Mittwoch, 22. Oktober 2014

Traildorado - 24 Stunden rund um den Glörsee

Es war ein tolles Event. Ich möchte hier gar keinen großen Bericht über den Lauf als solchen veröffentlichen, dazu habe ich ein Video zusammengeschnitten.
Es war unser erster 24-Stunden-Lauf und ich glaube, wir haben ihn beide ganz gut gemeistert. Claudia sowieso wieder, denn sie hat mal wieder den dritten Platz erlaufen. Aber der Reihe nach. Unsere beiden Begleiterinnen aus der Ausdauerschule hatten uns verletzungs- und krankheitsbedingt schweren Herzens alleine fahren lasssen müssen. Nach schier endloser "gurkerei" durch die Kleinstädte des beginnenden Sauerlandes und einem ordentlichen Fußweg vom Parkplatz zur Jugendherberge begann dann unser Abenteuer 24-Stunden-Lauf zunächst mit "Klassenfahrtfeeling" wie vor 30 Jahren. Bettwäsche empfangen, Etagenbetten beziehen. Und natürlich das große Hallo mit allen unseren Lauffreunden und Bekannten.
Die Einführungsrunde wurde von Michel in "Safety-Car-Manier" angeführt und sollte der Streckenbesichtigung dienen, sie bot bereits einen Vorgeschmack, zeigte sich aber bei strahlendem Sonnenschein in all ihren abwechselungsreichen Facetten. Aber seht selbst:


Montag, 6. Oktober 2014

Ruhetage...

....müssen auch mal sein. Zeit, den mit Claudia am Tag der deutschen Einheit gefassten Beschluss Revue passsieren zu lassen, uns an den Berliner Mauerweglauf zu wagen. Nun ja, Claudias Überlegung ist ja folgerichtig. Am Seilersee im April mal Erfahrung mit über 100 Kilometern im Rahmen des 24h-Laufs machen, im August dann mal die 100 Meilen angehen und Pfingsten 2016 dann die TorTour als vorläufige Krönung unserer beginnenden Ultra-Karriere. Aber das ist ja nicht so einfach eine Aufzählung von irgendwelchen Laufveranstaltungen, das ist ein Heranführen unserer Körper an eine absolute Belastungsgrenze.
Lauffreundin Heike hat sich spontan zum Fahrrradsupport bereit erklärt, allein das wäre ja schon eine enorme Leistung. Aber wir wollen es zu Fuß schaffen. Und möglichst in 24 Stunden.
Warum? Nun, der Mauerweglauf ist für mich eine "logische Strecke". Er führt den ehemaligen Grenzpostenweg entlang und umrundet das ehemalige West-Berlin. Ich habe West-Berlin noch zwei Mal als Tourist, einmal 1980 mit meinen Eltern und dann 1986 mit meiner Fußballmannschaft noch eingezäunt kennenlernen dürfen. Wir hatten seinerzeit ein Freundschafsspiel gegen den BSC Rehberge auf einem Spielfeld direkt neben der Mauer ausgetragen, beobachtet von den Posten eines Wachturms, die unerreichbar in 30 Meter Enfernung wie die Relikte einer fremden Zeit erschienen. Ich kenne die DDR noch aus Verwandtenbesuchen und das unbeschreibliche Gefühl der ständigen Überwachung, dem man sich als Westbesuch dort ausgesetzt sah. Das ganze umgeben von Menschen, die sich ansonsten nicht von mir 16jährigem Gymnasiasten unterschieden, und für die meine Welt doch so unerreichbar war. Darum ist dieser Lauf, der zum Jahrestag des Mauerbaus daran erinnerte, dass ein Teil unserer Landsleute damals in einer Art großem Gefängnis lebte, für mich eine ganz tolle Sache.
Auch Berlin hat sich enorm verändert, von der exotischen Exklave und vom Mekka der Spione aus aller Welt zur internationalen Metropole, mit allen ihren positiven und negativen Seiten. Hier sind wir 2007 und 2008 unseren ersten großen Stadtmarathon gelaufen, haben das Flair der Metropole kennen- und schätzen gelernt. Und die Fortschritte seit jenem unvergessenen Pokalfinale 2001, als meine Schalker gegen "Eisern Union" den DFB-Pokal wenige Tage nach der "4-Minuten-Meisterschaft" holten.
Dort durfte ich mit meiner großen Tochter im Stadion das Spiel verfolgen, in den Tagen zuvor hatten wir das erste Mal seit der Wiedervereinigung die Veränderungen bestaunt. Nun also über den Mauerweg die legendären 100 Meilen - das sind immerhin 161 Kilometer. Können wir das? Nun ja, mit Blick auf andere, die das schon absolviert haben, sagt sich leicht "Wenn der/die das kann.....". Aber alleine die Tatsache, 100 km gelaufen zu sein qualifiziert nun einmal nicht autoatisch dazu, noch mal eben 61 Kilometer weiter zu laufen. Dazu bedarf es einiger Erfahrung, die wir teilweise ja schin erworben haben und erwerben werden.
Ob das reicht, ist wie bei jedem Marathon auch dann letzlich ein wenig Glückssache. Ich weiß, dass auch eine 7er Pace verdammt hart werden kann. Diese DEmut ahbe ich am Samstag in Meppen mal wieder erfahren. Und das Einsamkeit und Dunkelheit eine enorme Disziplin erfordern werden.
Aber ich weiß auch, dass wir es schaffen können. Und das ist beim Rundkurs leichter, als bei den vielen kurzen Runden etwa am Seilersee. Ich werde mit Claudia gemeinsam loslaufen, solange es im Bereich der 24h-Planung bleibt. Wenn die gefährdet werden sollte, wird aber auch jeder von uns alleine vor- bzw. weiterlaufen. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen. Wenn wir den schaffen sollten, können wir uns über alles weitere Gedanken machen. Über die Ruhr in ihrem genazen schönen Verlauf etwa, auch so ein "logischer Kurs". Aber so weit ist es noch nicht.
Zunächst werde ich am Samstag/Sonntag beim Traildorado schauen, was so geht. Wenn ich im finsteren Wald allein meine Runde ziehe, die Verlockung des gebuchten Bettes in jeder Runde vor Augen, aber auch die wertvollen Erfahrungen mit möglichen Probelmlösungen. Unter diesem Aspekt will ich diese Läufe sehen. Denn mein Wille ist verdammt stark. Wir sind nach den Belastungen der letzten Wochen im Moment ziemlich "durch", das kann sehr gut eine Belastung simulieren, die wir uns nicht erst am Samstag erlaufen müssen. Heike wird auch dabei sein und schon einmal Ultra-Luft schnuppern, auf sie kommt als Motivatorin eine ganz wichtige Aufgabe zu.

Wenn sich noch jemand als mein Begleiter berufen fühlt und den Trip nach Berlin am 14./15./16.8. machen möchte - das Rad kann ich transportieren. Ansonsten wird es auch mit Heike alleine gehen.
Ich freue mich auf den Kampf, auf die Leiden, auf die Euphorie, vielleicht auch auf die Erfahrung, an meine Grenzen gestoßen zu sein. Und auf den Moment, wenn ich Claudia im Ziel in meine Arme nehmen darf. Das Ziel 2015 ist gesetzt - und es besteht nicht nur aus wenigen Sekunden schneller im Marathon gewesen zu sein. Die Welt hat mehr zu bieten - testen wir es an!



Sonntag, 5. Oktober 2014

6h-Lauf Münster goes Trail in Meppen - weiter an die Belastungsgrenze

Nachdem ich in Ulm am vergangenen Sonntag die letzte "Leistung" in diesem Jahr abgrufen hatte, sollte nun in Meppen der Laufgenuss im Vordergrund stehen. Na ja, nicht ganz. Ein wenig hatte ich ja schon mit den 60 Kilometern geliebäugelt, zumindest 50 km mussten es aber sein. Der des Ultra-Laufens unkundige Leser wird sich fragen, wo er denn da den Laufgenuss findet. Nun, ohne Pace-Druck mit vielen bekannten und unbekannten Läufern zu sprechen, die Strecke und die Gegend zu genießen und einfach aufhören oder Pause machen zu können, wann man möchte (das ist bei einem kleinen Rudkurs naturgemäß leichter als bei einer Start-Ziel-Strecke) hat etwas entspannendes für mich.
Die Frage war halt, was mein im September recht strapazierter Körper noch alles würde klaglos hinnnehmen. Mit unserer bewährten LiDoMa-Biel-Fahrgemeinschaft Dennis und Svenja ging es recht fix am Samstag nach Meppen, wo in der Stadiongaststätte des legendären SV Meppen bereits ein leckeres Frühstück mit Blick auf den Rasen auf uns wartete.
Wir waren etwas übermüdet, da die Rückkehr uunserer Tochter von ihrer Abi-Fahrt nach London sich von Freitag abend 20 Uhr auf Samstag morgen 1:30 Uhr verzögert hatte. 3 3/4 Stunden Schlaf nenne ich als Vorbereitung jetzt auch mal suboptimal, selbst für einen Frühaufsteher wie mich.

Bei strahlendem Sonnenschein schickte Christian, der alles perfekt organisert hatte, uns stilecht mit Startschuß auf die 6-stündigen Seeumrundungen. Zunächst bergab über den Sandstrand, dann leicht bergan in den Wald über eine wurzelige, aber schattige Strecke. Später dann wieder ein  kleiner Anstieg im Sand, Gefälle im Sand, ein kurzer steilerer Anstieg von 3 m Strecke, dann auf Fahrspuren zurück durch die Zählanlage zum Start am kleinen DLRG-Posten, w auch die Toiletten untergebracht waren. Insgesamt 1633m pro Runde. Ich bemühte mich zu Beginn, eine 6er Pace einzuhalten. Die Strecke erschien für einen Trail recht einfach. Aber es hätte mir schon eine Warnung sein können, dass es zu Beginn eben nicht automatisch schneler ging.
Kurz: Ich musste mich nicht bremsen, um die 6er Pace einzuhalten. Ich lief zunächst mal mit Claudia, mal mit dem einen oder anderen Läufer, bis man sich am V-Punkt wieder aus den Augen verlor. Aber es wurde schnell schwerer. Schon nach einer Stunde merkte ich, dass meine Salomon City-Trail für den harten Boden hier die falsche Schuhwahl waren. Da war ich auch bereits einmal über eine Wurzel gestolpert, die im Spiel der Sonnenstrahlen mit den Schatten der Blätter, welches auf den Waldboder harte Kontraste projizierte, eine gefährlich schwer zu sehendes Dauerproblem darstellen sollte. Das tat nicht weh, da ich mich ja gut abrollen kann, erhöht aber dennoch die Verletzungsgefahr. Ich beschloss, langsamer zu laufen und wechselte nach zwei Stunden auch die Schuhe in ein bessergedämpftes Model. War aber auch eine gute Ausrede, denn es fiel mir zunehmend schwerer. Kaum noch ein Kilometer unter 6er Pace, eher darüber. Aber egal, das war eben so. Nach drei Stunden nahm ich das erste Gel, wollte dies nun stündlich wiederholen. Auch der Durst wurde stärke, so dass ich  un jede Runde einen Schluck Wasser oder Iso zu mir nahm. Das kostete Pace, denn ich wollte und konnte es nicht mehr aufholen. Bei 4 Stunden wurde es wirklich hart. Von 60 Kilometern war schon lange keine Rede mehr, es ging erst mal um den Marathon und dan um die 50-Kilometer-Marke. Das war eine gute Simulation für einen langen Ultra, wie geh ich mit dieser Situation um, wenn die Beine einfach nicht emhr wollen? Das mit dem Marathon-Ziel vor Augen klappte gut, ich versprach mir, danach zur "Belohnung" eine Gehpause. Dabei kam mir in den Sinn, dass es auch eine gute Erfahrung sei, auszuloten, nach welcher Gehpause ich wieder ganz gut weiterlaufen kann. Die letzte Kilometer bis zum Marathon zogen sich wie Kaugummi, teilweise schaute ich schon nach 200 m auf meine Uhr und wunderte mich, dass immer noch kein Kilometer geschafft war.


Dann war es endlich so weit. Ich begann, stramm zu marschieren. Und meine Muskulatur beruihigte sich schnell wieder. Ein eines Marschtempo von unter 9 Minuten auf den Kilometer bekam ich hin, noch knapp 1 1/2 Stunden für das Mindestziel von 50 Kilometern....das sollte funktionieren. Und es ging tatsächlich wieder besser. Ich entschied mich dann bei 5:30 h tatsächlich dazu, die letzte halbe Stunde wieder zu laufen. Und es ging wieder deutlich besser. Zwar war die Pace mit über 7 Minuten elendig, jedoch besserte se sich mit zunehmendem Lauf wieder langsam. Schön, wenn man auch mit einer 6:55 schon glücklich ist.
Eines wurde mir gestern klar: Die hundert Meilen im nächsten Jahr laufen sich nicht von alleine, nur weill man schon einmal 100 Kilometer gelaufen ist. Und Phasen wie gestern wollen überwunden werden. Aber mit dem Rezept von gestern denke ich, kann ich mich ein ganzes Stück weiter retten. Ob es dann reichen wird und wie es dann mit der Ernährung und im Dunklen wird....das werden weitere Trainings-Experimente zeigen. Ab nächste Woche beim Traildorado 24h-Lauf geht es weiter!
Nachdem der Schuss, der das Ende der 6 Stunden markierte - natürlich an der entferntesten Ecke des Rundkurses - waren es immerhin noch über 53 Kilometer. Ich bin zufrieden. Vor alle aber wegen der gemachten Erfahrung, dass auch meine Kraft endlich ist und ich  ich dennoch mental aus schwierigen Situationen befreien konnte. Und das ist ja auch etwas!

Freitag, 3. Oktober 2014

In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.....Sparkassen-Marathon 2014

Nach dem Erkältungs-Marathon im Soester Mais habe ich die Woche nichts getan. Nur einmal Stabi-Training. Sonst nichts. Keinen Schritt gelaufen bis zum Donnerstag Abend im Training. Hier standen nur gut 6 Kilometer mit 2 x 1000 m im Wettkampftempo auf dem Plan, und schon beim Warmlaufen fiel mir jede Bewegung nicht unbedingt leicht. Die zwei mal 1000 m liefen dann ganz gut, aber dieses Tempo 21 Mal hintereinander zu laufen, entzog sich hier noch meiner Vorstellungskraft. Nun, zumindest hatte mein Schnupfen etwas nachgelassen, der Husten war locker geworden und reizte nur noch selten. Sonst verspürte ich eine Symptome, also wollte ich meinen Plan beibehalten, und den Halbmarathon unter 1:35 anzugehen.Samstag ging es nach Ulm, Hotel bezogen und für sehr gut befunden,Startunterlagen geholt, Pasta-Party und dann noch ein Absacker-Bier in der Piano-Bar des Hotels, dann war der Tag des Sparkassen-Einstein-Halbmarathons gekommen.
Während Claudia mit Lauffreundin Yvy und Henning gemeinsam "chillig" laufen wollte, reihte ich mich weiter vorne ein. Ein Pläuschchen mit Klaus von der Sparkasse Essen, den ich auch vom "Speed of light-Projekt" kannte, mehrfache Startverzögerung wegen eines Autounfalls auf der Strecke, dann ging es endlich los. Die ersten Kilometer liefen leicht bergab auf breiter Straße ganz gut, die Pace kurz unter 4:30 lief sich quasi "von alleine". Dann ging es über die Donau nach Bayern, dort durch weite Felder zurück Richtung Ulm. Hier musste bereits ich ein wenig auf mein Tempo achten, es "lief" nicht mehr von alleine. Aber es waren auch schon 5 Kilometer um. Ich beschloss, bei Kilometer 7 die nächste Bestandsaufnehme zu machen. Eine Gruppe wie in Köln hatte ich nicht gefunden, ich bewegte mich genau zwischen den 1:30er BUZ für den HM und den 3:45er BUZ für die Volldistanz. Mal überholte ich, mal wurde ich überholt. Dann der erste Ort -Pfuhl. Einige Zuschauer an den Streckenrändern und der Verpflegungsstand. Am ersten hatte ich nur Wasser genommen, mit knapp unter 15 Grad und Bewölkung brauche ich nicht viel Wasser. Ich nahm mein Gel, diesmal nur Paste und kippte im Stehen einen Becher Wasser hinterher, dann nahm ich ganz leicht wieder Tempo auf. Hatte 6-8 Sekunden gekostet, die war ich ganz locker im Plan. Würde ich das Tempo halten? Ich wartet förmlich auf die Vorboten des Einbruchs. Aber da kam nichts. Also weiter, ein Drittel lag hinter mir, jetzt würden die stimmungsvollen Stadtabschnitte kommen. Warum also nicht sich bei der Hälfte der Strecke, das wäre Kilometer 10,6, sich neue Gedanken machen und bis dahin durchziehen? Gesagt, gelaufen. Die Strecke durch Neu-Ulm und die Ulmer Altstadt, unterbrochen von Partien entlang der Donauuferwege, liefen sich vor den vielen Zuschauern weiter fast von alleine. Ich musste kaum Mühe aufwenden, das Tempo beizubehalten. Es gefiel mir hier wirklich gut. Trotz des Hochnebels, der zwar für angenehme Temperaturen sorgte, den Blick auf das Ulmer Münster und sogar die oberen Etagen unseres Hotels verbarg. Überall an der Strecke hatten sich Bands aufgebaut und spielten die gängigen Rockhits, wobei sie auch immer mal eine Textabwandlung für uns Läufer übrig hatten. Ich ahbe jetzt überhaupt kein Motivationsproblem und das Halten des Tempos klappt sehr gut. Nur meine nicht gabz abgeklungene Erkältung hält mich davon ab, weiter Tempo aufzunehmen. Ich registriere auch, dass ich Leute einhole, die ich zu Beginn schon einmal gesehen hatte. Über einen Fußgängersteg überqure ich das letzte Mal die Donau und wechsele wieder von Bayern nach Baden-Württemberg. Ein Stück noch entlang der Donau, vorbei an Festungsanlagen des 18. und 19, Jahrhunderts, dann durch ein Stück Altstadt über sehr grobes Kopfsteinpflaster, bergauf auf der Fußgängerzone Richtung Münsterplatz. Ich fühle mich super, einen richtigen Endspurt verkneife ich mir eingedenk meiner Erkältung. Dann bin ich im Ziel. Die Arme hoch, ein lautes "Ja, ja". Dieser kurze Moment , festgehalten auf einem schönen Foto, war der Moment, an dem ich die quasi beendete Saison in meinem Kopfkino abspulte.
Bestzeitentechnisch war es sicher nicht mein stärkstes Laufjahr.....aber es war reich an schönen und traurigen Erfahrungen, die manchmal mehr zählen als einige Sekunden auf einer Uhr. Und reich an vielen Zeiten, die angesichst des Gesamtprogramms dann für mich doch wieder respektabel waren. Für die 1:34:54, die ich jetzt erreicht hatte, hatte ich mir zwischen 2009 und 2011 im Halbmarathon die Hacken abgerannt. Und nun laufe ich die mal eben so nach zwei Marathonläufen und einem Ultra in den drei Wochen zuvor. Das ist es, was auch für mich zählt. Ich habe meine Gesamtbelastungsgrenze noch nicht kennengelernt.......aber das wird irgendwann wohl auch mal kommen. Ich hatte Spaß, mir ging es zunehmend besser und ich weiß nun, dass ich in Wien diese Tempo auf der Volldistanz werde gehen können - nach einer konzentrierten Vorbereitung natürlich.
Ach ja, alleine die perfekte Nachzielverpflegung in Ulm war das Startgeld wert...... Frisches Popcorn, Seebacher Nusszeugs aller Art, Cola, Iso, Sinalco in 0,5 l - Flaschen, Obst, Rosinenstütchen.....ganz mein Geschmack. Na ja gut, auf dem Rückweg gab's dann noch den "Döner danach".... So ganz gesund muss es ja nicht sein. Nochmal ach ja - Claudia ist mit Yvy und Henning dann mal in gut 1:54 ins Ziel gekommen - sie hatten ebenso viel Spaß. Und nach dem Programm im September war die Zeit ja eh  nicht mehr wichtig. Die "Party" danach in der Messehalle erreichte diesmal leider nicht ganz das Niveau der Vorjahre, einmal, weil Sonntags abends immer viele, die keinen Montag frei genommen haben, zeitig nach Hause fahren, andererseits aber auch, weil die Akkustik einer Messehalle mit der - sagen wir ausbaufähigen - Stimmer der Sängerin eine krächzend-teuflische Sympiose einging. Kurz, es nervte. Aber nur zum Feiern waren wir ja auch  nicht in die Heimat von Deutschlands berühmtesten Knacki gereist.......  

Sonntag, 21. September 2014

Mit Erkältung im Mais

Die Woche nach dem Köln-Marathon betsand nur aus zwei Trainingseinheiten. Dienstag Stabi-Training, wo Vertretung Nils mal rcihtig Gas gab und bei einigen Muskelkater verursachte. An diesem Abend machte sich bei mir das erste Kratzen im Hals bemerkbar. Das wurde am Mittwoch nicht besser und am Donnerstag begann dann die Nase zu laufen. Das Training am Donnerstag - auf dem Programm standen 10 x 400 m, absolvierte ich schon nur noch mit sehr gebremstem Schaum. Freitag hatte ich dann so richtig schön "den Kopf zu", das ganze garniert mit einem leichten Husten.
Was sollte ich jetzt beim Lidoma machen? Ich hatte mich sehr auf diesen außerordentlichem Marathon durch ein Maislabyrinth gefreut, außerdem hatte ich bisher bei allen 5 Lidoma-Veranstaltungen teilgenommen. Andererseits hatte ich mich in den letzten Wochen schon extrem bealstet. 6-Stunden-Lauf, Essener Firmenlauf, dann ein relativ zügiger Marathon in Köln. Braucht mein Körper eine Pause? Die Antwort ist ja, also wollte ich sie ihm geben. Das hieß aber nicht "nicht laufen", sondern extrem kontrolliert und ruhig laufen.
Ich habe entschieden, zu starten, es ganz ruhig angehen zu lassen und aufzuhören, wenn es mich in irgeneiner Form Herz-Kreislauftechnisch anzustrengen beginnt. Das ist ein schmaler Grat, aber ich traute mir zu, ihn zu begehen.
Also fuhren wir am Samstag mittag mit gefülltem Auto (Kim, Marco Yvy, Claudia und ich stelten die vier Bunert-Starter, dazu Kim als "Support") einmal quer durch das Ruhrgebiet - vom Niederrhein in die Soester Börde. Das Heimspiel unserer Knappen bescherte uns auf der A2 einen schönen Stau. Angekommen und den knappen Parkraum gut genutzt gab es erst mal das große Hallo. Ich hoffe, ich habe kenen meiner Lauffreunde und -bekannten vergessen, denn es ist immer wieder ein "coming home". Auch wenn ich diese Mal jeden gearnt habe, mir zu nahe zu kommen. Denn auf den Job als Bazillenschleuder hätte ich gerne verzichtet.
Der Gemüsehof Eickhoff zeigt sich in gemütlichem Ambiente, die bereits aufgestellte Uhr und der Ziel-/Zählkanal lässt auf die gewohnt professionelle Abwicklung schießen. Dazu verspricht Hans mit seinem Kamera-Kran ein professionelle Viedeo-Dokumentation. Während ich noch ein wenig gelbe Bröckchen abhuste, machen wir uns fertig und legen die Wettkampfbekleidung an. Trail-Schuhe waren wärmstems angeraten, von zunächst untergezogenen T-Shirt trennte ich mich angesichts der doch vorhandenen Schwüle wieder. Dann ging es los. ImGänsemarsch über eine leicht löchrige Wiese in das gefürchtete Mais-Labyrinth. Frank hatte bei Androhung des lebenslangen Ausschlusses von allen Lidoma-Veranstaltungen verboten, die Flatterbänder an den Abzweigungen zu entfernen. Denn anders als Theseus in Konossos spulten wir nicht den Faden der Ariadne hinter uns ab uns in so einem geschlossenen Gänsemarsch wie in dieser ersten Runde würden wir uns wohl später nicht mehr durch das potenzielle Popcorn bewegen. Auch die vielen Kurven in diesem ersten Streckenabschnitt versprachen neben ungenauer Garmin-Anzeigen eine erhebliche Temporeduktion. Sollte mir recht sein. Nach einem knappen Kilometer "Blinde Kuh", denn die Orientierung ging durch die häufigen Richtungswechsel völlig verloren, ging es kurz über eine Wiese hinaus, dann wieder über eine lange Gerade mit einer kurzen Doppelkurve durch den Mais endgültig auf den zweiten Streckenabschnitt.
Dieser führte uns über Feldwege und verleitete dann endlich einmal zu schnelleren Laufen. Zurück durch die Mais-Gerade (Oh, da kommst später dann Gegenverkehr!) geht es wieder über die Wiese durch ein kleines Wäldchen in eine "Zählscheife" über den Parkplatz zu Ziel und Verpflegungspunkt, dann wieder über die Wiese in die nächste Runde. Über die üppige ausstattung des Verplegungssatndes brauche ich hier nichts zu sagen, das Foto spricht mal wieder für sich.
Dickes Lob an Frank und Marion. Das "Geläuf" im Maislabyrinth war zunächst fest, wurde aber von Runde zu Runde klebriger und weicher. Irgendwie war schon unheimlich, Stimmen zu hören, aber niemenden zu sehen und ständig um 90-Grad-Kurven zu laufen. Aber der Axtmörder wollte irgendwie nicht auftauchen, wenn gleich mir das "REDRUM" aus dem King-Klassiker "Shining" so manches Mal durch den Kopf ging. Die erste Hälfte der insgesamt 11 Runden lief ich weitgehend mit Bewes und Birgit. Dabei konnte ich beobchten, dass Claudia sich von Yvy und Marco abgesetzt hatte und plötzlich Tempo machte.
Was hatte sie vor? Lockte der Maiskolben-Pokal? Ich drehte Runde um Runde, garniert mit interessaneten, mal mehr, mal weniger philosophschen Gesprächen und gönnte mir ein paar Fruchtgummi nach jeder Runde. Die Zeit ist mir hier völlig egal, ich achte daruf, meinen Puls niedrig zu halten und lasse auch mal Leute laufen, wenn sie mir zu schnell werden. Auf der anderen Seite halte ich mich aber auch nicht länger als nötig am Verpflegungstisch auf.Mein Kopf ist relativ frei geworden, die Nase sitzt icht so zu und husten muss ich auch kaum.  Irgendwann bin ich alleine, ab und an gesellt sich Marco noch einmal dazu. Drei Runden vor dem Ende greifen wir uns die Stirnlampen, denn es wird arg dämmrig. Der Boden ist nun im Mais extrem rutschig geworden. Mein Puls steigt an, ich laufe langsamer und baue nun auch Gehpausen ein. Wann immer der Puls den oberstenWert des regenerativen Bereiches erreicht, gehe ich, bis er wieder 10 Schläge abgesunken ist. Klar, das fällt mir schwer, aber wenn ich hier schon gegen jede Vernunft starte, will ich jegliches Risiko miniieren. Im Leben würde ich ja auch nicht alles leicht anstrengende wie z.B. Treppensteigen sein lassen, weil ich ein wenig erkältet bin. Im stockfinstern hat das Maislbyrinth eine nochmal eigenere Atmosphäre. Es ist wirklich gruselig. Das liegt wohl weniger am Mais an sich, als an meiner frühpubertären sozialisation durch diverse Horrorfilme im Zeitaktel von Batamax uund Video 2000. Claudia kommt mir noch einmal entgegen, sieht aber nicht mehr so frisch aus.
Sie wird heute schenller sein als ich, aber das ist mir heute dann mal wirklich egal. In der letzten Runde nehme ich dann nochmal meine Screem-Maske mit auf die Runde, aber die Läufer, af die ich im auseinandergezogenen FEld noch treffe, sind nicht mehr allzu schreckhaft. Egal, ich habe Spaß. Und mit diesem Spaß beende ich das Ganze dann auch deutlich unter 5 Stunden. Bei diesem Geläuf und nach den Vorbelastungen für mich ein vernünftiges Ergebnis. Der Spaß und die Unterhaltung stad heute mal im Vordergrund. Claudia konnte den zwischenzeitlichen 2. Platz nicht halten, wird aber klar dritte Läuferin und nimmt damit einen der liebevoll gestalteten Kunstwerke "Plastik-Maiskoolben auf Naturholz mit nach Hause.
Das wird langsam zur Gewohnheit. Ich hätte heute, selbst ohne Erkältung, nichts mit der Platzvergabe zu tun gehabt.
Yvy hat es dann auch tatsächlich geschafft und dabei auch Reiner zu seinem ersten Marathon nach "Knie" begeleitet. Marco war das erste Mal vor mir im Ziel, er ist mit Dennis die letzten Kilometer nur so dahingebrettert. Und Kim war uns allen mit Marion gemeinsam eine strenge Protokollführerin, der keine verzählte Runde entgangen ist.

Es war eine rundum gelungene, einzigarteige Veranstaltung. Hierfür meinen Dank an Frank (welch Reim), Marion und all die anderen Helfer, die das mal wieder möglich gemacht haben. Ich werde jetzt die Woche so ziemlich gar nichts machen. In der Hoffnung, mich bis zum Wochenende auszukurieren, denn dann geht es nach Ulm zum Sparkassen-Marathon. Und da will ich auf der Halbdistanz mal sehen, was noch so geht.....

Samstag, 13. September 2014

Countdown to Cologne 4 - Laktattest und Essener Firmenlauf

Zwei Tage nach dem Empathy-Run gönnte ich meinem alten Kadaver mal ein wenig Ruhe. Das gestaltet sich dann zunächst so, dass ich Mintags abends auf der Couch recht schnell beim Fernsehen einschlafe. Dienstag entfiellt das, denn da rief zumindest das Stabi-Training. Und da war es aus mit der Ruhe. Denn statt Roman leitete es an diesem Tage Schleifer-Sven, der hatte dann auhc mal eben "Crossfit-Training" ausgerufen. Und das heißt bei ihm, alle Stationen eines Zirkels 40 Sekunden, dann 20 Sekunden Wechselzeit als Pause. Nette Dinge wie beidbeinige Sprünge auf drei gestapelte Stepp-Bretter, Kniehebeläufe auf weicher Matte, seitliches Springen auf getsapelte Stepp-Bretter, Skkippigs auf der Stelle und weitere Gemeinheiten. Zum Lachen blieb da kaum Zeit und Luft. Ziemlich geschafft fiel ich danach zu Hause recht bald in einen gesunden Tiefschlaf. Mittwoch um 10 Uhr mirgends dann Laktattest im Studio auf dem Laufband. Zum "Warmlaufen" stellte der Schleifer dann gleich mal eine 5:10er Pace ein. Gerade vom Schreibtisch vielleicht nicht der optimale Einstieg, dachte ich mir. Nach gelaufenen 4,5 Kilometern bis hoch zur 3:30er Pace und mehrfachem Piekser ins Ohrläppchen war ich alle und schwenkte die weiße Fahne. 500 m auslaufen, dann zurück an die Arbeit. Und nach Feierabend sammeltenn sich die Kollegen - oder besser die Kolleginnen - zum Essener Firmenlauf. Unsere Sparkassen-BSG fuhr diesmal gemeinam mit unserem VW-Bus. Als ich den übernahm, trat mein linker Fuß vor dem Anlassen erst mal ins Leere. Automatik! Das letzte Automatik-Fahrzeug, welches ich gefahren war, war der Flakpanzer Gebhard bei der Firma Y-Reisen im Jahre 1988 gewesen, aber gut, man stellt sich ja der Herausforderung. Eine ungewollte Bremsmanöver später hatte ich mich dran gewöhnt, es ging Richtung Essener Gruga. Nach mehrfachen Nachfragen, ob das für KFZ bis 2 Meter Höhe zugelassene Parkhaus auch unseren Bus unbeschädigt lassen würde, traute ich mich hineien. Es passte natürlich locker. Das Parkhaus befand sich im Zielbereich am Gruga-Bad, von dort ging es mit Shuttle-Bussen zum Start an der Huyssenallee. Alles recht gut organisiert. Wir waren mit insgesamt 8 Läufern, eine Kollegin hatte noch kurzfristig abgesagt. Esther, meine schnelle Begleiterin vom Targobank-Run, würde wieder rech flott laufen, Bettina war zum ersten Mal für uns am Start. Silke und Claudia, Annette sowie meine Tochter Tanita mit ihrem Freund Tobi komplettierten das Feld. Meine Tochter war scho recht erkältet, respekt, dass sie nicht zurückgezogen hat. Aber sie ist som vernünftig, dass ich keine Angst habe, dass ihr der Start schden könnte. Wenn sie probleme hätte, würde sie aussteigen, das war klar.

Watmlaufen wird ja bekanntlich überbewertet, vor lauter Begrüßen von Bekannten und Freunden im Startbereich kamen wir eh zu nix. Überraschen war hier, dass nieman am Start nach vorne wollte. So fand ich mich mit Esther und Claudia in der dritten Reihe wieder. Egal, ich wollte mal eine 4:10er PAce angehen und mal sehen, wie weit ichdamit käme. Ein Blick nach vorne bereitete mir allerdings unbehangen. Denn auf den ersten 1,2 Kilometern ging es 20 Meter nach oben, das ist nicht viel, aber halt stetig ansteigend. Da rennt man sich leicht kaputt. Startschuss, ich laufe los. Esther läuft vorweg, aber die hat auch heute noch keinen Laktattest und keine 61 Kilometer am Sonntag davor gemacht. Meine Oberschenkel brennen schon nach wenigen Metern. Schönen Gruß von den beidbeinigen Sprüngen am Vorabend! Ich überpace und laufe unter 4er Pace auf den ersten 5oo Metern. Mit richtig dicken Beinen beschließe ich, dass es das schon mal gewesen war. Es hat keinen Sinn. Ich laufe links an den Rand, um niemanden zu behindern und nehme gewaltig Tempo raus. Das hilft recht schnell. Ich laufe nur noch nach Gefühl weiter und werde automatisch wieder schneller, als nach weiteren 700 Metern die Steigung erst mal zuende ist. Hier auf der Rüttenscheider Straße ist ganz gut was los, viele Zuschauer feuern uns an. Kilomter 1 und zwei bleiben dann so um die 4:35, wenn's das heute ist, dann ist das eben so. Köln ist wichtiger am kommenden Sonntag. In den Straßencafes und auf den gehwegen wird fleißig geklatscht, dann kommt schon der Getränkestand vor Marc Böhmes Laufsport Bunert Essen in Sicht. Anja steht da und verteilt Wasserbecher. Ich habe Anja lange nicht mehr gesehen, halte kurz an und drücke sie, dann geht es mit einem kleinen Schluck Wasser weiter. Irgendwie läuft es wieder, die Oberschenkel brennen nicht mehr so. Schon geht es wieder unter 4:30. Von ganz alleine. Das das hier jetzt erst mal mein Marathon-Renntempo in Hamburg war - besser nicht drüber nachdenken. Es geht um eine Ecke und hinunter. Bald sind wir schon an der Gruga-Halle. 4:04 bergab. Es geht doch. Und immer mehr werden wieder eingesammelt. "Ha, jetzt kommt der Langstreckler" grinse ich innerlich, obwaohl das ja für einen 5er keine Pace ist, was ich hier zusammenlaufe. Esther ist lange außer Sichtweite. Dann sind wir im Gruga-Park. Schön ist es. Hier war ich zuletzt mit dem Kindergarten, muss irgendwann so 1972 gewesen sein. Es geht aber hoch. Das Ziel ist zu sehen. Ich bin froh,, wenn ich da bin. Kilometer 5 geht mit Bergauf-Passage in 4:23, dann nochmal alles geben. Tempo, überholen, überholen. Einige gehen bergauf. Nimmt das denn kein Ende? Endlich geht es auf eine Wiese, dann sehe ich das Ziel. Vor mir ein Commerzbank-Läufer. Die Konkurrenz hole ich mir! Endspurt, 280 Meter in 3:48er Pace, das war's. Erledigt. Firmenlauf Nr.2. Ich auch. Ich lasse mir die Medaille umhängen, dann kommt auch schon Claudia. sie ist auch ziemlich fertig. Hatte überhaupt keine Lust und wäre lieber nach Essen gelaufen anstatt diese Kurzstrecke, aber sie hat auch gekämpft.Dann das Warten. Die Kolleginnen sind alle da, nur Tanita und Tobi fehlen noch. Es sind schon 45 Minuten, ich begine, ir Sorgen zu machen. Dann klingelt mein Handy, die beiden haben uns verpasst, sind längst im Ziel und bereits am Auto.
So hatten wir es ursprünglich verabredet, uns dann aber doch alle auf der Zielwiese getroffen. Zu Trinken gibt es leider erst ziemlich weit weg etwas, für jeden eine Flasche buntes Zuckerwasser, markiert auf der Startnumer, danit man ja keine zweite nimmt. Nichts zu essen, kein Obst, keine Schokoriegel, kein Gebäck. Nach einem Arbeitstag und einem Lauf etwas dünn, wie ich finde. Startgeld so um die 17 € für einen 5er, da sollte so etwas drin sein. Geht beim Targobank-Run bei uns in Duisburg doch auch für 16,50 €.



Mein Fazit: Ein eine schwerige Strecke, auch wegen der Anstiege zu Beginn und am Ende. Und dies gerade für unrfahrene Läufer. Und wenn es wirklich mal regnen sollte, wprde sich der Zielbereich in gepflegten Morast verwandeln. Aber auch für die große Zahl von Läufern gut organisiert, guter Transport Start/ziel und gute Erreichbarkeit über die A52. Es hat gefallen, aber halt nicht vom Hocker gerissen. Die Party klemmen wir uns, denn es wird schnell kühl und auf der Wiese treiben Mücken ihr Unwesen.
Für mich war es ein Tempodauerlauf, für einen echten Wettkamf war es dann doch alles etwas viiel in den letzten Tagen. Das Training am Donnerstag schenke ich mir, jetzt wird sich erholt. Noch drei volle Tage bis zum Köln-Marathon!

Freitag, 12. September 2014

Countdwn to Cologne 3 - 6-Stunden-Lauf "Empathy-Run"

Heimspiel in Rheinberg. Aber nicht beim traditionellen Laufspektakel über 5 oder 10 km, sonder beim nun schon fast ebenso traditionellen 3. Empathy-Run. Davor jedoch hatten die Götter oder besser gesagt die Cheftrainer das alldonnerstägliche Training an der 6-Seen-Platte angesetzt.  Vier Minuten GAT 2 am Stück, Schleifer-Sven sagte, der Fokus solle auf LAufstil, nicht auf Tempo liegen. Das heißt Kniehub, große Schritte, Blick gen Horizont. Mein Herzfrequenz ist schnell GAT 3, obwohl ich einige vorlaufen lasse. Egal, das kann ja heiter werden. 8 Minuten gehen um, ich laufe so um die 4:30er Pace. Dann folgen zwei Minuten Pause. Die nächste Runde, ich will langsamer laufen und mehr auf den Laufstil achten, schon läuft Schleifer-Sven neben mir her. Korrigiert hier, korrigiert da. "Wie soll ich große Schritte machen, wenn mein Puls schon am Anschlag ist? Dann werde ich automatisch schneller" meckere ich. "Nein, das geht auch langsamer" behauptet der Sportwissenschaftler, der muss es ja wissen. Prompt wird es eine 4:22er Pace und ich bin schon ziemlich alle. Liegt es am langen Donnerstag? Vom Büro direkt auf die Piste ist nie so toll, aber nicht zu ändern. Die nächsten Beiden gehen dann auch irgendwie um und das letzte macht sogar wieder Spaß, jetzt halte ich mich etwa an die 4:30er Pace, aber auch dabei laufe ich wieder locker in GAT 3-Frequenz. Es fällt ja immer schwer, sich zu so etwas zu motivieren, wenn am Sonntag ein 6-Stunden-Lauf ansteht, den man ja locker angehen will.

Einen 6h-Lauf bin ich noch nie gelaufen, bei den ersten beiden Veranstaltungen lief nur Claudia, ich war jedes Mal in Sachen Triathlon unterwegs. Ich hatte mir fest vorgenommen, 6 Stunden durchzulaufen, also war maximaal eine 6er Pance angesagt. Ich wollte mich ja nict vor Köln kaputt laufen. Viele bekannte und neue Gesichter versammelten sich in unserem Stadtpark, über 100 Starter wollten die knapp 1500m lange und kurzweilige Runde unter die Hufe nehmen. Darunter "Prominenz" wie der "Hexer", seines Zeichens Organisator diverser legendärer Ultra-Läufe. Der hatte gerade die "GBDU"-Shirts auch an uns verschickt, dieweihten wir dann gleich mal ein. Oder Peter Kaminsky, zweimaliger Tortour-Sieger. Aber auch Dennis und Svenja aus Essen waren wieder dabei, Mit ein wenig Verspätung ging es los. Ich startete dann mal gleich vorne, na ja, fast vorne.( https://www.youtube.com/watch?v=KOL_LDbbX8Q) Denn Geburtstagskind Timo und Denni rasten mit 4er Pace gleich mal los, als wäre es ein 6-Minuten und kein 6-Stunden-Lauf. Ich laufe erst mal mit Sarah vom Runnerspoint und Klaus los, den ich von FB schon länger kenne. Es ist recht unterhaltsam und wir laufen zu schnell. Immer so um die 5:40. Geht das gut? Erst mal ja. Klaus hat ziemlich viel zu erzählen und die Stunden vergehen 1, 2, 3, schon nähern wir uns unaufhaltsam der Marathon-Marke. Mein Kadaver funktioniert. Organisator Marcus Buchholz sagt an, dass ich in der nächsten Runde den Marathon vol mache. Klaus lasse ich nun laufen, der will sich nicht mehr bremsen lassen.
Haben wir nun den Marathon in ca. 4 Stunden vollendet, bremse ich nun konsequent auf 6er Pace. Langsam wird es anstrengend. Egal, wie langsam ich werde. Der Boden der Wege besteht aus Verbundpflaster, das ist so ziemlich der härteste Belag, den man sich vorstellen kann.  Meine Adidas Energy Boost, die ich der guten Dämpfung halber extra vorrausschauend angezogen hatte, beginnen zu "schwimmen". Hätte ich doch mal ein paaar Ersatzschihe mitgenommen. Egal, es muss weiter gehen. Ich laufe Runde um Runde. Jede zweite Runde ein Stopp am richhaltigen Verpflegungsstand, aber langsam wird es wieder besser. Meine Zeiten pro Kilometer steigern sich. Leider auch die Wärme. War es zunchächst wechselnd bewölkt, strahlt die Sonne jetzt pausenlos. Endlich sind die 5 Stunden um, die letzte Stunde läuft. Und viele gehen. Immer wieder. Ich nicht. Ich zwinge mich zum Laufen. Ist das vernünftig mit Blick auf Köln? Ist mir jetzt egal, ich will mich auch als Ultra etablieren, da müssen jetzt 60 Kilometer her. noch 9, die sollten zu schaffen sein. Andre, mein Groß-Cousin, geht jetzt auch. Ich überhole, er  läuft wieder an und läuft ein Stück mit. Hat er mehr oder weniger Runden? Egal, ich weiß es nicht.
 Das schöne hier ist ja, das ,man immer wieder Läufer trifft und niemals letzter ist. Jetzt geht Andre wieder vor. Vor dem Start steht seine Familie und feuert uns an. Dann hält Andre am Verpflegungsstand, ich laufe schenller wieder an. Es läuft jetzt echt wieder bei mir.5:46er Pace. Peter Kaminsky überholt mich. Hat der noch ein Tempo!
"Hey Thomas" höre ich Sarah von hinten rufen. Schnell ist sie bei mir. Sie fragt, wieviele Runden ich hätte, ich kann aber nur die Kilometer geben. Ihre Uhr ist mal kurz aus gewesen, aber sie müsste so viel wie ich haben. Respekt! Die Dame ist bisher noch keinen Marathon gelaufen . Aber sie ist mir zu schnell. Obwohl ich bei 5:33 bin! Egal, keinen Blödsinn machen, ich lasse Sarah laufen. Ein Blick auf meine Uhr, die 60 km habe ich, noch gut eine Runde. Die habe ich fast geschafft, würde ich sie ganz schaffen. Endspurt. Noch 200 Meter, noch 20 Sekunden. Das hat keinen zweck. Ich breche ab und trabe langsam aus. Jetzt keine Zerrung mehr riskieren, weil man genau die Runde schaffen will. Die HUpe ertönt, ich schreibe meine Nr. über den Strich auf den Boden. Dafür haben wir Kreide bekommen vor der letzten Runde. Und das Stückwird nun mit dem Messrad erfasst.
Irgendwie sind wir alle froh, dass es nun um ist. Die 5. Stunde habe ich echt als übel empfunden, danach ging es erstaunlicherweise wieder gut. Das Familienduell mit Andre habe ich dann noch mit gut 150 m gewonnen. Und Sarah hat die Frauenkonkurrenz düpiert und gewonnen. Meine Claudia hat immerhin nich mit über 54 Kilometern den 3. Platz und einen tollen handgemachachten Stahlpokal abgeräumt. Bei mir war es dann Platz 10. Irgend wie ungerecht, oder? ;)

Ich hoffe jetzt mal nicht, dass ich mich damit für Köln abgeschossen habe. Jetzt erst mal Pause bis Mittwoch, dann Laktattest und Essener Firmenlauf. Mal sehen.....