Nun, langsam wird es doch kribbelig. Kribbelig aber eher für den ganzen Orga-Aufwand. Die Crew ist zwar bereits sehr selbstständig, aber als gelernte Führungskraft (hüstel hüstel) hat man ja immer das Verlangen, sich um alles selbst zu kümmern, obwohl die Delegation ja erfahrungsgemäß gut funktioniert und ich auch weiß, dass ich mich auf mein Team verlassen kann. Trotzdem ist das Kontrollverlangen ja immer irgendwie da.
Nun, lassen wir mal die Kirche im Dorf. Wir haben ein tolles Team, auch wenn die liebe Anja jetzt leider OP-bedingt ausgefallen ist, konnten wir sofort umdisponieren. Weil wir eben so viele Lauffreunde haben, die sich für uns das Wochenende oder wesentliche Teile davon um die Ohren hauen wollen.
Die letzten Einkäufe sind erledigt, mit den Fressalien kommen wir durch, auch wenn es keinen anderen VP gäbe. Campingkocher, Wassertank für eine mobile Versorgung "out of the Bus" sind besorgt. So steht der Zubereitung von Heißgetränken in der Nacht auch nichts entgegen. Die Crew im Bus könnte ja auch frieren. Die werden versuchen, alle 10 km einen mobilen VP einzurichten und vor allem die Welt über den Stand der Dinge auf dem laufenden halten. Es gibt eine Facebook-Gruppe, der sich jeder interessierte gerne anschließen kann.
https://www.facebook.com/groups/1016471211723129/
Wir müssen nur noch laufen. Und komischerweise mache ich mir darüber die wenigsten Gedanken und ich glaube, dass meine Claudia dies auch nicht tut. Wir wissen beide, dass wir hundert Meilen bei schwierigen Bedingungen laufen können. Und wir wissen auch, dass wir beide 100 km bei Eiseskälte in der Nacht zu Ende bringen können. Was nach den 100 kommt, kann sowieso keiner kalkulieren. Ich schätze meinen Geist so stark ein, dass ich viele Schwierigkeiten mentaler Art werde überwinden können. Mein Großcousin André hat mich am Mittwoch gefragt, was er denn in der Nacht als Begleitläufer tun solle, er sei ja nicht so redselig, wie ich es manchmal bin. André, Du musst gar nichts tun. Du musst einfach nur dabei sein. Alleine ein neuer Laufbegleiter hilft, man kann auch schweigend lange Strecken nebeneinander her laufen. Allein, dass sich jemand meine Flüche und Klagen anhört, gibt einem ein gutes Gefühl. Die Koordination VP macht der Radbegleiter. Es wird gut tun, einen ebenfalls erfahrenen Läufer an seiner Seite zu haben. Ich werde mit Claudia zusammen starten, aber unsere Wege werden sich unterwegs trennen. Wenn nicht automatisch, dann herbeigeführt. Denn ich halte das, was im Laufe des Rennens passieren wird, nicht mit ihr aus. Wir wollen uns nicht gegenseitig herunterziehen, denn einer wird immer irgendein Problem haben. Mit Problemen musst Du auf dieser Distanz alleine klar kommen, dann kann man sich wenig helfen.
"Die Crew bring Euch da durch" - in diesem Satz steckt viel wahres. Was allein Henning an - vielleicht auch unbewusster - Aufbauarbeit während des Mauerweglaufes für mich und Yvy dort für Claudia getan hat, kann man nicht überbewerten. Umso mehr ziehe ich den Hut vor denen, die das wirklich mit vielleicht nur einem Radfahrer durchziehen. Aber der Lauf ist für mich keine Durchschlageübung, sondern ein sportliches Event und beim Sport ist Betreuung nichts anrüchiges. Ich bin mehr der gesellige Typ und ich denke, dass diese Team-Event für uns alle ein Gewinn sein wird. Gestern beim Training spürte ich natürlich auch die Anspannung von Holger, Werner, den beiden Michaels. Halt, bei einem Michael. Beim anderen....ich weiß nicht. Aber dafür ist er Gold wert, sein schräger allgegenwärtiger Humor, seine teilweise absurden Späße werden uns am Sonntag früh auf andere Gedanken bringen.
Allein für diese tolle Crew wird man nicht aufgeben, wenn es irgendwie möglich ist. Man kann den Lauf durchaus auch in strammem Marsch fortsetzen, wenn es sein muss. Wir werden die nötige Achtsamkeit hoffentlich nicht verlieren.
Vorbereitet haben wir uns, so wie wir es für richtig hielten. Grundkonzept hohe Grundgeschwindigkeit halten, einige Belastungsspitzen im Marathon- und Ultrabereich setzen und einen 100er in die Nacht. Dann nochmal sechs Tage regelmäßige Belastung, jetzt Ruhe. Das ist mein Weg. Wenn der nicht zum Ziel führt, führt er mich woanders hin, aber es ist meiner. Ich habe es geschafft, keinen anderen Ultra-Plänen hinterher zu laufen, sondern die Pläne der Ausdauerschule by Bunert nach bestem Wissen und Gewissen modifiziert. Ich denke, Claudia geht es ähnlich.
Mein Wunsch ist es, meine Claudia an der Ruhrmündung in die Arme nehmen zu können und uns gegenseitig gratulieren zu dürfen. Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung, das ist uns wohl bewusst. Aber man kann ja zielstrebig drauf hin arbeiten.
In diesem Sinne.....
Freitag, 13. Mai 2016
Dienstag, 10. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays part IV - der Countdown nähert sich dem Ende
Ich bin wieder zu Hause. Eine tolle Urlaubswoche, in der sich eigentlich mal wieder alles ums Laufen drehte, ist schon wieder vorbei und bis zum Pfingstwochenende sind es nur noch wenig Tage.
Ich habe heute früh und heute nachmittag nach dem Auspacken das Video vom Vorabend zusammen geschnitten und dabei auch den Tag noch einmal optisch vor Augen geführt bekommen. Unsere Freunde Marco und Kim haben die Sixdays auch erfolgreich beenden können, im Grunde hatten wir daran beide nicht gezweifelt. Es waren andere Sixdays, für mich wirklich wunderschöne Läufe, in denen ich endlich einmal losgelöst von allen Wettkampfgedanken und Pace-Rechnerei den Lauf und seine wunderbare Landschaft genießen durfte. Unser scheinbar doch ganz brauchbarer Trainingszustand erlaube es uns, einen schönen Filmbericht über die Veranstaltung zu machen, wie es ihn wohl bisher noch nicht gab.
Auch Marco und Kim hat die Woche gefallen. Gerade Kim ist hier wirklich über sich hinausgewachsen und hat mit dem Finish eine Leistung gebracht, die ihr einige Leute nicht zugetraut hätten. meine Claudia hat sie mit viel Erfahrung und guter Unterhaltung durch die meiner Frau ja bereits bestens bekannten Etappen geführt. Mit Marco war das für mich aufgrund der ähnlicheren Leistungsstärken einfacher. Mir haben die vielen guten Gespräche unterwegs mit vielen mir bisher unbekannten Läufern gut getan, vielleicht konnte ich auch einigen Mut machen, sich Dinge zuzutrauen. Denn Laufsport ist nicht immer nur der Kampf bis zur völligen Erschöpfung. Ich habe versucht, für mich einzuüben, "den Moment zu laufen". Nicht immer an das Ziel und den Weg dahin zu denken, sondern einfach einmal das auf mich wirken zu lassen, was gerade um mich herum ist. Das ist für mich das Geheimnis des Ultra-Laufens.
Wenn ich nun ein Fazit des Trainings nach meiner Verletzung im Februar/März ziehen darf:
"Nur" gut 1350 km bis Mitte Mai, hört sich nicht viel an, aber da ich fast 3 Wochen verletzt ausgefallen bin, noch recht ordentlich, aber halt nicht überzogen.
Ich bin gut wieder rein gekommen, auch wenn ich auf wirklich schnelle Einheiten verzichten musste. Ich habe mit mit dem Two Oceans über 56 km, mit dem Trainingslauf "Rund um Rheinberg" über die selbe Distanz und den 100 km, davon knapp die Hälfte des Nachts, am Seilersee so gut es ging vorbereitet. Den letzten Test bei den oben beschriebenen Risenbecker Sixdays mit 6 x ca. 20 hügeligen Kilometern konnte ich locker und mit einigen Reserven absolvieren. Und dabei hatte ich soviel Spaß, wie noch nie bei diesen Sixdays.
Nun geht es einige Tage an die Crew-Planung. Es müssen die Fahrten abgestimmt, die Verpflegung besorgt (ohne Mampf kein Kampf), kurzfristig umdisponiert werden. Aber das alles läuft sich ganz gut an. Freitag habe ich dann frei, wie der Name schon sagt. Und davor im Büro so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit habe, nervös zu sein.
Es könnte der Lauf meines Lebens werden.....oder auch nicht. Wer kann das wissen?
Ich habe heute früh und heute nachmittag nach dem Auspacken das Video vom Vorabend zusammen geschnitten und dabei auch den Tag noch einmal optisch vor Augen geführt bekommen. Unsere Freunde Marco und Kim haben die Sixdays auch erfolgreich beenden können, im Grunde hatten wir daran beide nicht gezweifelt. Es waren andere Sixdays, für mich wirklich wunderschöne Läufe, in denen ich endlich einmal losgelöst von allen Wettkampfgedanken und Pace-Rechnerei den Lauf und seine wunderbare Landschaft genießen durfte. Unser scheinbar doch ganz brauchbarer Trainingszustand erlaube es uns, einen schönen Filmbericht über die Veranstaltung zu machen, wie es ihn wohl bisher noch nicht gab.
Auch Marco und Kim hat die Woche gefallen. Gerade Kim ist hier wirklich über sich hinausgewachsen und hat mit dem Finish eine Leistung gebracht, die ihr einige Leute nicht zugetraut hätten. meine Claudia hat sie mit viel Erfahrung und guter Unterhaltung durch die meiner Frau ja bereits bestens bekannten Etappen geführt. Mit Marco war das für mich aufgrund der ähnlicheren Leistungsstärken einfacher. Mir haben die vielen guten Gespräche unterwegs mit vielen mir bisher unbekannten Läufern gut getan, vielleicht konnte ich auch einigen Mut machen, sich Dinge zuzutrauen. Denn Laufsport ist nicht immer nur der Kampf bis zur völligen Erschöpfung. Ich habe versucht, für mich einzuüben, "den Moment zu laufen". Nicht immer an das Ziel und den Weg dahin zu denken, sondern einfach einmal das auf mich wirken zu lassen, was gerade um mich herum ist. Das ist für mich das Geheimnis des Ultra-Laufens.
Wenn ich nun ein Fazit des Trainings nach meiner Verletzung im Februar/März ziehen darf:
"Nur" gut 1350 km bis Mitte Mai, hört sich nicht viel an, aber da ich fast 3 Wochen verletzt ausgefallen bin, noch recht ordentlich, aber halt nicht überzogen.
Ich bin gut wieder rein gekommen, auch wenn ich auf wirklich schnelle Einheiten verzichten musste. Ich habe mit mit dem Two Oceans über 56 km, mit dem Trainingslauf "Rund um Rheinberg" über die selbe Distanz und den 100 km, davon knapp die Hälfte des Nachts, am Seilersee so gut es ging vorbereitet. Den letzten Test bei den oben beschriebenen Risenbecker Sixdays mit 6 x ca. 20 hügeligen Kilometern konnte ich locker und mit einigen Reserven absolvieren. Und dabei hatte ich soviel Spaß, wie noch nie bei diesen Sixdays.
Nun geht es einige Tage an die Crew-Planung. Es müssen die Fahrten abgestimmt, die Verpflegung besorgt (ohne Mampf kein Kampf), kurzfristig umdisponiert werden. Aber das alles läuft sich ganz gut an. Freitag habe ich dann frei, wie der Name schon sagt. Und davor im Büro so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit habe, nervös zu sein.
Es könnte der Lauf meines Lebens werden.....oder auch nicht. Wer kann das wissen?
Mittwoch, 4. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays part III - Stunde der Wahrheit
Der Mettingen Montag war vorüber, die "Etappe der Wahrheit" von Mettingen nach Ibbenbüren-Dickenberg stand an. Für mich war es in all den vergangenen Jahren keine schöne Wahrheit. Bereits beim ersten Mal musste ich kämpfen nach einer Euphorie am Montag, die mich scheinbar fliegend ins Ziel getragen hatte. Aber auch in meinem besten Jahr 2012 hatte ich hier zu kämpfen und hatte hier den Grundstein für meine damalige Top 100 Platzierung gelegt. Und 2014 war es sowieso eine ganz besondere Etappe durch den strömenden Regen, den, wie ich damals schrieb, "kein Hollywood-Regisseur weggelassen haben würde". Ich werde diesen Tag, diesen Start damals nicht vergessen.
Auch in diesem Jahr bei herrlichem Wetter steht Karine nochmals im Mittelpunkt vor der Kirche in Mettingen. Einmal noch in der strahlenden Sonne stehen , in der mir in diesen Minten nicht der kalte Wind eine Gänsehaut verschaffte. Ich kann dast den Regen des Vorjahres spüren. Die französischen Freunde Karines stehen unweit von mir fast an der selben Stelle wie zwei Jahre zuvor. Aus den Lautsprechern klingt Andreas' Gabaliers "Amoi seg ma uns wieder" und ich blicke zur Staute des hl. St. Michael, dessen dunkle Kulisse sich vor mir im Gegenlicht hart vor dem blauen Himmel abzeichnet. Ich habe die Mütze abgenommen und glaube in diesen Momenten, dass uns hier aus dem tiefen Blau mit seinen weißen Wolken jemand zusieht und dabei ist. Eine Frau, die ich nie gekannt und nur kurz gesehen hatte, und die hier doch so omnipräsent erscheint.
Damit ist das Thema durch, nicht vergessen, aber im Sinne von "Das Leben geht weiter" für mich verarbeitet. Kommen wir zurück zum Laufen. Die Etappe hat ihre Tücken und entsprechend verhalten gehen Marco und ich das Ganze an. Marco hat leichte Knieprobleme wie so jhäufig, wenn er viel durch hügeliges Gelände läuft. Mir geht es blendend, das Beste für mich ist hier wirklich, dass ich keine Zeit habe, mir wirklich über die TorTour de Ruhr Gedanken zu machen. Dieser Lauf nimmt mich im Moment noch völlig ein. Nicht kräftemäßig, ich habe keine Spur von Muskelkater und auch sonst keine Beschwerden, aber mental. Ich laufe hier naturgemäß weiter hinten im Feld und habe die Luft, mich zu unterhalten. Dabei lerne ich viele interessante Leute kennen und respektieren, die ich sonst nie gesehen habe. Denn die alle um mich herum kämpfen sich hier durch, mit viel Herz und Engagement. Sie alle sind stolz auf das, was sie hier bisher leisten oder geleistet haben und das sollen sie auch sein. Denn hier in diesem Lauf ist jeder ein Sieger, der jetzt hier noch im Rennen sein darf.
Ich habe jetzt schon fast Angst, dass ich angesichts der Flut der Highlights in diesem Frühjahr das Ding zu Pfingsten zu leicht nehme. Es sind nur noch 10 Tage bis zu jenen 230 Kilometern von der Ruhrquelle in Winterberg zur Mündung in Duisburg-Ruhrort. Eine Wahnsinnstat, die Claudias und meine Vorhaben seit nunmehr zwei Jahren beeinflussen, die wir da vor haben und nun bereits in wenigen Tagen umsetzen wollen. Wir sind damit nicht alleine, auch hier bei den Sixdays finden sich mit HaWe und Tanja mindestens zwei Teilnehmer. Wir nutzen das hier als Training, ohne damit die Veranstaltung abqualifizieren zu wollen. Und es ist sehr gutes Training, hier in der vorletzten Woche täglich noch einmal Runden von 17-23 Kilometern drehen zu können. Ich werde die vielen netten Gespräche mit den anderen Teilnehmern und die unvergleichlichen Eindrücke dieser Frühlingslandschaft - das Wetter meint es in diesem Jahr besonders gut mit uns - mit an die Ruhr nehmen.
Der Zieleinlauf der 4. Etappe war mir noch nie so leicht gefallen wie an diesem Tage. Frank Sommerkamp wartete wieder auf uns auf seiner "Haus- und Hofstrecke" um die Dickenberger Halde. Ich zog ein wenig an, denn aufgrund meiner frühen Starts in Mettingen und Ibbenbüren ist Marco etwas vor mir in der Ergebnisliste. Die Nettozeiten....aber das ist ja im Grunde völlig egal. Ich bin in diesem Jahr richtig entspannt bei dieser Veranstaltung. Fast denke ich mit Schrecken daran, dass ich mich ab Spätsommer ja wieder auf einen schnellen Marathon vorbereiten möchte. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.
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| Zieleinlauf 2014 |
Auch in diesem Jahr bei herrlichem Wetter steht Karine nochmals im Mittelpunkt vor der Kirche in Mettingen. Einmal noch in der strahlenden Sonne stehen , in der mir in diesen Minten nicht der kalte Wind eine Gänsehaut verschaffte. Ich kann dast den Regen des Vorjahres spüren. Die französischen Freunde Karines stehen unweit von mir fast an der selben Stelle wie zwei Jahre zuvor. Aus den Lautsprechern klingt Andreas' Gabaliers "Amoi seg ma uns wieder" und ich blicke zur Staute des hl. St. Michael, dessen dunkle Kulisse sich vor mir im Gegenlicht hart vor dem blauen Himmel abzeichnet. Ich habe die Mütze abgenommen und glaube in diesen Momenten, dass uns hier aus dem tiefen Blau mit seinen weißen Wolken jemand zusieht und dabei ist. Eine Frau, die ich nie gekannt und nur kurz gesehen hatte, und die hier doch so omnipräsent erscheint.
Damit ist das Thema durch, nicht vergessen, aber im Sinne von "Das Leben geht weiter" für mich verarbeitet. Kommen wir zurück zum Laufen. Die Etappe hat ihre Tücken und entsprechend verhalten gehen Marco und ich das Ganze an. Marco hat leichte Knieprobleme wie so jhäufig, wenn er viel durch hügeliges Gelände läuft. Mir geht es blendend, das Beste für mich ist hier wirklich, dass ich keine Zeit habe, mir wirklich über die TorTour de Ruhr Gedanken zu machen. Dieser Lauf nimmt mich im Moment noch völlig ein. Nicht kräftemäßig, ich habe keine Spur von Muskelkater und auch sonst keine Beschwerden, aber mental. Ich laufe hier naturgemäß weiter hinten im Feld und habe die Luft, mich zu unterhalten. Dabei lerne ich viele interessante Leute kennen und respektieren, die ich sonst nie gesehen habe. Denn die alle um mich herum kämpfen sich hier durch, mit viel Herz und Engagement. Sie alle sind stolz auf das, was sie hier bisher leisten oder geleistet haben und das sollen sie auch sein. Denn hier in diesem Lauf ist jeder ein Sieger, der jetzt hier noch im Rennen sein darf.
Ich habe jetzt schon fast Angst, dass ich angesichts der Flut der Highlights in diesem Frühjahr das Ding zu Pfingsten zu leicht nehme. Es sind nur noch 10 Tage bis zu jenen 230 Kilometern von der Ruhrquelle in Winterberg zur Mündung in Duisburg-Ruhrort. Eine Wahnsinnstat, die Claudias und meine Vorhaben seit nunmehr zwei Jahren beeinflussen, die wir da vor haben und nun bereits in wenigen Tagen umsetzen wollen. Wir sind damit nicht alleine, auch hier bei den Sixdays finden sich mit HaWe und Tanja mindestens zwei Teilnehmer. Wir nutzen das hier als Training, ohne damit die Veranstaltung abqualifizieren zu wollen. Und es ist sehr gutes Training, hier in der vorletzten Woche täglich noch einmal Runden von 17-23 Kilometern drehen zu können. Ich werde die vielen netten Gespräche mit den anderen Teilnehmern und die unvergleichlichen Eindrücke dieser Frühlingslandschaft - das Wetter meint es in diesem Jahr besonders gut mit uns - mit an die Ruhr nehmen.
Der Zieleinlauf der 4. Etappe war mir noch nie so leicht gefallen wie an diesem Tage. Frank Sommerkamp wartete wieder auf uns auf seiner "Haus- und Hofstrecke" um die Dickenberger Halde. Ich zog ein wenig an, denn aufgrund meiner frühen Starts in Mettingen und Ibbenbüren ist Marco etwas vor mir in der Ergebnisliste. Die Nettozeiten....aber das ist ja im Grunde völlig egal. Ich bin in diesem Jahr richtig entspannt bei dieser Veranstaltung. Fast denke ich mit Schrecken daran, dass ich mich ab Spätsommer ja wieder auf einen schnellen Marathon vorbereiten möchte. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.
Montag, 2. Mai 2016
Riesenbecker Sixdays Part II - Gedanken zum Mettinger Montag
Das Glück kann ein ein Arschloch sein. Vor zwei Jahren, bei ebenfalls herrlichem Wetter, hatten wir die Riesenbecker Sixdays -Etappe 3 noch genossen, ich hatte mich damit abgefunden, dass es nicht so laufen konnte wie 2012 und mich mit den Resultaten angefreundet. Da kam die Nachricht vom Tode einer Läuferin, vom Tode von Karine. ( http://laufen-in-dortmund.blogspot.de/2014/05/riesenbecker-sixdays-etappe-der.html ) Und dazu kam der Regen. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, es Regnete vor dem Start dieser anderen Etappe in Mettingen 2014. Niemals werde ich die Minuten vergessen, in denen wir vor der Kirche in Mettingen am Dienstag standen und in denen Zeiten und Strecke so unwichtig waren, wie nur irgendetwas. Dazu gibt es das eine Foto, auf dem meine Claudia mit ihrem unnachahmlichen Lächeln am Bahnübergang das ganze Glück diese Sports zu genießen schien, dahinter Karine läuft, die bereits wenige Zeit später nicht mehr unter uns weilen sollte. Ich verzichte bewusst darauf, diese Foto hier zu veröffentlichen.
Daran muss ich auch denken als wir mit Marco und Kim in Mettingen - wieder bei herrlichem Wetter - auf dem Kirchplatz, wo gerade das Ziel aufgebaut wurde, eintreffen. In diesem Moment leben wir das Glück der absolvierten Kilometer, freuen uns auf den Lauf. Und morgen kann die Welt eine andere sein. Für Dich, für mich, für jeden von uns.
Der Lauf am gestrigen Tage berauschte mich einfach. Endlich war es mit 18 Grad für die Jahreszeit angemessen warm. Die Abendsonne malt die Fassaden der alten Gebäude in Tecklenburg besonders leuchtend, sie bietet uns beim Weg hinab nach Ledde durch den Forst ein magisches Licht, wenn ihre sichtbaren Lichtstrahlen schräg zwischen den Bäumen auf den Boden ein Muster aus Licht und Schatten projizieren.
Auch lässt sie die Rapsfelder, zwischen denen wir wieder Höhe gewinnen, intensiv duften und leuchten. Genau so muss es vor zwei Jahren gewesen sein.
Als wir im Wald an jener Stelle vorbeikommen, an der Karine Ihre Rennen beenden musste, halte ich kurz inne und bleibe stehen. Kurze Gedanken an die Flüchtigkeit des Glückes, aber auch das intensive Erleben dieses Ortes, an dem so viele ahnungslos vorüber laufen. Vor uns läuft ein Läufer der Gallopins de Guyenne. Er läuft weiter und wird wissen, warum. Mir kommt das Zitat von Herrmann Hesse in den Kopf, welches vor zwei Jahren auf der Homepage der Sixdays zur Unterlegung der Worte, die zur Fortsetzung der Veranstaltung aufriefen, Verwendung fand:
"Jeder Mensch aber ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig."
Dann bin ich auch mental wieder im Rennen. Denn das Rennen, das Leben ging weiter seit 2014. Und das ist gut so. Auch wenn es manchmal scheint, als seinen wir der Nabel dieser Welt - wirklich eine andere würde sie ohne uns nicht sein.
Jeder von uns ist unendlich wichtig, hat unendlich wichtige Dinge zu tun und zu berichten. Aber die Sonne scheint genauso auf diese Welt wie vor zwei Jahren, die Läuferschlange
bewegt sich genau so durch die hügelige Landschaft. Nichts scheint sich verändert zu haben. Und was haben wir alles in den letzten zwei Jahren getan? Was haben wir erlebt, gesehen, gefühlt?
Und so ist es gut.
Der Mettinger Montag empfängt uns mit aller Euphorie, als wir am Autohaus die Holtkamp-Siedlung nach der letzten Steigung verlassen. Wir laufen berauscht, wir werden schneller, wir lassen andere Läufer hinter uns. Nicht wegen irgendwelcher Ergebnislisten, sondern weil uns im Moment danach ist. Wir können beide schneller laufen, als wir es hier tun und ich hoffe immer, dass die anderen es nicht als Beleidigung empfinden, wenn sie ihre Höchstleistung in dem Moment vollbrigen, in dem ich sie zum dritten Male scheinbar leicht und locker überhole. Marco wird immer schneller. Ich horche intensiv in meinen angeschlagenen Oberschenkel hinein, aber da scheint alles in Ordnung. Wir fliegen scheinbar an den Läufern vor uns vorbei, erreichen Mettingen und hören den Lärm des Zielkorridors. "Glaubst Du nicht, dass 3:38er Pace etwas schnell ist?" rufe ich Marco zu. "Nö" ruft er beschleunigend zurück. Im Vollsprint geht es durch Zuschauer und Cheerleader ins Ziel. Das ist wieder der Laufwettkampf, das Rennen um Zeiten und Resultate. Das war der Moment, in dem Du meinst, dass alle Augen auf Dich gerichtet sind und das Glück kübelweise über Dir ausgeschüttet wird.
Es kann vergänglich sein - aber dieser Moment gehört Dir. Darum laufe ich. Und darum leben wir.
Solange wir dürfen.
Daran muss ich auch denken als wir mit Marco und Kim in Mettingen - wieder bei herrlichem Wetter - auf dem Kirchplatz, wo gerade das Ziel aufgebaut wurde, eintreffen. In diesem Moment leben wir das Glück der absolvierten Kilometer, freuen uns auf den Lauf. Und morgen kann die Welt eine andere sein. Für Dich, für mich, für jeden von uns.
Der Lauf am gestrigen Tage berauschte mich einfach. Endlich war es mit 18 Grad für die Jahreszeit angemessen warm. Die Abendsonne malt die Fassaden der alten Gebäude in Tecklenburg besonders leuchtend, sie bietet uns beim Weg hinab nach Ledde durch den Forst ein magisches Licht, wenn ihre sichtbaren Lichtstrahlen schräg zwischen den Bäumen auf den Boden ein Muster aus Licht und Schatten projizieren.
Auch lässt sie die Rapsfelder, zwischen denen wir wieder Höhe gewinnen, intensiv duften und leuchten. Genau so muss es vor zwei Jahren gewesen sein.
Als wir im Wald an jener Stelle vorbeikommen, an der Karine Ihre Rennen beenden musste, halte ich kurz inne und bleibe stehen. Kurze Gedanken an die Flüchtigkeit des Glückes, aber auch das intensive Erleben dieses Ortes, an dem so viele ahnungslos vorüber laufen. Vor uns läuft ein Läufer der Gallopins de Guyenne. Er läuft weiter und wird wissen, warum. Mir kommt das Zitat von Herrmann Hesse in den Kopf, welches vor zwei Jahren auf der Homepage der Sixdays zur Unterlegung der Worte, die zur Fortsetzung der Veranstaltung aufriefen, Verwendung fand:
"Jeder Mensch aber ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig."
Dann bin ich auch mental wieder im Rennen. Denn das Rennen, das Leben ging weiter seit 2014. Und das ist gut so. Auch wenn es manchmal scheint, als seinen wir der Nabel dieser Welt - wirklich eine andere würde sie ohne uns nicht sein.
Jeder von uns ist unendlich wichtig, hat unendlich wichtige Dinge zu tun und zu berichten. Aber die Sonne scheint genauso auf diese Welt wie vor zwei Jahren, die Läuferschlange
bewegt sich genau so durch die hügelige Landschaft. Nichts scheint sich verändert zu haben. Und was haben wir alles in den letzten zwei Jahren getan? Was haben wir erlebt, gesehen, gefühlt?
Und so ist es gut.
Der Mettinger Montag empfängt uns mit aller Euphorie, als wir am Autohaus die Holtkamp-Siedlung nach der letzten Steigung verlassen. Wir laufen berauscht, wir werden schneller, wir lassen andere Läufer hinter uns. Nicht wegen irgendwelcher Ergebnislisten, sondern weil uns im Moment danach ist. Wir können beide schneller laufen, als wir es hier tun und ich hoffe immer, dass die anderen es nicht als Beleidigung empfinden, wenn sie ihre Höchstleistung in dem Moment vollbrigen, in dem ich sie zum dritten Male scheinbar leicht und locker überhole. Marco wird immer schneller. Ich horche intensiv in meinen angeschlagenen Oberschenkel hinein, aber da scheint alles in Ordnung. Wir fliegen scheinbar an den Läufern vor uns vorbei, erreichen Mettingen und hören den Lärm des Zielkorridors. "Glaubst Du nicht, dass 3:38er Pace etwas schnell ist?" rufe ich Marco zu. "Nö" ruft er beschleunigend zurück. Im Vollsprint geht es durch Zuschauer und Cheerleader ins Ziel. Das ist wieder der Laufwettkampf, das Rennen um Zeiten und Resultate. Das war der Moment, in dem Du meinst, dass alle Augen auf Dich gerichtet sind und das Glück kübelweise über Dir ausgeschüttet wird.
Es kann vergänglich sein - aber dieser Moment gehört Dir. Darum laufe ich. Und darum leben wir.
Solange wir dürfen.
Coming home.......Riesenbecker Sixdays part. I
Die Woche nach den 100 Kilometern beim 24h-Lauf vom Seilersee ( kann man hier nachlesen: http://laufen-in-dortmund.de/gelungener-test-am-seilersee-in-jeder-beziehung/ ) verging wie im Flug auch ohne Lauftraining. Denn ich wollte - bis auf unsere Donnerstags-Übungseinheit mit der Ausdauerschule - wirklich einmal die Füße ruhig halten. Eine Woche kaum laufen, denn 100 km sind 100 km und stecken irgendwo in den Beinen. Hey Mann, ich muss mich hier selbst einmal stoppen: Ich bin 100 Kilometer gelaufen! Das ist etwas, wovon ich noch vor drei Jahren geträumt hattte, es dann im Juni 2013 in Biel tatsächlich umsetzen konnte und nun.....nun ist es quasi "Training" und ich tue es eine Woche vor den Riesenbecker Sixdays. Jener Veranstaltung, die für mich und auch für Claudia eine der schönsten ist, an denen wir bisher teilnehmen durften. Jetzt liegt auch diese Veranstaltung als "Training" für das Mammutprojekt TorTour de Ruhr vor uns ausgebreitet.
Aber ich schweife ab. Ich war beim Training am Donnerstag. Lange Berganläufe standen auf dem Plan, wir trafen uns wieder an der Sportanlage von TuRa 88 am Fuße des Kaiserberges in Duisburg. Das Wetter bleib die ganze Woche mehr als bescheiden und ließ bange Erwartungen an die Sixdays aufkommen. Vor dem Training war es "schweinekalt" und schwarze Wolken drohten am Himmel. Ich hielt meine zusammengepackte Regenjacke in der Hand, wir liefen los. Bereits nach dem ersten Berganlauf, Marco, Claudia und ich und hoffentlich auch Kim in der anderen Trainingsgruppe, liefen mit gebremstem Schaum, begann es zu regnen. Bei Temperaturen um die 7 Grad wirklich nicht schön. Das "Hügelchen hat so 450 Meter Länge und dabei jeweils 35 Höhenmeter. Das ganze dann bei stärker werdendem Regen 8 Mal. Das reicht auch bei gemäßigte Tempo für Dicke Oberschenkel. Ich wollte mal hoffen, dass Die uns nicht am Samstag bei den Riesenbecker Sixdays in Erinnerung bringen würden. Egal, mit 9,5 Kilometern sollte dies als Vorbereitung reichen.
Am Samstag Morgen ging es dann los. Marco und Kim holten uns ab, das schwere Gepäck (was man für eine Woche Laufen nicht alles mitnimmt) wurde von Marco gewohnt akribisch verstaut und dann ging es ab nach Riesenbeck. Unser Häuschen, eine kleines Appartementhaus direkt am "Nassen Dreieck", der Schnittstelle von Mittelland- und Doofmund-Ems-Kanal, gefällt uns schon mal sehr gut. Vom Balkon hat man einen Blick auf fast alle Streckenelemente der Sixdays. Den Kanal, den letzten Höhenzug des Teutoburger Waldes, die schattigen Alleen und die Feldwege entlang der vielen Bauern- und Reiterhöfe, die den unverwechselbaren, aber auch abwechslungsreichen Charme dieser Landschaft ausmachen, die in den Streckenbeschreibungen des Veranstalters gerne einmal als berauschend beschrieben wird. Wir wollen einmal hoffen, dass das Wetter uns auch eine Nutzung dieser schönen Dachterrasse erlauben wird.
Am Samstag ist es erst einmal noch "usselig", wie man bei uns am Niederrhein sagt. Bewölkt, knapp zweistellige Temperaturen und stets drohende dunkle Wolkenformationen. Unter diesem Himmel machen wir uns auf nach Ibbenbüren, wo uns die Busse zurück zum Start nach Riesenbeck bringen sollen. Im Bus wieder das Briefing für uns von Michael Brinkmann, dem Vater der Sixdays. Kurz ein wenig Organisatorisches,
eine Streckenbeschreibung und viel guter Laune lassen uns den einsetzenden Regen verdrängen. Der hat bei der Ankunft in Riesenbeck bereits wieder aufgehört. Unsere kleine Truppe sammelt sich wieder. Cousin André ist wieder mit Familie hier, wegen ihm sind wir 2008 das erste Mal gekommen. Er ist bereits das sechste Mal dabei. Volker, der damals bei unserem ersten Mal hier mitlief und nun zurückgekehrt ist. Aber auch viele andere bekannte Gesichter aus den letzten Jahren tauchen auf. Es beginnt nochmals kurz zu regnen, aber pünktlich zum Start hört es auf. Möge es für die kommenden sechst Tage doch bitte dabei bleiben.
Zum Lauf selbst schreibe ich nichts, schaut Euch einfach das Video hier an.
Es ist für mich nicht einfach, mein Tempo hier zu zügeln. Man meint immer, man wäre in einem Rechtfertigungszwang, warum man hier so langsam läuft. Aber das ist völliger Blödsinn. Jeder Läufer, der hier die sechs Tage durchhält, ist ein Held, ein Sieger, hat großes geleistet. Vor allem aber hat jeder seine eigene Geschichte. Sein eigenes Umfeld, welches ihm erlaubt, mehr oder weniger zu trainieren. Jeder hat mehr oder halt weniger Talent, hat den Willen, alles zu geben oder einfach nur den Lauf zu genießen. Jeder hat vorher bereits andere Läufe gemacht oder möchte danach noch andere Schwerpunkte setzen. Lassen wir es doch einmal einfach dabei bewenden und versuchen, nicht auf Tabellen und Ranglisten und die Stoppuhr zu schauen. Den Wert eines Laufes misst nicht allein die Uhr im Ziel und der Dienstleister für Zeitmessung. Den Wert eines Laufes kann im Grunde nur jeder für sich selbst erkennen.
Im Ziel in Ibbenbüren freuen wir uns, als alle sechs die Etappe gut bewältigt haben. Ein leckeres Eis haben wir uns verdient, ebenso das gute Abendessen im Hotel Riesenbeck. Vom Abend ist nicht mehr viel übrig, als wir zurück in unserem Domizil am "Nassen Dreieck" sind und ich beile mich, das Video zusammen zu schneiden.
Das Lob am nächsten Tag vor dem Lauf, welches ich von vielen Läufern erhalte, ist mir Motivation, es fortzusetzen. An diesem Zweiten Tag wartet die "Königsetappe" von Ibbenbüren entlang des Hermannswegs ins schöne Tecklenburg auf uns. Eine aufgrund der Höhenmeter anspruchsvolle, aber landschaftlich wunderschöne Etappe. Und das bei "Kaiserwetter", denn die Wolken verziehen sich und die Sonne begleitet uns und taucht das frische Grün der ausschlagenden Bäume in ein wundervolles Licht. Der frische Nordwind sorg dafür, dass es nicht zu warm wird und so ist es angerichtet, ein großes Lauffest zu werden. Leider trickst mich meine Kamera aus, ich hatte so schöne Sequenzen gedreht, um nachher feststellen zu müssen, dass ich versehentlich im Zeitraffer gefilmt hatte . Das lässt sich zwar am PC wieder unter gewissem Qualitätsverlust zurückverwandeln, aber der Ton war über weite Strecken unwiderbringlich verloren. Ich habe mich dann in einer Nachtschicht bemüht, zu retten, was zu retten war und hoffe, es ist mir einiger maßen mit den gegebenen technischen Möglichkeiten gelungen. Auch Marco und Kim waren voll des Lobes über den von mir oben beschriebenen Geist der Veranstaltung, der Schönheit der Strecke und beide haben die Belastung sehr gut weggesteckt.
Beiden geht es nach dem zweiten Tag sehr gut. Auch für uns war das eingeschlagene Tempo wohl richtig, denn die Muskeln und Gelenke halten. Das müssen sie auch.
Hier der "Erfolg" meiner Bemühungen, aus Datenmüll noch etwas zu machen:
Ein wenig schade ist es dennoch, dass der alte Zieleinlauf auf der Schloßstraße in Tecklenburg nicht mehr angelaufen werden kann. Der Anstieg zur Freilichtbühne mit anschließendem Zielschuss hatte etwas, ich habe ihn einmal als den schönsten Zieleinlauf, den ich kannte, bezeichnet. Und ich kenne viele. Aber es ist wohl organisatorisch nicht zu machen und der neue hat auch seine Reize.
Der Montag Vormittag vergeht nach ausgiebigem gemeinsamen Frühstück einfach mit Faulenzen. Am Sonntag Abend hatten wir uns mit unserem Laufbekannten Frank in der Pizzeria getroffen und viele Laufgeschichten und Geschichtchen ausgetauscht. Jetzt sitze ich in der Sonne, sehe auf Kanal und den Streckenverlauf des sechsten Tages und schreibe diese Zeilen. Ich wünsche Euch allen weiter viel Spaß. Vielleicht begegnet man sich ja auf der Piste.
Aber ich schweife ab. Ich war beim Training am Donnerstag. Lange Berganläufe standen auf dem Plan, wir trafen uns wieder an der Sportanlage von TuRa 88 am Fuße des Kaiserberges in Duisburg. Das Wetter bleib die ganze Woche mehr als bescheiden und ließ bange Erwartungen an die Sixdays aufkommen. Vor dem Training war es "schweinekalt" und schwarze Wolken drohten am Himmel. Ich hielt meine zusammengepackte Regenjacke in der Hand, wir liefen los. Bereits nach dem ersten Berganlauf, Marco, Claudia und ich und hoffentlich auch Kim in der anderen Trainingsgruppe, liefen mit gebremstem Schaum, begann es zu regnen. Bei Temperaturen um die 7 Grad wirklich nicht schön. Das "Hügelchen hat so 450 Meter Länge und dabei jeweils 35 Höhenmeter. Das ganze dann bei stärker werdendem Regen 8 Mal. Das reicht auch bei gemäßigte Tempo für Dicke Oberschenkel. Ich wollte mal hoffen, dass Die uns nicht am Samstag bei den Riesenbecker Sixdays in Erinnerung bringen würden. Egal, mit 9,5 Kilometern sollte dies als Vorbereitung reichen.
Am Samstag Morgen ging es dann los. Marco und Kim holten uns ab, das schwere Gepäck (was man für eine Woche Laufen nicht alles mitnimmt) wurde von Marco gewohnt akribisch verstaut und dann ging es ab nach Riesenbeck. Unser Häuschen, eine kleines Appartementhaus direkt am "Nassen Dreieck", der Schnittstelle von Mittelland- und Doofmund-Ems-Kanal, gefällt uns schon mal sehr gut. Vom Balkon hat man einen Blick auf fast alle Streckenelemente der Sixdays. Den Kanal, den letzten Höhenzug des Teutoburger Waldes, die schattigen Alleen und die Feldwege entlang der vielen Bauern- und Reiterhöfe, die den unverwechselbaren, aber auch abwechslungsreichen Charme dieser Landschaft ausmachen, die in den Streckenbeschreibungen des Veranstalters gerne einmal als berauschend beschrieben wird. Wir wollen einmal hoffen, dass das Wetter uns auch eine Nutzung dieser schönen Dachterrasse erlauben wird.
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| Unsere Dachterrasse in der "Villa Wasser" |
Am Samstag ist es erst einmal noch "usselig", wie man bei uns am Niederrhein sagt. Bewölkt, knapp zweistellige Temperaturen und stets drohende dunkle Wolkenformationen. Unter diesem Himmel machen wir uns auf nach Ibbenbüren, wo uns die Busse zurück zum Start nach Riesenbeck bringen sollen. Im Bus wieder das Briefing für uns von Michael Brinkmann, dem Vater der Sixdays. Kurz ein wenig Organisatorisches,
| Briefing im Bus |
Zum Lauf selbst schreibe ich nichts, schaut Euch einfach das Video hier an.
Das Video vom ersten Tag
| Tag 1 geschafft |
Im Ziel in Ibbenbüren freuen wir uns, als alle sechs die Etappe gut bewältigt haben. Ein leckeres Eis haben wir uns verdient, ebenso das gute Abendessen im Hotel Riesenbeck. Vom Abend ist nicht mehr viel übrig, als wir zurück in unserem Domizil am "Nassen Dreieck" sind und ich beile mich, das Video zusammen zu schneiden.
Das Lob am nächsten Tag vor dem Lauf, welches ich von vielen Läufern erhalte, ist mir Motivation, es fortzusetzen. An diesem Zweiten Tag wartet die "Königsetappe" von Ibbenbüren entlang des Hermannswegs ins schöne Tecklenburg auf uns. Eine aufgrund der Höhenmeter anspruchsvolle, aber landschaftlich wunderschöne Etappe. Und das bei "Kaiserwetter", denn die Wolken verziehen sich und die Sonne begleitet uns und taucht das frische Grün der ausschlagenden Bäume in ein wundervolles Licht. Der frische Nordwind sorg dafür, dass es nicht zu warm wird und so ist es angerichtet, ein großes Lauffest zu werden. Leider trickst mich meine Kamera aus, ich hatte so schöne Sequenzen gedreht, um nachher feststellen zu müssen, dass ich versehentlich im Zeitraffer gefilmt hatte . Das lässt sich zwar am PC wieder unter gewissem Qualitätsverlust zurückverwandeln, aber der Ton war über weite Strecken unwiderbringlich verloren. Ich habe mich dann in einer Nachtschicht bemüht, zu retten, was zu retten war und hoffe, es ist mir einiger maßen mit den gegebenen technischen Möglichkeiten gelungen. Auch Marco und Kim waren voll des Lobes über den von mir oben beschriebenen Geist der Veranstaltung, der Schönheit der Strecke und beide haben die Belastung sehr gut weggesteckt.
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| Claudia, Kim und Frank in Tecklenburg |
Hier der "Erfolg" meiner Bemühungen, aus Datenmüll noch etwas zu machen:
Das bearbeitete Video vom Tag 2
Ein wenig schade ist es dennoch, dass der alte Zieleinlauf auf der Schloßstraße in Tecklenburg nicht mehr angelaufen werden kann. Der Anstieg zur Freilichtbühne mit anschließendem Zielschuss hatte etwas, ich habe ihn einmal als den schönsten Zieleinlauf, den ich kannte, bezeichnet. Und ich kenne viele. Aber es ist wohl organisatorisch nicht zu machen und der neue hat auch seine Reize.
Der Montag Vormittag vergeht nach ausgiebigem gemeinsamen Frühstück einfach mit Faulenzen. Am Sonntag Abend hatten wir uns mit unserem Laufbekannten Frank in der Pizzeria getroffen und viele Laufgeschichten und Geschichtchen ausgetauscht. Jetzt sitze ich in der Sonne, sehe auf Kanal und den Streckenverlauf des sechsten Tages und schreibe diese Zeilen. Ich wünsche Euch allen weiter viel Spaß. Vielleicht begegnet man sich ja auf der Piste.
Sonntag, 17. April 2016
Vor den Schatten großer Ereignisse
Das Training geht weiter.
Nach dem schönen "Rund um Rheinberg" belohnte mich das Wetter am
Montag wieder mit einem herrlich sonnigen und relativ warmem Abend. Trotz des
vollen Bauchs nach dem Abendessen - langsam gewöhne ich mich daran - ging es
gut los. Bei km 1 musste ich kurz geschäftlich an den Baum, zwei andere mir
unbekannte Läufer überholten und ich konnte die beiden als Bremse nutzen. Man
kam ins Gespräch was man so läuft. Sagt der eine zu dem anderen: "Es gibt
wirklich solche Leute, die laufen hier ganz normal rum!" Wir mussten alle
drei lachen. Als ich mich bei km 6 am Waldsee von ihnen verabschiedet hatte,
muss mich die untergehende Sonne und das Gezwitscher der Vögel wohl besonders
motiviert haben.
Jedenfalls war ich plötzlich bei einer 4 vor der Pace. Das wollte ich nun nicht riskieren. Ich hörte in meinen Oberschenkel hinein, denn es lief so gut. Nein, nein, bremsen und vernünftig bleiben. Wenn jetzt etwas passiert, sind Sixdays und TTdR gefährdet. Und ich muss froh sein, wieder so schnell so gut im Training zu sein. Am Ende standen 11 km im Schnitt von 5:34 auf dem Tacho, so war es gut und genug Kilometer waren es auch. Dienstag wie immer nur Stabi-Training mit der Ausdauerschule. Mittwoch dann mal wieder nach dem Abendessen los. Wie gesagt, langsam gewöhnt sich mein voller Magen. Nach etwas mehr als einem km bemerkte ich Schritte von hinten, die schnell aufholten. Es war Michael, früherer Fußballkollege und natürlich auch Läufer. Sonst wäre er ja in diesem Moment nicht da. Wir beschlossen, zusammen weiter zu laufen und ich musste von Kapstadt und dem TOM berichten. Wenn man so quatscht, wird man irgendwie immer schneller. Egal, dachte ich. Es stand eh 40 Minuten GAT 2 auf dem Plan, auch wenn ich kein Tempo machen wollte. Solange die 5 vor der Pace steht, sollte es gehen. Es ging auch. Nach 9 Kilometern - Michael hatte 10, denn er wohnt etwa 500 m weiter - standen 9 Kilometer im 5er Schnitt zu Buche. Trainingsplan des Schleifers ja fast eingehalten. Aber es ging mir gut. Nur halt jetzt nicht übermütig werden und morgen dann mal deutlich langsamer.
Donnerstag stand das erste Training des neuen Sommerlaufkurses der
Ausdauerschule by Bunert an. Die beliebten "Laufspiele", Lauf ABC und
irgendwelche Ausfallschritte , dazu komische Fangen-Spiele und so etwas. Das
wollte ich meiner Muskulatur nicht antun, denn schnelle und unüberlegte Übungen
können zum Verhängnis werden, wenn man auf gereizte Nervenstränge achten muss.
Ich wollte mich mit Lauffreund Werner auf die 10 Kilometer-Runde hier an der
Sechs-Seen-Platte in Duisburg machen, während die anderen ihre
"Laufspiele" absolvierten. Werner läuft am Sonntag in Hamburg den
Marathon und will Trainerin Sigrid unter 4 Stunden ziehen. Wir sind beide zwei
Jahre zuvor in Hamburg gelaufen (http://alt.laufen-in-dortmund.de/stories/2014/hh.htm -
Ein harte Kampf in Hamburg), kennen Strecke und deren Tücken. Werner will
langsamer angfangen, dann schneller und am Ende wieder ewas langsamer werden
Greif-Light-Taktik sozusagen. Ich bin skeptisch, ob es das Richtige ist. Aber
Werner ist auch ein erfahrener Marathoni, er und Sigrid, der ich es wirklich
wünsche, die 4h zu unterbieten, werden es schon richten. Wir laufen abseits der
ausgeschilderten 10er Runde, ich selbst hätte mich wohl verlaufen, aber Werner
kennt sich bestens aus. Wir haben genau 10 km auf der Uhr, fast exakt in
Werners geplantem Marathon-Renntempo für Hamburg. Mit vielen Guten Wünschen an
die "Hamburger" verabschieden wir uns, auch Freund Marco hat sich ja
noch kurzfristig einen Startplatz besorgt und ich mahne zur Besonnenheit, denn
die Riesenbecker Sixdays sind nur zwei Wochen nach dem Marathon am
Sonntag.
Freitag nimmt Claudia mir die Entscheidung ab, ob ich am Nachmittag noch laufen gehen soll. Denn sie hat die Winterreifen von Schwiegermutter geholt, wo wir sie über den Winter einlagern. Also an zwei Fahrzeugen Reifen wechseln statt laufen. Dafür holte mich die Post wieder ins Läuferland zurück. Die Startunterlagen der Riesenbecker Sixdays waren gekommen! Startnummer, Transponder (je einen Einwegtransponder für zwei Tage), Rennzeitung mit Teilnehmerliste, in der auch ich mit zwei Fotos der letzten Veranstaltung abgebildet bin. Streckenbeschreibung.
Ich lese das alles, obwohl ich es kenne.
Wir waren ja schon 4 mal da. Aber es nimmt mich sofort in Beschlag. Diese
Veranstaltung werde ich wohl nicht mehr los. Ich finde das ganz toll, was
Michael Brinkmann und sein Team da über zwei Jahre hineg immer auf die Beine
stellt. So ein Etappenrennen ist halt nicht nur ein Wettkampf. Auch wenn ich
dieses Mal nur mit gebremstem Schaum laufen kann. Ich habe einmal geschrieben
"Ich lebe diesen Lauf", das war 2012, als ich dort mein bestes
Ergebnis erzielen konnte. So ist es wohl. Das wird mir zu Hause auf der Couch
wieder klar.Freitag nimmt Claudia mir die Entscheidung ab, ob ich am Nachmittag noch laufen gehen soll. Denn sie hat die Winterreifen von Schwiegermutter geholt, wo wir sie über den Winter einlagern. Also an zwei Fahrzeugen Reifen wechseln statt laufen. Dafür holte mich die Post wieder ins Läuferland zurück. Die Startunterlagen der Riesenbecker Sixdays waren gekommen! Startnummer, Transponder (je einen Einwegtransponder für zwei Tage), Rennzeitung mit Teilnehmerliste, in der auch ich mit zwei Fotos der letzten Veranstaltung abgebildet bin. Streckenbeschreibung.
Für den Wochenendlauf war ich etwas unschlüssig. Irgendwie juckte
es mich in den Füßen, einen der ausgefallenen Trainingsläufe zur TTdR "nachzuholen".
So überlegte ich ernsthaft, am Samstag ganz früh zum Baldeneysee hin zu laufen,
von uns eine Strecke von 34 Kilometern. Zusammen mit den geplanten 28-30 dort
hätte ich einen schönen langen Trainingslauf. Claudia überzeugte mmich davon,
es sein zu lassen und vorsichtig zu sein. In Iserlohn am Seilersee wollten wir
in der nächsten Woche 100 in der Nacht laufen, zwei solche Wochen
hintereinander könnten gefährlich für meinen Oberschenkel werden. Nach
reiflicher Überlegung verwarf ich den Plan. Es erscheint mir etwas verwegen,
mit drei Marathonläufen, zwei 56-Kilometer-veranstaltungen und einmal 100 km
die 230 Kilometer an zu gehen, aber rettet mich da ein 64-Kilometer Training?
Oder ist die Gefahr größer, sich "was weg zu holen"? Ich setze auf
meine Grundfitness, meine mentale Stärke und die Erfahrung und lasse es sein.
Pfingstsonntag weiß ich mehr. Es ist wie es ist. Also diese Woche
"nur" 75 Kilometer, nächste wieder deutlich über hundert. Bei den
Sixdays dann nochmal 130 in 6 Tagen. Das wars dann mit Training.
Samstag steht ein Schuhtest am Baldeneysee beim Lauftreff von Marc Boehme's Laufsport Bunert Essen an. Der finnische Hersteller Karhu will zurück in den Markt, die Marke gab es wohl in den 80ern bereits. Das erste Paar ist mir zu hart in der Sohle, das zweite fühlt sich nach den Testschritten besser an. Also ab damit auf die erste Runde. Wir unterhalten uns nett mit einer Läuferin der WAZ, die im Zuge der Vorberichterstattung des Essener Firmenlaufs hier einmal mitläuft.
Samstag steht ein Schuhtest am Baldeneysee beim Lauftreff von Marc Boehme's Laufsport Bunert Essen an. Der finnische Hersteller Karhu will zurück in den Markt, die Marke gab es wohl in den 80ern bereits. Das erste Paar ist mir zu hart in der Sohle, das zweite fühlt sich nach den Testschritten besser an. Also ab damit auf die erste Runde. Wir unterhalten uns nett mit einer Läuferin der WAZ, die im Zuge der Vorberichterstattung des Essener Firmenlaufs hier einmal mitläuft.
Das Modell, welches ich getestet habe, lief sich über 14 km gut und
unauffällig, war relativ leicht. Leider waren nur sehr wenige Größen da, so
dass meiner doch eher 1/2 Größe zu klein war. Die Schuhe sind etwas fester in
der Dämpfung, geben dafür gewisse Stabilität, was auf langen Strecken nicht
unbedingt von Nachteil sein muss.Die Sohle war für wechselnde Beläge geeignet,
vielleicht nicht gerade für Hardcore Trails. Bin Wiese, Matsch und Schotte
neben dem üblichen Asphalt gelaufen. Kann mir durchaus vorstellen, auch eine
längere Strecke damit zu laufen. Design war durch aus in Ordnung, wobei mir das
mit dem Großen Bärenkopf an der Seite deutlich besser gefallen hat, der kleine
Plastikbär wirkt auf mich eher billig. Ich bin jetzt aber ein eher schlechter Schuhtester,
weil meine Füße relativ unproblematisch sind. Gerne würde ich das Modell mal
über lange Distanzen testen.
Die erste Runde Baldeneysee war somit recht schnell um, ein halbe Dose
finnisches Bier vom Schuhtester getrunken, schon ging es weiter. Da leider nur
noch Andreas, Frank und Michael die zweite Runde mit uns laufen wollten, die
aber nicht warten wollten, bis Claudia den Testbericht ausgefüllt hatte, ging
es weiter. Wir wollten wieder aufholen und wurden immer schneller. Da die drei
auch schneller als in 6er Pace unterwegs waren, bedeutete dies für uns 4-5
Kilometer deutlich schnelleres Tempo, in der Spitze durchaus bei 5:10-15 pro
Kilometer. Kurz vor der "Holzbrücke" die eigentlich eine Stahlbrücke
ist, wegen Ihres Laufbelags aus Holzbohlen aber so genannt wird,hatten wir sie
eingeholt und setzten die Runde bei deutlich reduziertem Tempo fort. Unsere
Begleiter waren deutlich mitgenommener, Andreas musste einige Kilometer vor dem
Ziel auf "Gehen" umschalten. Am Kettwiger Wehr, wo man wegen der
Treppen aus dem Rythmus kommt, war auch Michael am Ende. Nach 28 Kilometern -
immerhin sein längster Lauf - geht auch er den letzten Kilometer. Mit Frank kommen wir am Auto an. Nicht fertig, aber durchaus gefordert. 29 Kilometer in 5:43er Pace mit einigen schnelleren Zwischenkilometern fanden wir beide ganz ordentlich.
Sonntag blieben dann noch 16 Kilometer. Doch zuerst wollten wir unsere Lauffreunde im Netz und TV beim Hamburg-Marathon zu verfolgen. Die Runde danach führte uns auf dem weitest möglichen Weg um Lohheider See und Waldsee, vorbei an kurzen Schauern und zum Ende in die Sonne. Eine schöne Laufwoche geht zu Ende. Und das Ende der vier wettkampflosen Wochen zwischen Kapstadt und dem Seilersee .Das nächste Wochenende dort wird stressig, aber auch schön. Und dann kommen schon fast die Risenbecker Sixdays. Bloß von dem Megading danach ablenken. Bis bald.
Ach ja, Freund Marco hat heute in Hamburg beim Marathon seine PB um 7 Minuten verbessert. Drei Wochen nach dem Ultra in Kapstadt. Zwei Wochen vor den Sixdays, die ich mit ihm gemeinsam laufen will. Er ist gut drauf.
Sonntag, 10. April 2016
Von Südafrika zu "Rund um Rheinberg"
Kapstadt ist gelaufen. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich. Einmal, dass ich es überhaupt laufen konnte, wobei hier die Betonung auf "laufen" liegt. Denn es wäre ja auch denkbar gewesen, dass sich die Verletzung zurück gemeldet hätte und ich dann gehend und eventuell sogar noch unter Schmerzen soeben noch das Ziel im Zeitlimit hätte erreichen können. So war es nicht, ich konnte normal laufen mit etwas Achtsamkeit bergab. Den kompletten Bericht könnt Ihr ja unter http://laufen-in-dortmund.de/two-oceans-marathon-kapstadt-rainbow-nation-comes-alive lesen. Es lohnt sich, mehr über diesen wundervollen Lauf in diesem wundervollen Land zu erfahren.
Damit war aber auch klar, dass jetzt das TorTour-Training weiter gehen muss. Denn das Jahr hat nach dem soeben erlebten touristischen Highlight ja auch noch eine sportliche Perspektive. Ich habe noch Zeit bis zum 15.5. und bereits zwei 60-Kilometer-Einheiten verpasst, nämlich den 6-h-Lauf Münster und den Trainingslauf an der Ruhr Ende Februar. jetzt darf man nicht den Fehler machen, und das Versäumte "nachholen" wollen, denn Training kann man nicht nachholen. Es ist wie es ist und nun zu viel zu wollen könnte fatal werden, denn einen neuen verletzungstechnischen Rückschlag würde ich mir nicht mehr erlauben können.
Was plane ich also? Nun, die Woche nach Kapstadt und Ostern habe ich noch Urlaub. Die wurde dergestalt genutzt, dass ich mich langsam wieder ans regelmäßige Laufen gewöhne. Tempo ist absolut tabu, nur was locker geht, wird gelaufen. Ostermontag ließ ich meine Claudia noch alleine auf die Runde gehen, ab Dienstag war ich wieder für eine 10-Kilometer-Runde dabei. Nach drei Tagen war am Freitag ein Tag pause, ehe am Samstag beim Lauftreff von Laufsport Bunert Essen die erste längere "Kante" in Form von 30 + km anstehen sollte. Verging die erste langsame Runde mit einigen Bekannten und unterhaltsamen Gesprächen noch wie im Flug, so zog sich die zweite Runde relativ zäh dahin, als ich mit Claudia unterwegs war. So ganz viel hat man nach zwei komplett gemeinsam verbrachten Urlaubswochen eben nicht mehr zu erzählen. Zudem hatten wir nichts zu trinken mitgenommen, der halbe Pappbecher Dextro, den Mark Böhme ja immer gerne zur Verfügung stellt, war wohl für 30+ bei Sonnenschein doch etwas wenig. Aber so ist es jetzt halt, trainieren wir halt den Körper, mit wenig auszukommen. Am Ende waren es dann nach zwei Runden knapp 34,5 Kilometer in einem Tempo von 5:53 pro Minute, etwas zu schnell obendrein also. Mit dem netten Lauf bei erneut schönem Sonnenschein um das Binsheimer Feld am Sonntag endete die erste richtige Trainingswoche mit gut 78 Kilometern und einem langen Lauf. Das ist mir eigentlich zu wenig, aber ich möchte auch nicht zu schnell zu viel machen. Vorsicht halt.
In der letzten Woche dann eine etwas andere Planung. Sven hatte in den Trainingsplan schon 6 Einheiten eingepflegt. Über die Umfänge kann man streiten, aber uns ist eh klar, dass wir das Ultratraining nicht nach Trainingsplan der Ausdauerschule absolvieren können. Daher werde ich ab nun auch auf die Veröffentlichung der Pläne verzichten und nur noch das "Ist" abbilden. Dafür ist Ultra zu speziell, das soll hier auch keine Kritik an der Ausdauerschule sein. Ultras wissen, wovon wir reden. Auf den Two Oceans hatte ich mich, solange ich fit war, optimal mit gezieltem Aufbau einer gewissen Grundgeschwindigkeit über längere Distanzen vorbereitet. Jetzt geht es ans Kilometer sammeln und den Körper an Belastungen zu gewöhnen.
Also ging es am Montag abend erstmal alleine los. Da man am ersten Tag nach 2 1/2 Wochen Urlaub selten pünktlich aus dem Büro kommt, startete ich gleich nach dem Abendessen. Mit vollem Bauch läuft sich nicht gut, aber auch das will ja trainiert werden und es lief dafür relativ gut. Bei angenehmen Temperaturen von 17 Grad, eine herrlichen Sonnenuntergang lief es sich auch um diese Zeit hervorragend. Es ist toll, wenn auf einer spiegelglatten
Wasseroberfläche sich das Licht in der Dämmerung minütlich völlig verändert, wenn das Abendrot ein magisches Glühen an die Stämme der Bäume zaubert, zwischen denen das Wasser und der sich darin spiegelnde Himmel zu sehen ist. Was schert da Tempo oder irgendetwas? Einfach mal laufen lassen und sich freuen, dass es geht. Eien Stunde mit vollem Bauch in 5:32er PAce ist ja auch nicht sooo schlecht. Dienstag lies ich das Laufen aus, mit dem Stabi-Training am Abend in Duisburg ist mir das zu eng. Dafür ging es am Mittwoch wieder alleine los, die ersten Meter schien es zu regnen zu beginnen, also ließ ich mir noch schnell meine Regenjacke geben. Um dann fest zu stellen, dass es aufhörte und das Ding im Gund zu warm war. Egal, es hielt wenigstens den kräftigen Gegenwind ab, der mir auf der gewählten Feldrunde besonders entgegen blies. Dank des Gegenwindes ging es noch deutlich flotter als am Montag, denn man versucht ja immer, dagegen an zu kämpfen. Das Tempo von 5:16 konnte ich aber eine Stunde lang gut halten. Ist zwar im Grunde zu schnell, beruhigt aber dergestalt, dass die Grundgeschwindigkeit nicht ganz weg ist.
Donnerstag war noch trainingsfrei, und wie wir in der Vorwoche dann mal am Lauftreff vom Runnerspoint im Forum Mülheim mit Marcus Kintzel teilgenommen hatten,
ging es nun zum Lauftreff von Laufsport Bunert Duisburg und Karsten Kruck. Gab es in der Vorwoche bei Marcus einen Salomon-Schuhtest, so stand hier Adidas Pure Boost im Testangebot. Aber da es ein Frauenschuh ist, war ich raus aus der Nummer. So'n bisschen war ich eh raus, denn da ich beim Einpacken meiner Sporttasche Laufhose mit Oberteil verwechselt hatte und dies erst beim Umziehen im Büro bemerkte, als Claudia schon unterwegs war, ging es halt klassisch im Trainingsanzug los. Na ja, mit 6er Pace sollte es gehen. Nach Hinweg durch den Duisburger Wald ging es einmal um die Regattabahn, wo wir noch auf Werner, Svenja und Marinja trafen, die zu üblicher Trainingszeit zusammen ihre Intervalle absolvierten. Deutlich entspannter ging es bei uns zu, mit lockeren Gesprächen kamen aber auch wir auf gut 10,5 Kilometer. Für Samstag hatten wir einen langen Lauf geplant, da nichts in der Gegend stattfand und uns "Rund um Solingen" für meine Verletzung mit den vielen Bergabpassagen zu gefährlich ist, schrieb ich einfach einmal einen Trainingslauf "Rund um Rheinberg" aus. Einmal unsere Stadt zu umrunden, erschien mir eine gute Strecke und Vermessungen auf Gpsies ergaben ca. 57 Kilometer. Uns war klar, dass auf meine Ausschreibung nur eine Woche vorher bei dem Alternativprogramm an diesem Wochenende nicht viele melden würden. Einige Laufkolleginnen oder -kollegen müssen halt auch am Samstag arbeiten. Das ist sehr schade, aber wir möchten einfach den Sonntag in aller Ruhe verbringen, nicht zu früh aufstehen müssen und vor allem nicht gleich nach der Rückkehr von solch einem langen Lauf die Arbeitswoche vor der Brust haben. Wir würden in jedem Fall laufen, auch zu zweit. Yvy und Henning wollten uns zumindest auf einer Teilstrecke begleiten, kurzfristig kam auch noch Alois dazu. So konnten wir bei herrlichem Wetter pünktlich um 10 Uhr in Orsoy am Rheinufer starten.
Um und durch den großen Orsoyer Rheinbogen ging es nach Rheinberg, das über die historischen Wallanlagen umlaufen wurde. Kurz vor den Solvay-Werken ging es entlang der Fossa Eugenia Richtung Ossenberg wieder an den Rheindeich. Wir hatten viel Spaß unterwegs, zwischen Schafherden, gerissenen Enten und wunderschöner Natur im Rheinbogen. Kurz hinter Ossenberg verabschiedeten sich Yvy und Henning und Claudia, Alois und ich setzten unseren Weg alleine fort. Über Wallach, Niederwallach und Wesel-Büderich orientierten wir uns dann am Salzbergwerk vorbei wieder Richtung Westen und Borth. Hier müssen wir leider durch den Ort, denn echte Umgehungsfeldwege gibt es hier nicht.
Den Schlenker zum Bergwerk verpasste ich vorher, denn im strahlenden Sonnenschein war mein Handy-Display kaum zu lesen. Borth wurde rasch durchlaufen, dann über den Alpener Ortsteil Drüpt über die alte Römerstraße nach Millingen. dieser Streckenteil war gerade nicht so schön. Über Alpsray ging es dann auf Kamp-Lintforter Stadtgebiet, um die Müllverbrennung Asdonkshof herum, ehe es dann an der Grenze zu Moers am "Kohlenhuck" wieder grüner und ländlicher wird. AN einem kurzen Straßenstück wurden wir fast noch Zeugen oder gar Opfer eines übermütigen Rasers, der auf der Rad- und gehweglosen Straße fast doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs war und in der Doppelkurve direkt vor uns beinahe die Beherrschung über sein Fahrzeug verloren hätte. Es trudelte bereits, er konnte es aber gerade noch abfangen. Uns wäre nur der Hechtspung in den Straßengraben geblieben, der junge Raser wäre sich mehrfach überschlagend in den Feldern gelandet. Alois, der hinter mir und vor Claudia lief, war bereits drauf und dran, mit Claudia unterm Arm in den Straßengraben zu hechten. So ein Idiot. Wenn die sich nur selbst zerlegen, sei es drum. Aber wäre Gegenverkehr gekommen oder hätte er uns mitgenommen.....lassen wir das. Tempo 50 gilt da nicht umsonst. Auf den Schreck bogen wir dann mal in Vierbaum wieder Richtung Lohheider See ab. Unsere Idee, am Biergarten im alten Kreisbahnhof uns ein Weizen zu gönnen, erwies sich als undurchführbar, denn bei schönstem Wetter hatte der am Samstag Nachmittag zu. Er scheint es ja nicht nötig zu haben, Spaziergänger waren genug unterwegs. Unser Bier bekamen wir dann im Ziel in Orsoy. Insgesamt hatten wir drei dann 56 Kilometer absolviert, ein wenig kürzer als geplant, aber genug für uns. Mit Alois war es sehr unterhaltsam, die Chemie zwischen uns dreien stimmte einfach. Auch wenn ich immer das Gefühl habe, Alois zu unterfordern. Die gelaufene Pace lag bei 6:06, was für diese Strecke durchaus achtbar ist. Sonntag liefen wir dann noch 12,5 km umd Wald- und Lohheider See aus, wieder Glück mit sonnigem Wetter.
Im Grund läuft das Training ja wieder. knapp 110 km in dieser Woche sind ganz ordentlich, die 56 km konnten ich ohne große Schwierigkeiten absolvieren, ich hätte durchaus weiter laufen können. Und das bei Dauersonne, nur Wasser und einer Salztablette, einem Dextro-Riegel, ein paar Gummibärchen und einem Tütchen Trockenobst aus Südafrika. Dafür haute das Weizen umso mehr rein, das merkte ich auf dem 2 Kilometer langen Weg zurück zu unserer Wohnung. Der Lauf Rund um Rheinberg schreit jedenfalls einmal nach Wiederholung, die Strecke ist nun erkundet und kann mit kleinen Variationen beibehalten werden.
Jetzt eine zwei Wochen regelmäßig trainieren, vielleicht am Wochenende zwei nicht ganz so lange Läufe, dann taucht bereits der 24h-Lauf am Seilersee am Horizont auf.
Ich freue mich erst einmal, dass ich wieder Umfänge laufen kann, das beschwerdefrei. Ich werde nichts riskieren und jetzt irgendwelche Experimente mit Tempo oder zu großen Umfängen machen.
Die TorTour werde ich jetzt schaffen. Egal, wie lange ich dafür brauche.
Damit war aber auch klar, dass jetzt das TorTour-Training weiter gehen muss. Denn das Jahr hat nach dem soeben erlebten touristischen Highlight ja auch noch eine sportliche Perspektive. Ich habe noch Zeit bis zum 15.5. und bereits zwei 60-Kilometer-Einheiten verpasst, nämlich den 6-h-Lauf Münster und den Trainingslauf an der Ruhr Ende Februar. jetzt darf man nicht den Fehler machen, und das Versäumte "nachholen" wollen, denn Training kann man nicht nachholen. Es ist wie es ist und nun zu viel zu wollen könnte fatal werden, denn einen neuen verletzungstechnischen Rückschlag würde ich mir nicht mehr erlauben können.
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| Der "Ausfall" aus dem Monat März, erst am Ende ging es wieder |
Was plane ich also? Nun, die Woche nach Kapstadt und Ostern habe ich noch Urlaub. Die wurde dergestalt genutzt, dass ich mich langsam wieder ans regelmäßige Laufen gewöhne. Tempo ist absolut tabu, nur was locker geht, wird gelaufen. Ostermontag ließ ich meine Claudia noch alleine auf die Runde gehen, ab Dienstag war ich wieder für eine 10-Kilometer-Runde dabei. Nach drei Tagen war am Freitag ein Tag pause, ehe am Samstag beim Lauftreff von Laufsport Bunert Essen die erste längere "Kante" in Form von 30 + km anstehen sollte. Verging die erste langsame Runde mit einigen Bekannten und unterhaltsamen Gesprächen noch wie im Flug, so zog sich die zweite Runde relativ zäh dahin, als ich mit Claudia unterwegs war. So ganz viel hat man nach zwei komplett gemeinsam verbrachten Urlaubswochen eben nicht mehr zu erzählen. Zudem hatten wir nichts zu trinken mitgenommen, der halbe Pappbecher Dextro, den Mark Böhme ja immer gerne zur Verfügung stellt, war wohl für 30+ bei Sonnenschein doch etwas wenig. Aber so ist es jetzt halt, trainieren wir halt den Körper, mit wenig auszukommen. Am Ende waren es dann nach zwei Runden knapp 34,5 Kilometer in einem Tempo von 5:53 pro Minute, etwas zu schnell obendrein also. Mit dem netten Lauf bei erneut schönem Sonnenschein um das Binsheimer Feld am Sonntag endete die erste richtige Trainingswoche mit gut 78 Kilometern und einem langen Lauf. Das ist mir eigentlich zu wenig, aber ich möchte auch nicht zu schnell zu viel machen. Vorsicht halt.
In der letzten Woche dann eine etwas andere Planung. Sven hatte in den Trainingsplan schon 6 Einheiten eingepflegt. Über die Umfänge kann man streiten, aber uns ist eh klar, dass wir das Ultratraining nicht nach Trainingsplan der Ausdauerschule absolvieren können. Daher werde ich ab nun auch auf die Veröffentlichung der Pläne verzichten und nur noch das "Ist" abbilden. Dafür ist Ultra zu speziell, das soll hier auch keine Kritik an der Ausdauerschule sein. Ultras wissen, wovon wir reden. Auf den Two Oceans hatte ich mich, solange ich fit war, optimal mit gezieltem Aufbau einer gewissen Grundgeschwindigkeit über längere Distanzen vorbereitet. Jetzt geht es ans Kilometer sammeln und den Körper an Belastungen zu gewöhnen.
Also ging es am Montag abend erstmal alleine los. Da man am ersten Tag nach 2 1/2 Wochen Urlaub selten pünktlich aus dem Büro kommt, startete ich gleich nach dem Abendessen. Mit vollem Bauch läuft sich nicht gut, aber auch das will ja trainiert werden und es lief dafür relativ gut. Bei angenehmen Temperaturen von 17 Grad, eine herrlichen Sonnenuntergang lief es sich auch um diese Zeit hervorragend. Es ist toll, wenn auf einer spiegelglatten
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| Abendstimmung am Lohheider See |
Donnerstag war noch trainingsfrei, und wie wir in der Vorwoche dann mal am Lauftreff vom Runnerspoint im Forum Mülheim mit Marcus Kintzel teilgenommen hatten,
ging es nun zum Lauftreff von Laufsport Bunert Duisburg und Karsten Kruck. Gab es in der Vorwoche bei Marcus einen Salomon-Schuhtest, so stand hier Adidas Pure Boost im Testangebot. Aber da es ein Frauenschuh ist, war ich raus aus der Nummer. So'n bisschen war ich eh raus, denn da ich beim Einpacken meiner Sporttasche Laufhose mit Oberteil verwechselt hatte und dies erst beim Umziehen im Büro bemerkte, als Claudia schon unterwegs war, ging es halt klassisch im Trainingsanzug los. Na ja, mit 6er Pace sollte es gehen. Nach Hinweg durch den Duisburger Wald ging es einmal um die Regattabahn, wo wir noch auf Werner, Svenja und Marinja trafen, die zu üblicher Trainingszeit zusammen ihre Intervalle absolvierten. Deutlich entspannter ging es bei uns zu, mit lockeren Gesprächen kamen aber auch wir auf gut 10,5 Kilometer. Für Samstag hatten wir einen langen Lauf geplant, da nichts in der Gegend stattfand und uns "Rund um Solingen" für meine Verletzung mit den vielen Bergabpassagen zu gefährlich ist, schrieb ich einfach einmal einen Trainingslauf "Rund um Rheinberg" aus. Einmal unsere Stadt zu umrunden, erschien mir eine gute Strecke und Vermessungen auf Gpsies ergaben ca. 57 Kilometer. Uns war klar, dass auf meine Ausschreibung nur eine Woche vorher bei dem Alternativprogramm an diesem Wochenende nicht viele melden würden. Einige Laufkolleginnen oder -kollegen müssen halt auch am Samstag arbeiten. Das ist sehr schade, aber wir möchten einfach den Sonntag in aller Ruhe verbringen, nicht zu früh aufstehen müssen und vor allem nicht gleich nach der Rückkehr von solch einem langen Lauf die Arbeitswoche vor der Brust haben. Wir würden in jedem Fall laufen, auch zu zweit. Yvy und Henning wollten uns zumindest auf einer Teilstrecke begleiten, kurzfristig kam auch noch Alois dazu. So konnten wir bei herrlichem Wetter pünktlich um 10 Uhr in Orsoy am Rheinufer starten.
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| Start zu Fünft |
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| Naturschutzgebiet Orsoyer Rheinbogen |
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| Verdientes Hefeweizen mit Alois und Claudia in Orsoy |
Im Grund läuft das Training ja wieder. knapp 110 km in dieser Woche sind ganz ordentlich, die 56 km konnten ich ohne große Schwierigkeiten absolvieren, ich hätte durchaus weiter laufen können. Und das bei Dauersonne, nur Wasser und einer Salztablette, einem Dextro-Riegel, ein paar Gummibärchen und einem Tütchen Trockenobst aus Südafrika. Dafür haute das Weizen umso mehr rein, das merkte ich auf dem 2 Kilometer langen Weg zurück zu unserer Wohnung. Der Lauf Rund um Rheinberg schreit jedenfalls einmal nach Wiederholung, die Strecke ist nun erkundet und kann mit kleinen Variationen beibehalten werden.
Jetzt eine zwei Wochen regelmäßig trainieren, vielleicht am Wochenende zwei nicht ganz so lange Läufe, dann taucht bereits der 24h-Lauf am Seilersee am Horizont auf.
Ich freue mich erst einmal, dass ich wieder Umfänge laufen kann, das beschwerdefrei. Ich werde nichts riskieren und jetzt irgendwelche Experimente mit Tempo oder zu großen Umfängen machen.
Die TorTour werde ich jetzt schaffen. Egal, wie lange ich dafür brauche.
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