht nennen, sich plakativ mit Eiswasser zu übergießen, sich damit im WWW feiern zu lassen und andere Leute mit Nominierungen zu nerven.
Ich sehe das anders. Ja, es gibt mir etwas, das von mir produzierte Video ins Netz zu stellen, ich freue mich über Reaktionen und klicks. Aber ich spende auch eine kleine Summe, denn viel wenig gibt auch ein viel. Und ich denke zu wissen, dass die Leute, deren Nominierung ich mir im Wald vorgenommen hatte, dies auch tun würden. Was bitte spricht dann dagegen? Ja, ich bin in gewisser Weise geltungssüchtig. Na und? Ja, ich mache mich zum Affen und stelle mein Video öffentlich ins Netz. Aber dafür zahle ich Geld und ich bin überzeugt, das Geld wird zumindest dabei helfen, es zumindest versucht zu haben, diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Ich habe meinen Spaß, viele meiner Freunde und Bekannten auch und am Folgetag beim Drei-Halden-Lauf würde sich die Gelegenheit bietet, den nominierten Laufkumpel Werner ebenfalls der Challenge zu unterziehen.
Nun, am Sonntag Morgen konnte ich bereits auf Facebook lesen, dass beim Sommerfest des LC Duisburg am Samstag abend auch schon fleißig geschüttet, gespendet und nominiert worden war. Da der LC immer gerne teilnehmerstärkstes Team beim Drei-Halden-Lauf ist, war meine Hoffnung nicht ganz klein, dasss Werner nicht alleine nass werden würde. Vorsichtshalber nahm ich dann mal einen großen Eimer mit.....und meine Claudia dann auch noch mal trockene Sachen!
Und, nach 35 Kilometern im Ziel im Rheinpreußenstadion, löste Werner seine Nominierung ein. Gemeinsam mit Iris vom LC. Auch die beiden nominierten wieder je drei weitere. Claudia war ebenfalls fällig. Ach Michael schützte seine Facebook-Abstinenz hier nicht mehr wirklich, genauso wenig wie Heike. Das kalte Brunnenwasser fand seine Opfer. Auch meinen Großcousin Andre hat es so in Meerbeck erwischt.

Was soll dieser Blödsinn jetzt? Nun, wie bereits oben erwähnt, hätte kaum einer von uns gespendet, wenn einfach nur dazu aufgerufen worden wäre. So aber bot der Aufruf Spaß, Aufmerksamkeit und noch viele Gelegenheiten, davon zu erzählen. Ich finde, damit hat es seinen Sinn erfüllt. Es mag noch viele Dinge geben, für die man spenden kann. Aber alle kann man eben nicht erfüllen. Mein Respekt gilt allen, die sich beteiligt haben. Und allen, die gute Gründe hatten, es nicht zu tun. Wir jedenfalls hatten Spaß...und das ist eben auch keine Sache, für die ich mich schämen müsste.


Jetzt ist es aber auch wieder gut, unser Freundeskreis ist durchnominiert und viele haben mitgemacht. Darüber werden wir noch eine weile sprechen. Und lachen. Und sicher auch nachdenken.....